22.3. – 1.5.2010 (Zunehmender Zürichfrust)

Samstag, 1. Mai 2010

Ein gründlich verregneter, ist er! Na ja, dann kann man ja im Bett liegen bleiben und Beziehungen pflegen. (Hemmungslos schluchz)

Dies ist wie gesagt einer Kollegin, die ich persönlich kenne und die bei uns arbeitet passiert! In den frühen Morgenstunden des 20. März 2010 kam es an der Förrlibuckstrasse 151 im Zürcher Kreis 5 zu einer Auseinandersetzung, die für einen 17-Jährigen tödlich endete. Der junge Mann starb nach einer Messerstecherei vor dem Klub «Q» an seinen Verletzungen. Der Täter entkam auf einem Fahrrad. Er konnte noch immer nicht gefasst werden. Doch auch das Todesopfer selbst war kein unbeschriebenes Blatt. Der verstorbene Michael R. und sein bei der Messerstecherei ebenfalls verletzter portugiesischer Freund hatten im vergangenen Herbst ein Taxi ausgeraubt, wie «20minuten.ch» am Montag schreibt. Zusammen mit einem dritten Komplizen, einem heute 18-jährigen Automechaniker aus Oberengstringen, überfielen sie in der Nacht auf den 3. Oktober 2009 eine heute 54-jährige Taxilenkerin aus Dietikon. Sie erbeuteten damals rund 700 Franken. Am Montag mussten sich die zwei noch lebenden Räuber vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Sie zeigten sich umfassend geständig und reumütig. Das Gericht verurteilte den Automechaniker zu acht Monaten bedingt und den Portugiesen zu neun Monaten auf Bewährung.

Hegemännchen, ist sie nicht süß?

«Eimerweise Scheisse über mir ausgeschüttet» Nach monatelangen Plagiatsvorwürfen erzählt die Autorin Helene Hegemann erstmals, wie sie die heftigen Anfeindungen…. Contenance, Hegemännchen, auch über mich haben Leute schon „eimerweise Scheiße“ ausgeschüttet, aber beklage ich mich darüber, habe ich nicht gleich das Ohr der Schmierfinken (Presse). So etwas nennt man den Lolitaeffekt, Hegemännchen. Und so freche Worte nimmt sie in den Mund, die Kleine, da kribbelt es ja richtig im Schritt, bei den Fünfzigjährigen.

Taxipolitik ist wieder eingeschlafen in Zürich, keinen interessiert es mehr, wie auch die schon Jahre vorher. Und mich ehrlich gesagt auch nicht, ich sehe nicht ein, in meiner Freizeit weiter aktiv zu werden, lieber orientiere ich mehr und mehr in die anderen Teile der Schweiz, jetzt wo es lange hell bleibt. Mit Halbtax ist man günstig und schnell in Luzern, eine Stunde, und im französischen Sprachraum schneller als von Freiburg aus in Colmar. Fribourg oder Neuchatel jeweils eine Stunde zwanzig.

Freitag, 30.4.10

Großes Kompliment einer Amerikanerin, die mich fragte, ob ich Brite sei, wegen meines englischen Akzents! It´s what keeps me going, these days.

Donnerstag, 29.4.10

Baustelle Zürich

Fuhh, was für eine Hitze, was? Fast wie in Griechenland. Na, da hilft nur noch griechische Arbeitsmoral, in den Schatten sitzen, Ouzo trinken und die Deutschen arbeiten lassen. Nicht wahr? In denen ihrem Land hat es ja nicht so eine Hitze. Ich fasse es nicht dieser Dreistigkeit dieser Ouzo-Connection, stellt denen ihre Bouzoukimusik ab! Ich wünschte mir hier wirklich einen Volksabstimmung wie in der Schweiz, zum Thema Finanzhilfe für G. Und wenn Hilfe, dann aber nur wenn kein Grieche mehr irgendeine Entscheidung treffen darf, sie sollen alle angestellt werden und den Chef vor der Nase haben! Da wundert man sich nicht über Europamüdigkeit beim kleinen Mann, der darf sparen, während die Bosse Europaweit absahnen.

Übrigens, die größte Stadt der Welt ist…? Tokio, mit 36, 7 Millionen. Mit Abstand. Hab ich auch nicht gewusst, ich dachte irgendwie so Richtung Brasilien. aber da kommt erst Sao Paulo an dritter Stelle mit 20,3. Noch mal, übrigens, auch in Japan ist Linksverkehr, obwohl es nie zum Commonwealth gehörte!

Mittwoch, 28.4.10

Schönes Wetterchen, nicht wahr? Die Kastanien stehen schon in voller Blättertracht und es fällt mir nun auf, dass Zürich doch einige sehr lange Kastanienalleen hat, macht sich sehr gut, Brighton dagegen ist meistens zu eng für Straßenbäume.

https://www.youtube.com/watch?v=NnfGXbgIEP0 Freiburgs Kastanienallee

Das Wetter macht mich endlich wieder froh, habe auch jetzt nach der Arbeit eine schöne Wanderung gemacht und die Bewegung tut mir wirklich gut, ich habe es ein halbes Jahr schleifen lassen und das rächt sich.

Mein F. macht weiter Fortschritte. Bei einer Unterhaltung auf Französisch sagte mir einer, die Romands würden langsamer als die Franzosen sprechen und nicht so sehr alles binden und Silben verschlucken. Umso besser.

Der Kleinen geht es gut, obwohl sie sehr mager ist. Ich habe sie zu den anderen und sie fühlt sich sichtlich wohl, man muss abwägen was besser ist.

Dienstag, 27.4.10

Ich war heute im Wald und habe mir einen schönen Tag gegönnt. Man kann nichts erzwingen.

Die Schweiz hat die schmutzigste Fahrzeugflotte Westeuropas! „Rage-Rover“, überwiegend gefahren von über fünfzigjährigen Männern, die keinen mehr hoch kriegen! Geschieht ihnen recht! Wie jetzt eine neue Untersuchung des Bundesamtes für Strassen zeigt, die von CVP-Nationalrat Sepp Cathomas aus Graubünden verlangt wurden, immatrikulieren die Bergkantone zwar einen grösseren Anteil an Allradfahrzeugen. Von den 2009 im Kanton Graubünden zugelassenen Fahrzeugen, waren 62 Prozent Offroader, in Appenzell Ausserrhoden waren es 49 Prozent, im Wallis 39 Prozent. Die meisten Offroader verkehren aber nicht im Berggebiet, sondern im flachen Mittelland. Laut dem Astra-Papier sind von den 199’710 Personenwagen, die in den Mittellandkantonen und in den Städten 2009 neu zugelassen wurden, 48’832 Allradfahrzeuge. Allein im Kanton Zürich wurden im letzten Jahr 12’655 Allradfahrzeuge neu in Verkehr gesetzt. Das sind 3637 Fahrzeuge mehr als in den fünf Bergkantonen Graubünden, Appenzell Ausserrhoden, Glarus, Uri und Wallis zusammen. Insgesamt wurden in diesen Kantonen 2009 9018 Offroader zugelassen. Das Astra-Papier bestätigt aber auch einmal mehr, dass die Allradfahrzeuge CO2-Schleudern sind: Sie pusten pro Kilometer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre als Fahrzeuge ohne Vierradantrieb – auch wegen des höheren Gewichtes. Als Faustregel gilt: 100 Kilogramm Mehrgewicht bedeuten 0,5 Liter Mehrverbrauch pro hundert Kilometer und entsprechend auch mehr klimaschädlichen Output.

Montag, 26.4.10

Du weißt, dass dir Kinder fehlen, wenn du nicht weißt, was mit der Plastikfigur vom Happymeal machen. Da sitzt du nun also da mit diesem kleinen Drachen aus Plastik und er lastet dir schwer in der Hand, denn du hast niemand, dem du es schenken kannst und wegschmeißen? Ein Kind hätte sicher Freude daran.

Es ist doch jetzt auch Frühling

Jaja, 25 Jahre Tschernobyl… und ich dachte, nur ich werde älter. Ich kann mich gut erinnern, ich war damals noch ein junger, aufstrebender taxifahrender Medizinstudienanwärter in Heilbronn, wollte damals noch keineswegs der berühmteste Taxler der Welt werden, sondern einfach nur mal keinen Ärger mit Leuten haben – da hieß es auf einmal man soll keinen Salat essen. Dann sollte man auf Milch verzichten, dann auf Pilze und schließlich auf Wild. Worte wie Bequerel und Cäsiumgehalt waren in aller Munde. Und nun zeigen sich Risse im Sarkophag und natürlich ist in der Ukraine (oder Weißrussland? Shit, bin jetzt zu faul das nachzuschlagen, gilt ohnehin für beide) immer noch der alte Schlendrian und die schaffen das wohl nicht ohne Kohle aus dem Westen, wie viel deren hübsche Töchter auch in Zürich anschaffen mögen. Bakschisch aber wird´s dann möglich machen.

Heute morgen wieder richtig guter Start, in drei Stunden so viel eingenommen wie gestern den ganzen Tag, man merkt auch den wieder offenen und rund laufenden Flughafen.

Ach jeh, da sitzt dann so eine kleine zitternde Kreatur auf dem Schoss und man weiß nicht so recht, was es werden wird, sie frisst nicht sehr viel und ist sehr schwach. Ich habe sie zu den anderen getan, weil das eigentlich immer besser ist, aber das vielleicht auch ein Fehler, die Natur ist so grausam und Kaninchen neigen manchmal dazu kranke Artgenossen anzugreifen, beim letzten Mal verlief es eher besser, sie waren damals eher fürsorglich. Die Fäden halten, aber sie haben sichtlich daran herum geknabbert. Das Unter- und Oberlied ist gestrafft und der Tränennasengang, bei Kaninchen problematisch, ist gespült worden, aber wer sagt, dass er sich nicht gleich wieder zusetzt? Seufz. Das ist wirklich die schlimmste Strafe für mich, wenn eines meiner Tiere krank ist.

