13.7. – 4.9.2009 (von Freiburg nach Zürich)

Freitag, 4.9.09

Endlich Alpensicht in Zürich.

Ich habe zuerst gedacht, die stehen bei Ihnen an, sagte ich zum Bankangestellten einer Bank, bei der nie was los zu sein scheint, er lacht. Nein, erklärt er mir, die stehen an beim Fanshop, um Tickets für die Championsleague. Und da er so unterbeschäftigt aussieht, frage ich ihn noch gleich nach den Unterschieden zwischen den Zürcher Fußballvereinen GCZ und FCZ. Das sei wie Bayern München und 1860 München, sagt er, gerne, der eine Club hat Geld und holt sich immer die teuersten Spieler, der andere ist eher der Underdog, aber der mit den Sympathien. Beide wären aber in der ersten Liga derzeit. Und der eine Club hätte Ciriako Sforza als Trainer, man kennt ihn ja noch kickend aus der Bundesliga (hatte ja so ein Italo-Schweizer-Schlitzohrimage, bekam es gerne mal am Kreislauf im Elfer, um so einen zu schinden) und der würde dies ja nicht für ein Balljungengehalt tun.

Zuerst esse ich im Mcdonalds, (wo ich hingehöre, ich meine, gehöre ich denn ins Savoy, an die Shrimps-theke, mit meinen Schulden?), dann leihe ich ein von ihnen gesponsertes Fahrrad zum Nulltarif und radle endlich munter durch Zürich, (lala, auf den Pedalen, lala, muss die Frei-heit wohl gren-zen-los sein…) und schließlich! Schließlich betrete ich sie nun endlich, die heiligen Hallen des Aldi-Suisse, vor Billig-Kauflust zuckend! So wie ich ja auch gerne bei “äldi” (spent little, live a lot) in England getan habe, einkaufen fast wie daheim und in der Tat hörte man da schon mal so öfters die Muttersprache. Indes, Suisse steht für Schweizer Produkte aus dem Schweizer Raum und nicht aus der Euro-Zone und daher ist das mit dem billig nicht so weit her. Na ja, es gibt ja noch Denner, den Schweizer Diskounter…

Donnerstag, 3.9.09

Werter Leser, du fragst dich sicher, wie kann der Lembke denn jetzt überhaupt materielle Schwierigkeiten haben, er hat doch schließlich jetzt geerbt und seine Mutter hat doch schließlich erst eine ganze Haushälfte von ihrem verstorbenem zweiten Mann geerbt, und so, da muss doch jetzt was abgefallen sein… Natürlich, natürlich, lieber Leser, habe ich etwas geerbt, ein Brief vom Nachlassverwalter an mich war ja da, ich bekomme natürlich und selbstverständlich ein Drittel des Erbes meiner Mutter! Vermögen Null und da wären ja noch die Beerdigungskosten… Lieber Leser, meine Mutter hat schon immer ein Händchen dafür gehabt materiell versorgt zu sein und hat in ihrem Leben nicht viel, aber sicher auch eben nicht wenig Geld gehabt, aber hat letztlich auch alles mit vollen Händen wieder ausgegeben und hat es jetzt geschafft auch noch den letzten Cent davon zu verpulvern! Alles was meine Mutter mir, den sie mit Sieben im Stich gelassen, hinterlassen hat, sind Schulden! Ich muss immer an dieses schöne Metall denken, was da jetzt unnütz in der Erde liegt, der Erde, der es erst mühsam entnommen. Es könnte doch helfen Schiffe anzutreiben, es könnte doch Drähte für Stromversorgung sein oder etliche Türangeln ergeben, es könnte würdevoll altern und seine Funktion schließlich erfüllt haben und getrost Rost ansetzen, aber nein, nun liegt es wieder in der Erde, unnütz, (auch wenn ich, äh, jetzt erfahren hat, sie hat es nicht selbst ausgesucht, aber das ändert prinzipiell nichts) Und jetzt soll ich also noch für all dieses zweckentfremdete Metall anteilig zahlen! Ich denke nicht daran, selbst wenn ich es könnte. Muss immer an die Buddenbrooks (ach, ja, meine literarische Halbbildung) denken, wo der Erbonkel schließlich “sein ganzes Erbe verfrühstückt hatte”, eine schöne und erbauliche Stelle, nicht wahr? Warte, lieber Leser, bis ich eine moderne Version davon schreibe, der Untergang des Hauses Lembke oder so, Mann schmähte ja auch nur seine Sippe mit selbigem Werke. Seufz.

Mittwoch, 2.9.09

“Drizahnte Oktob’r ischd neui Priefigstermin…” (Neuer Prüfungstermin 13.10), so habe ich es heute im “Taxi-Büro” der Gewerbepolizei erreichen können! Also in 6 Wochen! 3-5 Wochen wären optimal gewesen, aber man kann es sich nicht so aussuchen und ich werde sicher nun nicht mehr jede Woche auf der Matte stehen und fragen, sondern zufrieden sein. Zeit habe ich jetzt genug, ich hatte auf drei Wochen hingearbeitet, aber das wäre sehr knapp geworden und wenn ich durchgefallen wäre, hätte es im Endeffekt noch länger gedauert. (Nur mit dem Geld wird es sehr knapp, zwar wird die ARGE jetzt endlich zahlen, aber das reicht sicher nicht.) Ich erntete dort einen strengen Blick als ich auf etwas Genuscheltes antworte, mein Schwiizerdütsch ist noch nicht so gut, ich bin eben immer sehr naiv, denn das Verstehen von demselben wird ja vorausgesetzt. “Das mönd ja alli, nit nuhrr di Dütsch’n”, sagte sie. Aber mein Charme rettet mich ja meistens, ich habe dann sehr herzig schwyzerisch Dankeschön gesagt, mit einem schönen Ch-laut dazwischen.

Der Chef hat mir auch ein schönes Kragen-T-shirt geschenkt, da ich immer so gammelig herumlaufe und ich habe ihm gleich gesagt er müsse mir unbedingt Schwiizerdütsch beibringen. Wenn ich später mal eine Taxi-Kabarett-Nummer habe, dann auf jeden Fall mit verschiedenen Mundarten und hier “chann” ich es ja lernen! “Wir sind ein bunter Haufen”, sagte er, und in der Tat, seine Flotte Toyotas kommen in allen Formen, Farben und Abnutzungszuständen vor, er hat sehr schöne, neue, aber auch schon etwas bejahrte! “Na, dann pass ich ja rein”, habe ich gesagt und wir werden ja sehen, solange ich dann aber auch gewisse Freiheiten habe, bin ich gerne ein weiterer bunter Farbtupfer hier!

Witzig, dass es auch “Handy “ in der Schweiz heißt, nicht nur Natel, so ist dieses Unwort, über das sich jeder im englischen Sprachraum totlacht auch hier übernommen worden. Ich glaube, wir sind doch wesentlich mehr zusammen als man hier vielleicht hier wahr haben will, wesentlich mehr jedenfalls als England und Amerika, wo es ja eine Spaltung in “cell-phone” und “mobile” gegeben hat. Man sieht ja auch am Kiosk den Stern und den Spiegel, Frauenzeitschriften die gleichen wie in Deutschland, es gibt doch wesentlich mehr Gemeinsamkeiten in der Kultur als Unterschiede, bei aller regionaler Eigenständigkeit.

Bin ich gerade froh gewesen, dass drei Sirenen hier direkt vor der Kreuzung aufgehört haben, anstatt sich durchzuhupen, da fiel mir ein, dass die Sirenen ja immer da aufhören wo der Zielort des Sirenfahrzeugs ist, also hat es hier an der Kreuzung einen Unfall gehabt. Da es nicht gekracht hat war es einer mit Fahrradbeteiligung und das sind ja meistens immer die Schlimmsten, es sieht jedenfalls recht ernst aus, man macht jede Menge Aufnahmen, also wird es sicher recht teuer für die Versicherung. Aber bei dem Verkehr in Zürich bleiben Unfälle ja nicht aus und da hier vor meinem Fenster sich der Verkehr halb Zürichs abspielt, muss es ja so kommen. Es hupt auch ständig, man hat wirklich den Eindruck da man nicht rasen kann, hier, wird eben gehupt wie blöd und bei dem geschätzten Ausländeranteil von knapp 40%, jede Menge Mittelmeerbewohner mit südländischem Temperament, geht das eben nicht so gesittet-schweizerisch ab, hier. (Ich warte auch immer auf den “Gegenhuper”, denn der Angehupte revanchiert sich zu 50 % mit einem “Das-lasse-ich-mir-nicht-bieten-Rückhuper”) Ich bin übrigens heute an einem Punkt der Stadt gewesen, wo es noch lauter als vor meinem Fenster ist, nämlich auf der Hardtbrücke im Bushäuschen, das als Schalltrichter wirkt. Hauptverkehrsstraße, Bahn- und S-Bahnverkehr und Baustelle, die die Brücke zum Vibrieren bringt. Aber auch da gibt´s Leben, Tauben, nämlich!

Der Blick aus meinem Fenster sagt alles

Apropos, es geht hier im Parlament gerade um ein Verbot benzinbetriebener Laubbläser und wie zu erwarten, gibt es eine starke Stimmung dafür, dass das Ganze einfach lächerlich sei, “ich habe Wichtigeres zu tun, gerade haben wir Sitzung wegen der Finanzkrise, blabla, und da “chomme” die mit den Laubbläsern…” Aber das ist es ja, das Thema ist gewiss und wahrlich nicht neu und wie immer geht es um den Gegensatz Geld/Ökologie, also hier Lärmschutz, und, wie immer, wirtschaftliche Interessen gehen vor. Während ich das hier schreibe, auf dem Friedhof Sihlfeld, ein “Ort der Ruhe”, wo ich mich zurückzieh, weil es im Haus zu laut ist, dröhnt ein Benzin-Laubbläser irgendwo und hindert mich Ruhe zu finden. Solange die Profite letztendlich bei den Superreichen landen können wir doch nicht sagen, solange es der Wirtschaft dient, oder?

Das Flussbad in der Limmat ist einfach genial, es ist völlig frei und echt ein Erlebnis, ich geh ins Wasser und Moment mal, ich komm ja gar nicht vorwärts, der Fluss hat eine ordentliche Strömung an der Stelle! So kämpfe ich mich immerhin 150 Meter vorwärts, bevor ich umdrehe und es mich wie ein Kork zurücktreibt, wieder an die Leiter. Für alle, die ihre Leitern nicht schaffen hat es am Ende noch ein Gitter, das wie ein Sieb die ganzen Schwimmer zurückhält in die Nordsee, letztendlich, getrieben zu werden.

Die Tram ist lange nicht so vorbildlich abgesichert wie in Freiburg und sehr gewöhnungsbedürftig sind die doppelten Zebrastreifen mit der Tramspur dazwischen, denn hält das Auto, so hält die Straßenbahn, die gerade heranrast, aber nicht, und wenn man der rennend ausweicht, so erwischt einen dann die andere heranrasende Spur! Es hat eben nicht überall eine Fußgängerampel, die rot zeigt, wen sich eine Tram nähert, dass kann wirklich gefährlich werden, für den unbedarften Dütschen.

Von denen es hier wirklich wahnsinnig viele hat. Einer davon sprach mich an, an der Kreuzung, da würde sein Handy noch liegen, das ihm aus dem Auto gefallen sei! “Das gibt’s doch gar nicht” Tja, einer muss ja schließlich den Ausgleich haben für all das Pech was mir widerfährt oder nicht?

Bisweilen spannender als ein Computerspiel, wo man immer irgendwelche Sachen zu suchen hat, ist die Suche nach den 45 Zielen die man auswendig anfahren können muss. Erst heute habe ich endlich das letzte Hotel gefunden, was ich immer schon gesucht habe.

Es herscht Oohrnigg in d´r Schwiiz!

