15.12.09 – 30.1.10 (lieber reich und gesund als krank und Taxi fahren)

30.1.10

Ergänzung: Es gibt im Raum Zürich: 1.Wiedikon. 2.Witikon. 3.Uitikon. 4.Uetikon. Haaaeeeh?

Meine bisher weiteste Auswärtsfahrt in der Schweiz gestern: ein kleiner Ort in der Nähe von St. Gallen in der Ostschweiz, nicht mehr weit von Liechtenstein entfernt.

Freitag, 29.1.10

War ich da ein wenig wacklig auf den Beinen heute morgen und rutsch prompt in der Dusche aus, reiss den Duschvorhang ab und falle kopfüber aus der Badewanne und schlage mir noch den Kopf an. Da wusste ich nicht, dass das heute mein Rekordtag wird, heute 588 Franken Umsatz – mit einigen Erlebnissen.

Jenny, im Rückspiegel photographiert.

Ich sage ihr, sie sei mit Abstand die bisher hübscheste Frau, die ich in Zürich gefahren habe und sie revanchiert sich indem sie mir ihre Telefonnummer gibt, das ist in siebeneinhalb Monaten Zürich das, was am ehesten an so etwas wie ein Date herankommt! Aber wenn man überlegt, was ich sonst immer fahre, das ist hier ganz extrem, das tags eigentlich nur ein Taxi nimmt, wer Geld hat, es von der Firma bezahlt bekommt, gerade niemanden hat, der ihn (sie) fährt oder blind, lahm, dement oder einfach ohnehin kurz vorm Abschnappen ist… ich komm mir hier wirklich manchmal vor, wie ein fahrendes Altersheim oder Krankenstation, das war in England, aber auch Freiburg doch ganz anders. „Es hat aber nicht viel zu sagen, weil normalerweise fahre ich eher das Kaliber da“ (wir fahren an einer alten Hexe vorbei) „oder das da“ (die nächste). Und sie sagt, da hat sie sich schon gefreut, ich hätte ihr den Tag gerettet mit meinem Kompliment und ich mache das wieder kaputt. Aber sie schätzt Ehrlichkeit, ist das nicht aussichtsreich?

Pascal „Schnuffbär“ Santi, der wirklich tollste Chef den ich je hatte, solange ich für ihn fuhr.

Da fahre ich doch am Donnerstag den „national bekannten TV-Arzt Doktor Samuel Stutz“ den ich natürlich, da ich noch nie Schweizer Fernsehen geschaut habe (seit 10 Jahren aber auch kein deutsches mehr, sondern ausschließlich DVD auf Englisch) nicht kenne.

Meine Hasen im Schnee

Hier geht es zum gefürchteten Bucheggplatzstau, indem ich schon so manche Stunde verbracht habe.

Dazu auch das Video: 

Das sei ein „Stangenhaus“, so wie es in der Schweiz genannt wird, anstatt Fachwerkhaus.

Links Credit Suisse und UBS

Hier hab ich erst mal den Müll wegmachen müssen, bevor ich durchkam, sicher haben das die schlampigen Deutschen hingeworfen.

He, der Typ! Also, der hat sicher auch was von einem dummen Bärli, was die unüberlegten Sprüche und das Talent angeht sich, in die Nesseln zu setzen, nur das ihm ein wenig die Selbstironie abgeht, er sich lieber ein wenig primadonnenhaft in Szene setzt. Obwohl er für die „Schweizerische Volksverhetzungs Partei“ (SVP) kandidiert, sei er gegen den Ausdruck „deutscher Filz“ an den Unis, (wohl weil er es sich nicht mit seinen Kollegen verderben will, die mehrheitlich deutsch sind, die Schweiz wirbt ja die Ärzte aus Deutschland ab und bringt dann das Kunststück fertig sich dann noch darüber zu beklagen, z.B., dass man sich dann verpflichtet fühlt im Spital hochdeutsch zu reden! He, als ob das der Omi vom Kaiserstuhl leichter fallen würde!!! Und die können sich dann mit Ärzten aus der Ukraine oder von den Philippinen rum schlagen, weil es keine deutschen mehr hat, denn die sind alle in der Schweiz. Da würden sie sich erst recht beklagen, denn Schwiizerdeutsch verstehen die schon gar nööd.)

Dieser Mann aus Deutschland, in einem Altersheim in Zürich lebend, war Schachlandesmeister, spielte 12 Instrumente, ist Nachfahre von Zeiss (Jena) und den Gründern des Bärenreiterverlages. Außerdem war er Spion. Und die Frau aus der Pferdemetzgerei, wo er einkauft (deswegen sei er so alt geworden) sei eine der besten Tennisspielerinnen der Schweiz gewesen. Stimmt das oder ist alles nur eine Münchhausenade? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, wenn, dann kann er das sehr überzeugend spielen und im Internet ist nix zu finden über ihn.

Donnerstag, 28.1.10

Videos aus der Zeit, der Taxifahrer riskiert sein Leben, ohne jeden Gefährdungszuschlag, und manchmal, so wie an diesem Tag verdient er dennoch nicht mehr.

 Sped up two times, at 4.40 min you can see me hardly dodging an accident, for I couldn’t bring the car to a halt, on an icy stretch!

Während es in Brighton 6 Grad und Sonne hat, herrscht in Zürich das Schneechaos.

Mittwoch, 27.1.10

Gestern war ich für einen Tag in Freiburg, um noch mal Sachen zu holen.

Der Platte

Der Platte (war ich, nach dem ich den ganzen Scheiß drei Stock hoch getragen hab)

Montag, 25.1.10

Vier Wochen Hochnebel und meine nach wie vor nur sehr langsam abklingende Bronchitis… Zürich ist für mich im Moment ein graues, dreckiges Einerlei, durch das ich mich quäle.

Meine Videospieltheorie? Hier bitte: Gestern fuhr ich auf dem 20er, der in der Nacht einen Platten hatte, heute fuhr ich den 3er und hatte selber mit ihm einen Platten, ein dicker Nagel steckte in ihm, und jetzt kommt´s: das ist genau der Reifen, der eben erst ersatzweise montiert worden war, weil der andere vorher platt war! Leute, kann das alles noch Zufall sein?

Ich habe ein sehr liebes Entschuldigungsschreiben von Hubertus bekommen und eine Flasche Wein, es sind sehr viele Leute, die den Laden machen und da gibt es wohl auch solche und solche, auf jeden Fall, mit ein wenig Lärm kann ich schon leben, ich bleibe ja auch nur noch 2 1/2 Monate.

Herrgott, ich weiß ja, ich kann manchmal unmöglich sein, wenn ich so meine Posts bei DAC zum Beispiel lese… also, da sind nicht nur Fans bei diesem Forum, sondern durchaus auch ein paar Hochkaräter, Profis, die Douglas Adams selber gekannt haben oder schon mit ihm zu tun hatten, ich kann tatsächlich sehr wohl davon ausgehen, dass meine offenen Briefe alle diejenigen erreicht haben, an die ich sie adressiert habe, also Jane Belson, die Witwe von Douglas Adams, Ed Victor, seinen Agenten, die ganze Clique der Verlage PanMcmillans und Penguin, Eoin Colfer… ein Post hat jetzt schon fast 10 000 Klicks erreicht, obwohl er erst ein gutes halbes Jahr alt ist… also, ich habe ganz schön für Wirbel gesorgt, aber vielleicht hätte ich sogar mehr erreicht, wenn ich nicht so viel Porzellan zerschlagen hätte.

Sonntag, 24.1.10

Da das Hubertus vorgestern und gestern wieder tierisch laute Technomusik hat laufen lassen, habe ich heute morgen eine Anzeige formuliert und ihnen als Kopie als letzte Warnung hingelegt, wird es nicht leiser, werde ich sie bei der Polizei abgeben. Witzig allerdings, dass ich heute einen Fahrgast darauf anspreche und er sagt, da einmal gewohnt zu haben. Es hätte sich jemand damals da drin erschossen und an der Türe wäre überall Blut und Gehirn gewesen. Super, sage ich, das ist jetzt also schon das dritte Mal, dass ich in einem Haus wohne, in dem sich einer umgebracht hat, die beiden Male davor wäre es allerdings in der gleichen Wohnung gewesen und das erste Mal wäre ich auch gleich der Mieter danach gewesen. Nein, in der Wohnung jetzt war es nicht, denn genau da, also in der Wohnung in der ich jetzt wohne, hat er, damals, gewohnt! Wieder mal was für meine „mein Leben ist jemanden´s Videospiel“-Theorie? Tja, was wenn ich jetzt auch noch sage, dieser Fahrgast ist ausgerechnet der, den ich jetzt schon mit Abstand am häufigsten, so 4-5 Male, gefahren habe? Unheimlich, nicht wahr?

Das aber ist Chris Jäger Brown. Ich habe auch ein kleines Video mit ihm aufgenommen:

Chris Jäger Brown spielte als Zehnjähriger am Theaterspektakel Zürich Strassenmusik. Es folgten Konzerte mit einer Jazzband und vier Sommertourneen, unter anderem mit dem „Zirkus Chnopf“. Chris war langjähriger Schlagzeugschüler von Pit Gutmann und Pierre Favre und konnte die Kunst- und Sportschule in Zürich drei Jahre besuchen (1992-95). Prägend für seinen musikalischen Ausdruck war der einjährige Studienaufenthalt an der „Ecole des Beaux Arts“ in Dakar, Sénégal. Zurück in Zürich ist er Mitbegründer der Jazzband „Kerouac Quartett“. Er begann am Konservatorium Luzern zu studieren, begleitete Afrotanzkurse und begann Trommel- und Schlagzeugstunden zu geben. In zahlreichen Workshops beim Trommler Taffa Cissé bildete er sich fortlaufend auf dem Djémbé weiter. Im Jahr 2002 spielte er mit dem „Schlagartensemble“ und dem Gastsolisten Famadou Konaté aus Guinée mehrere Konzerte in der Schweiz. Chris beendete 2003 die Musikfachhochschule Luzern mit dem Diplom „Schlagzeugimprovisation“ bei Pierre Favre und wird Mitglied in dessen achtköpfiger Gruppe „Drummers“. 2004 wird Chris Perkussionist der Grossformation „Root Down“, unter anderem mit der Pianistin Irène Schweizer und der Saxophonistin Co Streiff. Chris Jaeger Brown unterrichtet Schlagzeug und Djémbé an der Musikschule Prova in Winterthur und in Zürich. „Ich brauche Musik und P-Train wie meine tägliche Dosis Kaffee.“

Wenn man aus dem Flugi, Ankunft, raus kommt, kriegt man gleich eine Vorstellung von Zürichs Verlockungen für den betuchten Herrn, so zum Beispiel der Club Aphrodisia. Und die Stunde nur 500 Franken, das ist doch recht günstig! Auf der Straße kostet es hier 100 Franken die Viertelstunde, habe ich mir sagen lassen.

Hab mir schon überlegt mal Aufnahmen von all den verschiedenen Variationen der bitte-keine-Werbung-Schilder, die ich immer an den Briefkästen sehe zu machen, da sehe ich das!

Lampen im Schaufenster

Das ist Günther Netzer! Nein, Quatsch, Kristian aus Mosbach, der auf mein naives „er sähe aus wie eben jener“ nur lachen muss, er kriegt das andauernd zu hören. So wie ich eben Robert Lembke, der in der Schweiz ja unheimlich viele Fans hatte, es war wohl einfach das Sendeformat, das den Schweizern gefällt, ein wenig buenzlig eben.

Freitag, 22.1.10

Es geht mir gesundheitlich und damit gleich insgesamt besser. Ich sollte auch einfach noch nicht so viel erwarten im Moment, wenn mich jetzt jemand kennenlernt, ich bin meistens hektisch, nervös, überfordert, kaputt und müde, habe keineswegs so die Ausstrahlung einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Es ist aber auch halt einfach auch so, wenn die gleichen Leute, die jetzt die Handzettel mitnehmen und daheim irgendwo unauffindbar verlegen, mich vorher im Fernsehen gesehen hätten, dann würden sie AUSTICKEN, wenn sie mir persönlich begegnen würden. Das ist einfach so, die meisten Menschen sind im hohen Masse fremdgesteuert und bilden sich keine eigene Meinung. Beim Lembke ist immer alles ungeschminkt und ehrlich, wenn ich austicke, dann inszeniere ich das auch öffentlich und ich schreib hier eh jeden Scheiß, den ich find.

Ich sehne mich sehr nach Kindern, wenn ich auf der Straße so einen kleinen Butz an Papas oder Mamas Hand sehe, dann drehe ich mich genauso um und schaue wie früher nur bei hübschen Mädels, so ein schöner Anblick ist das. Aber welche Frau nimmt mich schon mit so vielen Schulden.

Fahre eine Frau, die im Pharmabereich forscht und nun soll ein Kongress oder Meeting in einem Hotel stattfinden und das Park Hyatt, wo sie es gerne haben wollten ist schon ausgebucht und das Crowne, wo ich sie hinfahre um zu schauen ist ihr dafür zu popelig, dafür seien die Leute zu verwöhnt. Also will sie lieber dem Hyatt Druck machen als das Crowne nehmen. So bin ich auch in Bezug auf Frauen. Ich könnte das Crowne haben, aber das ist mir zu popelig, lieber wart ich aufs Hyatt und während ich warte, mache ich ihm Druck.