D´Schwiiz macht mal wieder internationale Schlagzeilen als Bünzlistaat. Hopp Schwiiz und weiter so. (Ich halte zudem hier fest, noch nie wurde ich so oft im Straßenverkehr von „Hilfssheriffs“ angehupt wie in der Schweiz.) Geigerin droht Strafe von über einer halben Million Franken. Am Samstag wurde Violinistin Patricia Kopatchinskaja bei der Einreise von Zollbeamten stundenlang festgehalten und ihre 4,5 Millionen Franken teure Violine beschlagnahmt – obwohl das Instrument gar nicht ihr gehört, sondern eine Leihgabe der Österreichischen Nationalbank ist. Nun kommt noch mehr Ungemach auf die in Bern wohnhafte Moldauerin zu: Nicht nur bleibt die 1741 von Guarneri del Gesù erbaute Geige vorerst in Zollgewahrsam, auch wird ein Strafverfahren gegen die Musikerin eingeleitet, wie das Zollinspektorat gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz erklärt. «Frau Kopatchinskaja hat Waren nicht angemeldet, deshalb müssen wir diese Massnahme ergreifen», sagt Daniel Tschudin, stellvertretender Zollinspektor am Zürcher Flughafen.

Passend dazu der Schweizer Oberlehrer heute, der sicher schon Generationen von Schulkindern jedes Selbstvertrauen ausgetrieben hat, ich soll aufhören mit Taxifahren, weil ich nicht wüsste wo links sei. Da muss ich doch wieder den Deutschen raus hängen, der „besser Deutsch kann als die Schweizer“. Also, es gibt recht präzise Möglichkeiten einen Taxifahrer zu dirigieren und sie sind allemal besser als sinnloses Herumkreischen, LINKS! Denn, es gibt scharflinks, links und halblinks. Otter nöt?

Ich bin ein Japaner! Leute, endlich macht mal jemand was Konkretes, es ist doch so einfach, man muss es nur wollen und unproduktive Aussitzer und reine Machtmenschen vom Format Helmut Kohl abwählen! Anstatt stundenlang laden, Batteriewechsel! Kommt der Esel nicht zum Ochs, so muss der Ochs halt zum Esel!!!! Tokio setzt auf Elektro-Taxis. Tokio hat einen ersten Schritt bei der Umstellung der Taxiflotte auf Elektromotoren gemacht: Seit (dem heutigen) Montag sind drei Elektroautos auf den Strassen der japanischen Hauptstadt unterwegs. Die Batterien der Fahrzeuge sollen 300 Kilometer lang durchhalten und dann rasch ausgewechselt werden können, wie das US-Unternehmen Better Place mitteilte. Die japanische Regierung unterstützt das Projekt, das zunächst drei Monate dauern soll. Elektrofahrzeugen gehöre wegen der steigenden Zahl von Autos und der deshalb steigenden Spritpreise die Zukunft, sagte Better-Place-Chef Shai Agassi. «Es gibt keine Alternative.» Die Kosten für Elektroautos würden dagegen sinken – wie die von Flachbild-Fernsehern. Die Besonderheit des Pilotprojekts in Tokio ist, dass die Akkus der Testfahrzeuge an Wechselstationen ausgetauscht werden. Der Batteriewechsel soll weniger als eine Minute dauern. Damit unterscheidet sich das Konzept von anderen Versuchen mit Elektroautos, bei denen die Wagen oft stundenlang aufgeladen werden müssen. Zunächst gibt es in Tokio nur eine Wechselstation. In der Stadt gibt es aber 60’000 Taxis – mehr als in New York, Paris und London zusammen. Um sie alle versorgen zu können, müssten es 300 Stationen sein. Bis dahin ist es also noch ein langer Weg. Nach Angaben Ichiro Kawanabes, dessen Taxiunternehmen mit Better Place zusammenarbeitet, ist noch nicht entschieden, wie es nach der Testphase weitergehen soll. «Wir wollen mit unseren Taxis einen Beitrag für die Gesellschaft leisten», sagte er. Zwar sind nur zwei Prozent der Fahrzeuge in Japan Taxis, diese verursachen aber ein Fünftel des gesamten CO2-Ausstosses, wie Better Place erklärte. Japanische Regierungsvertreter äusserten die Hoffnung, dass das Pilotprojekt in anderen Städten Nachahmer findet. Japan hat sich ehrgeizige Klima-Ziele gesetzt: Im Jahr 2020 will das Land ein Viertel weniger CO2 produzieren als 1990.

Übrigens, deutsche Afghanistantruppen. Zahlt jedem Taliban der aussteigen will das Eineinhalbfache und ihr könnt schon sehr bald wieder nach Hause. Aber warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht, ihr könnt sie natürlich auch alle puttemacht, das macht mehr Spaß. Aber glaubt mir, das kommt für den deutschen Steuerzahler teurer, als Ersteres. In Afghanistan verdienen nur wenige besser als die Aufständischen. Die Taliban zahlen ihren Kämpfern umgerechnet rund 300 Dollar im Monat. Zum Vergleich: Das Durchschnittseinkommen in Afghanistan beträgt 35 Dollar. Die Taliban-Kämpfer verdienen auch deutlich mehr als afghanische Polizisten und Soldaten.

Ästhetik des Luftverkehrs. Der Vogel zeigt uns seinen Hintern, aber auch schön geschwungene Flügel.

Am Morgen waren an diesem Tag als der Flugverkehr wieder anlief noch die meisten Flüge gecancelt, aber ab Nachmittag lief es dann.

Sonntag, 25.4.10

Säulen der Erde fertig gelesen. Mit wem identifiziere ich mich jetzt am meisten? Unschwer zu raten, mit dem undisziplinierten, chaotischen, genialischen und leidenschaftlichen Jack natürlich! Und wie lang hat er auf seine Aliena warten müssen! http://de.wikipedia.org/wiki/Die_S%C3%A4ulen_der_Erde Hier ist ein link, wer das Buch noch nicht kennt. Es gibt auch eine Fortsetzung, aber wer da alleine die Beschreibung der Charaktere bei Wiki liest, kriegt schon einen Einblick wie streng nach Strickmuster Ken Follet schreibt. Romane vom Fließband! Die gleichen stereotypisch guten oder bösen Charaktere, starke Frauen (60% der Leser sind weiblich) und böse Vergewaltiger, pro Charakter eine (aber nicht mehr) deftige Liebesszene, und am Schluss siegt das Gute in einem Happyend. Wie designe ich einen Bestseller.

So war mein Tag heute morgen: ich bekomme mitgeteilt, dass die Formulare aus Brighton da sind, eine sehr schmerzhafte Erinnerung, dass der Schein am 18. Mai ausläuft. Die ganze Zeit macht mir das Magenschmerzen. (2014: Welch folgenschwere Fehlentscheidung!) Dann habe ich drei Fehlfahrten in eineinhalb Stunden, absoluter Negativrekord, wenngleich es Sonntag morgen (afterhour) eh die meisten Fehlfahrten gibt, das bestätigt mir auch eine Bedienung, die in einen Afterhour-club will. „Die Anständigen gehen jetzt nach Hause und der Ärger kommt dann am Nachmittag.“ Dann frage ich das Züritaxioriginal mit dem Chevrolet, von dem ich schon ein Foto gemacht habe und der hinten drin in Heck hockt und liest, wie daheim auf dem Sofa, ob ich von ihm ein Bild machen kann, er hat einen so herrlichen unkonventionellen Look. Eher nicht, sagt er. Dann hol ich was vom McWürg und fahr auf den Parkplatz und habe gerade die erste Pommes in den Mund gesteckt (am Besten noch schön heiß), da kommt ein Marktforscher her und will mir 2,3 Fragen stellen. Sag ich, nee, eigentlich habe ich doch jetzt gerade hier mein Essen. „Ach so… Sie sind doch Deutscher!?“ sagt er.“Ja.“ „Jaja, die Deutschen… wir kennen die Deutschen!“ Und zieht beleidigt ab. Also liebe Schweizer… ich glaub, ich brauch das hier gar nicht weiter kommentieren, aber wer ist hier denn hier nun der Unverschämte von uns beiden? Er ist frustriert, weil er seinen Willen nicht kriegt und macht den Rasso. Speisen sich denn die gesamten antideutschen Ressentiments aus solch dumpfem Frust, in der Schweiz?

Schweizer Chefs: Hohe Löhne, schwache Leistung. Die Chefs von Schweizer Unternehmen erbringen unterdurchschnittliche Leistungen, beziehen aber in Europa die höchsten Vergütungspakete. Wahrscheinlich auch aus obiger Quelle.

Brisante Behauptung von FDP-Nationalrat Otto Ineichen: Zurzeit kämen jeden Monat rund 1000 illegale Flüchtlinge – die meisten kriminell – von Italien über die Schweizer Grenze. Er fordert drastische Massnahmen. Otto Ineichen stützt sich dabei auf Gespräche mit italienischen Parlamentsabgeordneten. Es handle sich vor allem um Nigerianer. «Die italienischen Behörden animieren Flüchtlinge aus Schwarzafrika, in die Schweiz weiterzureisen», sagt Ineichen in der Zeitung «Sonntag» . Seit Anfang Jahr habe die Kriminalität im Tessin massiv zugenommen. Ineichen fordert «eine militärische Führungspersönlichkeit», eine Art Migrations-General, der über Massnahmen entscheiden könne, ohne den Bundesrat und die Kantone zu fragen. Polizei und Auffangzentren seien «komplett überfordert». Es brauche «überwachte Migrationszentren. Am besten militärische Camps, wo die Flüchtlinge bleiben müssen, bis abgeklärt ist, ob sie in der Schweiz bleiben dürfen oder nicht.» Naja, sag ich zweierlei dazu, erstens dürfte sich die momentane Abschiebungsschwäche (herrliches Schweizer Wort, nicht wahr?) der Schweiz gegen Nigerianer dort herumsprechen und zweitens, liebe Schweizer, „Heidi“ war ja auch nur von einer deutschen Vorlage abgekupfert, wie wär´s denn nun mal mit dem Heinrich (Himmler)? Fragt doch mal in D. nach, ob da noch Pläne von ihm irgendwo rumliegen für „militärische Camps.“ So mit Schornstein a la Auschwitz wäre doch nicht schlecht, falls die Auschaffungsflüge weiter ausfallen, wegen Politik und Vulkan. So in etwa, raucht der Vulkan, so muss dann eben auch der Schornstein rauchen. „Durch den Kamin fegt der Neger, mit dem Wind zurück nach Afrika – statt mit dem Flieger!“ (2014 Tja. https://jochenlembke.wordpress.com/2014/12/29/holocaust-oder-gar-luge/)

Wenn das nun meine nette Fahrgästin liest, die so optimistisch und fröhlich und nett war, dass es eine reine Freude wäre Taxi zu fahren, wenn es nur solche Fahrgäste gäbe! Jedenfalls, sie brachte mich wirklich herzhaft zum Lachen, als sie auf meinen Handzettel hin meinte, ob das nun jeder Taxifahrer so machen würde, so etwas? So von wegen zur Imagepflege!? Lol.