Samstag/Sonntag 28.8.09 ein denkwürdig besch… Wochenende

Nun, es war doch so heiß, nicht wahr? Und ich habe ja gesagt, ich quartierte meine Hasenplage auf den Balkon aus, nicht wahr? Und die armen Viecher waren einfach gründlich traumatisiert, erst der Umzug, dann der schreckliche Lärm und die Hitze hier, das war einfach zu viel für sie, sie lagen mehr oder weniger apathisch da und da der Balkon auch noch Südseite ist, waren dermaßen viele Schmeißfliegen da, die eben gewirkt hatten. Indem sie Eier legten. Und meine apathischen Viecher haben sie nicht, wie sonst immer recht zuverlässig heruntergeschleckt und als Proteinzufuhr behandelt, sondern die Maden konnten schlüpfen. So wurde das also mein Madenkampf-Wochenende…

Denn sind die Maden erst mal in den hintersten Hasenhautfalten angekommen, so kriegt sie auch das jüngste und fitteste Tier kaum noch aus eigener Kraft weg und meine Pelzer sind alle schon stolze 8 Jahre alt. Und diesmal hat es beide Großen erwischt, die noch nie Maden hatten, die das auch gar nicht gekannt habe und wo ich die eine in beinah krampfhaften Zuckungen sich winden sah, da wusste ich schon, was Sache ist. Nun war das leider auch genau der Zeitpunkt wo mir komplett das Geld ausgegangen war und so, ich, Pinzette geschnappt und auf in den Kampf, Maden klauben.

Lieber Leser, ich glaube seinen Hasen die Maden vom Arsch zu klauben ist so ungefähr das Schlimmste was einem passieren kann, ich kann nur sagen, es macht einen so richtig demütig, so nach dem Motto, solange man so etwas nicht machen muss, kann es einem so schlecht doch eigentlich gar nicht gehn.

Mit der Linken halte ich sie also, weil sie von alleine nicht auf dem Rücken liegen können und mit der Rechten klaube ich meinen Hasen die Maden vom Arsch, das muss man sich mal vorstellen! Der Tierarzt hat dann ein Gefäß mit Lösung in das er die Brut tut, denn sonst krabbeln sie herum, hier muss es das fließende Wasser tun. Licht habe ich auch nur Schlechtes und meine Lesebrille, die ich noch vor einem Jahr verschrieben bekam, tut es auch nicht mehr so richtig. Ich forste also und wühle, zwinkernd und den Kopf auf Abstand halten und suche in Hautfalten und finde immer wieder neue Nester. Ah ja, da wimmelt es wieder, so etwa derselbe lustvolle Ekel wie wenn man Mitesser ausdrückt, diese grimmige Befriedung gleich zwei oder drei auf einmal mit der Pinzette zu erwischen und alles sauber ausgeräumt zu haben. Dann eine Schicht tiefer, es ist wie beim Präparieren, da bin ich ja nicht unbeleckt, wenn man erst mal an Leichen herumgeschnippelt hat, als angehender Mediziner, dann ekelt man sich natürlich nicht mehr ganz so schnell, und wieder fündig, alles voll! Lecker! Und immer tiefer bohren und tiefer, suchen, fassen, das Tier hält geduldig still, meine Hasen haben ein Vertrauen zu mir, das ist sagenhaft, aber sie spüren, dass sich was regt und nagt und sie spüren, dass ich das entferne.

Dann den Hasen absetzen, beobachten. Nein, er hat noch immer keine Ruhe, also wieder schnappen, neue Nester finden. Bei dem einen komme ich gut durch, er ist bald ruhig, bei der anderen muss ich immer wieder ran und sie gibt immer noch keine Ruhe.

Doch zwischenrein muss Jod besorgt werden, ich hatte doch mit genommen, suchen, nicht finden, ich eile zur Apotheke, die letzten 10 Franken, dann daheim finde ich sie im Bad. Lieber Gott, wieso strafst du mich so sehr.

Die Nacht schlafe ich so gut wie nicht, die Eine hat noch immer keine Ruhe und da gibt es ja noch die Körperöffnungen und wenn da eine Made hinein ist, gibt es nur noch die Spritze, die Beerdigung und na ja, dann kann man sie ja gleich drin lassen.

Am nächsten Tag, Madensuche. Neues Licht, neue Kraft, altes Spiel, da sind ja noch welche! Und da sind auch noch! 99 bunte Luftballons… 99 Maden, so schätze ich mal, polke ich aus meinen beiden Hasen, bis sich Alpträume davon bekomme, es zuckt, es wimmelt, ein letzter Versuch noch, zwei sehe ich noch, aber ach, dem armen geplagtem Vieh geht so langsam die Geduld aus, sie hält nicht mehr still. Ein letztes Jodbad, eine Made treibt in der Brühe, aber waren da nicht zwei?

Dann, die Beobachtung – sie hält noch immer nicht still. Sie hält noch immer nicht still. Was tun. Ich kann die Verantwortung nicht mehr länger tragen, wir beide, Hase und ich, sind am Ende mit unseren Nerven und der Geduld, ich muss doch noch in die Klinik mit dem Tier, obwohl ich nur noch 2.20 Franken habe, das reicht nicht mal mehr für das Tram.

Natürlich ist Sonntag, solche Sachen passieren immer sonntags, wenn Gott einen strafen will. Ich geh runter, zu einem unserer Taxis und frage nach einem Schlüssel, schildere das Problem. Der Kollege hilft mir, er hat selber mal 20 Jahre Hasen gehabt, er zückt zudem einen 20-Franken-Schein

“Das nützt mir nichts”, sage ich, dankbar zwar, aber ich kann damit den Tierarzt nicht bezahlen und ich kriege ja ein Taxi, brauche also kein Geld. (Außerdem war das ja Teil meiner “Strafe”, wie man noch sehen wird.)

Ich fahre in die Uniklinik. Der Tierarzt ist aus Deutschland, er versorgt beide Hasen und findet eine Made. Er findet eine Made. Er findet eine Made! Lieber Gott, wieso strafst du mich so hart, ich klaube 99 Maden vom Arsch meiner Hasen, zwei Tage lang, kämpfe wie ein Löwe und wegen nur noch einer einzigen muss ich doch noch in die Klinik! Muss ich doch noch 160 Franken zahlen, da 120 Franken Notfalltaxe, wir sind hier nicht in einem Billigland, sondern in der Schweiz. Wenigstens macht er mir die Rechnung sehr billig, der nette Tierarzt aus Deutschland, da ich natürlich darauf hinweise, unauffällig, dass ich ja zuerst nicht gekommen bin, weil ich gar kein Geld habe. Daheim wird das Tier beobachtet. Aber sie hat endlich Ruhe. (Eine Made!)

Montagmorgen geht es den Hasen leidlich gut. Aber sie habe alle Verstopfung, da mir auch das Hasenfutter ausgegangen ist. Ich kriege Paranoia. Sie haben Verstopfung weil sie kein gescheites Futter haben und ich habe kein Geld es zu kaufen (außerdem nichts zu frühstücken, aber gut.) Mir fällt der Kollege wieder ein, der mir einen Zwanziger entgegengestreckt hat und ich Schafskopf habe ihn nicht angenommen.

Ich gehe runter zur Firma und, meine Hasen leiden Not, erniedrige mich dort um Geld zu betteln. Zuerst beim Chef, ich bettel also den Chef um Geld an, für den ich noch gar nicht fahre, zum einen. Nein, er kann mir keins geben, tut ihm Leid, aber es sei ihm verboten, ich soll doch den Schulleiter fragen. Ich soll doch den Schulleiter fragen – der mich doch erst angeschrien hatte, weil ich mit ihm wegen Geld herumdiskutiert hatte. Super. Aber wie es in solchen Momenten eben ist, wo der Teufel seine Hand im Spiel hat, ich bin fix und fertig und alle und kaputt und habe kaum gepennt, die Sorgen, der Lärm, der Stress, ich folge dem suggestiven Zwang dieses Vorschlags und gehe, ohne weiter nachzudenken, (ich meine, bettel doch lieber irgendjemanden auf der Straße an) und frage den Schulleiter. Der Schulleiter macht seinem Ärger Luft. Ich habe Hunger und nur noch Olivenöl zu Hause, meine Hasen haben Hunger und sind krank, ich habe in den letzten sieben Jahren gelernt zu überleben und zu wissen, wann man stolz sein kann und wann man seinen Stolz vergessen muss und wann man kämpfen, betteln, um nicht stehlen zu müssen. Weil ich gelernt habe, dass man Hilfe nur bekommt wenn man nicht zu stolz ist um danach zu fragen, es kommt keiner auf einen zu und sagt, du sag mal, ich glaube, du brauchst Hilfe, hier ist mal was, frag mich um mehr, ich bettele um Geld wie ein Profi, ich merke ich habe eine zu lässige Körperhaltung eingenommen, am Türrahmen gelehnt, die Hand in der Tasche, he, was soll das ich mach hier Ausbildung bei euch, ich hab doch gesagt, es wird eng, glaubt ihr, ich zahl euch euren Scheiß, wenn ich verhungert bin? Ich geh weg vom Türrahmen, den Körper leicht vorgebeugt, die Hände zusammen und vor dem Körper, na bitte, 20 Franken, das kann man ihm doch geben.

“Man meint ja, Deutschland ist völlig verarmt”, sagte mir der Schulleiter vor einer Weile, keiner hat da mehr Geld. Ta, wir hatten ja Wiedervereinigung und 20 Jahre Umverteilung, von unten nach oben, unter Kohl, nicht wahr, das war ja ein Mann der Industrie, der hat ja gewusst, was er für die Bosse zu tun hat, das merkelt man, äh, merkt man. Ich krieg das Geld und geh einkaufen, ein paar Sachen, 19.60 Franken.

Am Abend geh ich noch Schwimmen, es ist ein herrlicher Tag, dem Wetter nach, ich klaube noch 90 Rappen aus dem Hosensack. “Was kriegt man noch für 90 Rappen?”, frage ich in einer Bäckerei, weil ich schon eine Weile gelaufen bin und vor dem Schwimmen noch etwas essen will. “Nichts.” Antwortet mir die Verkäuferin herzig. “Nichts?” “Nichts.” “Na gut”, sage ich und geh in den Denner etwas zu kaufen, was genau 90 Rappen kostet, einen Schokodrink.

Meine vier Hasen in der Küche in Zürich, Ende 2009.

Am nächsten Morgen werde ich zusammengeschissen, weil ich die Hasen in der Küche habe, so geht das nicht. Oh Herr, wieso strafst du mich so hart. Siehe, oh Herr, ich hadere mit dir, öffentlich auf meiner Webseite. Ich habe sieben Jahre hinter mir, die unterm Strich nicht immer angenehm waren, ja manchmal richtig zum Kotzen, wieso strafst du mich nun weiter so hart? Siehe, oh Herr, du schicktest mir bereits alle Plagen und ich nahm die ohne allzu großem Murren, alle Plagen, außer Heuschrecken. Wie wär´s denn nun mal mit Heuschrecken, oh Herr, Maden schicktest du mit bereits, in biblischer Zahl, oh ja, oh Herr, aber keine Heuschrecken, Hasenschnecken, ja, auch das, und wahrlich wie litt ich unter dieser Plage und wahrlich ich tue es immer noch, aber Heuschrecken…? Heuschrecken, noch nicht.

Ist es denn nun wegen Hasenschnecke, das ich so sehr büßen muss? Aber nein, meine Strafe fing ja mit dem Schreiben an, vor sieben Jahren (auch wieder eine biblische Zahl, sicher geht es jetzt aufwärts, endlich, die verfluchten sieben Jahre) also was ist es dann, bin ich zu großkotzig? Aber ich war doch immer bescheiden und ich habe gelernt, dass dann keiner Notiz von einem nimmt? Bin ich zu anmaßend, “vom Taxifahrer zum Millionär?”