Donnerstag, 21.1.10

A380, kommt erst Mitte März, flugplanmässig, wieder.

Die Schweizer Bünzligkeit zeigt sich auch oder vor allem im Verkehr (frage heute indische Geschäftsleute ob die Schweizer denn auch so Geschäfte machen wie sie Auto fahren, sie lachen) an dieser Kreuzung hier Altstetterstrasse/Badenerstrasse darf man mal wieder nicht links abbiegen. Warum denn nicht, frag ich frech und aufrührerisch! Bis zu drei Autos könnten sich linksabbiegend einordnen und warten bis der Gegenverkehr weg ist und dann abbiegen. Aber nein, das ist dem Schweizer nicht ordentlich genug. Zum Verzweifeln!

Endlich, nach drei Monaten habe ich meinen Taxi Ausweis Zürich. Den englischen bekam ich am gleichen Tag der bestandenen Prüfung ausgehändigt. Ich sage meinen Fahrgästen, sie können sich nun in zwei Ländern über mich beschweren, sie dürfen nur die unterschiedlichen Nummern nicht durcheinander bringen. Auf dem Display sieht man einen Stern, das heißt es stehen über zehn Autos dort, in Altstetten, was sieben zu viel sind. Ich warte eineinhalb Stunden, ich bin ein Teil Altstettens geworden bis ich endlich weg komme, mindestens genauso so alt, ich bin im Asphalt zerlaufen, ich bin eingebettet im Lehm der Ziegelsteine der Häuser im herum..

Stapo (Stadtpolizei) Zürich, wenn ich das schon lese, da fehlt nur noch das Ge- davor.

Schwingt sich ein Deutscher bei mir rein, lässig und cool wie wir Deutschen das halt sind, da lästern wir in einer Tour über die Schweiz ab, tut echt gut.

Wenn ich das schon sehe, sechs taubenblau Uniformierte am Taxistand und machen Kontrolle, also da schaudert’s mich einfach, sorry.

Mittwoch, 20.1.10

Riesenrummel in Zürich gerade um den A380 und immer natürlich um den Flugi, der zum zweitbesten Flugi in der Welt gewählt wurde, was natürlich einmal mehr seinen Stellenwert für Zürich verdeutlicht. Der Flughafen ist Zürich. Auch wenn natürlich manche denken, wie die Frau aus Rümlang (Flugschneisencity), die ich frage ob sie sich denn schon auf den A380 freue und sie meint, da kommen dann noch mehr Amerikaner, die die Schweiz herum schubsen und ihr sagen was sie zu machen hat. Na, das ist doch eine Clique, die Bankster, die kennen keine Nationen.

Unter dem Namen «Welcome A380» wird die Riesenmaschine am Mittwoch 20. Januar an einem Publikumsanlass empfangen. Bevor die technischen Tests mit dem grössten Passagierflugzeug der Welt stattfinden, haben Interessierte die Gelegenheit, das Flugzeug aus nächster Nähe zu besichtigen, wie es in einer Unique-Mitteilung heisst. Das Gelände für den Anlass sei vom Bus- bzw. Bahnhof in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar, der Weg dorthin sei ausgeschildert. Unique empfiehlt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Tore würden bereits um 7.30 Uhr geöffnet. Der Anlass ende um 12.30 Uhr. Der Eintritt sei kostenlos. Es werde aber nicht möglich sein, das Flugzeug zu betreten. Der Airbus A380 wird voraussichtlich um 10.30 Uhr am Folgetag wieder starten.

Sonntag, 17.1.10

Von einer Verfolgung wurde nach § 154, Artikel 1 abgesehen. In dem steht aber nicht, „wenn ein Schnufftier ihr Bärli nachträglich doch nicht so hart bestraft haben will und sie die Anzeige deshalb zurückzieht“, sondern: § 154 (1) Die Staatsanwaltschaft kann von der Verfolgung einer Tat absehen, 1. wenn die Strafe oder die Maßregel der Besserung und Sicherung, zu der die Verfolgung führen kann, neben einer Strafe oder Maßregel der Besserung und Sicherung, die gegen den Beschuldigten wegen einer anderen Tat rechtskräftig verhängt worden ist oder die er wegen einer anderen Tat zu erwarten hat, nicht beträchtlich ins Gewicht fällt oder…

2017: wie beschissen es mir gerade wegen dieser verfickten Dreckkuh und der verfickten Dreckjustiz geht zeigt dieser Post unten, den ich belasse. Diese verfickten Arschlöcher aber würde ich wirklich alle gern an eine Wand stellen lassen. So toll war sie auch nicht, ich hätte auch gut mit ihr abschließen können! Aber gerade das hat die Justiz verhindert!

Nach 8 Jahren nur investieren, ohne dass auch nur eine Sau interessiert was ich mache, nach drei Jahren einer Frau hinterher rennen, die nicht einmal mit mir sprechen will und nach zwei Wochen krank zur Arbeit schleppen, habe ich wirklich gerade den Wunsch mich abends schlafen zu legen und morgens nicht mehr aufzuwachen. Würde mich denn irgend jemand vermissen?

Samstag, 16.1.10

Die UBS will ihren 69’000 Mitarbeitern einen Bonus in Höhe von rund vier Milliarden Franken auszahlen – dies trotz eines sich abzeichnenden Jahresverlusts von drei bis vier Milliarden. Laut Recherchen der «SonntagsZeitung» ist die Finanzmarktaufsicht (Finma) nur bereit, der Bank variable Lohnbestandteile von rund drei Milliarden zu bewilligen. Die Gesamtsumme der auszubezahlenden Boni wird jeweils im Januar für das abgelaufene Geschäftsjahr festgelegt. Erste Zahlungen erfolgen im März. Derzeit laufen Gespräche zwischen Vertretern der Grossbank und dem Bankregulator. Das bestätigen Sprecher von UBS und Finma, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Die UBS darf die variablen Lohnanteile nicht frei festlegen. «Die Finma kann im Rahmen der Kapitalplanung Einfluss nehmen», sagt Sprecher Alain Bichsel. Es ­gehört zum Grundauftrag der Finma, die Kunden einer Bank zu schützen. Wenn die UBS zu viel Geld an ihre Mitarbeiter ausschüttet, fehlt Kapital in der Bank. Letztes Jahr musste die Finma die ganze Bonussumme bewilligen. Sie wurde dazu im Rahmen der Stützungsmassnahmen des Bundes verpflichtet. Am Ende konnte die Grossbank zwei Milliarden Franken Boni auszahlen. Peter Siegenthaler, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, hofft bezüglich den Banker-Boni noch immer, dass die Branche zu normaleren Verhältnissen zurückkehrt. «Die Tatsache, dass die Boni hoch bleiben, macht mich ein wenig ratlos», sagt Siegenthaler in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Eine staatliche Regelung von Höchstgrenzen sei aber schwierig. «Wo nehmen wir den Massstab her, um das festzulegen? Man kann aber das gesellschaftliche Problem nicht wegdiskutieren, dass ausgerechnet jene Branche, welche die Wirtschaftskrise mitverursacht hat, weiter sehr hohe Boni ausschüttet.» Die Idee einer Sondersteuer auf Banker-Boni ist laut Siegenthaler nicht ausgereift: «Es hat bei dieser englischen Sondersteuer derart viele Ausweichmöglichkeiten, dass ich die Ernsthaftigkeit des Bemühens in Frage stellen muss.» Von der Finanzbranche fordert Siegenthaler ein Umdenken: «In erster Linie ist es eine Aufgabe der betroffenen Banken und Kunden, von den Praktiken der Vergangenheit Abstand zu nehmen.» Sie müssten das Geschäftsmodell der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung auf eine Basis stellen, die mit ausländischen Steuergesetz­gebungen kompatibel ist. «Sie dürfen nicht länger Lösungen anbieten, mit denen man gezielt Steuergesetze umgehen kann.» Leute, einerseits, 70000 Mitarbeiter und so hohe Boni… man kann eigentlich nur sprachlos sein. Andererseits, 1 oder 2 Mia mehr als letztes Jahr, wo landet die Kohle denn? Richtig, nicht zuletzt auch bei uns. Leute, es geht wieder aufwärts!

„Fetzig vibrieren die Fensterscheiben im Rhythmus des wuchtigen Technobeats aus der Kneipe drei Stockwerke unter mit! Meine Schritte auf dem Holzboden zeigen, es handelt sich hier um einen ganz normalen Standardaufnahmepegel.“

Liebes Team von Hubertus, auf euren Zetteln im Haus weist ihr immer so schön darauf hin, dass man sich melden soll, wenn es einem zu laut erscheint. Nachdem ich jedoch einmal persönlich und einmal telefonisch darauf hingewiesen habe, ist leider rein gar nichts passiert, nach wie vor ist die Musik zu laut und vor allem der Bass zu hoch aufgedreht. Deswegen jetzt diese schriftliche Bitte um Rücksichtnahme, erfolgt diese weiterhin nicht, muss ich weitere Massnahmen ergreifen. Unter diesem Link findet ihr eine kurze Videoaufzeichnung vom 16ten Januar, wie der Lärm von unten, nachts um vier, bei mir, im dritten Stock die Fensterscheiben zum Mitvibrieren bringt, ich hoffe diese kleine Demonstration ist eindrücklich genug. Ich glaube ohnehin nicht, dass die Mehrheit der Gäste so laute Musik wünscht, mag eine Minderheit das auch vielleicht lautstark so fordern, wer das haben will, es gibt genügend Diskotheken im Umkreis, vielleicht wären die Gäste ja sogar froh und sicher auch das Personal, wenn das alles im Hubertus etwas heimeliger zu gehen würde und sie sich hier keinen Tinnitus holen müssen. Auf meiner Webseite könnt ihr den link direkt klicken, die Adresse ist auf dem Handzettel. Viele Grüsse, Jochen Lembke

Freitag, 15.1.10

So langsam flaut mein Infekt ab, aber die letzten drei Tage habe ich mich wirklich mit leichtem Fieber zur Arbeit geschleppt.

Heulende Frau im Auto hinten, was tun? Oftmals ist es einfach das Beste, sie zum Ziel zu fahren, ohne große Worte. Unsere Welt ist schon manchmal zum Heulen und hinterher geht es einem immer besser.

Witikon und Uitikon sprechen sich fast gleich aus, „Vitikon“ und „Uitikon“. Krieg ich richtig Krach mit einer heut, weil ich sage, ich hab das ja zweimal gesagt, „V“itikon und sie hat mich nicht korrigiert, ob sie denn denke, ein Deutscher kann Uitikon nicht richtig aussprechen? Zumal ich ja Stunden in die falsche Richtung gurke, da hätte sie doch wohl ein bisschen früher was sagen können. Aber, nein, sie sei nicht Schuld, sie hätte Uitikon-Waldegg gesagt und das hätt ich wissen müssen, Waldegg gibt es nicht in Witikon. Hach, hätt ich bald noch ’ne heulende Frau gehabt. Aber das ist das gleiche wie mit Dietikon und Dietlikon, da hab ich aber mal eine hingefahren, die sagte, nach Dietlikon, nicht nach Dietikon. Das war gescheiter.