Warum ich immer so die SVP im Visier habe? Nun, die SVP ist das in der Schweiz, was früher der Kohl in D war. Nämlich die ideale Zielscheibe für Satire. Nein, im Ernst, die SVP ist eine demokratische Partei, jeder einzelne Punkt, den sie in ihrem Programm hat ist für sich genommen durchaus vernünftig und diskutabel. Nur, wenn man aus all diesen Punkten dann ein Programm schnürt – dann kommt dieser sonderbar dumpfe und bräunliche Mief dabei heraus, der einem so komisch aufstößt.

Und nun die Boulevardthemen beim Lembke: Zürich ist der Puff der Schweiz! Nach Schätzungen gibt es hier zwischen 2000-5000 Damen, die anschaffen und das bei nur 360.000 Einwohnern, also vielleicht 50-70.000 Männer im zeugungsfähigem Alter! Da weiß man doch was die ganzen Aargauer und Schwyzer und Zuger hier abends so machen!

Heute fuhr ich Leute in die Schoffelstrasse (City) und in die Stoffelstrasse (Seebach)! Zieh sich das mal einer rein!

Samstag, 24.4.10

So sitze ich nun also da mit einer 6-Tage-Woche vor mir, ab morgen und einem kranken Kaninchen daheim, das Tropfen und Salbe verabreicht bekommen soll und wer Kaninchen hat, weiß, wie schwierig das ist ihnen etwa ins Maul einzuflößen. Außerdem weiß ich nicht, ob ich ihr das überhaupt noch hätte zumuten sollen, nachdem sie jetzt schon 8 1/2 Jahre ist. Alle vier meiner Kaninchen werden jetzt alt und ich habe kein Geld für irgendwas.

Dazwischen lese ich gerade wie besessen „pillars of the Earth“ (Säulen der Erde), natürlich en anglais, bien sur. Ich habe es vorher gelesen, vor meiner Schriftstellerei und jetzt, nachdem ich selber einige Bücher geschrieben habe und natürlich diesbezüglich meine Unschuld verlor. Über große Strecken ist es brilliant (nein, das schreibt man ja brillant) geschrieben, aber auch mit Längen und einigen Fragwürdigkeiten. Ich habe noch nie einen epochalen 1000-Seiten-Roman geschrieben, habe es aber fest vor.

Freitag, 23.4.10

Setze den Blinker, vergewisser mich im Rückspiegel und wechsel ordnungsgemäß die Spur, da hupt mich ein Kollege an, weil er mich nicht reinlassen will. So etwas ist mir in 25 Jahren Taxifahren noch nie passiert. Nicht in Deutschland und schon gar nicht in England, wo vorbildliche Kollegialität herrscht. Noch dazu ein Landtaxi! Man sollte sie gar nicht erst nach Zürich reinlassen! An der Stadtgrenze abfangen und Fahrgäste übernehmen! Ich bin es ja gewohnt hier von Zürich, dass einen niemand reinlässt, eine typische Schweizer Form der Aggression, von wegen, ich halt mich ja auch an die „Oornigg“ (Ordnung)“, aber so etwas!

Komm ich nach einer 6-Tage-Woche, in der ich weniger als sonst in einer 5-Tage-Woche verdient habe mein Kaninchen von der Augen-OP abholen, da kostet das 450 Franken, in Worten, Vierhundertfünfzig!

Donnerstag, 22.4.10

Au Backe, es zeigt sich nun, wie wenig Geschäftsreisen eigentlich wirklich essentiell notwendig sind, sondern mehr oder weniger teurer Luxus! Sagt mir einer, er kennt einen, der eigentlich von Übersee anreisen sollte, es aber nicht tut, weil er dann nicht festhängen will, u.U.. So wie er denken all diejenigen, von denen die 1517 Taxis in Zürich normalerweise ein gutes Zubrot erhalten. Grausam, die Umsätze in den letzten Tagen!

Mittwoch, 21.4.10

Ich gehe davon aus, dass meine Emails an den Tagi ignoriert wurden, was aber nicht so sehr viel heißt, weil wohl die meisten ignoriert werden, man hat wohl mehr Chancen, wenn man etwas per Post schickt oder anruft. Dennoch, ich habe sehr das Gefühl, den Medien geht es nicht so sehr darum Lösungen für die Taximisere zu finden, sondern sie lediglich anzuprangern. Journaille, eben.

Jetzt geht das Handaufhalten los von jenen Airlines, die durch den ruinösen Preiskampf zu Dumpingpreisen keinen Speck angefressen haben und dafür sorgen, dass ich Geschäftsleute aus der Stadt zum Flugi fahre, anstatt dass sie zum Bahnhof laufen, sie dann eine Stunde ein- und auschecken und sie dann bei der Ankunft in Genf eine Viertelstunde gegenüber der Bahn gespart haben. Vulkanasche kann nicht so ungesund sein wie 22000 Flugbewegungen in Europa jeden Tag, ja, paradoxerweise sorgt der Vulkan ja vielleicht für jene Abkühlung, die uns der Flugverkehr überhaupt erst nötig gemacht hat!

Dienstag, 20.4.10

Obwohl, tun sich nicht gerade wieder die Pforten der Hölle auf? Na ja, es raucht jedenfalls auch in allen Köpfen, ob man es nun nicht ein wenig übertrieben hat mit dem Grounding aller Flieger. Ich bemerke und davon nehme ich mich selber nicht aus, ohnehin überall einen Trend zum Schwarzsehen und zur Hysterie. Die Schweinegrippe galoppiert wieder einmal, nicht wahr? (Ich will mich bessern und optimistischer denken.)

Nun, ich denke, das Grundproblem ist eben, dass ein Beamter der Flugsicherheit das Urteil fällt und nicht die gestrandeten Passagiere, die verzweifelt genug waren Taxis durch ganz Europa zu nehmen, (ein weiterer Kollege hat mir erzählt, er hätte eine Fahrt nach Wien ablehnen müssen, da andere Verpflichtungen.) Hätte man die gefragt, sie hätten ganz anders entschieden, als einer, der dann gerade stehen muss, wenn doch etwas passiert, ein Grundproblem in unserer Welt. Jemand verbietet etwas, weil er die Verantwortung für andere trägt, aber nicht den Vorteil hat, wenn es gut geht und würde er für sich selber entscheiden, würde er das Risiko klar eingehen! Dezentralisieren lautet das Instrument der Gegensteuerung. Dezentralisieren und jeder entscheide für sich selbst, sonst erstickt diese Welt noch an Verboten.

Montag, 19.4.10

Es wird doch wohl endlich die nächste Zeit möglich sein, bei aller Gefährdung, wenigstens so viele Flüge durchzuführen, dass alle Gestrandeten an ihre Ziel kommen. Vielleicht sollte man den Leuten eben selber überlassen, ob sie ein Risiko eingehen oder nicht, überflüssige Flüge wird jetzt sowieso keiner mehr unternehmen. Es spielen sich wirklich so langsam kleine Dramen ab!

Schweizer Einstellung zum Risiko zeigt ein Kollege von mir, den man um eine Fahrt nach Calais gefragt hat, bis zu 4000 Franken. Nein, es wäre schon 15.00 Uhr und er fährt ihn nicht, er soll mit dem Zug fahren. (!!!!)

Es lohnt sich immer mit Leuten im Dialog zu bleiben und nicht den Kopf in den Sand zu stecken und/oder über zu reagieren, die Leute vom Hubertus haben mir jetzt eine nennenswerte Entschädigung gezahlt! (2014: Das war nur einmal und darauf hätte ich auch gerne verzichten können!)

Für gestern bin ich nun doppelt bestraft. Weite Fahrten dürfte es keine mehr geben, wer entnervt genug war um ein Taxi durch Europa zu nehmen, der hat das getan, der Rest hat sich arrangiert, fast spannend, wie jeder auf seine Weise.

Heute kein Flugverkehr, dazu Schulferien und Sechseläuten. Ich hätte genauso gut daheim bleiben können.

Sechseläuten 2010

Sechseläuten 2010

Sechseläuten 2010

Sechseläuten, eine Art Fasching für Besserverdiener.

Sonntag, 18.4.10

Goldgräberstimmung unter Europas Taxifahrern. Für die meisten Kollegen wird der Umsatz die Tage eher bescheiden sein, weil alle vom Flugverkehr leben, niemand so sehr wie die Zürcher, aber ein paar haben gestern und heute das große Los gezogen. „Taxis fahren quer durch Europa“, schreibt die NZZ. Und tatsächlich, auch die Gerüchte weisen darauf hin, es geht etwas, man hört von Kollegen, die nach London unterwegs sind. So ein Pech, ich kriege nur Brüssel. 2500 Franken ausgemacht, ich fahre 12 km von Kilchberg zum Hiltonhotel, noch 20 Minuten vor dem Termin, und kriege mit, wie da jemand steht und sagt „maybe it´s him“. Darauf drängt sie ein Mann ins Hoteltaxi. An der Rezeption wird mir klar, das war meine Fahrt nach Brüssel. Gewesen. Ein Tausendfrankenschein löst sich vor meinen Augen in Luft auf. Ich komme nur auf den üblichen mageren Umsatz, und er wird jeden Tag schlechter werden, bis sich das Business-Karussel-Zürich-Flughafen wieder dreht.Was bleibt, ist Charakter haben oder nicht. Sich furchtbar aufregen oder es sein lassen können. Die Gier nach Gold und schnellen Reichtum hat schon so machen um den Verstand gebracht, auch, oder gerade heute in unserer Zeit. Ich hake das relativ schnell ab.

Cancelled

Flugitaxis. Obwohl alle Flüge gecancelt sind, stehen ein paar trotzdem da. Es gibt dort auch einen Bahnhof, aber die da stehen, hoffen alle auf die ganz große Fahrt.

Samstag, 17.4.10

Ich habe die Mädels nicht nach ihrem Ausweis gefragt, aber wer im Zweifel ist ob dieser süße Po schon 18 ist, sollte nicht hinschauen.

Transportiere Akten vom Steuerberater zum Hotel, zehn Kisten

Ist das nun Hochnebel oder die Aschewolke? Stand Samstag, 8.00 Uhr. Im Süden ist alles frei und nach Norden schwarz. Aber wahrscheinlich wird man die Asche hoch oben in der Luft gar nicht sehen, das hier wird Hochnebel sein, er fängt ja schon ab 700 Meter an.