Aber das ist doch gar nicht so gemeint mit der Million, wofür brauch ich das ganze Geld, solange es auch nur einen einzigen Menschen auf der Welt gibt, der so verarmt ist, das er selber seinen Hasen die Maden vom Arsch klauben muss, weil er das Geld für den Tierarzt nicht hat, lieber Gott, wie kann ich da auf einer Million hocken und tatenlos zuschauen!? Aber diese Erkenntnis, lieber Gott, die ist eigentlich gar nicht neu. Aber vielleicht muss man sie einfach von Zeit zu Zeit wieder aufgefrischt werden. Also, lieber Gott, ich will nicht mehr länger hadern mit dir. Solange es auch nur einen einzigen Menschen auf der Welt gibt, der so verarmt ist, das er selber seinen Hasen die Maden vom Arsch klauben muss, weil er das Geld für den Tierarzt nicht hat, solange, lieber Gott, das schwöre ich, werde ich nicht auf einer Million hocken und tatenlos zuschauen!

Witzige Architektur

Samstag, 29.8.09

Eine Stunde Schlaf fehlt mir wegen Technomusik nachts um drei im Haus, aber sonst geht es.

Das Nachtleben ist ohnehin groß angesagt in Zürich, die Taxis von der Firma hier bei der ich die Ausbildung mache stehen tags öfter als nachts, weil da sehr viel los ist. Die ganzen Bars hier, nachts, aber auch tags findet man in den Wohnvierteln hier viele ruhige Plätze mit urigen Kneipen und Cafés, wo man auch draußen sitzen kann.

Ich bekomme den Tipp, dass man hier fürs Landtaxi keine Ortskundeprüfung bräuchte. In Grindelwald, jedoch, ein kleiner Ort mit vielleicht ständigen 20000 Einwohnern, braucht man sie, ich habe ja angerufen und gefragt. Ich möchte aber den Schein in drei weiteren Wochen schaffen, was zwar eine Tortur wird, aber ich habe die Fähigkeit mich für eine gewisse Zeit zu quälen und mit etwas Glück krieg ich dann auch einen früheren Termin.

Der Schweizer ist bekanntermaßen nett, der Zürcher ist es bekanntermaßen nicht. Die Leute sind eben alle wegen dem Geld hier, vom Broker bis zur Putzfrau, sie suchen noch ihr Glück, haben es noch nicht gefunden wie nette Menschen, die auch geben können oder verzichten. Hupt da einer wieder, ruf ich ihn an, er hat das Fenster offen, ob er denn denke es geht auch nur ein bisschen schneller dadurch, alle müssen ja warten, da zeigt der mir den Finger! Tja, hab ich eben Material zum Schreiben. Aber wisset, ihr Zürcher, ich bin schnell gekränkt und wenn ihr nicht nett seid zu mir, so bin ich bald wieder weg. Sobald ich die dringenden Schulden weg habe und mir den Weg nach Genf finanzieren kann. Wobei, den Weg dorthin habe ich mir ja schon geebnet, ich habe schon Ausländerausweis, Führerausweis und dann den Schweizer Taxischein, ich bräuchte dann nur noch die Genfer Ortskunde und die ist nicht so schwer wie hier.

Das Eden au lac, eines der Ziele die auswendig gewusst werden müssen.

Freitag, 28.8.09

Heute habe ich gut geschlafen, die Hasen sind draußen und ich kann das Fenster zu machen, es kühlt ja abends schneller ab. Aber sie tun mir wirklich Leid. Die Kleine sowieso, ihr Auge ist chronisch entzündet und ich habe keine 150 Euro für eine Operation, kann auch niemanden dafür zur Kasse bitten. Aber sie ist so lieb, sie kommt immer und schleckt mich stundenlang.

Der Berner hat Zeit, heißt es (auch) in Deutschland, aber der Zürcher nicht, er will schnell reich werden und hupt und drängelt. Auch die Zebrastreifen sind nicht so verbindlich wie in Deutschland, liegt vielleicht an der gelben Markierung, die an Frankreich denken lässt, wo sich keiner daran hält.

Gestern habe ich sieben Franken in 2 Internetcafés verbraten, für nichts. Beide taugen nichts und ich konnte meine Sachen nicht aufladen. Im Letzten habe ich einen Wutanfall gekriegt, weil ich den Text schon beinah fertig aufgeladen hatte und im letzten Moment, ohne jede Warnung, schaltet sich das Gerät aus, alles futsch. Wütend schmeiße ich die Kappe vom USB-stick auf die Konsole und schreie: “das glaub ich nicht!” Ich ernte einige konsternierte Blicke, während ich aus dem Cafe stürme. Draußen schmeiße ich den Stadtplan von Zürich auf den Boden, viermal insgesamt und verfluche diese Stadt. (Konsternierte Blicke.)

Ein weiteres Ziel

Donnerstag 27.8.09

Heute ist die erste Nervenkrise fällig. Ich hab schon so viel und schonungslos gelernt, nur damit ich schnell fertig werde und alles was ich weiß, dass ich nichts weiß, Einbahnstraßen, die nicht auf dem Stadtplan eingezeichnet sind, die man aber wissen muss, Schweizer Pingeligkeit, meine Nerven! Das wird noch was geben mit dem Lernen hier.

Ich habe gestern meine Hasen auf den Balkon gemacht und sie scheinen es mitzumachen, lieber Gott, sie sind so genügsam und anspruchslos und so lieb, dass ich grad heulen könnte und ich mute ihnen so etwas zu, Arschlöcher, die hupen und drängeln, frisierte Roller und aufgemotzte Autos und Motorräder, die Kavalierstarts an der Ampel hinlegen… und dann auch noch Schafe, die auf dem Weg zum Weg zum Schlachthof sind und erbärmlich blöken, weil sie wissen, dass es ihnen jetzt an den Kragen geht – diese Welt ist so erbarmungslos… Habe bei der ARGE angerufen und da sind sie schon die bürokratischen Schwierigkeiten, die einen wahnsinnig machen können, zuerst sagten mir die Leute am Schalter, sie würden nichts mehr annehmen, weil es schon nach 12.00 war, ich soll es doch bei der Agentur am Schalter abgeben, der hat ja offiziell geöffnet. Doch hätte ich es lieber gleich in den Müll geworfen, denn obwohl drauf stand, dass es für die ARGE und nicht für die Agentur ist, kam das zuerst in ihre Kreise und war so nach einer Woche immer noch nicht zugestellt! Dann habe ich also alles nochmal kopiert am Tag vor meiner Abreise, nicht wahr, hab ja nichts anderes zu tun, und jetzt ruf ich an, den Antrag habe ich am 21ten Juli gestellt, sie bräuchten jetzt noch Nachweise, wann ich wie viel Vorschuss entnommen habe, Geld ist immer nichts da, nun warte ich auf die Überweisung vom Gerhard, habe hier gerade noch 8 Franken. Nachweise, wann ich wie viel Vorschuss entnommen habe!!! So eine verdammte Scheiße, Nachweise, wann ich wie viel Vorschuss entnommen habe, für was denn bitte schön, lieber Gott, diese paar erbärmlichen Kröten, die man als Taxifahrer sowieso nur verdient in Freiburg, ich könnte heulen und schreien am Telefon, könnte Blitze auf diese Bürokraten herabregnen lassen, aber ich beherrsche mich soweit, dass ich nur irgendwie erbärmlich-verzweifelt herumgreine, “was-was-was, wozu wollen Sie denn jetzt noch Nachweise, wann ich wie viel Vorschuss entnommen habe?”, noch nicht mal richtig heulen kann ich, würde denen doch jetzt zustehen oder, so eine richtige Verzweiflungsheulerei am Telefon, der Lärm, draußen, kein Geld, alle kann man anflehen und sich Wunder was anhören und dann kriegt man gerade so viel, dass es so reicht und nicht, dass man sich eine vernünftige Lösung für die Hasen einfallen lassen könnte, dann heißt es ja wieder selbstgemachte Probleme wegen seinen Hasen, ja, ich lass die aber nicht im Stich wie meine Mutter mich, mit sieben, und auch jetzt noch, alleine an ihrem Sarg hätte man genug einsparen können, ich muss immer an diese sechs großen prächtigen metallenen Griffe denken, die jetzt in der Erde liegen, meine Mutter hat zum Schluss noch 33 Kilo gewogen, zwei Kinder hätten sie beerdigen können, aber sechs metallene Griffe, Prunksucht bis zum Schluss und ich kann mir hier den Arsch aufreißen, aber selber schuld, warum hast du nicht vorgesorgt, bist doch wirklich jetzt alt genug. Herr Gott, ich könnte wirklich verzweifeln. Herr Gott, ich könnte wirklich verzweifeln! 5,5 Kilometer bin ich geschwommen, zum Schluss in Freiburg, jetzt habe ich gerade noch einen geschafft, so knapp ist mir die Luft wegen der Allergie auf die Hasen, aber selber Schuld nicht wahr? Warum habe ich sie denn, sie machen doch nur Probleme und mein Gott!

Urania

Mittwoch 26.8.09

“Dütsche” hat es hier sehr viele. Ich kriege die Unterhaltung zweier deutscher Mädels mit, wie sie von ihren Verehrern erzählen, der eine sagte, “kann ich deine Hand halten”. “Ich habe Probleme mit Nein sagen”, sagt die andere, “hat der meine Hand gegriffen, darf ich, fragt er, ich so, nene, läuft hier echt nicht und so.” Ja, ich weiß, meine “Datingshow”. Ich brauche aber nicht unbedingt noch Stress mit Mädels hier, ne Frau, die mir das Leben schwer macht hab ich schon.

Ein 23jähriger Todesschütze ist zu 17 Jahren ohne Bewährung verurteilt worden, er hat das “Pech” in die Schweizer Waffendiskussion hineinzugeraten, die Waffen werden eben nicht aufbewahrt, sondern Leute können solche Taten eben verüben in der Schweiz, das ist ein großes Problem hier und anstatt zu sagen, wir schließen die Waffen weg, Schluss damit, wird hier eben ein Exempel statuiert und mit aller Härte bestraft. Auffallend sind die vielen orthodoxen Juden hier, nun ist es ja auch in New York so, dass die Finanzwelt stark jüdisch geprägt ist. Man bekommt einen unmittelbaren Eindruck, wie sie das Leben in Deutschland vor der Nazibarbarei geprägt haben müssen, mit ihren Kaftanen, Haarlocken, Bärten und Hüten. Dennoch, orthodox ist mir immer suspekt, ob Juden, Moslems oder Christen.

Man hat den Schweizer Bundespräsidenten hier gescholten, weil er sich wie ein Schuljunge von Steinbrück hat vorführen lassen, das weckt Schweizer Komplexe.

Die ganze Welt liebt die Schweiz, so ein großer Zeitungsartikel hier. Aber hauptsächlich die Klischees würden halt Wirkung zeigen, ein kleiner herziger Alpenstaat, klein, aber fein, Neutralität, die Banken, Schokolade, die heile unverfälschte Bergwelt. Der süße Schweizer eben, der die Natur liebt, gerne für sich ist, aber auch durchaus ein wenig Geld im Sack hat. Ein wenig skurril, aber sympathisch eben. Vermisst hat der Artikel das Bewusstsein für direkte Demokratie, Einsatz für Menschenrechte und humanitäre Ziele der Schweiz, die das Ausland mehr würdigen sollte. Ich kann noch anfügen, das aus deutscher Sicht völlig übersteigerte Ordnungs- und Sicherheitsbedürfnis der Schweizer.