Donnerstag, 14.1.10

Also, es konnte ja nicht lange dauern, bei dem was ich alles schon gehört habe, über die Bußfreudigkeit der Schweizer Polizei, auch, oder gerade gegenüber Taxifahrern, das mich das direkt trifft, also nicht nur über Blitzkasten. Heute morgen werde ich also in der Thurgauerstrasse im Taxi aus dem Verkehr gezogen, übrigens in den 25 Jahren, die ich schon Taxi fahre, das allererste Mal, so dass ich dementsprechend verwundert war und werde beschuldigt, ich hätte am Fußgängerüberweg nicht angehalten, obwohl die Polizei dort eine Person, einen Lockvogel, postiert hatte. Das ganze soll dann 140 Franken kosten. Ich sage aber schon der Beamtin vor Ort, nichts gegen Aktionen, die sicher stellen, dass am Fußgängerüberweg gehalten wird, aber ich werde AUF KEINEN FALL zahlen. Der Lockvogel, der stand da, was weiß ich, zwei Meter von Streifen entfernt einfach so rum und bohrt sich in der Nase oder kratzt sich am Sack (wenn es ein Mann war, das weiß ich allerdings nicht mehr), aber gibt kein Signal oder macht irgendeine Anstalten den Streifen überqueren zu wollen. Zudem ist das ganze Zone 60 und der Überweg ist ohnehin nicht besonders auffällig markiert, etwa durch Blinklicht, kein Wunder also, dass sich Fußgänger beschwert haben, dass dort nicht gehalten wird! In Deutschland würde man das Problem lösen, indem man eine Fußgängerampel installiert, in der Schweiz, indem man stärker kontrolliert? Zudem ist die rechte Seite dahinter durch einen haltenden LKW blockiert, der also wohl die ganze Polizeiaktion dort Sicht verdecken soll – was aber zusätzlich Aufmerksamkeit beansprucht, also ablenkt, da ich extra dafür die Spur wechseln muss! Nach Rücksprache mit dem Chef erfahre ich auch noch weiterhin, dass Lockvogelaktionen ohnehin von zweifelhafter Legalität und ein gefundenes Fressen für die Medien sind, „wenn die das weiter verfolgen, gehen wir damit an die Medien.“ In Summa, diese Aktion dürfte wohl, wenn ich mich nicht komplett geirrt habe und die das auch noch ganz genau auf Video dokumentiert haben, ein Schuss in den Ofen sein, juristisch kommen die damit nicht durch. Und ich habe ihnen ja auch gleich einen Handzettel gegeben, so dass sie wissen, dass ich auch alles öffentlich mache. Ich werde nicht zahlen und ich werde dabei durch alle Instanzen gehen! Ich werde damit soviel Medien einschalten wie möglich! Wir sind hier nicht in Libyen, sondern in der Schweiz und die Schweiz ist ein Rechtsstaat und auch und besonders die Polizei hat sich dem zu fügen. Das Grundproblem mit den Zebrastreifen in der Schweiz ist eben, dass sie nicht von den, durch Ampeln geregelten, Fußgängerüberwegen auseinanderzuhalten sind, was äußerst verwirrend und damit leider auch gefährlich ist. Mal, und zwar wenn keine Ampel dabei ist, muss man halten, wenn dort Fußgänger stehen, mal, wenn eine Ampel dabei ist und man grün hat, muss man es nicht, was zu einer Verweichung des Reflexes „anhalten, Fußgänger!“ führt. Es ist bekannt, das Autofahrer aus Deutschland eher anhalten, als Schweizer, weil sie den Reflex noch eher haben, in Deutschland, aber auch in England sind Fußgängerüberwege eben besonders gekennzeichnet. Es ist ohnehin mein Anliegen, das öffentlich zu machen und je mehr Aufmerksamkeit mein Fall erregt, je besser. Auch die Schweiz täte gut daran von Europa zu lernen, und sich nicht abzuschotten und zu sagen, wir machen das eben hier so und wir setzen das notfalls mit mehr Kontrollen durch, sondern es tut dringend not, ich wiederhole dringend, die Fußgängerüberwege gesondert, vielleicht wie in Deutschland eben weiß, zu markieren und so endlich die Verwirrung zu beseitigen. (2014: die Sache ist keineswegs eingestellt worden, sondern ist Teil einer Zahlungsaufforderung von 700 Franken, die noch in der Schweiz auf mich wartet und bei Grenzkontrolle auch zu einer Verhaftung führen kann und Schnuffbär würde das natürlich heute kein Stück mehr jucken, da ich ich nicht mehr für ihn fahre.) 

Die ganze Sache schildere ich frisch einer äußerst reizenden jungen Dame, während einer längeren Fahrt und obwohl sie auch sichtlich nicht gerade gesund und munter wirkt, hört sie sehr aufmerksam zu. Besonders aber natürlich als ich dann von meinen Problemen mit den englischen Frauen berichten anfange und dass ich ein 500 Seiten Buch über eine andere Dame geschrieben habe. Ich glaube, da sind Frauen doch neugierig, was ist denn jetzt so besonderes an der, dass die ihm 500 Seiten wert ist? Ich kann es der jungen Dame aber auch gerne persönlich schildern, ich glaube es ist eh an der Zeit, dass ich hier meinen Hintern hoch kriege. (2014: eins der vielen Flirtaufforderungen, die zu nichts führten, da die entsprechenden Damen es entweder nicht lasen oder ignorierten, seufz.)

Ist das nicht wunderschön? Spirituosensammlung im Hotel Engimatt, sind alles kleine Fläschchen, soo süß!

Heute zufällig auch beste einzelne Fahrt bisher, 249 Franken, auf Kosten von Goldmann Sachs, ging vor allem wieder nach Zürich zurück.

Meinen Kaninchen geht es gut. Die Kleine war heute so süß, sie hat ihr Pfötchen auf meine Hand gestellt, damit ich sie nicht zurückziehe, während sie sie geschleckt hat, weil ich das irgendwann schon mal mache, sonst hört sie gar nicht mehr auf mich zu schlecken.

Mittwoch, 13.1.10

Meldung Tagi 1: 225’000 Kinder leben auf Haiti als Sklaven. Die Armut auf Haiti hat einem Bericht zufolge mindestens 225’000 Kinder in die Sklaverei gezwungen. Das seien weit mehr als zuvor vermutet.

Meldung Tagi 2 (ungekürzt, weil einfach gut. Kritischer Journalismus, wo gibt es denn das heute noch?): Der Kongress lädt heute Mittwoch mehrere Topbanker nach Washington ein, in der Hoffnung, die Ursachen des Finanzkollapses von 2007 zu erforschen und, wichtiger noch, die nötigen Lehren zu ziehen. Angesetzt sind Hearings der Financial Crisis Inquiry Commission, einer Spezialkommission, die acht Monate brauchte, um überhaupt ihre erste Anhörung durchzuführen. Trotz des Versprechens des Vorsitzenden, des früheren kalifornischen Finanzchefs Phil Angelides, die Dunkelmänner der Branche in die Zange zu nehmen, hat die Wallstreet aber wenig zu befürchten. Die Kommission wird vor den Zwischenwahlen vom kommenden Herbst keine Reformvorschläge vorlegen, die rechtzeitig durchgesetzt werden. Der Grund ist so einfach wie niederschmetternd. Niemand kann die Gesetzgebung so stark zu ihren Gunsten beeinflussen wie die US-Finanzindustrie. Das hat auch der langjährige Senator Dick Durban im Frühjahr 2009 beobachtet: Die Branche betreibe «die mächtigste Lobby auf dem Capitol Hill. Und offen gesagt, sie hat den Laden fest im Griff.» Dieser direkte Zugriff der Wallstreet auf den Kongress zeigt sich eindrücklich an den massiven Aufwendungen für das Lobbying und für Wahlkämpfe. In den letzten Wahlen von 2008 investierte die Branche nicht weniger als 475 Millionen Dollar in den Kongress, sei es in Form von direkten Zuschüssen an Kandidaten, sei es als Lobbyaufwendungen oder in Form von Zuwendungen an politische Aktionskomitees. Diese Zahl ist umso erstaunlicher, wenn sie mit der zweitgrössten Lobbymaschine, jener der Pharmaindustrie, verglichen wird. Diese fütterte den Kongress im letzten Wahlzyklus mit 167 Millionen Dollar. [Dementsprechend stiegen auch die Medikamentenkosten dort um 500%, letztes Jahr, so wie ich mitbekommen habe] Eine Auswertung des Center for Responsive Politics zeigt zudem, dass sich die Finanzbranche die Politmassage des Kongresses heute achtmal mehr kosten lässt als vor 20 Jahren. Diese einmalige Steigerung geht auch darauf zurück, dass in den letzten Jahren Finanzakteure ins Lobbying eingestiegen sind, die es zuvor nicht nötig hatten. Die Rede ist von den Hedge-Funds, denen im Nachgang zur Finanzkrise erstmals einschneidende Bestimmungen bis hin zu Offenlegungsvorschriften und höheren Steuern drohten. Nach hartnäckigem Lobbyieren behielten sie die Oberhand. Hedge-Funds-Manager müssen auf ihren Einkommen weiterhin nur 15 Prozent Steuern abliefern, während Normalsterbliche dem Staat auf vergleichbar hohen Einkommen eine Steuer von 35 Prozent schulden.Diese fortgesetzte Vorzugsbehandlung verdankt die Branche unter anderem dem einflussreichen New Yorker Senator Chuck Schumer. Er verhinderte mit taktischen Schachzügen eine höhere Besteuerung der Hedge-Funds, was sich zwar nicht für den Staat, jedoch für ihn und die Demokraten sehr gut auszahlen sollte. Er hatte vor der letzten Wahl so viel Geld von der Finanzbranche in seinen Schatullen, dass er zwischen 2005 und 2008 die Sammelaktivitäten für seinen persönlichen Wahlkampf einstellen konnte. Dafür übernahm er die Leitung des Wahlspendenkomitees der Demokraten im Senat, und in dieser Funktion brachte er dreistellige Millionenbeträge zusammen. Mittel, die er gezielt für die Kampagnen von Kollegen einsetzen konnte, deren Sitz gefährdet schien. Ausserdem funktionieren sämtliche Kommissionen des Kongresses, die sich mit der Finanzbranche beschäftigen, auch als Spenden-Drehscheiben beider Parteien, wo Millionenbeträge bezogen und weiterverteilt werden. «Wenn man Chuck Schumer auf seiner Seite hat, «muss man sich keine Sorgen machen», erklärte ein Ex-Mitarbeiter der Börsenaufsicht SEC der «New York Times». Schumer ist nur einer von mehreren Abgeordneten, die ihren politischen Einfluss von den Zuwendungen der Finanzindustrie ableiten. Gemäss Recherchen des linksliberalen Magazins «Mother Jones» waren neun der zehn Top-Empfänger in der Bankenkommission des Senats im letzten Wahlzyklus Demokraten. Ihnen steckte die Wallstreet mehr als 7,2 Millionen Dollar zu. Längerfristig gesehen wird das Bild noch klarer. In den letzten 20 Jahren kaufte sich die Finanzbranche für 68 Millionen Dollar allein den Goodwill der einschlägigen Finanzkommissionen im Kongress, und sechs der acht Top-Empfänger waren Demokraten. Neben Chuck Schumer sind es langjährige, mit allen Wassern gewaschene Abgeordnete wie Barney Franck oder Chris Dodd, die auf diese Weise bedacht wurden. Bezeichnend auch das Verhalten von Barack Obama. Mitten in der Finanzkrise im Herbst 2008, damals noch als Kandidat, rief er zur Besonnenheit auf und warnte vor voreiligen Korrekturen. Dazu passt, dass sie im Kabinett Obama gewichtige Posten besetzen; fünf davon haben ihre Wurzeln bei Goldman Sachs, der politisch einflussreichsten und umstrittensten Bank, die wie keine andere von der Krise profitierte. Den Vorwurf der Käuflichkeit weisen die Betroffenen jeweils lautstark zurück. Doch in der täglichen Arbeit des Kongresses hinterlassen die Zuwendungen der Finanzbranche eben doch deutliche Spuren. Ein Beispiel vom Herbst 2009: Die Bankenkommission des Kongresses unter dem Vorsitz von Barney Frank führte Anhörungen zu den Derivativen durch, jenen Finanzinstrumenten also, die 2007 den Kollaps des ganzen Systems stark beschleunigt hatten. Eingeladen waren acht Experten, sieben davon vertraten die Interessen der Banken und sprachen sich gegen zu strikte Regulierungen aus. Nur ein ehemaliger Ökonom der Bankenkommission des Senats forderte einen transparenten, im offenen Markt durchgeführten Handel der Derivative. Nach sechseinhalb Minuten Redezeit jedoch wurde ihm das Wort entzogen, die Anhörung verlief anschliessend ohne störende Kritik. Die Gesetzgebung läuft nun darauf hinaus, dass zwischen 90 und 95 Prozent des Derivathandels künftig nicht kontrolliert und entsprechend der staatlichen Aufsicht entzogen bleibt. Ein weiteres Beispiel für die sehr wirksame Lobbyarbeit der Finanzbranche sind die lockeren Bestimmungen für Kreditkarten. Das Kartengeschäft ist eine der lukrativsten Sparten, da es in den USA – anders als in der Schweiz – keine Wucherzinsgrenze gibt. Dies erlaubt gewaltige Renditen. So erhebt die Branche auf gewissen Karten eine Überziehungskommission von 39 Dollar, unbesehen von der Höhe. Da sich die mittlere Überziehungssumme nur auf 17 Dollar beläuft und im Schnitt nach fünf Tagen beglichen wird, erzielt die Branche mit dieser Kommission traumhafte Renditen. Möglich wurde dies durch eine vom Kongress abgesegnete Ausnahme, wonach die Überziehung nicht als Kredit gilt und entsprechend von jeglichen Zinslimiten befreit ist. Es ist das Resultat eines unentwegten Lobbyings, und die Banken liessen in diesem Fall so wenig locker wie vor zehn Jahren. Damals gelang es, die in den frühen 30er-Jahren wegen der Grossen Depression beschlossene Trennung von Sparkassen und Investmenthäusern rückgängig zu machen. Die 1999 vom Kongress abgesegnete Vermischung von klassischem Bankgeschäft mit spekulativen Investitionen auf eigene Rechnung gilt in den Augen der meisten Experten als einen treibenden Faktor der letzten Finanzkrise. Der vielleicht grösste Erfolg steht der Wallstreet noch bevor. Entgegen dem Rat von Veteranen wie dem früheren Notenbankchef Paul Volcker zeichnet sich keine Mehrheit für eine grundlegende Reform der Branche ab. Weder zieht der Kongress eine Trennung des Banken- und Nichtbankengeschäfts in Betracht, noch sucht er Lösungen dafür, dass der Staat heute gewisse Banken retten muss, nur weil sie zu gross sind und bei einem Zusammenbruch die ganze Wirtschaft mit in den Abgrund nehmen würden. Das Fehlen jeglicher kritischen Grundsatzdebatte erklärt Nobelpreisgewinner Joseph Stiglitz mit dem moralischen Bankrott der Finanzbranche. Sie habe es geschafft, den Bürgern glaubhaft zu machen, dass es ihnen nur gut gehe, wenn auch die Wallstreet floriere. Präsident Barack Obama sprach in den letzten Wochen zwar zunehmend von den Versäumnissen der Banken und warf ihnen offen Geldgier und Verantwortungslosigkeit vor. Aber den harten Worten sind bisher kaum Taten gefolgt. Kevin Drum, ein kritischer Analytiker der Branche und Mitarbeiter von «Mother Jones», glaubt, dass es sich für Obama auszahlen würde, nun den Kampf gegen diese übermächtig scheinende Branche aufzunehmen. Denn selbst eine Niederlage im Kongress kann ein politischer Sieg sein, dann nämlich, wenn das Volk erkennt, auf welcher Seite der Präsident wirklich steht. Das wissen wir heute, eisern auf der Seite der Bankster, die ihn an die Macht gehievt haben.