Freitag, 16.4.10

Auf den Tag fahre ich jetzt ein halbes Jahr in Zürich.

Keine Flugifahrten mehr! Ich fahr zwei, die nach Irland fliegen wollten, die müssen jetzt nach Paris mit dem Zug, dann in die Bretagne und von dort aus eine Fähre nehmen! Jaja, die Isländer, erst Pleite machen und dann Europas Wirtschaft lahmlegen. Nächstens werden noch die griechischen Vulkane wieder aktiv!

Wenn allerdings jetzt auch ab heute Nacht auch der Schweizer Luftraum gesperrt wird, könnte es wiederum interessant für uns werden, Basel, Bern, Genf… aber es gibt ja immer noch die erste Klasse in den Zügen, die ja sonst immer leer ist, da lernen die ganzen Businesspeople vielleicht mal den Bahnkomfort kennen.

Donnerstag, 15.4.10

„Berlin lässt traumatisierte Soldaten im Stich“. Ach nee. Gute Tradition, und in bester Gesellschaft von allen Regierungen, zu allen Zeiten, die ihre Soldaten je in Kriege geschickt hat. Wie hieß es so schön bei der Wehrmacht, geweint wird, wenn der Kopf ab ist.

Die „Dokumentarfilmer“ vom Entlisberg – zwei Frauen arbeiten wieder in der Pflege, was für den Anwalt der Klägerschaft ein Skandal ist. Meiner Ansicht nach ist ein Skandal, wenn Leute über einem zu Gericht sitzen, die wesentlich wesentlich bessere Arbeitsbedingungen haben. Wenn die beiden Frauen sonst gut und tüchtig sind, werden sie überall mit Handkuss genommen, die Herren Anwälte, Richter und Staatsanwälte ziehen die alten Leute nämlich nicht aus der Scheiße. So sieht´s aus.

Vulkanausbruch legt den Flugverkehr lahm – fahr ich eine halbe Stunde durch den Stau zurück vom Flughafen, weil ich mit einem auch aus Brighton, was für ein Zufall, nicht wahr, vereinbart habe ihn hinzufahren – da sagt er, basically I´m fucked, es gehen keine Flüge mehr. Tja. Ich auch. Aber, da hatte ich doch eine gute Chance für einen außergewöhnliche Fahrt oder? Bisschen Psychomassage und off we go, I get you to London, come on! Denn, wer weiß, wann wieder Flüge gehen. Aber andererseits, eine Abkühlung durch Vulkanasche, wir können wieder Co2 produzieren, auf Teufel komm raus und die Klimaskeptiker wären fein raus.

Ups, erste Delle, seit Jahren. Mache Umzug und am Zielort steht einer und ich denke der weist mich ein und dann steht er nur da und sieht wie ich auf einen Pfosten fahre. „Hach, ich wollt ja grad die Hand heben, aber da war´s schon passiert.“ Super.

J´accuse! Hier kostet eine kleine Colalightflasche vier Stutz! Frechheit!

Mittwoch, 14.4.10

Steh ich am Carplatz, da seh ich den Bus aus Billigmädchenland ankommen, ihm entsteigt ein blondes Busenwunder. Na ja, weiß ich schon, was die hier so treibt und richtig, sie steigt bei mir ein und will zum Club Aphrodisia, da wo der Dougan und ich ja immer zusammen unsere Boni verprassen. Na klar, würde ich auch gerne mal vorbeikommen, sage ich, was ja immer ein gern gehörtes Kompliment ist, die Mädels wollen ja schließlich nicht Emma lesen im Club, sondern was verdienen. Sie sei schon woanders gewesen, in Schwamendingen, aber da würde sie nicht so gut verdienen und die Leute seien auch nicht so toll. (Kann ich verstehen.) Aber es sei halt nicht meine Gehaltsklasse. Aber ich hätte schon etwas vom Aphro auf meiner Seite, auch ein Bild von einem Mädel. Aber ohne Gesicht. Sagt sie, sie wolle kein Bild von sich, weil sie auch Verwandte hier hat und die sollen wohl denken, sie arbeitet als Bedienung, also Kellnerin oder so, aber nicht als leichtes Mädchen. (Na ja, aber ich glaub sie hat schon den richtigen Job, so viel Busen auch noch den ganzen Tag rum tragen, beim Servieren, nee, besser ´n Job wo man sich zwischen rein mal hinlegen kann.) Zweitens sagt sie, die Mädchen hätten normalerweise immer Fotos von sich, mit Gesicht, weil sonst würden die Leute denken ihr Gesicht wäre hässlich, wenn sie es nicht zeigen.

Dann fahre ich Engländer, der mich so ein bisschen ausfragt, nach Hotels und so, aber die klassische Frage wo ist denn hier noch was los? kam nicht (normalerweise immer die Frage nach dem nächsten Etablissement), prüder Engländer halt. Ich sage, was ich mache und er freut sich, das sei sicher interessant. Ja, klar, sage ich und erzähle ihm vom Busenwunder. Ahhh! Und dann will er, dass ich ihn nächste Woche am Flugi abhole und dann können wir ja zusammen in den Club Aphrodisia, ich kann sie ihm ja vorstellen. Sure thing, wenn er zahlt. Dann erzählt er noch, er sei aus Brighton und wundert sich, dass ich zu lachen anfange.

Die Polybahn

Central

Die Oper

Abstehen in Altstetten

Dienstag, 13.4.10

Die Schweizer sind so lahmarschig in der Entscheidungsfindung, kein Wunder, dass die Führungschicht so langsam gegen Deutsche ausgetauscht wird. Da testet man nun in Zürich nach dem Tram aus Basel und dem Combino aus Bern nun noch ein weiteres Tram, aus Augsburg diesmal und wieder werden in einer großen Aktion Fahrgäste befragt. Ich mein, ist ja rührend, alles, aber so groß sind die Unterschiede nicht und das muss ja alles auch bezahlt werden. In D. hätte man jetzt einfach schon mal 5 Tram gekauft und bezahlt, bevor hier erst die Aktion abgeschlossen ist. Auch kein Wunder, dass Schweizer Fußballer in der Bundesliga nicht gefragt sind. Wenn da ein Stürmer frei mit der Pille vor´m dem Tor steht, dann muss erst ein Volksentscheid darüber gemacht werden, ob der überhaupt abziehen darf. „Ja, mainsch würkli? Einzig groß ist hier der Kontrollsektor, mit der Stasi, pardon, der Gestapo, pardon der Stapo (Stadtpolizei) und der Securitate, pardon, das war ja der rumänische Geheimdienst, unter „Ciao“ Cesco, also, der Securitas. Spitzel und Kontrolettis, da kommt Swissness auf. Ja, wir Deutschen sind zackig, nicht wahr, da wird halt mal g´schwind in Polen einmarschiert, man kann sich ja immer noch entschuldigen hinterher, wenn´s nix wurde. Was wiederum die Polen geprägt haben muss, wer Offizier sein will, der soll sich nicht so haben und bringt den Vogel runter. Irgendwie. Was wiederum die Russen gefreut haben muss, da müssen sie sich diesmal gar nicht einmal die Mühe machen und die polnische Führungsschicht liquidieren, in Katyn, per Gruss von Väterchen Stalin (Genickschuss), das machen die diesmal schon mal vorsorglich von alleine.

Nein, im Ernst, wie will man denn hier die Missstände in Taxigewerbe angehen, wenn alles solange dauert? Man ergeht sich in Aktionismen und Kontrollzwängen und der Tarif gehört reformiert!!!! Grundgebühr von 6 auf 8 rauf, erster und zweiter Kilometer von 3.80 auf 6, so hätte man für eine 2 km Fahrt 20 Frankche. Ab dann 10% senken, so dass man zum Flughafen nach wie vor für´s gleiche Geld fährt. Man kann das ganze auch noch ganz genau ausrechnen, wenn man weiß wie viel Fahrten wie viel bringen, dann kann man nämlich einen Tarif berechnen, der exakt genauso viel kostet wie vorher, nur das kurze Strecken teurer und lange billiger sind.

Montag, 12.4.10

Heute wieder gefahren. Seufz. Es macht wirklich nicht mehr allzu viel Spaß. Und was ich überhaupt nicht mehr abkann, sind die Omis mit Krücken für CHF 11.60 um’s Eck. Ich habe eine Omis-mit-Krücken-Allergie! Sollen die doch beim Dougan anrufen und den fragen, ob er sie umsonst fährt, grrr!

I ve got the blues, while my cab-door gently weeps…

Der Fahrplan ist jetzt, einen Monat ranklotzen und weiter Französisch lernen und ab dann rum telefonieren. Ich kann ja auch nach Freiburg (Schweiz) gehen, wäre doch gägig, otter nöt? Heute habe ich einmal ein Auto FR (Schweiz) gesehen und nur 10 Autos danach FR (Breisgau). Des (abergläubischen) dummen Bärlis Zeichen?

Es ist davon auszugehen, dass der Pilot Weisung von oben bekam nicht den Ausweichflughafen Moskau anzufliegen, sondern sich nicht so zu haben.Von was für einer todessehnsüchtigen Clique wurde denn dann Polen regiert? Vielleicht besser doch ein Neuanfang.

Die Krankenkassen in der Schweiz müssen mit viel, viel weniger Geld auskommen als die in D., da sie nicht nach Einkommen gestaffelt sind und es auch keinen Arbeitgeberanteil gibt. Deswegen gibt’s kein Geld für Zahnarzt oder anderes, gar Hochglanzbroschüren oder drei, vier Schreiben auf’s Mal und gleich am nächsten Tag. Die Assura, bei der ich bin und die ist auch die billigste, hat auch absoluten Billigservice. Ein Chipkärtchen gibt es nicht und vor allem im ganzen Kanton Zürich gibt es nur drei Apotheken, bei denen man die Rezepte einlösen darf!!!!

Sonntag, 11.4.10

Nachtrag zum abgewiesenen Asylbewerber aus Nigeria, der bei der „Ausschaffung“ (Schweizerisch für Abschiebung) verstarb.Vielleicht war er auch nur ein mieses Schwein, was Drogen verkaufen wollte? Meine persönlichen Erfahrungen mit Nigerianern sind eher schlecht und auch andere Afrikaner(!) bestätigen das, die Leute von dort haben einen extrem schlechten Ruf! 99,5 Prozent der Asylbewerber aus Nigeria hätten nicht die geringste Chance, in der Schweiz Asyl zu erhalten, sagt BFM-Direktor Alard du Bois-Reymond. In einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» erklärte der BFM-Chef: «Sie kommen nicht als Flüchtlinge, sondern um Geschäfte zu machen.» Ein grosser Teil betätige sich hier in der Kleinkriminalität und im Drogenhandel, behauptet du Bois-Reymond.