Nahtlos bringt mich das zum Thema Straßenverkehr in Zürich. In Brighton konnte man nirgends anhalten, weil in den kleinen verstopften Straßen sofort drei Autos hinter einem waren, in Zürich kann man auf völlig freien, breiten Straßen nirgends anhalten, weil es eben verboten ist, der Seitenstreifen ist fast überall Radweg. Und Polizei ist überall, wenn man im Halteverbot hält, dann garantiert genau vor der Nase eines Ordnungshüters. Dazu kommt eben ein geradezu orwellscher Geschwindigkeits- und Rotlichtsüberwachungsapparat, Kameras ÜBERALL. Und die Strafen sind ja bekannt hart, auch in Deutschland weiß man davon. Natürlich wurde ich, obwohl ich schon sooooo langsam gefahren bin, schon gleich am zweiten Tag Übungsfahren geblitzt, an der Ampel. Die ganze Zeit sinnierte ich darüber nach wie das kam, da die Ampel noch keine Spur von Rot hatte, ich hatte einfach wie ich es aus Deutschland noch gewohnt bin bei Orange noch mal aufs Gas gedappt, um “die Ampel zu schaffen”. Aber der Ampelblitz hier misst ja auch die Geschwindigkeit! Und da war ich sicher über 50, zwar nur ganz, ganz kurz, aber das juckt ja nicht. Es gibt in Zürich nur zwei Möglichkeiten zu fahren, sagte mir der Chef, Zone 30 Tempo 30, und ansonsten Tempo 50. Ansonsten wird man seines Lebens nicht mehr froh als Taxifahrer hier.

Ich laufe abends durch den HBF durch, stelle mir vor, wie es jetzt wäre den Zug nach Freiburg zurück zu besteigen oder aber zurück in meine Abgaskämenate. Nein, ich bleibe lieber hier, meine Sehnsucht nach “Belle Watling” hält sich in Grenzen, ich bin hier angekommen. Indes, ich habe heute eine Testfahrt mitgemacht, mit zwei anderen zusammen, es wird sicher nicht einfach!

Ich habe nur prinzipiell Vorbehalte gegen Osteuropäer, hindert mich aber nicht im Einzelnen gut mit ihnen auszukommen, hier wohnt auch noch ein Russlanddeutscher, der aber sehr nett, herzlich und hilfsbereit ist.

Dienstag, 25.8.09

Die Wohnung, (Straße und Hasen) hat meine Nerven zu feinem Pulver zerrieben. Nun habe ich keine mehr, bin also der Mann ohne Nerven. (Cool dude) Habe mich gestern und heute extrem viel in der Stadt herumgetrieben und gelernt. Wirklich schlimm hier sind die vielen Einbahnstraßen, die auf dem Stadtplan gar nicht eingezeichnet sind. Aber dennoch liege ich gut im Plan, werde versuchen die Prüfung nach vorne zu verschieben. Morgen gibt es wieder viele kommentierte Fotos, muss sie heute erst bearbeiten

Montag, 24.8.09

Die UBS Bank. Wo steht hier etwas von Bank, fragt sich der dumme Deutsche. (2011: Kaum zu glauben, aber so war das!)

Zürich-Impressionen

Die Langstrasse in ihrer diskreten Verschlamptheit

Haus mit Uhr

Springen von der Kornhausbrücke

Das Flussbad in der Limmat, mit Schwimmer

Die Zürcher Polizei kontrolliert auch im Wasser den Verkehr

Heute bin ich das erste Mal mit einem Zürcher Taxi durch die Stadt gefahren, übungshalber, ich habe eins geliehen bekommen. (In Brighton wäre das nicht möglich gewesen, man darf ohne den Schein nicht mit dem Taxi fahren, nicht einmal ohne Fahrgast).

Sonntag, 23.8.09

Bin ich nicht der glücklichste aller Hurensöhne? Die Finanzierung scheint gesichert, nicht zuletzt auch dank meinem guten Freund und Gönner Gerhard, und ich habe den Schritt gemacht von der verschlafenen Provinzstadt Freiburg über die englische Randalestadt Brighton, hinein in die kleinste Weltstadt, Zürich! Na, wie habe ich das gemacht? Nun bin ich hier, in der reichsten Stadt in einem der reichsten Länder der Welt, die Stadt mit der anerkannt höchsten Lebensqualität der Welt, oder jedenfalls eine davon, und alles was mich das Zürich-Ticket kostet ist der Taxischein.

Samstag, 22.8.09

Schwierigkeiten beim Grenzübertritt gab es diesmal, vergleiche England, keine. Erlaubt sind zwar nur drei, anstatt vier Hasen, aber sie haben uns in Basel nur durch gewunken. Jedoch das Zimmer wird der Härtetest, da es sehr laut ist und ich nicht so die Möglichkeit für die Hasenunterbringung habe, wie in England, wo es immer einen Garten gab und auf den Balkon… ich weiß nicht, erscheint mir zu grausam hier, da Lärm. Leider bin ich ja leicht allergisch gegen die Viecher, es wird also nicht leicht. Ich habe jetzt gestern und heute mich noch einmal im Groben in der Stadt kundig gemacht, mit einer Tageskarte Verkehrsnetz, was in Zürich wirklich beispielhaft ist! Nur dumm, wenn aus der Straßenbahn plötzlich eine U-Bahn wird, denn dann kann man nix sehen! Ab morgen werde ich wieder Stadtplantheorie machen. Geh ich doch in die USB-Bank und frage die ob die wirklich eine Bank sind, ich mein, als Deutscher, woher soll ich das wissen, und da steht nur USB draußen, nix von Bank. Grinst die nur und sagt wissen Sie das wirklich nicht, wir sind doch gerade in allen Medien und der Steinbrück und so… Und in der Tat, seh ich gleich danach in der Zeitung, das sind ja doch die bösen Buben, die jetzt gezwungen wurden 500 Konten oder so aufzudecken, damit es nicht die geforderten 50000 werden! Ja, was wird denn aus dem Reichtum Zürichs, wenn es keine Schwarzkohle mehr bekommt? Ohnehin, die Schweiz hinke etwas nach, gegenüber D. in der wirtschaftlichen Erholung, da es hier keine Konjunkturprogramme gab. Ja, Spitze, erst der Wirtschaftsflop in England, jetzt mit der Schweiz, oder was? “I brought you the recession”, sagte ich dort immer. Dennoch, Zürich und Genf, die Städte mit den Spitzeneinkommen, if I can’t make it here, I can’t make it…

Baustelle Börse

Fragen mich zwei Deutsche heut nach dem Weg, sag ich warum suchen Sie sich denn gleich den zweiten verpeilten Deutschen hier aus? Aber ich hatte ja einen Stadtplan… Deutsche hat es hier sehr viel. Ohnehin ist Zürich eine der internationalsten Städte, die ich kenne, hält mit Brighton mit. Aber auch recht groß und verwinkelt, ich glaube kaum, dass ich nach einem halben Jahr schon nach Genf weiter ziehe, das wird gar nicht zu schaffen sein, ich plane doch mal lieber ein ganzes Jahr für Zürich.

Die Schweizer haben wirklich einen Waffentick, ein Schießstand an jeder Ecke, peng, und man hört es von den Bergen widerhallen. An der Straßenbahnendhalte hängt ein Schild, “schiesspflichtig” sind folgende Personen…

Ich habe auch noch nie so martialische Polizistinnen wie in der Schweiz gesehen, alles gesunde, blonde Bergmaidlis… aber auch ein Schild, 60 % der Schweizerinnen wählen noch so wie vor 89 Jahren, als es noch kein Frauenwahlrecht gab in der Schweiz, nämlich gar nicht!

Mein bester Freund

In den “Alpentälern” halten sich Traditionen eben länger, es gibt auch kein Rauchverbot hier, kein striktes wie in England und auch kein eher weiches wie in Deutschland, hier wird noch gequalmt was das Zeug hält. Wird man in England mit bis zu £ 2000 gestraft unternimmt man nichts im Taxi einen Fahrgast vom Rauchen abzuhalten, darf man hier mit Einverständnis des Fahrgasts selber rauchen.

“Sunscht no öppis?”, fragt mich ein Verkäufer, als ich einen Adapter für den deutschen Stromstecker kaufe, “äh, ich meine, sonst noch etwas?” “Nein, nein”, grinse ich, “ich muss jetzt Schwiizerdütsch lernen, keine Gnade mit mir!” Und ich zeige ihm meinen Schweizer Führerausweis, “hier, ich bin schon ein halber Schweizer.” Ich hab mich auch zudem ziemlich an den Slang hier gewöhnt, höre Hochdeutsch gar nicht mehr gerne.

Vor dem Haus hat es eine Telefonzelle, in der Musik angeht, wenn man sie betritt!

Freitag, 21.8.09

Was auffällt hier: Meine Freunde die Osteuropäer sind auch schon da. Halb Zürich ist ein Rotlichtbezirk (besonders auffällig von Brighton kommend, wo es das gar nicht gab). Ganz Zürich ist eine Baustelle. Ansonsten es geht alles seinen Gang. Kein Geld, viel Arbeit. Wie gehabt, eben. (Nur sprechen die Leute hier so komisch.) Für meine Schwimmrekorde habe ich ja jetzt den Zürichsee, nur ist der sehr befahren mit Motorbooten, es ist also nicht zu raten die Badebezirke zu verlassen.

Donnerstag, 20.8.09

Kleine Flaggenparade, die Nationalhymnen muss man sich eben denken, äh, die deutsche wird eingeholt und die Schweizer gehisst, nicht wahr….

Also, bin erfolgreich hier in Zürich angekommen, allerdings wohne ich nicht an der Zürcher Goldküste, sondern da wo eben „arme deutsche Arbeitsemigranten“ wohnen, nämlich an einer Durchgangsstraße, die wirklich tierisch laut ist und auch nachts ständig LKWs durchheizen. Zudem hat es, Zürich, natürlich auch eine Straßenbahn davor und die wollen ja auch mal nachts Gleise polieren, nicht wahr, so halt zur Begrüßung. Gähn, bin müde, habe schlecht geschlafen. (Ach nee.) Einen Prüfungstermin habe ich erst für Anfang November, aber es sagen immer einige ab, so dass ich gute Chancen habe vorher dranzukommen.

Sonntag, 16.8.09

Freitag, 14.8.09

Kann sein, dass ich das Ergebnis erst Montag erfahre!

Gerade Zeuge einer hässlichen Szene im Internetcafé geworden, jemand hatte eine ganz üble Lautstärke drauf, worauf ein anderer total und vollkommen ausgeflippt ist und halb tätlich geworden ist. Der Leistungsdruck, er wird immer mehr. In der Sache habe den Ausflippenden aber gut verstehen können, der Andere war wirklich nur ein dummer lauter Bauer…

Gestern ohne Probleme dreimal die Seelänge auf- und abgeschwommen, absoluter “Lebensrekord”, d.h. ich bin noch nie in meinem Leben eine so lange Strecke, zirka 3600 Meter in einem See geschwommen! Dafür habe ich mir auch einen Sonnenbrand eingehandelt, da Wasserreflektion. Und an allen Körperhaaren klebten Algen! Als ich nackt rauskam und mich abtrocknete, saßen da direkt drei junge Mädels, die pfiffen und sagten, “ahhh, der ist ja soo süß!” Und, “komm doch her!”(Aber sie meinten einen Hund, leider.) Ich werde so langsam wieder richtig fit und mein persönlicher Ehrgeiz ist es, auf die Fünfzig zugehend, zu zeigen, dass man seinen individuellen körperlichen Leistungshöhepunkt auch noch weit jenseits der Dreißig haben kann. Für unsere Ära der “nice-ager” (wo es in Amerika und Westeuropa ja kaum noch junge Menschen gibt) sicher mal ganz interessant. Natürlich gilt das nicht für Leute, die in jungen Jahren Leistungssport betrieben haben, aber sicher für Leseratten und solche, die ihre Jugend vergrübelt haben. Obwohl ich nie unsportlich war habe ich immer nur anfallsartig Sport betrieben, mit langen Phasen des Nichtstun zwischenrein und kam dementsprechend nie allzu weit, zumal musste ich schon mit 25 den Hallensport aufgeben, da Arthrose im rechten Sprunggelenk. Wenngleich es natürlich meinen bisherigen Leistungshöhepunkt von vor zehn Jahren erst einmal einzuholen gilt, an dem ich mal eben einen Ersten-Preis-ein-Mountainbike in einem sportlichem Wettbewerb gewinne und dies dann benutze um z.B. in einem Tag von Basel nach Freiburg zu fahren, über den Westweg, Blauen, Belchen, Feldberg, 120 Kilometer und knapp 3000 Höhenmeter. Zu der Zeit war es mir auch möglich wahlweise 30 Kilometer und 2000 Höhenmeter in nur sieben Stunden zu wandern oder drei Stunden zu Schwimmen oder 30 Massagen am Tag zu machen oder vier Stunden non-stop Bierkisten zu wuchten oder einen Achter am Dach zu klettern. Äh… das ist also eine recht hohe Messlatte, bereits. (Aber auch da wird mir sicher mein Größenwahn motivierend zur Seite stehen, nicht wahr?)