Meldung Tagi 3: Deutsche wenden sich von Schwarz-Gelb ab. Schwarz-Gelb steckt im Formtief: Erstmals nach dem Triumph im Herbst hat Angela Merkels Regierung die Mehrheit bei den Wählern verloren. Vor allem die FDP von Guido Westerwelle enttäuscht die Deutschen. Tja, Guido, Zweckoptimismus alleine ist noch kein Regierungsprogramm, zeigt doch mal Frauenpower. (Beide von euch.)

Felix aus „Sindelfinge“. Ist er nicht ein süßer Schnuffbär, Mädels? Da könnte ich ja sogar noch schwach werden. Alleine dieses schelmische Grinsen!

Dienstag, 12.1.10

Wer sich so sehr in die Öffentlichkeit drängt wie ich, hat auch ohne häufigen Namen immerhin 46000 Eintragungen. Aber das ist gar nichts gegen den Internetmegadauerbrenner aus den tieferen Etagen unseres Denkens, richtig, jenem kleinen Wörtchen, was mit S anfängt (wollen hier doch nicht noch eine Eintragung hinzufügen), er bringt es auf 560 Milliarden Eintragungen bei Google. Ehrenrettung für die Menschheit, erstens dient es, nebenher, auch der Arterhaltung, und zweitens ist das Wort bible, was es immerhin auf beachtliche 101 Milliarden Eintragungen bringt, gegenüber dem S-Wort sehr im Nachteil, da ersteres sich fast weltweit gleich schreibt und letzteres eben nur die englische Schreibweise ist.

Ein Nachtrag zur Minarettdebatte (aus dem Tagi). Wenn nur die Hälfte davon stimmt, dann kommt mir schon das Kotzen. Ich wünsche dem iranischem Volk viel Glück beim Abschütteln dieser Tyrannei. Und noch mehr, dass dann nicht gleich die nächste Bande Schurken daher kommt. Ayatollah Ali Khamenei, der oberste Führer des Landes, soll ein schwerreicher Mann sein. 30 Milliarden Dollar beträgt offenbar sein Vermögen, schreibt der in Paris lebende iranische Filmemacher Mohsen Makhmalbaf auf seinem Blog. Damit wäre Khamenei fast so reich wie Bill Gates, dem mit 40 Milliarden Dollar reichsten Mann der Welt. Zum Besitz des Ayatollahs gehören unter anderem viele ehemalige Paläste des Schahs sowie ein eigener Atombunker. Wenn Khamenei auf Reisen geht, nimmt er laut Makhmalbaf jeweils seine Lieblingspferde in einem speziellen Airbus 330 mit. Khamenei liebt den Luxus, scheint es. So soll er eine Pfeifensammlung im Wert von zwei Millionen Dollar sowie 300 Ringe besitzen – in einem davon ist der älteste Achat der Welt eingefasst. Wert: 500’000 Dollar. Auch würden Khameinis Lieblingsdichter für gelungene Werke Opium erhalten. All dies habe ihm ein geflüchteter Leibwächter Khameneis verraten, so Makhmalbaf. Wie glaubwürdig diese Informationen sind, ist fraglich. Makhmalbaf ist seit den iranischen Präsidentschaftswahlen von letzten Sommer Sprecher des unterlegenen Kandidaten Mir Hossein Moussavi. Khamenei ist kein Einzelfall, die Ayatollahs sind seit der Islamischen Revolution 1979 die reichste Schicht im Iran geworden. Vielen Iraner kritisieren, dass sich ihre Führungsgarde nicht mehr an die eigenen Ideale hält. Der Führer der islamischen Revolution, Ayatollah Ruhollah Khomeini, schlief noch in seiner einfachen Wohnung auf dem Boden. Heute würde sich die iranische Elite wie der vor 31 Jahren gestürzte Schah und dessen Entourage verhalten: dekadent und luxusversessen. So zeigten enttäuschte Anhänger der Opposition während den Demonstrationen nach der Präsidentschaftswahl Plakate mit den vermuteten Milliardenvermögen hoher Staatsvertreter.

Montag, 11.1.10

Heute fahre ich den ersten Schweizer, der nicht alt ist oder ökologisch, christlich, ehrlich, bemüht, SVP-patriotisch, UBS-Banker oder nur so dem Gelde hinterher oder einfach schlicht nett, sondern zynisch und abgefuckt und auch noch stolz darauf und so haben wir ihn, den ersten, der mir hier in Zürich ein Buch abgekauft hat, (denn das sind die Bücher für ihn – letzteres ein Scherz). Ich hab sie bisher nie dabei gehabt, weil ich immer zu beschäftigt war, aber jetzt werd ich sie doch immer mitnehmen. (2010: Habs doch nicht gemacht)

Die Leute, deren Videospiel mein Leben ist haben aber heute sicher wieder was zum Lachen gehabt, such ich wie verrückt meine Thermoskanne, im Auto überall, erzähl meinem Fahrgast schon ein Atomkrieg könnte mich nicht so aus der Ruhe bringen, wie das ich heute morgen nicht weiß, wo ich meine Scheißthermoskanne habe, da komm ich heim und da steht sie auf dem Tisch! Ich hab sie gar nicht mitgenommen, obwohl ich hätte schwören können, ich hab´s! Und jetzt kommt´s, ich such nämlich deshalb auch so lang, weil mir ja der Chef gesagt hat, als ich an ihm vorbeigelaufen sei, hätte ich sie noch in der Hand gehabt! Aber er sagt das nur, weil er mich jeden Morgen damit sieht, genauso wie ich hat er sich nämlich auch getäuscht und er hätte schwören können! Das weiß auch die Justiz, Aussagen von Zeugen sind nie verlässlich, oft behaupten sie jeweils etwas anderes gesehen zu haben.

Also, damit vergleichen ist doch schon harmlos, dass ich heute eine Frau gefahren habe, die ich durchaus schon einmal hätte fahren gehabt haben können und zwar in Brighton, wo sie nämlich her ist! Sally, von Preston Park, ja, die Welt ist klein, it´s a small world.

Doch stimmt das auch, it´s a small world? Na ja, ein Frage der Relation.

Jedenfalls, sucht man Antworten in der Kosmologie, so findet man darin die wenig beruhigende, das 95% des Universums uns völlig unbekannt ist, ja, dass man zudem gerade herausgefunden hat, dass die Materie, die wir jetzt mal so langsam gecheckt haben, seit dem erstem Physikunterricht, und aus der wir ja auch, sowie Sonne, Mond und Sterne bestehen, nur etwa ein Sechstel aller Materie ausmacht, wohin gegen der größte Teil aus einer Substanz, die uns völlig unbekannt ist. Wenn ich also sage, mein Leben ist jemandens Videospiel und ihr alle seid darin nur die Hintergrundgrafik… wer kann schon sicher sagen, ich habe nicht recht? (Und wenn schon, was kümmern mich denn Ansichten und Meinungen von Hintergrundgrafiken? Also, haltet ohnehin die Klappe.)

Sonntag, 10.1.10

Und dann auch noch Frau Vögeli! War das ein beschissener Tag heute, leichtes Fieber, Bronchitis und schwere Kieferhöhlenvereiterung und trotzdem 6 Stunden zur Arbeit geschleppt, da mache ich nur einen Schnitt von 17.50 pro Fahrt! Ja? 12 Fahrten und ich hole nur 200 Franken raus, bei dem normalen Schnitt von 25 sind das 300. Aber ich hab ja eh so meine Zweifel, ob ich nicht das einzig Reale hier bin und alles drum herum ist nur eine Simulation, irgendein Videospiel, was da einer spielt und wenn ich tot bin, dann ist Game Over. Oder wie sonst erklärt man, dass ich, genau als ich das Radio einschalte, mit dem song von Shakira, my hips don’t lie, ja genau bei dem Refrain Shakira, Shakira…. meine Augen auf die Neontafel des Langstrassenclubs Shakira fallen? In dem Moment, in dem Frau Vögeli einsteigt, das Radio den Song vom Vögeli bringt?

Ja, und dann auch noch Frau Vögeli! Kaum seh ich sie, grüne Hose, ökologisch, gewaltfrei, noch nach guter alter Sitte erzogen, dass, wer den Franken nicht ehrt, den Hessen nicht wert ist, da ist mir klar, die Fahrt geht nicht für SF 50 an den Flugi, sondern für 20 an den Bahnhof, sie ist so was von nicht der Typus, von dem wir nun mal leben, der das Geld zum Fenster raus wirft, sondern ein wertvoller Mensch und, Scheiße, mit wertvollen Menschen kann ich meine 30000 Euro Schulden nicht zurückzahlen, da werd ich weiter unter der Armutsgrenze leben und mit Sandalen im Schnee rum latschen, weil ich kein Geld für feste Schuhe habe. Aber sie hat nie wert auf Geld gelegt, war im sozialen Bereich tätig und kam immer nur an erfolglose Schriftsteller oder sonstige Spinner, sie hat eben keinen gesunden Egoismus und here we are. Voila, wieder nix heute, nix, außer Französisch gelernt.

Für alle, denen meine Seite zu viel Armut und Elend präsentiert, Verzeihung, zu viel Taxifahreralltag, bitteschön, hier googlen: Zurich Rich People Dating (Meet Successful & Attractive People Exclusive Elite Photo Personals.)

Freitag, 8.1.10

Heut war wieder schlechter Start mit „kleinen Scheißfahrten“. Komischer Morgen, sag ich zum Fahrgast, da fällt genau vor uns ein Motorrollerfahrer hin.

Die Schweiz erinnert mich oft genug an die DDR, das Tram hier mit seinem eintönigem Blauweiss hat sicher dazu beigetragen, dass man sich gelegentlich mal wie in Ostberlin, damals, vorkommt, (nur das Schild mit Plaste und Elaste fehlt noch). Nun sehe ich die erste bunte Straßenbahn mit überall Werbung drauf, so wie in Freiburg.

War heute an der UBS in Glattbrugg, he, dassissjane ganze Stadt da draußen, die haben ja Kohle gescheffelt, das glaubt man nicht. Hole hübsche Engländerin dort ab und kann mich wieder mit british accent unterhalten, fehlt mir! Sie steht aber sicher nur auf banker und andere wanker.

Zwei Meldungen in der Zeitung, die Wirte sind über das Rauchverbot verärgert und seit Einführung dessen sinkt die Herzinfarktrate, vor allem bei Passivrauchern um 20%. Mein Gott, wie habe ich diese Einräucherei gehasst, als ich noch abends fortgegangen bin.

Ich rauche nicht, ich trinke nicht und habe auch keine Sexskandale, wie soll ich denn berühmt werden? Vielleicht hilft ja folgender Stich ins Wespennest: (Quelle Tagi von heute) Jedes sechste Mädchen zwischen 13 und 17 gab an, bereits ein- oder mehrmals zum Sex gezwungen worden zu sein, eines von 16 Mädchen berichtete von einer Vergewaltigung durch den Freund oder Ex-Freund. Jede dritte junge Frau leidet an sexuellen Übergriffen in der Beziehung. Das Phänomen kennt man auch in Amerika und Deutschland. Und es kommt in allen sozialen Schichten vor. Als wichtigster Grund für diese Gewalt sieht Barbara Krahé, Sozialpsychologin an der Universität Potsdam, ein «sexuelles Drehbuch», das unter anderem aus pornografischen Darstellungen erstellt worden und in den Köpfen vieler junger Menschen eingeschrieben sei: Jugendliche Männer wollen mit Eroberungen und Erfahrungen punkten und setzen ihre Wünsche notfalls gegen den Willen ihrer Partnerin durch. Bei den Gangsterrappern heutzutage zählt es wieder cool und stark zu sein, einfühlsam ist die Weicheierelterngeneration, die Tussen sollen bloß nicht rumzicken. Da würd ich mal sagen, jeder zweite geschlechtliche Erstkontakt geht bei solchen unsicheren und unerfahrenen egoistischen Pralhänsen frustrierend, bis sogar traumatisch für das gleichaltrige Mädchen aus. Wenn nun aber ein reifer Mann eine Minderjährige zärtlich und einvernehmlich in die Liebe einführt wie es bei weniger zutiefst kranken Gesellschaften wie der unsrigen auch toleriert ist, kann er dafür trotzdem in den Knast kommen.