Schweizer Gefängnisse übervoll! Insgesamt haben demnach im Kanton Bern in den letzten Monaten 20’000 Personen ein Aufgebot für den Haftantritt erhalten, weil sie trotz Mahnungen und ­Betreibung das Geld schuldig blieben. Die Strafvollzugsbehörden schätzen, dass 17’000 noch in letzter Minute bezahlen werden. Die Entwicklung wird durch das neue Strafrecht, das seit 2007 in Kraft ist, ausgelöst. Mit den Geldstrafen statt kurzen Freiheitsstrafen wollte der Gesetz­geber die Gefängnisse entlasten. Experten warnten schon damals, dass viele Verurteilte die Bussen nicht bezahlen werden. «Die sogenannten Ersatzfreiheitsstrafen erhöhen gerade jetzt den Druck auf die Gefängnisse, die sonst schon übervoll sind», sagt Roland Hengartner Leiter des Straf- und Massnahmenvollzugs im Kanton Aargau laut dem Zeitungsbericht. Wie die Gefängnisse diesen Ansturm ­auffangen sollen, ist unklar: «Wenn jetzt noch zusätzliche ­Personen eingewiesen werden, müssen wir Notbetten in Warteräumen aufstellen», zitiert das Blatt Marlise Pfander, Leiterin des Regional­gefängnisses Bern. Die Situation ist in der ganzen Schweiz prekär, so die «SonntagsZeitung» weiter. Alle geschlossenen Haftanstalten meldeten ­Vollbesetzung. Einen Stau gebe es auch wegen der psychisch gestörten Täter, die nach neuem ­Gesetz in einer spezialisierten und streng gesicherten Therapieabteilung untergebracht werden müssten. «Weil es an Therapieplätzen fehlt, besetzen diese ­Täter die Zellen im Normalvollzug», wird Toni Amrein, Leiter des ­Straf- und Massnahmenvollzugs im Kanton Zug, zitiert. Experten ­schätzen laut dem Bericht, dass für diese Täter mindesten 200 Therapieplätze fehlen.

Jetzt wurde ja schon eine Waranart mit zwei Penissen entdeckt! Entdeckt wurde die neue Waranart bereits im vergangenen Juni in einem Flussbett im Norden der Insel Luzon. Die Forscher nutzten die vergangenen Monate, um die Eigenheiten der neuen Reptilienart zu studieren. Sie gehen davon aus, dass der Varanus bitatawa vom Aussterben bedroht ist. Die Schuppen an Körper und Beinen der Echsen sind überwiegend blau-schwarz gefärbt und weisen grün-gelbe Tupfer auf. Die Männchen können ihre beiden Geschlechtsorgane abwechselnd nutzen.

Samstag, 10.4.10

Das Ende der Pergola ist besiegelt, wir werden sie nicht schaffen aufzuhängen und das Haus wird eh renoviert. Sie ist nun Hasenrastplatz.

Hat sich wer schon gefragt, wann Hasen einen anschauen, man kann das ja nicht so direkt sehen bei seitlich gestellten Augen. Außerdem haben Hasen einen sehr fixierten Blick, wenn sie einen mal anschauen, dann schauen sie einen an und zwar recht lange. Ich kenne meine Tiere nun schon sehr lange und sehr gut. Dieses Kaninchen im Vordergrund, die Schleck, mein dominantes Weibchen schaut mich an und zwar widmet sie mir ihre volle und ungeteilte Aufmerksamkeit. Mehr will sie aber nicht im Moment, wenn Kaninchen etwas von einem wollen, so kommen sie direkt auf einen zu und machen Männchen und recken die Hälse.

Hier schaffen es die alten Kuschler sich zu viert in den kleinen Transportkäfig hineinzuzwängen.

Habe eine Stellungnahme für den Tagi verfasst zur Taximisere und geschickt.

Donnerstag, 7.4.10

(Dieses eine meiner süßesten Hasenbabyfotos habe ich im Internet gefunden, als ich unter meinem Namen gegoogelt habe. Und zwar bei: 6abc Traffic Report Photos and Wallpapers. Solange sie Namen einen Link auf die Seite mit posten mache ich das gerne mit. Aber ich will nicht wissen wie viel meiner besten Fotos von wem gerade verhökert wurden, bloß weil der Connections hat und ich nicht.) Wenn ich diese kleine Putzerle wieder sehe, da will ich sie gerade wieder greifen und hochnehmen, die Kleinen hat man gerade so mit einer Hand greifen können.

Mittwoch, 6.4.10

Gestern und heute hab ich mich jedenfalls mit der zweiten Auflage von „Zicking“ abgeschafft, Korrekturen und so. Da damals alles so schnell gehen musste, waren sehr viele Fehler in dem Buch, ich hab zum Beispiel auch vieles nicht kursiv markiert, oder falsch. Die neue Auflage ist zudem aktualisiert, auf den Stand von April 2010, hat jetzt einen Umfang von 50 Seiten mehr, was vor allem daran liegt, dass ich 10 Seiten der originalen „einstweiligen Belügung“ anonymisiert mit drin habe.

Einstweilige Belügung

Einstweilige Belügung

Ostermontag, 5.4.10

Habe einen Text aus meinem vierten Buch ins Englische übersetzt und bei DAC gepostet und schon Lob dafür bekommen. Ich werde alle meine Bücher selber ins Englische übersetzen und sie nur korrigieren lassen. Der eine post dort hat jetzt die 10000 Marke überschritten!

Ostersonntag, 4.4.10

Ja, urbi et orbi und so, sagt da jetzt jemand, der sich schon das ganze Jahr darauf freut und auch von der Person her immer mehr als weltfremder Repräsentant einer verstiegenen Sekte rüber kommt – auch von meinerseits eine kleine Osteransprache, eigentlich bin ich ganz zufrieden mit dem was ich mache und wie ich es mache, den Umständen entsprechend. Ich setze mir Ziele und die verfolge ich, mit einer Hartnäckigkeit und Konsequenz, die vielleicht gar nicht mehr zeitgemäß ist. Mag man mich belächeln, gelegentlich – on va voir, wie man in dem Land sagt, das mein nächstes Ziel ist, wir werden ja sehen. Rira bien qui rira le dernier.

Naja, warum warten, bis mir meine Millionen Fans alle Emails schicken mit der immer gleichen Frage, wo ich ja eh so mitteilungsbedürftig bin… ja, ich hatte mit drei Fahrgästinnen Sex, allerdings nicht im Taxi, sondern im Rahmen einer, na ja, sagen wir mal Kurzbeziehung, die sich an das Kennenlernen im Taxi anschloss. Und in diesem Zusammenhang, nein, ich rannte nicht schon mein ganzes Leben einem Schnufftier hinterher, ist vielleicht auch mal an der Zeit das festzuhalten, sondern lebte schon einmal ganze 9 Jahre mit einer Frau zusammen, die tatsächlich auch Familie mit mir wollte, nur wollte ich damals noch nicht. (Deswegen spricht sie jetzt auch seit schon zwei Jahre kein Wort mehr mit mir.) Und in diesem Zusammenhang, ich kann keiner Frau raten einen gleichaltrigen Mann zu heiraten, er wird sie doch nur wieder sitzen lassen für eine jüngere. 🙂 Und, kein gleichaltriger Mann kann seine Frau so abgöttisch lieben wie ein älterer eine 20 Jahre jüngere. Wäre ich damals an meine gleichaltrige Traumfrau geraten, ich hätte damals mein Glück überhaupt nicht zu schätzen gewusst und hätte doch nur links und rechts geschaut, was sich da noch so tut. Deswegen, ihr 30-jährigen Frauen, nehmt euch einen Mann mit grauen Schläfen, der es beruflich schon geschafft hat* und nun Kinder will und lasst die gleichaltrigen sich alleine abrackern. (*Aber keinen Diogenes in der Tonne, bitte)

Ich habe alle möglichen Überlegungen zur Zeit, weil das mit Genf ja erst mal nicht klappt, unter anderm auch nach Belgien zu gehen. In Brüssel, heißt es, würden die Taxifahrer noch nicht mal die großen Straßen kenne und das kommt daher, weil der Schein für eine Ein-Millionen-Stadt gerade zu lächerlich einfach ist. Kernstück ist ein 30-stündiger (!) Kurs in Ortskunde und dann hat man noch so ein lustiges System, dass man dann ein Praktikum als Taxifahrer macht, mit einem Tutor zusammen. Keine Ahnung wie das praktisch funktioniert, wahrscheinlich zockt der nur Kohle ab und man ist doch auf sich alleine gestellt, kein Praktikum, wo man nicht billige Arbeitskraft ist und für zwei Feste mit schafft.

Es gibt aber immer wieder Stellenanzeigen im Internet für die Romandie, eine hört sich schon richtig verzweifelt an, deswegen werde ich das wohl auch machen, wie ja ursprünglich auch geplant.

Samstag, 3.4.10

03.04.2010 07:01:39 Jochen Lembke, Europas… http://www.google.de/search?hl=de&source&# 61;hp&q=taxifahrer+fickt+die+fahrg%C3% A4stin&meta=&aq=f&aqi=&aql=&oq =&gs_rfai=

Leute, diesen Klick kann ich euch nicht vorenthalten! Und, gefunden, was du suchst? Also, als Zürcher Tagfahrer kann ich nur sagen, in 95% der Fälle fände das bei mir nicht statt, selbst wenn die „Fahrgästin“ es wollte. Über die restlichen 5% ließe sich reden. (Aber leider, auch von diesen verhandelbaren 5% kam bisher nie ein Angebot diesbezüglich. (In Zürich, wohlgemerkt.)) Ach ja, da wäre ja noch die Anekdote aus dem „20Minuten“, der Taxifahrer aus St. Gallen, der sich am hellichten Tag am Stand einen blasen ließ und dabei von einem Passanten gefilmt wurde, (was mich zu der Wortschöpfung „St. Geilen“ verleiten ließ). Spannen, nennt man das, wird das Video nur privat angeschaut, Skandal, landet es bei den Medien.