Mittwoch, 12.8.09

Joschka Fischer in Freiburg!!!! (Ich habe meine Spione eben überall) Ein ausländischer Kollege, mit dem ich befreundet bin, hat ihn gefahren und mir stolz ein Autogramm von ihm gezeigt. Es ist seine Unterschrift, so kann ich nur bestätigen, sogar die Anfangsbuchstaben schreibt er immer noch klein, ein Relikt aus seiner Spontizeit, habe ich mir sagen lassen. Er hat ihm auch von mir erzählt, wohl aber nicht von meinen großen Pläne und auch nicht, dass ich eine Webseite habe, über deren Besuch ich mich immer freue, besonders von Promis natürlich. Aber es gibt ja noch Google und vielleicht bringt ja Freiburg die Erinnerungen zurück? (Indes, sie ist ja völlig Hasenschneckenverseucht! “Ach Herrjeh, ich dachte”, so wird er sich wohl sagen, “der Lembke wär’n cooler Typ, dabei dackelt der so’ner Tussi hinterher, jetzt schon fast drei Jahre!” Aber ich habe halt nie deine Chuzpe gehabt, Joschi, und deine Ausstrahlung auf Frauen nicht, …

„Wie ich einmal Außenminister Joschka Fischer nicht beim Telefonieren stören wollte.“ Ich meine, selbst ich akzeptiere ja mithin widerstrebend gewisse Höflichkeitsformen und es gehört sich einfach nicht jemanden beim Telefonieren zu stören, selbst wenn es nur der Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland ist. Er stand also da, bei seinem letzten offiziellen Besuch in Freiburg vor einem Jahr, (Gott, da war doch was, Wahlkampf und so? Gezerre und so… ach ja, Angela Merkel ist Kanzlerin, fast vergisst man das ja schon wieder), im Foyer vom Colombi-Hotel und telefonierte – und ich stand mit dem Taxi am betreffenden Stand, konnte ihn also die ganze Zeit beobachten. So einen Tag nach seinem Wahlkampfauftritt im Paulussaal konnte man schon meinen alles wäre schon wieder recht entspannt, niemand schirmte ihn mehr ab, Hotelgäste liefen ein und aus – ich hätte also auch bequem hineinspazieren könne und ihm jenes Buch unter die Nase halten könne, mit dem ich ihm vor zwei Jahren ja eine große Freude gemacht hatte als ich es ihm nach Berlin geschickt hatte. Wer weiß, vielleicht hätten wir nett geplaudert, vielleicht hätte ihn das ja auf die Idee gebracht mal wieder bei Elke Heidenreich Bücher zu empfehlen… es ist ja alles möglich. Wenn da nicht diese dumme gute Erziehung gewesen wäre von mir… So stand ich also da, er telefonierte, zwischenrein machte ich drei Fahrten mit Fahrgästen (!) kam aber immer wieder zum Colombi zurück – er stand immer noch im Foyer und telefonierte, (mein Gott, man könnte fast meinen, der Mann wäre irgendein wichtiger Mensch) anstatt dass er mal raus und zu seiner Limousine mit Berliner Kennzeichen ging, vor der sein Fahrer schon wartend stand. Und schon wieder stieg ein Fahrgast bei mir ein! (Natürlich bekam der gleich die ganze Geschichte zu hören) Schließlich und endlich verlor ich die Geduld, kränkelte sowieso etwas an diesem Tag, und fuhr gar nicht mehr zum Colombi zurück. Und so konnte also Außenminister Joschka Fischer in Ruhe fertig telefonieren.“

2017: ja, so war das damals, bitter lach

Wie ist es also nun gelaufen heute? Der Schweizer, er gilt als herzlich, aber auch als etwas engstirnig und pingelig (und schnell beleidigt) und das ist auch mein Eindruck bisher, im Positiven wie auch Negativen. So waren wir also alle vier Delinquenten versammelt, vor dem Taxi-Büro der Gewerbepolizei, Abteilung Bewilligungen, zwei Schweizer, ich und noch ein Ausländer, und während man in Deutschland im Amt einfach ignoriert würde, bekommt man hier von jedem freundlich ein “Gruezi mitenand”. Dann aber wurde es ganz streng, wie in der Schule, eine Stunde ging die Prüfung, schriftlich. Die beiden jungen Burschen gingen so zu Werke, aber die älteren Semester packten ihre Lesebrillen aus (wo ist die jungen hübsche Frau, die sie mir putzt und richtet?) Aber ich war als erstes fertig! Nur, wenn ich im ersten Teil auch nur eine einzige der 32 Fragen zu Krankenhäuser und Hotels nicht richtig habe, ist die Prüfung nicht bestanden, so souverän ich den Rest auch habe oder nicht. Wirklich sehr, sehr, sehr pingelig, ich meine, die haben doch nur eine Auswahl von vielleicht höchstens10% aller Kliniken und Absteigen in Zürich, und wer bestimmt denn überhaupt wer hier aufgenommen wird und wer nicht, und dann soll man das alles 100% auswendig wissen, das ist wirklich kleinlich. Nicht streng, aber kleinlich. England ist streng, aber auch schlampig, wer in Brighton bestanden hat, der kannte die Stadt, aber 80% reichten halt auch dafür. Ich habe jedenfalls ein gutes Gefühl, aber sicher weiß ich erst Bescheid in 2 Tagen.

Hier ist die schwierige Überhangroute mit den zwei Dächern, ich habe sie jetzt geschafft ohne Sehstörungen hinterher!!!

Montag, 10.08.09

Gewöhnungsbedürftig in der Schweiz sind Eidgenössische Soldaten, die in den Zügen ihre Waffen mittransportieren und deren Mündungen dann auf einen gerichtet sind. Hier bleibt es cool zu bleiben, okay, wird ja wohl nicht geladen sein und wenn es ja nun mal zur Verteidigung des Landes dient in dem man nun leben will… Die Schweiz ist jedenfalls stets für einen Angriff gerüstet!

Das merkt man auch bei Schweizer Taxischulleitern, die einen anscheinend gerne mal anschreien, wenn man sagt, dass man kein Geld hat und sie höflich darauf hinweist, dass sie ja einem ja einen Monat Extrazeit gekostet haben, mit verpeilten Auskünften. Ich verliere nun nicht gleich die Contenance wenn man mich anschreit, ich pflege diese Leute und besonders deren Anliegen dann einfach zu ignorieren. Ich habe ein Kaninchen, dass dringend eine Operation bräuchte für sein Auge und keiner zahlt mir das und ich habe jede Menge anderer Gläubiger, die auf ihr Geld warten, ohne zu schreien. Regulär hätte ich einen Prüfungstermin erst November bekommen, weil, wahrscheinlich durch die erhöhte Arbeitslosigkeit auch in der Schweiz sehr viele Prüfung machen wollen.

Sonntag, 9.8.09

Morgen also trete ich die fünfte Fahrt mit dem ICE nach Zürich an, der Führerschein wird dann bei der Polizeibehörde vorgezeigt und ich kann dort dann den Taxischein beantragen und mich zur ersten theoretischen Prüfung anmelden. Bei uns ist für alles das Amt für öffentliche Ordnung, Personenbeförderung, zuständig, in d’r Schwiiz ist die Polizei dafür zuständig.

Samstag, 8.8.09

Das Gequassel hier im Internetcafé geht mir tierisch auf den Sack!!!

Übelste Laune heute Morgen. Dieses Freiburger Sumpfwetter! Ich bin müde, fertig, kaputt und wenn ich nicht so kann wie ich will, werde ich unlaunig.

Freitag, 7.8.09

Bei so viel Christlichkeit beim Begräbnis meiner Mutter kommt sie trotz ihrer vielen Sünden sicher wohlbehalten in den Himmel und kann so gütig auf mich herunterlächelnd zuschauen wie ich weiter versuche das Geld für Zürich aufzutreiben. Die Finanzierung steht immer noch in den Sternen, ich hoffe auf ein Wunder. Der Führerschein ist jedenfalls fertig und wird mir zugeschickt.

Dienstag, 4.8.09

Ich habe seither nichts von der GEZ gehört, also entweder holen die erst ganz tief Luft oder ich habe die Auseinandersetzung gewonnen. Vorbehaltlich nehme ich also die Posts dazu runter, wie angekündigt, ich habe genügend Fronten und ich werde auch nicht in Triumphgeheul ausbrechen. Sollten sie aber wieder auf mich zugehen, geht der Kampf in die nächste Runde und dann wird aufgetrumpft!

Habe einen Taxifahrer beschimpft, weil er grundlos gehupt hat. Ich lief da lang und machte ihn dann ganz schön zur Sau. “Ich bin auch Taxifahrer”, sagte ich, als er noch frech rummoserte. “Jaja, jetzt hau ab.” “So eine Scheiße brauchen wir nicht, ja!!!!” Er brachte mich echt zum laut werden, das A… Ein Ausländer, natürlich. Sorry, Leute, Basarmethoden, Unkollegialität, aggressives Verhalten, Frauen blöd anmachen, das kam, so wie das heute ist, alles erst mit euch, mit dem entsprechenden Imageschaden. Jajajaja, es gibt genug dumme Deutsche und nichts gegen Ausländer, das steht ja auf meiner Packungsbeilage. Aber sie habe eben Risiken und Nebenwirkungen.

Etwa insgesamt einen Monat Zeit habe ich verloren, weil die Leutchen in Zürich es nicht ganz so blicken. Zuerst hieß es, sie könnten den Führerschein für mich umtauschen, 10 Tage. Dann riet man mir, das Gesundheitszeugnis in Freiburg machen zu lassen, 10 Tage. Dann hieß es, der Taxischein Freiburg sei nicht wichtig, noch mal 10 Tage. Denn den musste ich den auch noch ans Strassenverkehrsamt schicken, denn sie brauchen ihn im Original. (Denn in der Schweiz ist der Taxischein auch auf dem Führerschein vermerkt, anders als in D.)

In jedem Fall, ich freue mich auf die Schweiz wie ein Schneekönig. Nein, halt, das sagt man nicht (my German is getting worse and worse). Man verwendet diesen Begriff (nein, man spricht hier nicht von Begriff, sondern besser von:) diese Redewendung nur, wenn man sich über etwas freut, was gerade eingetreten ist, “Er freute sich wie ein Schneekönig über seine Beförderung, die endlich nach zehn Jahren erfolgte”. Nein, ist auch nicht so gut. Diese Redewendung drückt ja eher etwas Überraschendes aus. “Er hatte, nach zehn Jahren, längst alle Hoffnung auf eine Beförderung aufgegeben. Als sie überraschend dann doch kam, freute er sich darüber wie ein Schneekönig!” (“To be happy as punch.”) Jedenfalls, ich bin so fucking happy, wenn ich endlich pronto in Zürich bin, comprende? Na also, meine Deutsche ist doch noch immer perfetto, n’est ce pas? Dann kann ich ja jetzt noch beruhigt einen Eintrag auf meiner englischen Webseite machen…

Montag, 3.8.09

Großes (provisorisches und noch unter striktem Vorbehalt) Lob für die ARGE Freiburg, nachdem ich dort schon die Horrorsachen erlebt habe, aber das war in der Zeit der Umstellung, glaube ich, die dann zur Satire „das galaktische Arbeitsamt“ geführt habe (siehe „42 ist die Antwort“, auf dieser Webseite). Man scheint tatsächlich in der Lage zu sein ein wenig individuell auf die Lage eines Menschen eingehen zu können, der nach bereits großer Eigeninitiative noch ein klein wenig Hilfe braucht. Alles andere kann ich mir wohl so langsam abschminken, glaube ich, nichts von der Presse und auch nichts von unserem OB. Und, he, soll ich jetzt auch noch sinnlose Email an Freiburger Firmen schicken? ich glaub, das schenke ich mir. Der Teufel scheißt immer auf einen Haufe und, ist der Haufen noch winzig, nimmt er ihn gar nicht war. Vom Taxifahrer zum Millionär, bin ich das einmal, gibt’s alle Staatsknete zurück. Zusätzlich werde ich unbekannte Künstler fördern, denn Leute, IMMER NUR RATTEN ZU FRESSEN, DASS SCHMECKT DANN IRGENDWANN NICHT MEHR. Die Erfahrung habe ich inzwischen gemacht.