Donnerstag, 7.1.10

Ich würde aber nicht aussehen wie ein Deutscher, sondern „eher so aus dem Süden“, sagte mir eine Omi heute und die Kollegen meinten auf meine Standchaosparkaktion heute, in der Wüschte chönnt man so parkiere, aber nicht hier in der Schweiz. Vielleicht sehe ich mit meiner breiten Nase und dem Bart doch aus wie ein Taliban, mein Bruder zieht mich ja immer damit auf.

Den Flughafen würde ich aber sicher nicht sprengen wollen, geiern doch alle nach ihm, sprich, es kann einem Zürcher Taxifahrer eigentlich nichts Besseres passieren als es steigt einer ein und sagt Flughafen, oder Airport, von mir aus. 50-60 Frankchen und ab Mündung Milchbucktunnel einfach nur noch Stoff geben und dort kriegt man dann ab Oerlikon wieder die nächste Fahrt. In einer halben Stunde also habe ich 50-70 SF und bin für die nächste Fahrt bereit, während wenn ich für das gleiche Geld Landstraße irgendwo hin fahre, bis zu einer Stunde brauche, bis ich wieder eine Chance auf die nächste Fahrt habe und mit kleinen 10-15 SF „Scheißfahrten“, auf die ich dann wieder eine halbe Stunde warten muss, braucht es das vierfache an Zeit, für den gleichen Umsatz. Morgens um 7-8 gibt es immer sehr viel Flugifahrten und erwischt man eine oder nicht, beläuft sich am Ende des Tages auf 100 SF Umsatz mehr haben oder nicht haben heraus, denn am Nachmittag, wo es eh ruhig ist, holt man das nicht mehr rein – so wie mir das heute passiert ist. Männer mit dabei heben übrigens die Chance um das 10fache zum Flugi zu kommen, alleine, oder als Zahlender, wenn Paar.

Habe ich mich gerade an das „innert“ (Schweizerisch für innerhalb von) gewöhnt, so wünscht mir nun die Korrespondenz von unten ein „gefreutes“ neues Jahr. ???? (Die Sprache sollte nicht so auseinanderdriften, sonst kennt man sich ja gar nicht mehr aus im südlichsten Bundesland 🙂 )

In diesem Zusammenhang, nachdem ich ja sehr über antideutsche Ressentiments hier berichtet habe – ich denke seit Neuerem ein wenig versöhnlicher, ich denke, das wird einfach, und auch vor allem medial, überbewertet. Sicher wischt der kleine Bruder dem großen gerne mal eins aus, aber dritten gegenüber wird dann doch wieder zusammengerückt.

Ich fühle mich jetzt auch eigentlich ganz wohl. Es geht nun wieder auf den Sommer auch und so langsam auf das Ende hier zu, man regt sich also nicht mehr so auf, ich kenne mich recht gut aus in Zürich, habe auch dank dem Navi keine Probleme mehr, ich bin sicher, ich werde Zürich genauso vermissen wie heute Brighton, es macht im Moment richtig Spaß zu fahren, mit dem Französischen geht es voran und die Wohn- und Hasensituation ist einigermaßen erträglich.

2017: Nein, Brighton ist immer noch the number one

Mittwoch, 6.1.10

Taxifahren macht krank und dann muss man trotzdem fahren, was für ein Sch…job.

Antwort auf mein Schreiben: Sehr geehrter Herr Lembke

Ich bedaure sehr was am Silvester vorgefallen ist und bitte Sie mir mitzuteilen an welche Adresse oder auf welches Konto, ich Ihnen die entstandenen Kosten senden oder überweisen kann. Es ist wirklich nicht üblich, dass Taxikosten nicht direkt dem Fahrer überreicht werden. Üblicherweise in Form eines Taxigutscheines mit Angabe des Bestimmungsortes, die leider ausgegangen waren. Ich kann mir nur vorstellen, dass an diesem Silvesternachmittag bei den BewohnerInnen und Mitarbeitenden die Nerven ziemlich blank lagen, denn Festtage wie Weihnachten und Neujahr sind immer sehr belastend für unsere BewohnerInnen. Nach Einschätzung der Mitarbeitenden war es nicht unbedingt angezeigt die Sanität zu rufen. Es liegt jedoch selbstverständlich im Ermessen des Taxifahrers in welchem Zustand ein Fahrgast per Taxi transportiert wird. Ich habe einen Anruf von Ihnen erwartet um den Vorfall mit Ihnen zu besprechen und habe nun auf dem Mailweg ihre Schilderung erhalten. Dass der Klient die Fahrt mit mitgegebenem Geld begleichen würde, war eine falsche Annahme. Ich möchte mich dafür bei Ihnen entschuldigen. Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort, lassen Sie es gut sein mit dem Geld, Sie sind ja nicht die UBS, sondern eine gemeinnützige Einrichtung. Machen Sie ein wenig Reklame für mich und gedenken Sie meiner, wenn ich mal weltberühmt sein werde, ich gefalle mir auch gerne unkompliziert. Ich habe die Schriftform gewählt, weil ich ja über meine Erlebnisse anonym auf meinen blog berichte, zu dem ich ja einen link angehängt habe und werde auch Ihre, günstige, Antwort, anonym, mit dabei haben. Mit den belastenden Festtagen haben Sie natürlich recht, es ist auch die Zeit, wenn wir am Meisten Ärger mit den Kunden haben. Mit den besten Wünschen, J. Lembke

Dienstag, 5.1.09

Bin krank und fühle mich miserabel.

Nachtrag: Beschwerde über Mitarbeiter 4.1.10 Sehr geehrte Damen und Herren, am 31.12.09 wurde ich von der Zentrale Taxi 444 beauftragt in der …, den bei Ihnen betreut wohnenden Herrn … abzuholen. Als ich vor der Türe ankam, sah ich ihn bereits, von zwei Ihrer Mitarbeiter an beiden Seiten gestützt, auf mein Taxi zukommen. Es sei ein Notfall, sagten mir diese, ich soll ihn ins Waidspital bringen und ich traf die Entscheidung ihn dorthin zu fahren, obwohl er dem Geruch und Verhalten nach eine mittelschwere Alkoholvergiftung hatte und wir keinesfalls verpflichtet sind solche Leute zu befördern. Sie sagten mir auch, er habe Geld, es sei im Rucksack. Unterwegs lallte er, er habe sich die Ferse gebrochen und es sei ein Notfall, wann wir denn endlich da sein, worauf ich ihn ermahnte, wir seien nicht für das Befördern von Notfällen zuständig, dafür sind Krankenwagen da, mit der erforderlichen Ausrüstung und zig-fachen Bezahlung, wir würden Fahrgäste befördern. Am Waidspital angekommen fand er jedoch in seinem Rucksack kein Geld um die 17.60 Franken Fahrgeld zu bezahlen, er war jedoch kaum in der Lage richtig zu schauen. Als ich mich erbot wurde er trotz seines Zustandes gleich misstrauisch, ob ich denn nicht sein Natel dabei an mich nehmen würde, so dass ich, auch angesichts des ja vorliegenden dringenden „Notfalls“, darauf verzichtete weiter zu schauen, holte einen Rollstuhl und schob ihn darin zur Notaufnahme. Um dennoch Bezahlung zu bekommen, beschloss ich zurück zu fahren und klingelte an seiner Klingel, worauf mir dann endlich eine Mitarbeiterin des Büros aufmachte. Ich schilderte ihr die Sachlage und bat sie sachlich mir das Geld, zusammen mit dem erforderlichen Rückweg nun 25 Franken zu geben, den extra Aufwand mit dem Rollstuhl wollte ich nicht berechnen, das fällt noch unter behilflich sein, was wir oft machen und unentgeltlich. Die Mitarbeiterin weigerte sich jedoch und nach Rücksprache auch ihre Vorgesetzte. Herr … hätte gegen Quittung 90 Franken erhalten und ich sollte deswegen zurück fahren und das Geld von ihm verlangen. Nun frage ich Sie, ist mir das angesichts des „Notfalls“, angesichts der alkoholbedingten fehlenden jeglichen Zurechnungs- und Geschäftsfähigkeit Herrn … zu zumuten? Ich sage Ihnen ganz klar, nein. Die anwesende Mitarbeiterin, sie gab mir eine Karte mit dem Namen …, so dass ich annehme das ist ihr Name und die anwesende Vorgesetzte, mit der ich nicht persönlich sprach, haben, meines Erachtens, ihre Aufsichtspflicht gleich zweimal verletzt, indem sie den Vollrausch des Herrn überhaupt erst zugelassen haben und indem sie mir angesichts seines Zustandes nicht das Geld gegeben haben, vor Antritt der Fahrt oder danach, nach Reklamation. Wenn er die 90 Franken gegen Quittung ja hat, so konnte sie das Geld ja auslegen, wenn er es nicht hat, dann kann sie es ja von ihm fordern. (Und als ich da am Warten war, fiel eine junge Frau gerade vor mir ein paar Stufen der Treppe herab, so dass sich mir generell der Eindruck aufdrängt bei Ihrer Einrichtung dort hat man es da nicht so genau mit der Aufsicht.) Es ärgert mich auch sehr die Einstellung der Mitarbeiterin gegen über Taxifahrer, als ich sagte ich sei nicht verpflichtet ihn überhaupt zu fahren und leitete daraus so einen gewissen Anspruch der Dankbarkeit mir gegenüber ab, so antwortete sie mir nur schnippisch, ich hätte das gleich sagen sollen. Auf meine Frage was sie dann gemacht hätte, wusste sie mir keine rechte Antwort, ich sage es Ihnen aber, sie hätte mich unter Druck gesetzt! Eine moralische Verpflichtung mir zu zahlen fühlte sie jedenfalls dadurch nicht, ganz so als ob es ja „normal für Taxifahrer sei Besoffene zu fahren und sich mit ihnen wegen dem Geld herumzuschlagen“. Das, so versichere ich Ihnen ist es aber nicht und ich empfinde große Empörung angesichts so einer Haltung uns gegenüber. Ich möchte nun auch nicht wegen dem Geld herum zetern, soviel war es ja nicht, sondern ich möchte erreichen, dass die entsprechenden Mitarbeiter sich schließlich ihres Fehlverhaltens bewusst werden. Mit freundlichen Grüßen, Jochen Lembke, Europas taxifahrender Schriftsteller

Montag, 4.1.09

Heute schöne Fahrt nach Richterswhyl. Ja, am Meisten macht der Job natürlich man fährt bei schönem Sonnenschein die Autobahn lang und muss sich keine Sorgen ums Geld machen. Erzähle ich dem Ami von dem englischen Lord den ich mal gefahren habe, da halten wir dann schließlich vor so einem schlossähnlichem Gebilde. Manche Leute haben Kohle hier!

Sonntag, 3.1.10

Heute bin ich wieder geblitzt worden, aber ich muss sagen, von den 10-15 Malen, die ich geblitzt worden bin habe ich erst dreimal zahlen müssen, vielleicht gibt es doch eine gewisse Toleranz gegen Taxifahrer. (Oder das dicke Ende kommt noch.)

Dieser markante Kegelstumpf, dem Belchen ähnlich, ist wie vermutet der Tödi mit seinen 3600 Metern.

Heute habe ich auch das erste Mal mit der berüchtigten Bünzligkeit der Schwiizer Polizei Kontakt gehabt, ich stand für zwei Minuten provisorisch eingeparkt, um einem armen Rollstuhlfahrer seine bestellten Kippen zu bringen, damit er endlich bald endgültig abkratzt, da kommen sie durchgefahren und meinen: „Sie habe au g’lernt richtig´s parkiere“. Erst habe ich einen etwas surrealen Moment, ich habe es tatsächlich geschafft in den 17 Monaten niemals direkt mit der englischen Polizei in Kontakt zu treten, von wegen, ihr könnt mich ja gar nicht meinen, ich gehör ja gar nicht hierher, aber dann habe ich schon richtig reagiert, Reue und Einsicht heucheln und nicht zu diskutieren anfangen, sonst fühlen sie sich provoziert und irgendwas zum „bussen“ finden sie immer, bei mir Schlamper allemal. He, eine unbefahrene Seitenstrasse am Sonntagmorgen und es ist noch genug Platz zum „duurefahre“, jo, goht’s noo?

Phantastisches Licht heute wieder, im VG der Primetower, der Woche für Woche höher wird. (2011: Er war DAS Zürcher Geschehen was mich begleitet hat, ich kam als man die Fundamente legte und ging als er gerade fertig war. Und jeden Tag fuhr ich 10mal an ihm vorbei.)

Die Promobil-Gutscheine werden unterschiedlich gehandhabt, vom korrekten Den-Preis-selber-ausfüllen und das Trinkgeld extra geben, über Trinkgeld mit aufschreiben, über den Fahrer den Preis nach Gutdünken selber ausfüllen lassen, bis, in Einzelfällen, zum Ermutigen des Vorsätzlich-falsch-Ausfüllens, ja, bis hin zu dem was heute war, dass er sogar noch seine Kippen mit drauf geschrieben hat!

Bei diesen beiden Bildern habe ich die Farbtemperatur bis an den Anschlag geknallt, indem ich das Bild zweimal dazwischen gespeichert und wieder angehoben habe, bis es endlich mal einem Dia gleich sieht.