Grauenhafter Tag, grauenhafte Zeit. Einziger Highlight ist immer wenn ich mit anderen Ausländern über die Schweiz herziehen kann. Die nächsten Tage nehme ich mir frei.

Karfreitag, 2.4.10

Zu Gestern kann ich ergänzen, die eine Einkaufsfahrt mit der alten Asiatin, die so gut wie kein Deutsch sprach, aber wollte, dass ich mit in den Laden komme und ihr helfe. Sie wählt aus und wählt aus und zahlt alleine dafür 15 Franken Wartezeit extra, so dass ich denke, sie ist gaga, ich kriege keinen Rappen, aber sie bezahlt anstandslos 85 Franken.

Der Koffer soll in den Kofferraum, der auch schon ungeduldig sein Maul aufsperrt – allein, die Drehtüre dreht sich nicht mehr, was machen? Ich grinse nur, das hatte ich jetzt auch noch nie.

Donnerstag, 1.4.10

70 Millionen für den Credit Suisse Chef und das nach gerade eben überstandener Finanzkrise, an der die meisten Opfer noch zu knapsen haben. Ich denke, ich muss gar nicht erst fragen was das noch mit Leistungsvergütung zu tun hat, das ist schlicht und einfach nehmen was man kriegen kann. Ja, wären wir doch endlich mal in der Leistungsgesellschaft angekommen, von der all diese Marktapologeten sprechen, wir sind doch immer noch mitten im Feudalismus, in einer Privilegiengesellschaft. Ich habe eine Position inne, in der ich mich bereichern kann und du nicht, also musst du Leistung erbringen, während ich einfach nur Kasse mache, fürs Nixtun. Über heute gibt es nicht viel zu berichten, hoffe ich komme bald weg von hier.

Mittwoch, 31.3.10

Fahre zum zweiten Mal verheirateten graumelierten Geschäftsmann, mit seinem entzückenden jungen „Schnufftier“ und zwei kleinen Kinderchen. Jaja, wir Männer in einem gewissen Alter… binden wir uns neu, so suchen wir uns nicht gerade „hässliche alte Weiber“ in unserem Alter aus…Aber der graumelierte Geschäftsmann oberer Einkommensklasse durfte seinem Schnufftier wohl etwas mehr bieten können als nur Schulden und Versprechungen sehr bald schon groß rauszukommen. „Glaub an mich, Schatz, wenn ich in die Seiten dresche, ich sing den Blues und du machst die Wäsche…“

Der Artikel im Tagi gerät immer mehr zur Taxifahrerklatsche hier. Jeder will irgendwie seinen Frust loswerden, die Kommentare anderer aber nicht lesen. Auch wurde ein Kommentar von mir nicht gebracht, noch scheint der Tagi an mir oder anderen kompetenten Meinungen interessiert zu sein. Obiger Gutverdiener meint, er lese den Tagi nicht, er sei ihm zu destruktiv. Da haben wir’s, nur linkes Gemosere, stört beim Absahnen.

Generell gilt ohnehin auch anderswo: Zürich ist eine überteuerte und „overrated“e Servicewüste, Freundlichkeit ist hier ohnehin selten.

Dienstag, 30.3.10

Leute, da wär ich doch grad lieber in Genf (obwohl die Taxifahrer da noch unverschämter sein sollen als in Zürich). Den Geheimnissen des Universums auf der Spur… und alles findet man heraus, durch die Untersuchung von bisher unerforschten Partikeln, die durch den Zusammenstoß entstanden sind, Informationen wie unser Universum aufgebaut ist, aus was für Teilchen besteht die dunkle Materie, Spekulationen darüber von wie vielen Dimensionen wir tatsächlich umgeben sind – ist überlichtschnelle Raumfahrt möglich, finden wir noch eine oder ein paar mehr? Das alles werden wir vielleicht in einem Jahr wissen! Und vielleicht werden wir ja sogar in einem Jahr ein weiteres Rätsel dieses Universums gelöst haben und zwar eines, das mich persönlich mehr beschäftigt als alle Quarks und Higgs-Bosonen dieser Welt – wird es einem 48 Jahre altem Taugenichts wie mir vielleicht doch noch einmal gelingen, eine Familie mit der Frau die er liebt zu haben?

Der Artikel im Tagi wirft wie erwartet hohe Wellen. Auch ich bekomme durch meine posts dort eine Menge neuer Klicks.

In Kurzform, ich denke, die Reaktionen auf mich bei diesem Artikel und überhaupt in Zürich werden überwiegend negativ sein, ich nehme ein höchst verhasstes Gewerbe in Schutz, verderbe es mir aber gleichzeitig mit den Autoritäten hier mit meinen Reformvorschlägen. Sowieso bin ich den meisten hier sicher zu (Deutsch)-Schweiz- und Zürichkritisch. Andererseits sage ich aber ganz offen, gegen den Hass, der Taxifahrern in England entgegenschlägt, und zwar weniger berechtigt als hier, ist das noch ein laues Lüftchen. Aus dem fahrendem Auto heraus den Finger gezeigt bekommen und angeschrien werden… das habe ich hier noch nicht erlebt, wohl aber in Brighton. Außerdem, meine Fahrgäste sind immer verständnisvoll in dem Augenblick, wo sie ein Taxi brauchen oder bei mir drin sitzen. Sicher auch einige der wütenden Kommentatoren… Ich werde in jedem Fall hier einige davon posten… das Volk erhebt die Stimme und fordert den Kopf (des pöbelnden und inkompetenten Taxi-Machos!) und dazu meine Kommentare abgeben. Es fließt dann alles in meine Kampagne zwecks Verbesserung des Taxigewerbes und des mich Reich-berühmt-und-Frauen-umschwärmt-Machens.

Gleich fünf Taxichauffeure weigerten sich, eine Frau in Nöten zu fahren. Das ist für die Stadtpolizei «eine Ungeheuerlichkeit». Das Problem war nur: Die Taxifahrer am Standplatz vor dem HB lehnten es gleich reihenweise ab, die Patientin mitzunehmen. «Ich fahre niemanden, der krank ist», beschied ihr der Erste. Der Zweite drehte das Fenster hoch, bevor sie überhaupt ihr Fahrziel nennen konnte. Als drei weitere ihr Winken einfach ignorierten oder demonstrativ in ihre Zeitung starrten, gab Lena Meier auf. Sie ging zu Fuss und nahm am Central die Polybahn, um in die Notaufnahme zu gelangen. Sie habe wohl nicht sehr appetitlich ausgeschaut, sagt Meier. Geblutet habe sie nicht. «Ich musste mir aber ein Taschentuch vor den Mund halten, um den Speichel aufzufangen.» Reicht das, um ihr die Fahrt zu verweigern? Das tut es nicht, sagt Marco Cortesi. Der Medienchef der Stadtpolizei Zürich findet klare Worte für das Verhalten der Chauffeure: «Wenn sich das so abgespielt hat, ist das ungeheuerlich und völlig inakzeptabel.» So etwas grenze an unterlassene Hilfeleistung und hätte möglicherweise Konsequenzen, wenn sich die Betroffene die Nummern notiert und die Fahrer angezeigt hätte. Laut der städtischen Taxiverordnung gilt eine Beförderungspflicht. Chauffeure haben einen Fahrauftrag «sofort auszuführen». Eine Fahrt ablehnen dürfen sie nur, wenn «sie aus einem in der Person des Fahrgasts liegenden Grund nicht zugemutet werden kann». Etwa wenn ein Kunde sturzbetrunken ist, ausfällig wird oder der Fahrer damit rechnen muss, dass sein Auto stark verschmutzt wird. «Leider legen einige Chauffeure diesen Artikel weiter aus, als sie sollten», sagt Remo Santi, Präsident der städtischen Taxikommission und Chef von Taxi 444. Gerade jene Fahrer, die ihre Kunden fast nur am HB auflesen, versuchen mit dem Kniff kurze Strecken zu vermeiden – oder unliebsame Fahrgäste loszuwerden. «In meiner Firma würde ich so ein Verhalten nicht tolerieren», sagt Santi. Schliesslich sei es darum gegangen, einem Menschen in Not zu helfen. Auch Cortesi findet, die Chauffeure hätten sich unabhängig von den Vorschriften um die junge Frau kümmern sollen: «Das ist schlicht eine Frage von Menschlichkeit und Zivilcourage.» Santi ärgert sich sehr über die schwarzen Schafe. Sie brächten eine Berufsgruppe in Misskredit, die sich bei Kranken und Gebrechlichen grösstenteils vorbildlich verhalte. Santi: «Wir fahren täglich Hunderte Patienten zum Doktor.» So habe er gerade einen Dankesbrief erhalten, weil sich ein Fahrer rührend um eine Hochschwangere gekümmert habe. Mit einem Happy End endete auch Lena Meiers Odyssee – obwohl ihr im Spital kurz schwarz vor Augen wurde: Die Ärzte gaben ihr ein Zäpfchen, um die Muskeln zu lösen. 15 Minuten später war das Pouletstück draussen.

Der berüchtigte Taxistand Zürich HBF macht mal wieder von sich reden. Ich schicke gleich einen Kommentar dazu. „Hier werden zwei Probleme miteinander vermischt. Einerseits die unterlassene Hilfeleistung, die schlicht eine Sauerei ist, andererseits, dass eine Ambulanz für die gleiche Strecke, die einem Taxichauffeur in die Notaufnahme 14 Franken bringt, 900 Franken umsetzt. Auch das ist nämlich, über lange Jahre hinweg, eine Sauerei. Jochen Lembke, Europas taxifahrender Schriftsteller“

Es zeigt sich wieder einmal, dass Grundproblem fehlender Kurzstreckentarif und seine negativen Auswirkungen wird einseitig den Fahrern angelastet. Diese scheinheilige Empörung der Spitzenverdiener! Selbstverständlich ist das Bild der Taxifahrer in Zürich sehr negativ, dementsprechend viel wird dann da über Taxifahrer geholzt werden, nehmt euch ein Beispiel an Londons Black Cab´s… sagt einer, ja, gerne, sage ich, der bereits in England Taxifahrer gewesen ist – und gebe es gleich an die Adresse der Stadt Zürich weiter! Nehmt euch ein Beispiel an Londons Black Cab´s!