Vom Douglas Adams Continuum habe ich mich verabschiedet, man scheint mir jedoch nicht hinterher zu heulen. Dieser Haufen Sektierer! Indes, vergessen wird man mich dort auch nicht! Vergisst man denn einen Elefanten im Porzellanladen, der irgendwann gesagt hat, ihr mögt mich hier nicht, leckt mich? Ach ja, der Lembke…

Sonntag, 2.8.09

Auf DAC geht es hoch her!

Samstag, 1.8.09

Ich gestehe hiermit ein heimliches Laster, liebe Millionen Fans! Ich gebe zu, ich habe damals Perry Rhodan gelesen, ja, richtig, diese bunten Heftchen am Kiosk, die Serie mit Suchtpotential. “Mit Perry Rhodan durchwandert er die Weiten des Weltalls, wohltuend weit weg von der Wirklichkeit” (Eigenzitat, aus Band 1) und ich habe noch die ersten 400 Bände, die ich mal vor 20 Jahren gebraucht gekauft habe im Keller liegen, weil… ich sie vielleicht einmal persiflieren will. Schließlich ist mir die Serie ja in die Wiege gelegt worden, sie erschien erstmalig in meinem Geburtsjahr, 1961! (Wieder mal einer der vielen kosmischen Zufälle, auf die ich mir was einbilden kann) Die “Tusnelda”, also, äh, meine ehemalige Lebensgefährtin, die es immerhin damals 9 Jahre mit mir ausgehalten hat, (oder umgekehrt) ist ja ein bisschen eine Ulknudel und sie sagte immer: “du immer, mit deinen Penis-Hoden-Heften…” und ich meine, recht hatte sie, hätte ich mich doch lieber mal ans Geldverdienen gemacht, dann hätte ich heute nicht 30000 Euro Schulden und Hasenschnecke hätte mich nicht verschmäht, oder? Aber jedenfalls, sie brachte mich so auf die Idee, die Serie zu persiflieren, “Perry Rhodan, der Erbe des Universums”, so hieß die Serie damals in ganzer Länge und ich wollte daraus ein: “Penys Hhodan, der Derbe des Universums” machen, so in dem Stil, dass der Held alles Heldische in ihm nur vorspielt und in Wirklichkeit total zynisch und abgebrüht ist und nur Frauen abschleppen will, nur so tut als bekämpfe er das Böse im All, aber eigentlich immer nur gerade durch schieren Zufall daran verhindert ist die Macht in ihm an sich zu reißen, brüllend komisch soll es sein, für alle die die Serie kennen. Und “Bully” ist dann selbstverständlich der tuntige “Schwulli”, der “Hhodan” immer erfolglos anmacht… hach, was kann man all diese bisweilen doch recht stereotypen Figuren im Rhodanversum nicht persiflieren! Aber ich muss mich ja als internationaler Taxifahrer abhampeln, um mir einen Namen zu verschaffen, grummel. Jedenfalls, ich lese natürlich den Jubiläumsband 2500, nachdem ich in der Zeitung lese, dass sie auch von einem Freiburger, dem Frank Borsch nämlich, geschrieben worden ist und da dachte ich mir, nicht faul, komm schreib dem Frank ’nen Leserbrief, wir habe ja einige Gemeinsamkeiten und ich freue mich, dass er ihn tatsächlich auf seiner Webseite veröffentlicht hat! http://blosse-worte.de Ich grüße dich hiermit noch mal, lieber Frank, wenn du das hier liest, vielleicht treffen wir uns ja mal auf ein Bierchen im Feierling…

Hier ist der Leserbrief: So öffnet sich also ein Fenster im All oder ein intergalaktischer Weltraumbahnhof – und heraus quellen die glubschäugigen Monster. Doch Perry Rhodan schießt nicht als erster, (“ab heute morgen, fünf Uhr, wird zurückgeschossen”) sondern lässt zurückschießen, denn so funktioniert die Logik der Serie. Kann man die Analogie fortführen und sagen, das tausendjährige Reich, nur irgendwie gut und gerecht, spukte doch noch irgendwie in den Autoren der ersten Generation fort und schuf das glanzvolle solare Imperium an seiner Statt, bis es mit dem Schwarm sein Ende fand, so muss man aber auch sagen, der nie-wieder-Krieg-Pazifismus der Kriegsheimkehrer, nachgefolgt von den blumenbewegten Siebzigern und ausklingend, den Achtzigern noch, fand dann schließlich sein jähes Ende! Denn die Neunziger sind da, Schluss mit der weichen Welle! “Die Cantaro– Die Rückkehr der Perry Rhodan Serie zu Härte, Spannung, Action…”, so verkündet groß eine Werbung im Heft. Oh ja, deutsche Jungs kämpfen und sterben in Afghanistan, die Serie spiegelt den Wandel in der Republik wider. Auch früher wurde geschossen und gestorben für Perry, für Terra und für den Frieden, aber so plastisch wie heute wurde das damals noch nicht beschrieben. “Sie zerplatzten nicht, sie wurden geradezu in Stücke gerissen…” Na ja, Sprache ist Wandel, so spricht der Frank auch von Equipment und von Chill-out, der Frank, (aus Freiburg, so wie ich ja auch), dem innerhalb des Rhodan-Rahmens von 30% Strahlerschüssen, geduckt hinter Konsolen abgegeben, überlasteten Schutzschirmen und zerbröselnden Robotern hier aber ein recht guter Jubiläumsband gelungen ist! Trotz des etwas strapazierten “Bericht Rhodan-”/“Bericht Atlan”-Schemas (wo man sich immer fragt wie denn die wahrlich ausgelasteten Actionhelden noch die Zeit für ausgefeilte Prosa finden, rekeln sie sich doch auch irgendwann mal nach den Schlachten mit grünäugigen Schönheiten) werden die Charaktere gelungen porträtiert, die Heldenpose auch mal unterhaltsam konterkariert. Sprachliche Feinheiten sind da, Augenzwinkerndes (so warum Bully immer die Mama spielen muss, die daheim auf die Kinder aufpassen muss, während Papa Perry auszieht, zu Himmelfahrtskommandos, von denen er aber schon Tausende überstanden hat) und ein gelungener Spannungsbogen. Indes, Frank, warum musste der sicher gefangene und zudem immens wertvolle Sinnafoch denn wieder ausbüxen? Ach ja, richtig, so steht es im Expose, er soll ja ein Antagonist Perrys werden, mit einem so richtig schönen Groll auf ihn, das soll ja dann auch 50 Hefte reichen? Ein gelungener Einstieg jedenfalls in einen neuen Zyklus, der Lust macht auf mehr. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Hyperimpedanzschock und den Frequenzfolgern? Da lässt ja einiges darauf schließen, auch wenn man so wie ich nicht mehr auf dem Laufenden ist. Es gibt ja genügend Redundanz für Neueinsteiger und immer noch die Lexika, wem der Umfang des Perryversums zum Nachholen schon zu groß geworden ist. Ich selber habe keine Zeit mehr zum Lesen, seit ich selber schreibe. Gerne würde ich auch einen Gastroman zur Serie beisteuern, es wäre mir eine große Ehre. Etwas Romantisches würde mir vorschweben, ein immer aktuelles Thema, das die Serie durchaus noch abrunden könnte. “Der große Held macht Ferien, irgendwann, irgendwo, in einem kleinen Ort, vielleicht in den Schweizer Alpen und trifft eine junge Frau. Ich kann mir vorstellen, dass einem Mann wie Rhodan keine Frau widerstehen kann, er muss also sehr oft in der Situation sein, der Abwehrende zu sein, verbietet natürlich auch sein Nimbus, so sehr er auch anzieht, eine selbstverständliche Annäherung. Man kann sich leicht vorstellen, dass Frauen sich ihm dann aber auf recht verschlungenen Pfaden nähern, eine gewogene Geste schon preisend, jederzeit von einer Ablehnung ausgehend. Die junge Frau erkennt ihn sofort, doch sie ist eine bodenständige Normalsterbliche und tut fortan, als würde sie ihn, der einfach nur mal abschalten und entspannen will, nicht kennen. Hat so ihre Liebe eine Chance?”

Freitag, 31.7.09

Die kleinste meiner Hasen muss die anderen immer ärgern. Sitzt das Alphaweibchen gemütlich im Häuschen und döst, kommt die Kleine dazu und muss ausgerechnet da anfangen zu scharren, so dass die andere ständig durchgeschüttelt wird, bis sie schließlich Platz macht. Mit Vorliebe kommt sie auch von hinten daher und zwickt den anderen in den Po…Ich hab mal so lachen müssen wie ich das von dem kleinen Tölpel (war das, glaub ich) gelesen habe, der immer getaucht ist um den stolzen Schwänen dann von unten in den Hintern zu zwicken. “Und dann taucht er wieder auf, klein schwarz und boshaft.” Ich hab auch was von dem kleinen Tölpel, seh ich etwas, was allzu stolz, erhaben und majestätisch daher schwebt, so muss ich es einfach in den Hintern zwicken. Und Hierarchien erkenne ich prinzipiell nur an, wenn sie es erlauben in Frage gestellt zu werden, solche, die auf Rechte Alteingessener pochen nicht. Und röhrende Platzhirsche ertrage ich schon gar nicht. Außer ich bin es selber der röhrt.

(Auf DAC (Douglas Adams Continuum) geht es wieder hoch her.)

So habe ich mir gestern einen Freieintritt im Internetcafé verschafft: Kommt ein umwerfend sexy Mädel draußen an uns (Männern) vorbei und schleckt an ihrem Eis, was mir ein “Boah!” entlockte, worauf alle lachen. Das war aber auch wie in einem von einem ausgefeiltem Regisseur erdachten Erotikclip, sie kommt ganz kurz ins Sichtfeld, macht schritt, schritt, schleck… und ist wieder verschwunden. Und beim Schlecken dreht sie noch den Kopf so her und streckt die Zunge noch extra weit raus! Uff.