„The art critics can kiss my butt“ Seit ich den Audiokommentar zu Titanic gesehen habe bin ich Cameronfan, wir haben beide einfach auch sehr vieles gemeinsam, den Sci-fi-Einschlag, den Traum von einer besseren und gerechteren Welt, die Empörung gegen alles Unrecht, den Ehrgeiz und das besessene Arbeiten, das Sich-setzen sehr hoher Ziele und die Einstellung, das wir eben unser Ding machen und alle, denen wir nicht passen uns am Arsch lecken können. Und das wir beide bettelarm und als Außenseiter angefangen habe (nur das ich, äh, das immer noch bin.) Dass «Avatar» floppen könnte, käme Cameron nie in den Sinn. So sagte er einmal: «Wenn du deine Ziele nur hoch genug ansetzt und dann scheiterst, scheiterst du immer noch auf einem Niveau, das über dem Erfolg eines jeden andern liegt.»

Ja, ich war ein zweites Mal in Avatar, obwohl ich in den letzten drei Jahren vielleicht gerade mal zwei mal im Kino war und ja, mag der Film kitschig (und kommerziell wie alle Cameronfilme) sein, ich breche eine Lanze für ihn und die schönste Stelle finde ich auch beim Zweiten-Mal-anschauen wie Neytiri ihren Jake in den Armen hält, den wirklichen Jake im zerbrechlich kleinen und versehrten Menschenkörper, und wie sie ihn liebt und akzepiert, wie er wirklich ist, als Alien. Der Außenseiter kommt hier wieder durch, in Camerons Skript und Regie, das Aufbegehren gegen jede Norm und die Toleranz gegenüber dem Andersartigem.

Samstag, 2.1.10

Ein Internetanzeige eines Gstaadter Taxiunternehmers hat mich wohl wieder davon abgebracht nach Genf zu gehen. Ursprünglich wollte ich ja nach Grindelwald gehen und warum nun diesen Traum nicht verwirklichen in den Westschweizer Alpen? Auf den Spuren Polanskis vom Ort seiner Verhaftung, Zürich Airport, zum Ort seines Hausarrests, Gstaadt, das hätte doch was? (Plant mein Schnufftier also nun ein gemeinsames Leben mit mir, so kann sie sich auf gesunde Alpenluft einstellen, anstatt Entengrütze und Nebel und 1-Mio-Ballungsraum. )

Viele Grüße noch an „Ruth Rendell“ von Neujahr, die Frau, die ihre bösen Phantasien über einen Serienfrauenmörder aufs Papier bringen möchte, mein neuer Gedanke dazu ist, das Frauen eben gerne auch ihre Konkurrentinnen loswerden wollen…? Was sie Zum-Thriller-schreiben treibt? Nur ein zusätzlicher Aspekt, das Thriller-schreiben Frauensache geworden ist und je blutrünstiger je besser. Sie will ja was auf meine Seite schreiben, doch, ach, wie oft habe ich diesen Spruch schon gehört…

Ich habe auf DAC ja schon angekündigt, den siebten Band zu schreiben, einfach nur um die zu ärgern. Anfangen könnte man mit: (Wie ja alle wissen hatte Arthur das Universum zerstört, so hat ja mein sechster Band geendet) „Arthur wachte auf. Das hätte er besser bleiben lassen, denn so kamen die Erinnerungen. Und so fiel er wieder in eine Art Ohnmacht zurück, denn sein Unterbewusstsein hatte schon voll auf der Platte, dass dieser Boss da, welcher sich das BEwusstsein nannte, als ob ihm das irgendeine Art höhere Daseinsberechtigung hätte geben können, gerade auf keinen Fall bereit war überhaupt auch nur wahrzunehmen was da schief gegangen war. Kosmisch schiefgegangen war. Und zwar kosmisch nicht nur in so eine Art abgespacter neusprachlichen Übertreibung, sondern kosmisch im wahrsten Sinne des Wortes. Da war nämlich tatsächlich etwas mit dem Kosmos und das war nämlich tatsächlich gründlich schiefgegangen und es hatte nämlich tatsächlich Arthur irgendwie da noch so mit herumgedreht. Das wusste das Unterbewusstsein und mehr zu wissen war nicht sein Job. Dafür war der Boss ja da. Nun war auch der endlich zur Stelle, spät aber immerhin und liess mal so probehalber den Gedanken ich denke also bin ich zu, auch bekannt als cogito ergo sum Dies dachte also Arthur und in der Tat war es sein erster Gedanke, seit… nun, seit einiger Zeit jedenfalls und es war ein irgenwie beruhigender, bekräftigender Gedanke. Jaja, die alten Philosophen, dachte Arthur verträumt, bis dann dann noch erare humanum est dazu kam, wie rein zufällig natürlich, wie die verträumten Gedankenassoziationen eines gerade Aufwachenden, noch mit schönen Erinnerungen an die Eroberung von gestern Abend Beschäftigten. Irren ist menschlich? Da blitzte auf einmal etwas sehr Beunruhigendes, etwas sehr, sehr Beunruhigendes durch Arthurs Bewusstsein, welches sich dann einfach mal wieder abmeldete und dem Unterbewusstsein die Drecksarbeit überließ…“

Freitag, 1.1.09

Ich wünsche jedem meiner Millionen Fans und Lesern, besonders meiner treusten natürlich ein schönes neues Jahr!

Taxi gestohlen und Passanten angefahren Ein ungewöhnlicher Zwischenfall ereignete sich am Neujahrsmorgen kurz vor 9 Uhr im Kreis 11. Ein Taxichauffeur stand ausserhalb seines Fahrzeuges, als ein Unbekannter ins parkierte Auto stieg und mit diesem in Richtung Bahnhof Oerlikon davonfuhr. Der 67-jährige Taxichauffeur wurde angefahren und leicht verletzt, als er den Diebstahl verhindern wollte. Kurz darauf fuhr der Dieb ein Paar an, das zu Fuss unterwegs war. Die 24-jährige Frau wurde mittelschwer und ihr 26-jähriger Begleiter leicht verletzt. Der Unbekannte liess das Taxi schliesslich stehen und flüchtete zu Fuss. Das hätte auch mir passieren können, ich war zu der Zeit ganz in der Nähe, lass auch gerne mal den Schlüssel stecken.

Ansonsten, es war extrem wenig los, sowohl gestern nachmittag, wie auch heute morgen, auch die Ballerei nachts ist weniger als im „aggressiven und lautem Teutonien“ und die Fahrgäste waren normal seltsam.

Donnerstag, 31.12.09

Ich wünsche jedem meiner Millionen Fans und Lesern einen guten Rutsch! Letztes Silvester bin ich gefahren, in Brighton, dieses hier in Zürich nicht, da ich ja eben Tagfahrer bin. Aber Neujahr morgen ist auch nicht schlecht.

Mittwoch, 30.12.09

Es geht mir eher mäßig, deshalb fahre ich heute auch nicht. Ich habe aber ja auch endlich meine Massagebank wieder dabei und gebe heute Abend eine Massage, das lasse ich mir nicht nehmen, es fehlt einem sogar richtig.

For Sale! Collector’s item! Bids please! The opening bid for 2010 is a 100 Swiss-Franc (US-Dollar) or 75 Euro. Next year it will be double.

Dienstag, 29.12.09

Habe wieder irgendeinen Grippeschub, aber wahrscheinlich geht es morgen wieder.

Gestern oder so ist mir übrigens eingefallen, warum Eoin Colfer nur so einen armseligen plot abgeliefert hat! Warum nicht früher, ich habe doch sein Buch gekauft um zu schauen, ob er von mir abschreibt, aber er hat nicht getan. Okay? Da war also bereits ein absolut super plot, der im Übrigen auch ziemlich zwingend ist, wenn man ein bisschen schreiben kann und die Anhalterbände kennt, aber da war eben schon jemand früher auf die Idee gekommen! Shit, shit, Eoin.

Montag, 28.12.09

So, nun ist Bett und Tisch aufgebaut und die Kleider, die ich vorher einfach auf dem Boden liegen hatte sind drüben im anderen Zimmer. (Wir haben es nicht geschafft, man muss sie nämlich anschließend, wenn sie überall eingehängt ist, in genau die andere Richtung drehen.)

Diese Kletten von gestern! Die Stellen auf der Haut sehen aus wie Mückenstiche und jucken genauso! Mutiert!

Sonntag, 27.12.09

Da sitzt eine Klette, diese Biester haben es in sich, überall habe ich die Haken im Fleisch sitzen, nachdem ich mich irgendwo schamhaft im Busch verkrochen habe um zu pinkeln, das „Urinieren auf öffentlichem Grund“ ist in der Schweiz ja verboten!

Bollywood in Züri

Grabschomi kann nicht alleine laufen und muss „geführt“ werden. Was aber wenn nicht so ein hübscher, junger Mann mit dem Taxi kommt, sondern eine Frau?

Nun gilt es noch Silvester zu überstehen und dann geht es für mich immer schon wieder aufwärts, dem Sommer zu.

Samstag, 26.12.09

Wieder zurück in meiner neuen Heimat, man fühlt sich doch geborgen, wenn man das große verwirrende Deutschland hinter sich gelassen hat und so die Schweizer Autobahn entlangtuckert, die Hinweisschilder mit „Zürich“ sieht und auch die anderen Autos mit Zürcher Kennzeichen lassen einen gewissen Grad der Heimeligkeit aufkommen. Kaum aber von der Autobahn runter werden sie wieder zu Konkurrenten um Ampelpositionen und sind die, die immer im Weg sind.

Habe erholsame Tage hinter mir und es hat mir entschieden gut getan aus dem Ewiggleichen hier mal rauszukommen für ein paar Tage. Bis auf dass ich etwas Wichtiges vergessen habe mitzunehmen, was mir gewaltig stinkt, war alles auch ein gewisser Erfolg, ich habe ja auch sehr viel Zeug transportieren können und habe jetzt hier erstmalig ein Bettgestell, einen Tisch und zwei Stühle. Jetzt habe ich auch Bücher hier, die ich dann im Taxi anbieten kann und kann wieder jeden zweiten Tag eins davon verkaufen.

Die Handzettelaktion war jedoch nur ein bedingter Erfolg, da kaum Taxis über Weihnachten unterwegs sind und ich ja auch als Abwerber komme und die meisten Freiburger Firmen ja selber eh kaum Fahrer haben. Zwei, drei Fahrer haben sich gefreut, haben meine Bücher gelesen und sehen mich nun persönlich, da ist aber auch so eine kaum zu überbietende Tristesse im Freiburger Taxigewerbe, die mich jedesmal, wenn ich da Kontakt habe, wieder überkommt, ich glaube, mieser kann die Stimmung wohl kaum mehr sein. Die Zentrale ist umgezogen und ich dachte, in neuen Räumen nun, es tut sich doch was, da sind die jetzt in einer Baracke an GFR angelehnt untergebracht, wahrscheinlich weil sie so Betriebskosten sparen. (Und gleich die erste Kollegin, die ich sehe, drückt mir die Nachricht vom Ableben eines Kollegen rein, den ich persönlich recht gut gekannt habe. (Gut, war aber auch wohl so von ihm gewollt, rauchen, saufen, fressen, sieben Tage die Woche Taxi fahren… ich hab’s kommen sehen!) Ich habe jedenfalls heute keine neuen Klicks dadurch bekommen, werde es wohl auch nicht mehr machen, andere Aktionen würden mich aber schon reizen.

Habe gerade wieder sehr grosse Sehnsucht nach Brighton, (ich meine, allein das Meer… vergleichen mit dieser Entengrütze hier und dem beständigem Kerosin- und „Kehrichtheizkraftwerk“-g’schmäckle bei Windstille. Die Alpen, so nahe, doch ich habe nicht viel von ihnen).

Man kann in den Alpen deutlich den Harschschnee in der Sonne glänzen sehen, kein Skitourenschnee, weiß ich aus eigener Erfahrung.

Donnerstag, 24.12.09

Sanfte Technorythmen bis morgens um 6 von der Bar unten haben mich in den Schlaf gewiegt und begleitet. Nun bin ich, gääähn, frisch und munter und breche auf um drei Tage in Freiburg zu verbringen und meine Handzettelaktion mit dem Zürcher Taxi durchzuführen, ich werde in drei Tagen berichten, solange bin ich internetlos.

Mittwoch, 23.12.09

Diese Displays sind so unchristlich scheiße… so sind sie auch kaum entzifferbar. Hier steht „bei der Tramstation Höschgasse kann man laden, bitte „en schnälle“. Für nicht (Zürcher) Taxifahrer übersetzt: ein Fahrgast hat dort signalisiert mit einem Taxi fahren zu wollen, aber der jeweilige Fahrer war schon besetzt und gibt das dann an die Zentrale weiter und die gibt es für alle frei, bitte „ein Schneller“. So steht dann dort auch schon mal „chunt use“, für (Fahrgast) „kommt raus“.

„Hopp Schwiiz“. Lembke biedert sich wieder einmal total peinlich beim Gastland an.