Fahrtenverweigerungen, Belästigungen, ungenügende Ortskenntnisse: Das Image der Zürcher Taxichauffeure ist äusserst mies. Leser von Tagesanzeiger.ch berichten von ihren schlechten Erfahrungen. Ähnliches berichtet auch Tagesanzeiger.ch-Leser Weber Bernd, der nach einem Schienbeinbruch an Krücken ging und am Zürcher HB ins Taxi steigen wollte: «Nachdem mir 4 Fahrer wegen zu kurzer Distanz abgesagt haben, blieb der fünfte Fahrer seelenruhig rauchend im Auto sitzen, während ich mühsam, die Koffer selbst in den Kofferraum stellen musste.» Und auch Lara Fritschi ist empört: «Sichtbar schwanger ging ich mit meinen fünf Taschen an den Taxistand am HB, keiner wollte mich mitnehmen. Ich musste mit dem ganzen Gepäck ins Tram.» Auch andere Leser beschweren sich über unfreundliche und schlecht ausgebildete Taxichauffeure: «Diese Meldung überrascht mich nicht: Die Taxifahrer in Zürich sind wohl das Schlimmste, was eine Weltstadt zu bieten hat. Vielfach unfreundlich, schlechtes Deutsch, von Englisch-Kenntnissen gar zu schweigen, rücksichtslos, schlecht ausgebildet, Preis/Leistung stimmt überhaupt nicht», schreibt Leser David Fehlmann. Ins gleiche Horn bläst Leserin Edith Habermann: «Die Zürcher Taxis sind eine Zumutung. Ein Grossteil der Fahrer sind unfreundliche, rücksichtslose Rüpel, die kaum Deutsch sprechen und denen man Strasse um Strasse erklären muss, wo sie durchfahren müssen, damit sie nicht einen grossen Umweg fahren.» Ähnliches ist auch Leser Urs Brämi aufgefallen: «Wer regelmässig ab dem Zürcher Hauptbahnhof ein Taxi benutzt, wundert sich nicht über diesen Vorfall. Viele Taxichauffeure sind machohaft, arrogant, unhöflich und sprechen oft nur gebrochen Deutsch. Wenn Gepäck im Kofferraum transportiert werden soll, muss dort oft zuerst der halbe Hausrat des Chauffeurs beiseite geräumt werden. Im Vergleich zum Ausland sind Zürcher Taxis ein Graus!» Dass das Image der Zürcher Taxifahrer ramponiert ist, weiss auch Dolores Zanini, Präsidentin der neu gegründeten IG Taxi: «Gerade am HB hat es sehr viele schwarze Schafe, welche Fahrten verweigern. Kundinnen haben mir auch schon berichtet, dass sie von Taxifahrern belästigt wurden.» Dass man Kunden nicht fährt, sei nur in Ausnahmefällen nachvollziehbar: «Ich habe mich auch schon geweigert, Kunden zu transportieren. Wenn jemand zum Beispiel aggressiv ist, oder so betrunken, dass er sich im Taxi zu übergeben droht. Ansonsten liegt Fahrtenverweigerung nicht drin», so Zanini weiter. Die IG Taxi wurde unter anderem gegründet, um das Image und auch den Service zu verbessern. Unter anderem werden Treffen angeboten, bei denen mit Chauffeuren Probleme besprochen werden.

Montag, 29.3.10

Max Göldi wurde in eine fensterlose Zelle verlegt. „Isch´allal kef´m´lach´-mei…“ sagte der libysche Außenminister, (ich übersetze aus dem Arabischen) „wir wollten ihn eigentlich gerade in den Flieger packen, da lesen wir diese neue Provokation dieses komischen taxifahrenden Satirikers da, der sich selber ja so witzig findet…“ Sorry, liebe Schweizer, ich hab´s eigentlich gut gemeint. Wieder nix. Na ja, dafür lerne ich ja bald einen Schweizer Knast kennen.

Gibt nicht viel zu berichten von diesem Tag, das Land vergreist und wer gar nicht mehr laufen kann, der nimmt ein Taxi. Um überhaupt noch etwas Junges zu sehen, muss man sich zum Warten in die Nähe von Schulen oder der Uni stellen. (Lechz!) Sorry, Schnufftier, für dieses gedankliche Fremdgehen. Bärli doo Dehnducht ´nufftier hat. Besser?

Xenoerotik!

Weissauchnich, diese „Außerirdische“ macht mich mehr an als 95% meiner weiblichen Fahrgäste. Diese großen Katzenaugen mit menschlichen Pupillen, hmmm…Vielleicht kann man sich ja irgendwann mal seine Traumfrau aus der Retorte zusammenbasteln?

Sonntag, 28.3.10

Ich liebe es mit den Romands über die Deutschschweizer herzuziehen. Vor allem, weil man da offene Türen einrennt! Lässt mich da ein Romand kurz warten, vor einem Eingang, kommt da so ein Bünzli daher und tönt was von dass sei „apper hier derr Fussgängerrüpperrweg und nöt der Parrkstreiffe!“, obwohl weit und breit, am Sonntag, keiner kommt. Tat richtig gut meinem Fahrgast aus Neuchatel das dann zu übermitteln, gemeinsames Feixen über die Bünzlis. Und, mein Französisch macht Fortschritte, ich kann mich schon gut unterhalten.

Samstag, 27.3.10

So, ich hab jetzt noch eine email an unseren Geschäftsführer geschrieben, jetzt muss ich noch den Widerspruch an den Stadtrichter schreiben und morgen dann wieder Maloche, was für ein Leben!

Hier also meine „Verzeigung“, gegen die ich „innert“ 10 Tagen „Einsprache“ einlegen kann. (Ja, drei Worte, die sich von hochdeutscher Schriftsprache unterscheiden, in einem Satz) Unten ist das, was ich am 14.1. dazu auf meinem blog geschrieben habe. (12.2010: Ein Kenner der Schweizer Bürokratie bedeutete mir, dass ich auch ohne Einstellungsbescheid inzwischen von einer Einstellung aus gehen kann. 2011: So ein großer Kenner war das nicht!)

26.3.2010 Sehr geehrte Damen und Herren. Gegen die Verfügung des Stadtrichters von Zürich Nr. 2010-026-084 vom 23.3.2010, erhalten am 25.3.2010 erhebe ich Einsprache Begründung: Teil 1 Zum einen, bitte klären Sie mich darüber auf, falls ich mich irre, handelte es sich bei dieser Aktion um eine “Lockvogelaktion”. Wie wir alle wissen, sind solche Aktionen ohnehin umstritten und rechtlich nicht einwandfrei. Sie haben ja damit mein “Fehlverhalten” überhaupt erst provoziert und kommen so in Beweisnot. Hätte ich mich denn überhaupt erst rechtswidrig verhalten, wäre dies nicht provoziert worden? Zum zweiten, der Lockvogel, oder, wenn es keiner war, die fragliche Person eben, stand da, was weiß ich, zwei Meter vom Streifen entfernt einfach so rum, machte aber keinerlei Anstalten den Streifen überqueren zu wollen. Wenn Sie also keinen Videobeweis haben, so sage ich, dass der Abstand der Person zum Streifen noch so ausreichend war, dass ich mich nicht zum Halten veranlasst sah, zumal das ganze dort, soweit ich weiß, Tempo 60 ist und der Überweg ohnehin nicht besonders auffällig markiert, etwa durch Blinklicht. (Kein Wunder also auch, dass sich Fußgänger beschwert haben, dass dort nicht gehalten wird! Zudem war die rechte Seite dahinter durch einen haltenden LKW blockiert, der also wohl die ganze Polizeiaktion dort sichtverdecken soll – was aber zusätzlich Aufmerksamkeit beansprucht, also ablenkt, da ich extra dafür die Spur wechseln muss! (Zudem muss ich noch auf meine Fahrgäste achten, die dort in der Nähe aussteigen wollten) Dadurch kommen Sie zusätzlich in Rechtfertigungsnot für diese Aktion: ein Lockvogel, zwei Meter entfernt vom Streifen, Tempo 60, ich muss zudem von der rechten auf die linke Spur wechseln – ich werfe Ihnen hiermit also vor, die Polizei hat dieses Bußgeld provoziert! Dann: bei Polizeiaktionen dieser Größenordnung und zeitlichen Länge kommt es zwangsläufig zu Ermüdungen und zwar sowohl seitens des Lockvogels wie auch der zu zeugenden Beamten. Erneut, haben Sie keinen Videobeweis, so sage ich Ihnen jetzt dieses dazu: Obwohl die Person zu weit vom Streifen entfernt stand, hat der Beamte oder die Beamten bezeugt, ich hätte nicht gehalten, obwohl ich es hätte tun sollen. Warum? Weil diese müde waren. Weil, das kann ich als Taxifahrer nur bestätigen, es ermüdet im Verkehr zu stehen und solche Aktionen durchzuführen. Diese haben also in ihrer Aufmerksamkeit nachgelassen und – weil sie ja dazu abgestellt waren, haben etwas bezeugt, was sie gar nicht so gesehen haben können. Diese haben diese Aussage getroffen, weil sie schneller fertig werden, je mehr Verkehrsteilnehmer sie herausziehen können und bussen – denn das war ja der Sinn der Aktion. Das Grundproblem mit den Zebrastreifen in der Schweiz ist eben, dass sie nicht von den, durch Ampeln geregelten, Fußgängerüberwegen auseinanderzuhalten sind, was äußerst verwirrend und damit leider auch gefährlich ist. Mal, und zwar wenn keine Ampel dabei ist, muss man halten, wenn dort Fußgänger stehen, mal, wenn eine Ampel dabei ist und man grün hat, muss man es nicht, was zu einer Verweichung des Reflexes „anhalten, Fußgänger!“ führt. Es ist bekannt, das Autofahrer aus Deutschland eher anhalten, als Schweizer, weil sie den Reflex noch eher haben, in Deutschland, aber auch in England, z.B., sind Fußgängerüberwege eben besonders gekennzeichnet. Es ist ohnehin mein Anliegen das öffentlich zu machen und je mehr Aufmerksamkeit mein Fall erregt, je besser. Nun frage ich Sie: Man hat sich darüber beschwert, dass dort nicht gehalten wird. Warum wird das Problem nicht damit gelöst, dass man eine Fußgängerampel installiert oder ein Blinklicht? Warum versucht man statt einer Lösung das Problem mit Kontrollen in den Griff zu kriegen? Teil 2 18 Franken für Schreibarbeit und Porto, ja, dass sehe ich ein, aber 180 für den Richterspruch? Wir alle wissen, bei solchen Aktionen hat die Polizei etwas bezeugt, der Beschuldigte will nicht zahlen und das Ganze wird dem Richter zur Unterschrift vorgelegt und der unterschreibt mehr oder weniger blind, er sieht keinerlei Veranlassung hierbei auch nur eine Sekunde lang zu überlegen. Warum soll ich denn nun 180 Franken dafür zahlen, wo ich zwei Tage dafür brauche das Geld zu verdienen? Teil 3 Ich bin Taxichauffeur und als solcher in diese Sache geraten, bei Ausübung meines Broterwerbs und nicht zum Herumfahren in meiner Freizeit. Und als solcher sage ich Ihnen das Folgende dazu: Wenn ich sage, dass 1500 Taxis bei einer Einwohnerzahl von 360 000 zu viel ist, muss ich mir von den zuständigen unkündbaren Beamten der Stadt Zürich, auf ihren Planstellen sitzend, anhören, dass “der Markt sich von selber regeln würde”, es gebe keinen Bedarf hierbei von Seiten der Stadt etwas zu unternehmen. Nun sage ich Ihnen dazu: da haben Sie jetzt die direkte Folge! Diese 1500 Taxis müssen, wenn sie bei der derzeitigen Lage auch nur irgendwie noch etwas verdienen wollen, sich ordentlich ran halten! Ich kann es mir als Taxifahrer nicht erlauben an einem der unzähligen Zebrastreifen, und in Zürich mit seinen 360000 Einwohnern gibt es sicher wesentlich mehr davon als in der 4-Millionen-Stadt Berlin etwa, anzuhalten, an dem eine Person in 2 Metern Entfernung stille steht, wenn ich noch etwas, abzüglich der ganzen Bussen, verdienen will! Denn, wenn ich das mache, dann kommen noch mehr Fußgänger und noch mehr Fußgänger und ich komme gar nicht mehr vom Fleck! Und wenn ich das schon höre, der Markt regelt sich selber! Was wissen denn Beamte überhaupt von sich selber regelnden Märkten? Von all dem Leid und den Härten, die das mit sich bringt, bis schließlich einer am Ende doch aufgibt, nach dem er Gott weiß wie viel in Beruf und vielleicht eigenes Fahrzeug investiert hat? Wie viel man erst an Unbill und Enttäuschungen schluckt, bevor man dann nicht mehr kann und dem Regeldruck des Marktes folgend das Handtuch wirft. Ich sage Ihnen klipp und klar und mit dem Zorn desjenigen, der die Folgen der Untätigkeit der Behörden zu tragen hat: Fahren Sie mal Taxi in der jetzigen Situation und werden Sie dann mit so was konfrontiert! Da bin ich aber lieber Stadtrichter, denn der verdient mehr Geld und, ich sage nicht auf leichtere, aber auf angenehmere Weise! Ich sagte schon der Beamtin vor Ort, nichts gegen Aktionen, die sicher stellen, dass am Fußgängerüberweg gehalten wird, aber ich werde AUF KEINEN FALL zahlen, lieber gehe ich in die zwei Tage in den Knast und lege die Füße hoch – so riskiere ich schon keine Busse mit dem Taxi. Ich werde Ihnen nicht einen Rappen zahlen und ich werde dabei durch alle Instanzen gehen, die da sind! Ich werde damit soviel Medien einschalten wie möglich! Und ich habe ihr ja auch gleich einen Handzettel gegeben, so dass Sie wissen, dass ich auch alles öffentlich mache, da sind Sie ja gerade an den Richtigen geraten. Und, ich weiß nicht, wie viel Rückhalt ich habe, aus Deutschland kommend, wohl nicht sehr viel, aber die Stimmung unter den Taxifahrern hier ist schon explosiv genug. Mit freundlichen Grüßen, Jochen Lembke, Europas taxifahrender Schriftsteller