“Gottes Wege sind unergründlich.” Sagte mal ein Typ in jenem Internetcafé als sein Kram auf einmal umfiel, den er schlecht aufeinandergestapelt hatte, worauf ich mich zu Tode erschrak. “Dann soll er mal besser auf seinen Kram aufpassen, der liebe Gott”, sagte ich daraufhin, genervt-schlagfertig. “Ach, da ist ja liebe Gott”, sagte ich dann zu dem Typ ein anderes Mal, als ich ihn erkannte. Aber, das muss man sich mal vorstellen, zuvor kam er mir irgendwie in die Quere, als ich mit dem Kugelschreiber was ausfüllen wollte, worauf der mir auf den Boden fiel. Ich konnte ihn zwar mit dem Fuß schnappen und verhindern, dass er die Treppe runter fiel, worauf sich aber daraufhin die Kappe löste – und diese fiel dann, hinunter. Und dass, wo dem Typ zuerst was runterfiel und dann die Liebe-Gott-Geschichte… “Mir passieren immer so Sachen”, sage ich zu ihm und wedele irgendwie kosmisch-bedeutungsvoll mit den Händen, “so kosmische Zusammenhänge und so.” He, wenn das das einzige Mal wäre, dass mir so was passiert, aber es passiert mir ja ständig! Genauso wie, dass der fleißigste, disziplinierteste und ehrgeizigste Mann der Welt, mit dem exakt genauen weiblichen Gegenteil seine Zeit verbringen muss. Ups, ich hatte mir doch ein Moserverbot auferlegt…

Donnerstag, 30.7.09

Der Tod ist gnädig, er kommt zu uns, wenn wir ihn brauchen. Wenn unsere körperliche Hülle so versehrt ist, dass sie nicht mehr in der Lage ist, das Leben in ihr zu beherbergen. Meine Mutter hat jetzt lang leiden müssen, es ist eine große Erleichterung, dass sie hat gehen können. Ich möchte wirklich kein einziges der Male missen, die ich bei ihr war in diesen Monaten, es hat uns beiden viel gegeben, aber es war sehr belastend. Wir alle haben schon über eine sehr lange Zeit Abschied nehmen können, ich bitte zu verstehen, dass ich nicht (und schon gar nicht hier öffentlich) eine Trauerphase einlege.

Marktplatz Freiburg, in genau dem Jahr in dem meine Mutter geboren wurde.

Eine Zeit in der aus Mädchen noch keine Luder und Zicken wurden

Was Papiere und Dokumente angeht bin ich ein hoffnungsloser Schlamper. Ich kriege schon Schweißausbrüche, wenn ich ein nur Formular auszufüllen habe! Inzwischen habe ich schon Papierkram aus drei Ländern daheim rumliegen und das ist erst der Anfang!

Habt ihr schon gewusst, man kann jeden Scheiß machen, wenn man es nur gescheit an den Mann bringt? Natürlich habt ihr das, sieht man ja überall, kriegt man ja überall bestätigt. Aber, mit das beste Beispiel dafür ist der Osterhase. Jedes Jahr zu Ostern gibt es ja die Frage, wie entstand denn eigentlich die Mär vom Osterhasen? Sehr wahrscheinlich, so sagt ein Professor der Volkskunde, war es ja ein missratenes Lamm aus Teig, das einem Hasen gleichsah. Und der Typ (oder wohl eher Typin) verkündete dann mit Verve, (“enervierender Verve”), “hach!” (Hach, ist weiblich, wird dann ja wahrscheinlich schon eine Typin gewesen sein) “Das sieht doch auch schön aus, isch halt koin Oschterlamm (ich schreibe der Typin einfach mal einen süddeutschen Akzent zu) sondern a Oschterhas!” Und alle lachen herzlich und so entstand die Mär vom Osterhasen. (Und da man so richtig dreist sein muss um einen neuen Trend durchzusetzen wurde dann eben noch gleich mitverzapft, dass der Eier legt…)

Rhett Lembke zählt die Tage bis Zürich. Ich habe mir ja ein Moserverbot über sie auferlegt, aber Belle hat ihm heute einen völlig ungenießbaren Apfelstrudel vorgesetzt und den Teig, der noch nicht gar war, dreist als “ist doch gar” bezeichnet. Hinterher gab sie aber immerhin zu, dass wenn auf der Packung 35 Minuten bei vorgeheiztem Ofen steht, es ganz gut wäre, wenn man sich auch daran hält – denn so kommen die 15 Minuten fehlende Garzeit ja eben zustande, grrr. Das war einfach zu viel!

Gestern war der Flückiger endlich warm genug und ich bin erstmals seit langer Zeit die Länge zweimal auf und abgeschwommen, etwa 2500 Meter, zusammen. Ich habe zwei Möglichkeiten mit Frust umzugehen, mich hängen zu lassen und dazu exzessiv zu fressen oder exzessiv Sport zu betreiben, beide Varianten habe ich schon zur Genüge durchexerziert in meinem Leben. Und Frust habe ich genug zurzeit!

Mittwoch, 29.7.09

Gestern, gegen dreizehn Uhr hat meine Mutter diese Welt verlassen. Die ihr Nahen und Lieben haben sich dann alle noch einmal ein letztes Mal um ihr Bett versammelt um von ihr Abschied zu nehmen. Auf dem Weg zu meiner toten Mutter strahlte mich ein süßes, kleines Mädchen an, es war vielleicht zwei Jahre und sagte: “Hallo!” Es war als ob mich das Leben selber anstrahlte und sagte, “hallo, ich bin ja noch da!” Ich danke dir, kleines Mädchen, auch dich werde ich für immer in lieber Erinnerung behalten.

Der Tod mahnt das Leben es nicht zu vertrödeln. Am Abend waren mein Bruder und ich noch klettern, wir Lembkes sind eine zähe Sorte. Und ich habe die sehr schwere Überhangroute mit den zwei Dächern zur Gänze geschafft, an der ich seit fast fünf Monaten herumgeschraubt habe. Vor dem Einschlafen dann aber hatte ich über eine Stunde Sehstörungen, eine leuchtende Spirale war in meinem rechten Sehfeld und so ein Flimmern, ob ich die Augen nun offen oder geschlossen hatte, (passiert mir schon mal in Dachrouten, der Kopf hängt eben nach unten.) Fuck off, leuchtende Spirale, und am nächsten Morgen war sie wieder weg.

Montag, 27.7.09

Ich habe heute auf dem Strassenverkehrsamt in Zürich angerufen, der Schweizer Führerschein ist unterwegs, ich kriege ihn vielleicht schon diese Woche an meine Zürcher Adresse geschickt. (Wie zu erwarten hat es länger gedauert, weil sie das deutsche Gesundheitszeugnis nicht routinemäßig anerkannt haben), auch verlief der Termin bei der ARGE heute recht positiv, es sieht gut aus dafür, dass sie mir die Übergangszeit finanzieren. Aber es kann ja immer noch etwas dazwischen kommen…

Alle Schweizer Maidlis, ich bin ein ganz liebes Bärli und ihr braucht nichts zu befürchten, ja!? (Bin nur falschbeschuldigt.) Ich bin sehr neugierig auf euch und freue mich sehr. Vielleicht ist ja doch ein herziges Maidli unter euch, das zu mir passt?

Samstag, 25.7.09

Noch immer nichts vom Führerschein in der Schweiz! Es war sicher ein Fehler das Gesundheitszeugnis in Deutschland zu machen. Man soll ja nicht glauben, wenn die eine sagt, das klappt, ja dann sagt der Vorgesetzte vielleicht doch, es klappt nicht. Und dann liegt der Antrag vielleicht erst mal irgendwo und der Sachbearbeiter ist krank. Na ja, wenn mir das Geld ausgeht kann ich mich ja immer noch bei Hasenschnecke und ihrem Freund ins Gräbele legen, er soll sich nicht so breit machen und ich bin immer bereit eine schöne Frau zu teilen. (Vielleicht gefällt es ihr ja auch.)

Hab ich über 5000 clicks auf meinem Post bei DAC (Douglas Adams Continuum) bekommen und nie gemerkt, dass der link auf meine Seite falsch war! Habe nun endlich Zeit, einen neuen Post zu schreiben, der dann zu meiner (englischen) Medienkampagne führen soll. Ich habe vor vielleicht Tausende von Emails zu schicken und sie, wenn jetzt im Herbst die Colferversion herauskommt, darauf aufmerksam zu machen, dass es bereits andere, sogenannte Fanversionen gibt, meine ist ja leider nur eine davon, wenn auch, so sage ich jedenfalls, die Beste. Ich werde Colfer in die Suppe spucken! Auch wenn, und das gebe ich freimütig zu, wir nur zwei Grabräuber sind, von denen der eine sagt, ich war zuerst da, also gehört die Beute mir und der andere, aber ich habe die offizielle Erlaubnis das Grab zu plündern, äh, ich meine, die Fortsetzung zu schreiben!

Der Meister hat jetzt endlich das erste von zwei Dächern innerhalb einer sehr schweren Überhangsroute geschafft, an der er vier Monate lang rumgeschraubt hat!

Dienstag, 21.7.09

Der “bald berühmteste lebende Freiburger” ist jetzt noch unter einem Taxifahrer, er hat heute einen Antrag auf ALG2 gestellt! Hach, und dieser vernichtende Blick der Sachbearbeiterin! Dieter Salomon in Amerika, die Medien ignorieren mich, weil ich als unbequem gelte, zum Firmen anschreiben bin ich erst gar nicht gekommen, wenn es in dieser Phase überhaupt etwas bringt – ja, da reiht man sich erst mal gesenkten Hauptes in die Schlange um Staatsknete ein…

Montag, 20.7.09

Der letzte August in England war so verregnet, das man eigentlich schon von Monsun sprechen konnte. Warten wir mal ab, wie’s hier wird.

Fahre jemanden, der mal in einer Kleinstadt Taxi gefahren ist und erzählte wie heimelig das immer war. Vielleicht sollte ich doch nicht nach Genf gehen anschließend, sondern in einen kleinen urigen Ort in der Westschweiz…

Nachdem ich am Oli von einem weiblichen Sherriff zum Langsamfahren ermahnt wurde (“im ersten Gang und Schritttempo”… im ersten Gang und Schritttempo geht’s vielleicht bei der Stadt zu, aber nicht wenn man auf Umsatz bezahlt wird und schlecht bezahlt wird) werde ich von einem weiblichem Sherriff geblitzt. (Ich habe es ja auch mit einer weiblichen Richter(in) zu tun, am Donnerstag. Ja, die Frauen heutzutage!) Ich steige aus und fange an zu jammern, sagt sie, dann soll ich eben mit angepasster Geschwindigkeit fahren! Ach, nee. Ich sag euch was, ich werde morgen mit angepasster Geschwindigkeit aufs Arbeitsamt gehen, denn die Firma Kern hat zu wenig Autos und zu viele Fahrer und so kommt mir die Kündigung gerade recht. Denn ich werde versuchen, den Monat, die ich für die praktische Prüfung in Zürich brauche mit ALG zu überbrücken, schließlich kriegen andere ja das Geld komplett über Ich-AG und die können sich dann Zeit lassen. Blitzer, Pöbler, Huper… leckt mich am … ! Wer in Freiburg Taxifahrer ist, ist selber schuld, so ist mein Fazit nach vier Monaten.

Fahre meinen ältesten Taxikunden in Freiburg, ich kenne ihn schon aus der Zeit, da ich hier Ende der Achtziger angefangen habe zu fahren. Er ist Dialysepatient und wirkt sehr geknickt.

Eine Sechzigjährige sagt, sie fühle sich nicht sicher im Parkhaus, als Frau. Äh, wieso als Frau, ich als Mann hätte auch Angst einer alten Hex wie dir alleine im Halbdunkeln zu begegnen! Glaub ich es denn!

Shit, habe ich doch den Mund so vollgenommen, so wegen “der vielleicht einmal weltweit berühmteste heute lebender Freiburger” und so (ja, ich weiß, ich weiß, ich bin nur beleidigt, weil keiner Notiz von mir nimmt, schmoll, schmoll) und da lese ich diese Notiz, shit! Wie komme ich denn gegen diesen Mann jemals an? Wer ihn damals erlebt hat, diese Power, dieses Timbre in der Stimme! Hach, wie klein fühlt man sich doch dagegen. Aber vielleicht stehe ich ja auch irgendwann mal an dem Eck, ich habe ja auch eine sonore Stimme: “kauft mir meine Bücher ab!” Palésieux wird mir später wieder begegnen, es liegt auf der Strecke Bern-Genf!

Der für mich “weltweit berühmteste heute lebende Freiburger” ist unser OB (und leider habe ich das Pech, dass er immer noch in den USA weilt und so nicht auf mein Schreiben antworten kann.) Im Gegensatz zu seinem Vorgänger versteht er zu regieren anstatt zu repräsentieren und so gut wie sich Ersterer in den badischen Speisen- und Weinkarten auskannte, kennt sich sein Nachfolger in der Politik aus. Und er schmeißt sich nicht so unangenehm an all die Hemdglunker hier in der Stadt ran wie sein Vorgänger! Großes Lob für unseren OB!