„Dett kamma ja ooch janz andert machen, wa“ wie mir meine Berliner Fahrgästin heute sagen würde, die mit viel Schnauze und auch ein wenig Herz mir „klarjemacht“ hat, dass sie Fahrer nicht mag, die einfach verpeilt losfahren, wenn sie sich nicht auskennen, so nach dem Motto, wird schon juut jehn, wa. Ich entgegnete dann zaghaft, sie würde mich ja auch durcheinander bringen mit ihrem Rigiblick (wo sie hin wollte), bei ihr würde das ja eher wie nach einem Spreeblick klingen, wat denn, icke, so eher nach Köpenick oder Neukölln oda uffn Wedding, aber nich wie Zürich. Sie kennt hier jedenfalls keene antideutschen Ressentiments, sie balinat sich eenfach in die He’zen von de‘ Leute rinne, wa, sie sei nämlich sehr beliebt! Also ihr Deutschen in der Schweiz nu‘ ma nich so zaghaft, wa!

Eher zurückhaltender war da das alte Paar, das immer SWR4 hören würde, weil sie so ein wenig Freiburger, bzw. Stuttgarter Wurzeln hätte. Sie hörten auch gern, dass ich mein Interview auf SWR4 mit Dirk Starke noch in sehr guter Erinnerung habe.

Der erotische Kick des Tages beim Lembke, hole ich eine junge osteuropäische Mietmuschi bei so einem alten Molch ab und kann, ich habe einen sehr guten Geruchssinn, so olfaktorisch an einer heißen Liebesnacht mit einer jungen Schnecke teilhaben. Seufz, mein Leben ist im A…

Vorweihnachtliche Stimmung in der Großstadt, die Leute sind gestresst und all die vielen, deren Leben nicht so hundertprozent perfekt ist… es ist die Zeit im Jahr wo einige davon ganz besonders bösartig werden, so wurde ich heute nach eineinalb Stunden Wartezeit von einem Verkehrsteilnehmer als „Ihr Taxifahrer meint wohl ihr könnt euch alles erlauben, du Arschloch!“ beschimpft. („You think you own the road, mate“, wie es in Brighton heißen würde.) Ich glaube eher, wir Taxifahrer sind die Leute, die sich alles gefallen lassen müssen, aber, gut, drängeln, rasen, pöbeln, hupen, wir geben auch kräftig zurück.

Interessanter Artikel für den der Französisch kann. He, Hitler hat ja von solchen Sachen auch immer profitiert, oder? Hitler, Stalin, Berlusconi. Noch Fragen? La rumeur se propage sur internet. L’agression de Slivio Berlusconi a-t-elle été organisée? Dimanche dernier, le chef du gouvernement italien a reçu en pleine figure une statuette de métal. Résultat: un visage ensanglanté, des dents cassées et plusieurs points de suture. Au plus bas dans les sondages, aurait-il mis au point un moyen (efficace) pour remonter dans les sondages? Vidéos à l’appui, les blogueurs décortiquent l’agression et pointent les incohérences. Certains évoquent le sac poubelle noir sorti (trop?) rapidement par les gardes du corps de Berlusconi juste après l’agression et avec lequel l’homme politique va se cacher le visage. Il rentre ensuite dans sa berline. Mais au lieu de rejoindre un lieu sûr, il ressort de la voiture, le visage en sang face aux caméras. D’autres s’interrogent sur l’absence de sang sur la chemise blanche du Cavaliere: étonnant lorsque les médecins déclarent qu’il a perdu un demi-litre de sang! Enfin, une vidéo qui a été vue plus de 500 000 fois sur Youtube met en évidence un objet curieux tenu par l’un des gardes du corps de Berlusconi (un spray contenant du sang artificiel?). Bref, ce n’est pas la première fois que la théorie du complot se développe à toute vitesse sur le net (rappelez-vous: le 11 septembre n’a jamais eu lieu, et les Américains n’ont pas posé un pied sur la lune!), mais en Italie la presse s’interroge également sur cette agression. Ainsi, La Repubblica a publié sur son site une série de photos détaillant la chronologie de l’attaque. En France, le correspondant de Radio France à Rome, Eric Valmir, s’est fait l’écho de ces doutes sur son blog dans un billet intitulé: „Et si l’agression de Silvio Berlusconi n’était qu’un grand bluff ?“. Pourtant, le spécialiste, qui s’est exprimé sur Nouvelobs.com, ne prend pas au sérieux cette théorie. „Je ne crois pas à un coup monté car il n’y a aucune preuve, explique-t-il. L’agression a aussi bien pu être organisée par la gauche que par la droite car les deux camps sont les rois de la manipulation.“ Quoi qu’il en soit, la cote de popularité de Silvio Berlusconi fait fi de ces rumeurs et a gagné trois points en une semaine, après sept mois de chute continuelle

Dienstag, 22.12.09

Noch ein „mach ich nicht mehr“, ich hab diesen untrigen kleinen Artikel verfasst als Pressemitteilung, als ich gemerkt habe, ich habe einfach keinen Bock mehr dazu. Die sollen sich bei mir melden, diese Arschlöcher. Seit schwindende Quoten schreiben die ohnehin nur noch gegen Bares, mittel oder unmittelbar oder über das was vermeintlich beim Leser ankommt, über jedes neu gefundene Leichenteil bei Flugzeugabstürzen schreiben die sich die Finger wund, aber sonst? He, ich mach immer weiter und immer weiter und ich erreich die Leute früher oder später, da habe ich überhaupt keine Sorge. Aktionen ja, Presseaktionen nein.

„Im Rahmen meines bestehenden Taxi-Weltrekords, der erste, der in drei Ländern als lizensierter Taxifahrer tätig war und darüber geschrieben hat, möchte ich am 24ten, im Rahmen meines Weihnachtsurlaubes, eine kleine Aktion durchführen und mit einem Züricher Taxi in Freiburg an den Taxiständen vorbeifahren und Handzettel verteilen. Ich mache darin auf meine Webseite, mit dem laufendem Weblog seit September 2007 in drei Ländern aufmerksam .Vielleicht interessiert Sie diese Aktion im Besonderen, im Allgemeinen sind Sie gerne dazu eingeladen über meinen stets weitergehenden Weltrekord zu berichten, mein nächstes Ziel ist dann die französische Schweiz, Genf, in etwa 3-4 Monaten.“

Ich hab mich jetzt fest für Genf entschlossen und werde mir heute noch einen Stadtplan kaufen. Genf-Stadt, ohne Agglomeration, hat nur die Hälfte der Einwohner von Zürich-Stadt, was den Schein erleichtern sollte.

Da spickelt der Dicke hervor! (Mont-Blanc)

Montag, 21.12.09

Ich habe es gerade auch auf meiner englischen Seite verkündet, nachdem ich einen Haufen arroganter schnöseliger Engländer in Zürich gefahren habe, war heute die Krönung, so dass ich sagen kann, nie wieder als Taxifahrer nach England, sei es Brighton oder sonstwo, es sei denn man rollt den roten Teppich für mich aus. Irland oder Schottland gerne, aber dieses arrogante Pack, thank you, but no thank you.

War heute in Uster, also auch in dieser Ecke jetzt, einen deutschen Architekten aus Berlin, dem das hier alles zu sauber und ordentlich ist. (Weissauchnich, ich find Zürich teilweise ziemlich dreckig, alt und vergammelt.)

Seebach und Schwamendingen, Zürichs SVP-Hochburgen, heute habe ich jemand in der Gaststätte Nationalhof abgeholt!

Es wird viel Werbung für Limousinenservice gemacht, den richtig Reichen und Feinen Zürichs sind die Taxis halt zu popelig.

Ich lerne mit großem Vergnügen Französisch, seit ich mal in Stefanie, eine französische Austauschschülerin, o lah la, verliebt gewesen bin stand die Sprache bei mir immer hoch im Kurs, hatte aber nie Zeit dafür. Nun schon. Gehe wahrscheinlich doch „uff Ganf“ (nach Genf).

Sonntag, 20.12.09

Minus 10 Grad, trockene Luft und Morgensonne in Zürich!

War mit Schnuffbär Kaffee trinken, da er eine Freitagnachtschicht gefahren ist, goss er jedoch nur einen in sich hinein, fraß eineinhalb Croissant, rauchte hastig drei Zigaretten und entließ mich wieder. Er glaubt jedenfalls auch nicht an meinen Erfolg. Niemand glaubt an meinen Erfolg, außer mir.

Freitag, 18.12.09

Sehe Rollstuhlfahrerin, die im Rollstuhl Mercedestransporter mit Rollstuhllift fährt, ein anmutiges technisches Ballet. „Smooth ballet of technology“ (Douglas Adams)

Jemand erzählt mir von der Schweinekohle, die Taxler hier mit UBS gemacht haben, vor der Krise, Chauffeurdienste mit sehr langen Wartezeiten und die sind hier eben 70 Stutz die Stunde. Aber anscheinend gibt es sie wieder, nur nicht für Billigchauffeure wie mich etwa, die mit Uralttoyotas unterwegs sind, grrr.

Heut gurke ich das erste Mal durch den neuen Uetlibertunnel ins Knonaueramt, nett. Nettes kleines Familiendrama auch, Tochter Scheidungskind, drogensüchtig, (Therapie, aber rückfällig), aber anscheinend umgänglicher und patenter als die Frau Mama. Ich habe ihr versprochen die Fahrt zu beschreiben, aber hütt nömmä. (2014: so was ist dann leider weg, ich krieg es heute nicht mehr zusammen, deshalb sollte man sich immer Stichworte aufschreiben!) Ich sollte auch mal auf die Züridrogenszene eingehen, die ja auch weltbekannt ist. (Nachzutragen habe ich auch den weltbekannten Sprayer von Züri, der ja hier wieder tätig sein soll. Natürlich auch die Hausbesetzerszene, für die Zürich damals auch bekannt war.)

Nachzutragen habe ich auch die Story von der Zürcherin, die im WK2 in der französischen Armee fallschirmspringende Sanitäterin war, hübsche junge Frau und Offiziersfreiwild, siebenmal vergewaltigt, aber damals waren halt andere Zeiten als heute, und wenn schon der Herr Staatsanwalt persönlich den Hosenritz aufmacht, kann man halt die Anzeige eh vergessen. (Auch erzählt sie von den 12-14-jährigen Müttern, die in bordellähnlichen Behausungen gehalten wurden und jedes Jahr neu Nachwuchs hatten.) Heute ist es ja genau umgekehrt, kleine Zicken können die Justiz ja ganz schön auf Trab halten, mit ihren Verleumdungen. (2014: meine männerrechtlichen Erfahrungen lehren mich ohnehin eine andere Sichtweise ihrer Schilderungen.)