2017: hahahhahah!

Ich erhalte eine vielversprechende Einladung auf MySpace. 18:40 10K Poets (Poet Community) wants to be your friend!Hi – It would be an honor to add you as a Poet. We INVITE U 2 Come read on our 4 BTR Radio Shows: www. blogtalkradio. com/10kpoets. Generell komme ich international besser an als national oder regional. Liegt wohl an der Piefigkeit der Deutschen. Oder dass ich die Klappe zu weit aufreiße. Oder aber an dem Foto von „Zara gumtree“, das mir ein Internetschwindler geschickt hat und mir einen Haufen Klicks (ach nee, warum wohl) auf der englischen Seite beschert hat. Siehe direkt unten:

„Busen, Titten, Arsch… “ Ob ihr das hier findet, Jungs, oder doch eher niveauvolle Unterhaltung? Kommt ihr, äh, zufällig auf diese Seite, so schaut euch doch auch noch was anderes an als das hier! (2010: Das Foto dieser sexy Schnecke hat mir mal ein Spammer geschickt und es hat mir enorm viele Klicks auf Google image search gebracht, also aus sentimentalen Gründen belasse ich sie hier. Na ja, und weil sie ja auch ganz nett anzuschauen ist, oder?)

Freitag, 17.7.09

Erzähle Marco vom gestrigen Tag ohne Klimaanlage, “was, der berühmte internationale Taxifahrer hat eine Auto ohne Klimaanlage”, sagt er, verschmitzt. Und ich demonstriere wo „vom Taxifahrer zum Millionär“ anfängt, mit der Schuhspitze, als ich eine Kippe zertrete: ganz, ganz unten!!!!

Habe immer nette Gespräche mit Schweizern, freue mich sehr darauf in ihr Land zu kommen und sie kennen zu lernen!

Was ist denn mit meiner “Datingshow”? Na ja, habe ja gesagt, dass ich da erst mal nicht so viel Resonanz erwarte. Jedenfalls, wenn einer das raus hat, ließe sich da sehr viel machen vom Taxi aus, es laufen ja auch sehr viele Mädels am Taxi vorbei. Eine lächelt mich soo süss an und ich habe Mühe das Lächeln zu erwidern hat sie doch auch so schöne Angebote weiter südlich ihres Gesichtes. Ich schmelze dahin, jedenfalls… Aber hier, Handzettel raus, Datingshow-nummer bringen? Aber man hat ja auch noch was anderes zu tun, nicht wahr? Ein Mädel fahre ich dann jedenfalls, gebe ihr einen Handzettel und sage ihr ob sie Mut hat, ich hätte auch gerne eine Dating-show auf meiner Webseite. Wirft sie mir den Handzettel wieder hin und sagt: “das brauch ich nicht ich habe einen Freund!” Mädels, so geht das nicht! Habt ihr nie was von Knigge gehört? Wenn ein Mann genug Überwindung für eine Avance aufgebracht hat und glaubt mir, das braucht schon ein bisschen davon, so hat er es verdient nicht gleich angefaucht zu werden, wir sind doch hier nicht im Raubtierkäfig. Einfach nett Nein sagen oder wie hier, halt den Handzettel nehmen und Danke sagen, es stehen ja auch noch andere Dinge auf meiner Webseite. (Irgendwann schreibe ich vielleicht mal ein Buch Anmachtipps für männliche Taxifahrer, (wenn ich genug Erfahrungen gesammelt habe, bisher war ich ja immer zu schüchtern) und ergänze das auch um einen Teil fürs korrekte Nein-sagen für Mädels. Auf beiden Seiten hapert es da, plumpes Anbaggern auf der einen Seite, “he, hasche Freund?” und unangebrachtes Tatzenschlagen auf der anderen.) Jedenfalls, ich find das Mädel noch nicht mal so toll, ja. Toller Busen, jung, aber nicht gerade mein Typ, und hab ich ihr einen Heiratsantrag gemacht? Nein, eine unverbindliche Einladung zu einer “Dating-show” heißt eigentlich noch nicht viel, oder? Ich jedenfalls ruf ihr nach: “Moment mal, so war das aber nicht gemeint! Das ist noch lange kein Grund hier hochnäsig zu werden… und dann lass ich mich noch zu einem … blöde Schnalle!” hinreißen. Hm, bad style, tut mir Leid, die Nerven in letzter Zeit, ich entschuldige mich dafür. Gott, was ließe sich nicht alles zum Thema Anmache im Taxi schreiben, von der Arbeitgeberseite her sollen wir Neutren sein, aber es gibt heutzutage so wenig Eunuchen wie es verschleierte Frauen gibt…

Fahre Marc, der auf einer Bohrinsel in Norwegen arbeitet, immer zwei Wochen und dann drei Wochen frei, die er zu Hause in Freiburg verbringt. Interessant! Wir fahren hinter einem Mülllaster her und bei Gott, ich habe noch nie so einen stinkenden Mülllaster erlebt wie der hier, heute, bei dem heißen Wetter! Marc auch nicht. Ich muss nur noch lachen und feixe deswegen einen herüber zu den Jungs vom Müll, die im Laster im klimatisierten Cockpit sitzen und nichts riechen von der Duftspur, die ihre Müllschaukel hinterlässt. Sie machen “Scheibenwischer”. Könnte ich nur eine Geruchsprobe hier auf die Seite laden, aber soweit ist die Technik noch nicht.

Meine Mutter wird es wohl nicht mehr so lange machen. Sie hat sehr abgebaut, seit ich sie das erste Mal wieder sah, vor zwei Monaten vielleicht. Das macht einen so fertig, ich will gar nicht so viel darüber schreiben hier.

Mittwoch, 15.7.09

Fahre ältere Frau mit losem Gebiss, mit dem sie immer rumklappert. “Entschuldigen Sie, dass ich klappere”, sagt sie immer, ein paar Mal. Heute fahre ich sie das zweite Mal, sage ich, natürlich: “auf in den Kampf, die Schwiegermutter naht, siegesgewiss klappert ihr Gebiss!” Sie hat Humor und kann über sich selbst lachen.

Fahre sehr netten Mann, der sehr interessiert ist an dem was ich mache, “was für eine großartige Idee!” (Baut mich dann immer auf, wenn ich dann mal wieder Typen fahre, denen das am Hintern vorbeigeht, wie der eine, dem ich erzähle, dass ich manchmal denke, ein Taxifahrer könnte Thomas Gottschalk persönlich sein, solange er nur die Klappe hält und einen fährt. “Jaja”, sagt er, “biegen Sie mal da links ab.”) Beim Koffer rausholen haut er sich den Kopf an der Klappe an, die an dem alten Daimler heimtückisch ist, sie schnellt gleich mit Schwung wieder zurück, wenn sie oben angeschlagen ist, anstatt zu arretieren. Er tut mir so leid, aber er reagiert wie ein Mann und keine furchtsame Hasenschnecke, “ist nichts passiert”, sagt er und lächelt. Da hat er mir drei Euro Trinkgeld gegeben und kriegt dafür eins auf den Deckel und schluckt das, großes Lob!

Durch den LKW-Maut ist der B-31 Rückstau vor dem Zubringer Mitte enorm angewachsen! Was für ein Drama, da wird das Ding 40 Jahre verhindert und hinterher fragt man sich, warum und nun ist es ohne Anschluss an den Zubringer fertiggestellt worden. Zusammen mit der fehlenden Untertunnelung der Bismarckstraße vor dem Bahnhof ist das “Kein-Schlemmen-am-Bankett-ohne-Dr.-Rolf-Böhme”-Politik. Dieser aufgeblasene Nassauer! Ich habe ihn ja persönlich mit einem anderen “Weinkenner” zum Schlemmen gefahren, der Abend wird dann wohl so viel gekostet habe wie drei Tagesverdienste eines Taxifahrers. Und was für prätentiös-bildungsbürgerliches Gelaber!

Der Meister ist wieder körperlich recht fit, nachdem er in England noch keine 10 Meter schwimmen konnte, ohne Schmerzen in der Schulter zu bekommen.

Dienstag, „live-post“

Fahre einen SC-Spieler, die werden immer jünger! (Oder ich immer älter)

Montag, 13.7.09

Ich bekomme einen Euro Trinkgeld für eine Auskunft! Ich bin sehr erfreut und der Mann sagt, er ist noch alte Schule. Und, jede Gefälligkeit hat ihren Preis. Und, hier kann man es sehen, auf der anderen Seite diese Erwartungshaltung, ein Taxifahrer ist doch sowieso nur ein Loser, der einen miesen, schlecht bezahlten Job macht, er ist doch nichts wert, also kann er doch auch selbstverständlich Auskunft geben und fünfzig Cent für eine Auskunft, nee…!

Eine alte Frau erzählt mir eine Story eines anderen Taxifahrers, jemand fuhr mal mit ihm die Mercystrasse auf und ab, und meinte, nee, hier hat sich aber alles verändert und hinterher stellte sich heraus, sie wollte eigentlich nach Fribourg, in der französischen Schweiz! (10.2010: Nachdem ich jetzt seit 4 Monaten in Fribourg wohne: es gibt hier keine Mercystrasse!)

Sexy Mädel steigt ein, neben mir, am Sonntagvormittag, mit knappem Cocktailkleid, das die Schenkel frei gibt. ächz! Er hatte mir an der Sprechanlage gesagt, wir kommen gleich und da kommt aber nur sie, was mich, ächz, zusätzlich, verwirrt. Die sonstigen, sehr auffälligen, Gerüche fehlen, also wird er wohl (ein) Kondom(e) benutzt haben, aber sie hat gar keinen eigenen Körpergeruch mehr, sie riecht nur nach Mann. Ich fahre los, nur sie an Bord. Ach so, er ist schon gekommen, liegt mir auf der Zunge, aber ich sage es nicht. Aber vielleicht liest sie das jetzt, grins.

Ein Typ, teures Auto, steht auf dem Taxistand. Ich komme hinter ihm an, gebe zuerst Lichthupe, ein paar Mal, dann richtige Hupe, er rührt sich nicht. Ich kriege einen Hals, steige aus und notiere sein Nummernschild, zeige es ihm. “Was?”, sagt er, unfreundlich. “Sie stehen im absoluten Halteverbot”, erwidere ich kühl. “Schreiben Sie jetzt Romane, oder was?” Der kommt mir gerade geschlichen, ich gehe zum Auto zurück, hole einen Handzettel und gebe ihm einen. “Ja, ich schreibe Romane, hier haben Sie einen Handzettel!” Ich weise ihn nochmals darauf hin, dass er auf dem Taxistand steht. Er tut entrüstet und sagt, er will den Handzettel nicht. Ein Park-Sherriff kommt und fordert ihn ebenfalls darauf hin, dass er wegfahren soll, er tut es immer noch nicht. “Komm, jetzt mach, dass du vom Acker kommst!”, sage ich und mache eine entsprechende, “mach, dass du vom Acker kommst”-Handbewegung. “Der duzt mich”, schreit er nun, wendet sich an den Sherriff, steigt aus und schreibt auch meine Nummer auf. “Ich werde mich beschweren!” Ich geb ihm nochmal den Handzettel. “Bitte, hier steht mein Name drauf!” Er tut so, als ob er sich davor ekelt, der Handzettel fliegt auf den Boden. “Also, was soll das jetzt, ich will das nicht!” He, ich will dich auch nicht, ich will nicht, dass Typen wie du überhaupt existieren. Aber komisch, sie tun es und sie sind nicht totzukriegen.

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Über Jochen Lembke

Europe's cab-driving writer
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3 Antworten zu 13.7. – 4.9.2009 (von Freiburg nach Zürich)

  1. tanjaernst schreibt:

    Lieber Jochen, bin hier zufällig reingestolpert und mußte schmunzeln… 🙂 lg t

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