Donnerstag, 17.12.09

Ich war im Bett mit einem Star – holt mich aus meinem Alltagstrott raus 1/14 Als Mister Schweiz André Reithebuch in einer Disco auf Tuchfühlung mit einer neuen Bekanntschaft ging, fühlte diese sich plötzlich bedrängt. Doch anstatt die Polizei um Hilfe zu rufen, meldete die angeblich Belästigte sich morgens um 5 Uhr beim «Blick». Was tut eine Frau, die in einer Disco von einem Prominenten unsittlich berührt wird? a) sie ruft die Polizei oder die Security vor Ort b) sie holt ihre Freunde zu Hilfe c) sie ruft um 5 Uhr früh beim «Blick» an Manuela U. hat sich für Variante c) entschieden. Am Samstag vor einer Woche feierte sie im Beach Club Hinwil. Als Special Guest war auch Mister Schweiz André Reithebuch an der Party. Die beiden kamen sich auf der Tanzfläche näher. Zu nahe, wie Manuela U. fand. «Aufgelöst» rief die 18-Jährige den «Blick» zu Hilfe, Reithebuch habe ihr «gegen ihren Willen das Top runtergezogen».Die Mister-Schweiz-Organisation hält hingegen fest: Der Betreiber des Beach Clubs habe den Vorfall von seiner Security-Firma untersuchen lassen und keine Beweise für die Vorwürfe gegen Reithebuch gefunden. Ausserdem sei Manuela U. in jener Nacht stark alkoholisiert gewesen. Wer lügt? Im Nachhinein ist das erstens kaum mehr eruierbar, zweitens spielt es eine untergeordnete Rolle. André Reithebuchs nächtliches Erlebnis soll hier lediglich als Beispiel dienen für ein Phänomen, das man heutzutage überall beobachtet: «Kiss and Tell». So nennen es die Engländer. Lose übersetzt: Bettgeschichten (mit Prominenten) ausplaudern. Reithebuch ist nicht allein. Zurzeit gibt es einige Dokumentationen von «Kiss and Tell» in der Weltpresse. Da ist Tiger Woods, der täglich gespannt die Zeitungen aufschlagen darf, um zu sehen, welche Frau sich heute wieder vor aller Welt als seine Geliebte outet. Oder Carl Hirschmann, dessen Sexleben in den letzten Wochen mit freundlicher Hilfe seiner diversen Affären von den Medien bis in die dunkelste Ecke ausgeleuchtet wurde. Wobei es sich bei Hirschmann um einen Sonderfall handelt – aber dazu kommen wir noch. Einer, bei dem «Kiss and Tell» zum Volkssport wurde, ist Robbie Williams. Bekannt dafür, dass er nach seinen Shows gerne weibliche Fans mit aufs Zimmer nahm, tummelten sich jeweils schon Stunden vor Konzertende aufgetakelte Damen in den Bars von Williams‘ Hotel. Die, die ihm am besten gefiel, wurde von Bodyguards auf die Suite des Sängers geführt. Nach ein paar Stunden Liebesspiel durften die Frauen wieder gehen. Und am nächsten Tag ihre Geschichte dem Meistbietenden verkaufen. Williams wusste, dass das geschehen würde und hatte seine ganz eigene Art, damit umzugehen: Er gönnte seinen Bettgespielinnen «grosszügig» die paar Minuten Ruhm, welche ihnen durch das öffentliche Ausplaudern der Liebesnacht zuteil wurde. «I’m glad that spending the night with me guaranteed you celebrity», singt Williams im Song «Monsoon». Auch die Zürcher Verkäuferin Noëmi kam durch Williams zu ihren 15 Minuten Ruhm. Und einer Titelstory im «Blick», den sie selber en Detail über die Nacht mit Williams informiert hatte. Nicht alle begnügen sich mit ein bisschen Ruhm. Wenn schon an die Öffentlichkeit gehen, dann soll auch ordentlich was dabei rausspringen. So verkaufte die Qantas-Hostess Lisa Robertson ihre Geschichte vom Sex mit Ralph Fiennes über den Wolken für 200’000 Dollar an ein Magazin und eine Zeitung. Andere schaffen es, ihre 15 Minuten Ruhm zu ein paar Jahren Ruhm auszuweiten. Etwa Rebecca Loos, die persönliche Assistentin von David Beckham. Sie verkaufte 2004 ihre angebliche Liaison mit dem Fussballer sämtlichen möglichen Medien – und baute die Affäre tatsächlich zu einer kleinen Karriere aus. Sie nimmt bis heute an TV-Shows mit Halbprominenten teil und gab letztes Jahr ihre erste Single heraus. Ausserdem schrieb Loos ein Buch über ihre angeblichen erotischen Erlebnisse mit David Beckham. Die berühmteste Geliebte der Welt liess sich ebenfalls nicht lumpen: Nachdem sie mit ihren Enthüllungen beinahe den US-Präsidenten aus seinem Amt gestürzt hatte, setzte Monica Lewinsky voll auf den Bekanntheitsgrad, den sie durch die Affäre mit Bill Clinton erreicht hatte. Auch Lewinsky schrieb ein Buch, war Gast in unzähligen Sendungen. Heute bezeichnet sie sich als Geschäftsfrau. Für die Lewinskys und Loos‘ dieser Welt gilt: Spätestens wenn Gras gewachsen ist über die Affären, aus denen sie Kapital schlagen, sinkt ihr Stern. Und mit ihm versinken Lewinsky und Co. wieder da, wo sie hergekommen sind: in der Bedeutungslosigkeit.Wir wollen das «Kiss and Tell»-Phänomen nicht auf Frauen beschränken. Auch Männer kennen diesen Instant-Ruhm-Trick. Ein Schweizer gehört zu jenen, deren Karriere auf der Affäre mit einer Prominenten fussen: Carl Hirschmann. Als der Goldküsten-Jüngling bei den Schweizer Medien damit hausieren ging, ein Gespiele von Paris Hilton zu sein, kannte Carli den Grossen noch niemand. Ironie der Geschichte, dass er heute behauptet, die Frauen würden alles mitmachen, um von seinem Prominentenstatus und seinem Glanz etwas abzubekommen. Sehr guter Artikel!

Hatte heute zwei sehr schöne Fahrten, eine nach Uetlikon und eine nach Dietlikon, mit sehr netten Gesprächen.

Hier morgens am Zürisee bei Küsnacht, ungefähr.

Hier kann man die Fähre nach Horgen nehmen

Mein Freund, der Baum, sein Herz blutet in Bächen, genau wie meins.

Meine neuen Handzettel, demnächst werde ich sie aus einem Zürcher Taxi an Freiburger Taxis verteilen!

Und noch ein Tagizitat, das DARF ja nicht fehlen! (Ich meine, Blair hat ja schon damals den Golfkrieg eins befohlen, nachdem er den Film Topgun geschaut hat, warum also nicht?)

Peinliche Enthüllung zum Beginn des Irak-Kriegs: Tony Blair genügte angeblich das Gerede eines irakischen Taxifahrers, um den Einmarsch zu rechtfertigen. Taxifahrer rund um den Globus sind geschwätzig und um schöne Anekdoten selten verlegen. Zuverlässig sind sie aber als Quelle nicht. Doch das scheint den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 nicht zu stören. Und den früheren Premierminister Tony Blair schon gar nicht. Er vertraute angeblich auf die Aussagen eines Taxifahrers an der irakisch-jordanischen Grenze, wonach Saddam Hussein über Massenvernichtungswaffen verfüge. 2002 erklärte der britische Premier: «Der Irak besitzt chemische und biologische Waffen. Seine Raketen sind binnen 45 Minuten einsatzbereit.» Der Rest ist bekannt: Diese These war entscheidend für die Intervention im Irak, welche in der Nacht zum 20. März 2003 begann. Den Vorwurf, dass das Geschwätz eines Taxifahrers als Beleg für die These herangezogen wurde, der Irak verfüge über biologische und chemische Massenvernichtungswaffen, hat der konservative Abgeordnete Adam Holloway erhoben. Er schreibt in einem Bericht der Denkfabrik «First Defence», die Angaben seien von einem Fahrer an der irakisch-jordanischen Grenze gekommen, «der sich an eine zufällig mitgehörte Unterhaltung in seinem Taxi vor zwei Jahren erinnert hatte». Ein Geheimdienstmitarbeiter habe die Aussage in einer Fussnote zwar als «nachweislich falsch» bezeichnet. Die Regierung habe sie dennoch als wahr eingestuft und ihr Irak-Dossier darauf gestützt, schrieb Holloway. Die Regierung kommentiert die Vorwürfe nicht. Der in Sicherheitskreisen gut vernetzte Holloway beruft sich auf zwei zuverlässige Geheimdienstquellen in London sowie auf einen zusätzlichen Informanten aus Washington. Demnach handelte es sich bei dem Taxifahrer um eine sogenannte «Sub-Quelle». Auf Druck der Downing Street hätte der Geheimdienst damals möglichst viele Informationen zusammenbringen müssen, die einen Krieg rechtfertigen könnten, schreibt Holloway, der auch Mitglied des Verteidigungsausschusses ist. Die Agenten im Irak seien nach Informationen «ausgequetscht» worden. Der Irak-Bericht von 2002 bekam später den Namen «dodgy dossier» (zwielichtiges Dossier), weil sich herausstellte, dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen hatte. Grossbritannien war im Frühjahr 2003 an der Seite der USA in den Irak einmarschiert – ohne Uno-Mandat und gegen den Willen der meisten Briten. Der britische Ex-Geheimdienstchef John Scarlett hat sich gestern von diesem Irak-Bericht über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak distanziert. Die Anmerkung des damaligen Regierungschefs Tony Blair im Vorwort, der Geheimdienst habe die Existenz solcher Waffen «zweifelsfrei» belegt, basiere nicht auf den Geheimdienstinformationen, die er im Hauptteil dargestellt habe, sagte Scarlett. Vor dem Untersuchungsausschuss über die britische Rolle im Irak-Krieg sagte er weiter, Kritik an Blair habe ihm als damaligem Geheimdienstchef allerdings nicht zugestanden. «Das Vorwort war eine offenkundig politische Aussage des Premierministers. Es waren durchgängig seine Worte und sein Kommentar.»

Mittwoch, 16.12.09

Tja… was lässt sich zu der gestrigen Entgleisung sagen, außer dass ich bei gewissen Fäkalwörtern offensichtlich schon die Schweizer Rechtschreibung verinnerlicht habe und sich in den Ritzen der Tastatur vom anderen Laptop sich nun etwas befindet, was viertels so gut schmeckt und halb so teuer wie Baileys ist, aber genauso reinhaut? Und dass ich heute lieber etwas später anfange? (Und diese Entgleisung besser wieder wegzensiere.)

Über Weihnachten werde ich zwei Tage nach Hause fahren und ein kleine Aktion in Freiburg mit einem Zürcher Taxi machen, das sei schon angekündigt!

Fahre Severin Richiger (und seinen Kontrabass) vom Duo Hinterletscht, die zwei Zürcher Musikkomiker, noch mache ich ja kostenlos Werbung, zum Dynamo. „Vielleicht gehe ich ja mal auch noch nach Island“, sage ich und er erzählt mit von seinem Kollegen und Freund Andreas Thiel, der in Zürich und auf Island lebt, anscheinend jede Woche pendelt.

Fahre einen sehr interessanten Menschen vom Pfarrer Siebert, der zwar offensichtlich die gleichen Probleme wie die anderen dort hat aber von sich behauptet, Opernsänger zu sein, nun, er konnte jedenfalls auf mein „confutatis, maledictis“ aus dem Mozartrequiem mit „tuba mirum spargens“, einem Solostück aus demselbigen antworten und hätte auch lange Zeit in „Teutonien“, womit man hier ja mein Heimatland so schön umschreibt, gelebt und zwar in Städten wie Hamburg und Berlin, also wer weiß…. er war aber nicht gut drauf und daher habe ich nicht weiter nachgehakt. Dort habe ich jedenfalls in einer sehr engen Garage wenden müssen, fünf Minuten hin und her, Rekord! Wir würden ja heute nicht mehr in den Zeiten von Bücherverbrennung leben, Gott sei Dank, sagte er, worauf ich das Bonmot kreire, nein aber wir würden dafür in den Zeiten der Büchereinstampfung leben, weil sie kein Mensch mehr lesen will und das ist genauso schlimm (vor zehn Jahren Bücher zum Beispiel, die vor einer drohenden Klimaewärmung gewarnt haben.)

Auch das ist Zürich: ein öffentliches Urinal, in das jemand geschissen hat, habe ich auch noch nie gesehen, obwohl gleich daneben die Schüssel ist. (Kann man natürlich nicht runterspülen.) Herrgottnochmal, da wird einem auch erst kurz mal schlecht.

Dienstag, 15.12.09

Habe einen Kater von zuviel Pinot Grigio, den ich unbedingt mal trinken wollte, nachdem ich mal in England vier Flaschen davon an eine einsame Alkoholikerin ausgeliefert habe und die Fahrt wohl nie mehr vergessen werde, es blieb alles in Shoreham und die hat wohl ein Brightontaxi bestellt, weil sie keine Shorehamtaxis reden haben wollte. Aber das war kalifornischer und dies hier ist sizilianischer, aber was für ein Bitterling! Aus Frust darüber habe ich bald die ganze Flasche gesöffelt.

Ich bin jetzt ein halbes Jahr in Zürich, habe hier den wärmsten und den bisher kältesten Tag des Jahres miterlebt.

Meinen Hasen geht es wieder gut, er hatte sicher nur irgendein Bauchweh, was die Viecher gerne mal kriegen, (aber auch leider schnell mal daran verrecken) und sein Lieblingsweibchen war einfach krank vor Sorge. Es hat mich heute wieder richtig ausgiebig geschleckt, als wollte es sagen, du, das mit gestern, da war ich eben schlecht drauf.

Montag, 14.12.09

Tragischer Vorfall am Silvesterlauf 2009: Kurz nach 18.45 Uhr ist die 36-jährige Frau zusammengebrochen. Trotz Reanimationsmaßnahmen sei die Frau gestorben. Die genauen Umstände und die Todesursache würden noch abgeklärt. „Weitere Tausend starben vor Frust im Rückstau bis nach Schaffhausen, darunter auch Europas taxifahrender Schriftsteller“ Nein, im Ernst, bei den Verkehrsverhältnissen die in Zürich eh herrschen, ist der Sinn solcher Aktionen ohnehin fraglich, zumal neuste Forschungen belegen, Marathon ist nicht ungefährlich, auch für Gesunde.

War in Pfäffikon heute, bisher längste Auswärtsfahrt, da wo eine Landbrücke den Zürichsee überquert.

Fahre alte Mannheimerin, die schon über 40 Jahre hier ist und wie alle Deutsche, scheint mir, die nicht mehr jung und voller Energie sind und in der Schweiz ihr Glück machen wollen, ist sie nicht glücklich hier.

Meine Hasen machen mir wieder Sorge, das Männchen scheint irgendwie krank zu sein und sein Lieblingsweibchen habe ich noch nie so erlebt wie jetzt, sie will mich nicht schlecken und reagiert überhaupt nicht wenn ich sie auf den Schoss nehme, nur runter will sie nicht wieder. Das kann einen so fertig machen, ich weiß ich habe ihnen sehr viel zugemutet das letzte halbe Jahr, aber ging’s mir besser? (Wer fragt denn nach mir, ob ich leide wie ein Hund?) Muss morgen weitersehen.

Na, bitte, kaum ist Klimagipfel, hat es eisige Temperaturen in Europa. Haben die da einen Schamanen eingestellt?

Hatte heute erste, einigermaßen gute Konversation auf Französisch.

Unsere Auftragscomputer taugen einen Scheiss, von allen drei Ländern sind sie die schlechtesten. Heute wieder eine Stunde verloren, wegen Problemen damit – und jetzt haut es auch noch die Sicherung raus in der Wohnung!

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Über Jochen Lembke

Europe's cab-driving writer
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