Freitag, 26.3.10

Der Schein in Brighton läuft ab und zwar am 18. Mai. Wird er bis dahin nicht verlängert, muss er neu gemacht werden. Deswegen habe ich zwischen rein immer wieder Torschlusspanik wegen Brighton und ohnehin manchmal Sehnsucht. Aber Brighton hat auch durchaus so seine abweisenden Seiten und so leicht wie in Zürich verdient man dort nicht sein Geld, leichter als Zürich geht´s eh nur am Flughafen Kloten, als Flughafentaxi.

Man lese also einen blogeintrag von mir aus Brighton vom Januar 2009 und man weiß, ich wollte definitiv weg! „Everything over £ 5 is rare. Fares over a tenner, history. I’m cheesed off with all to an almost cosmic degree. I have to restrain myself now, so all I’m saying I’m fed up with England, I’m fed up with Brighton and I’m sick to death with driving a cab in Brighton. I got attacked, abused, cheated, I am constantly treated like a piece of shit, I have to inhale carcinogenic particles, because of the disorganised traffic, I have to cope with all kinds of ridiculous things because of a complete lack of a plan in communal policy. I have to deal with all kinds of nutters and psychos and I earn shit. Whoa, you say? I said I hold myself back, didn’t I? I came here without any prejudice, all I wanted to do was being nice to everybody, I will leave deeply, deeply disappointed. Someone told me the bus company gets subsidies for each bus or bus route. So the congestion and the nuisance all these empty buses produce is funded by the council, if that is true. I can’t believe why you all put up with this? How can you live in such a mess, without an attempt to change it? I will never understand English people.“

So ist das in Zürich. Man steht 2 Stunden ohne Fahrt, dann macht man mit einer einzigen 230 Franken in einer Stunde.

Donnerstag, 25.3.10

Es gibt keine Zufälle: jetzt finde ich diesen Artikel im Tagi, interessant sind auch die Kommentare (anklicken) Aber mit der Bohrmaschine macht’s keiner! Glückssache: Wein entkorken ohne Korkenzieher Von Jan Graber. Aktualisiert um 17:27 Uhr 10 Kommentare keinen Korkenzieher, um sie zu öffnen? Im Internet lassen sich Methoden finden, wie ein Zapfen dennoch aus der Flasche zu kriegen ist. Doch die wenigsten funktionieren.

„Gahddafis goons“ – der Lybische Geheimdienst bitte in dieses denkmalgeschützte Haus in die Wohnung mit der schlaff runterhängenden Pergola. Tötet mich, Leute, sonst macht es eh der Verkehr und die Abgase.

Grauenhafter Tag heute wieder, vom Umsatz. Es scheint, ich habe schon wieder die Arschkarte gezogen, zuerst die ganze Zeit in Deutschland, wo das Gewerbe den Bach runter ging, dann in England, wo es kurz nach meinem Eintreffen den Bach runter ging und nun in Zürich wo man den Abzug der Schwarzkohle deutlich merkt und es den Bankenplatz Zürich gesamt gefährdet.

Aber es wird auf einmal doch interessant im langweiligen Zürich! Da wäre natürlich erst mal meine taxipolitischen Statements, die dann zu der Medienkampagne führen könnten und zum anderen, dass nun das Schreiben von Stadtrichteramt, s.u., eingetroffen ist und ich, „der Verzeigte … von Deutschland“ es den Leuten hier gehörig zeigen könnte!

Lembke demonstriert antikapitalistische Grundhaltung. Siehe hier die kultigen Sandalen, die mich durch den Winter getragen haben, als mein einziges paar Schuhe.

Fahre Reichen, der den Hirschmann-Vater persönlich gekannt hat, der sei noch bodenständig, der Opa wird sich aber wegen dem „Milliardenerbe“-Enkel, dem „notorischen Carli“ (Hirschmann) im Grabe umdrehen, der sich ja wieder mal in die Schlagzeilen prügeln musste. Aber bitte, nota bene: Der Mann von der Straße prügelt sich in der Langstrasse, der Mann von Welt nur im Dolder Grand.

Treffe Iraner, der schon als Frankfurter Taxifahrer zehn Jahre gearbeitet hat, und, Joschi Fischer gefahren hat, als der als Außenminister dort, in seiner Heimat, Station gemacht hatte. Er wollte aber nicht, dass ich ein Foto von ihm mache, alle Berühmtheiten würden irgendwann mal überschnappen. Ich bin doch da ein gutes Beispiel, oder, bin noch nicht mal berühmt und doch schon übergeschnappt!

Lausige Fahrt bei der FIFA heute, schönes Foto wenigstens dort (in Bälle geschnittene Büsche)

Zwei Auftrage gehen mir heute flöten wegen Scheißcomputer, … zwei Anrufe bekomme ich von Zentrale, weil es so ’ner Tussi beim Nachtfahrer heiß wurde und sie dann ihre Jacke vermisst und dann als Sahnehäubchen – ein Schreiben von Stadtrichter Zürich, wegen der Lockvogelaktion am Zebrastreifen! Ich soll 335 Franken zahlen oder ersatzweise 2 Tage in den Knast! Ich sage nur, zieht euch warm an, Leute, das wird das zweite Standbein der Medienkampagne und – „Jochen Lembke gegen Bundesrepublik Deutschland“ gab es schon mal, wird das nun derselbige gegen die Helvetische Eidgenossenschaft? Wir werden sehen,

Die Pergola ist eine Strafe Gottes für mich! Ich könnte alleine über sie einen Roman schreiben! Stand der Schnuffbärchaosaktion heute, bei Einbruch der Dunkelheit und zwischen zwei Telefonaten: Die Pergola hängt, voller Hasenscheiße und -pippi, auf Halbmast, uneinziehbar, und es wird wohl stürmen heute Nacht. Lieber Gott, reicht es nicht, dass ich ein schreibender Taxifahrer bin und eine Frau liebe, die mich nur quält? Eine Stunde später: sie ist wieder abgerissen!

Mittwoch, 24.3.10

Also, von den einigen Sachen, wo Remo Santi und ich divergieren stößt mir ein Punkt besonders sauer auf. Dass ein Mann, der noch nie Taxi gefahren ist, von seinen Mitarbeitern auf 350 Wägen verlangt, aus einem „sozialen Auftrag“ heraus arme Omis für 7 Franken 80 ums Eck zu fahren. Und dies in einer Stadt, in der es in schamlosester Weise nur ums Geld geht! Der Porsche fahrende Banker nimmt abends ein Taxi um seine zusammengestohlenen Boni in den Edelpuff zu bringen und wir haben „den sozialen Auftrag“ für 7 Franken 80 Omis ums Eck zu fahren, anstatt für eine gute Leistung gutes Geld verlangen zu können. Das, Herr Santi, stößt mir sauer auf! Ich habe in 25 Jahren genug Abgase geschluckt und bin von genügend Leuten wie der Arsch vom Dienst behandelt worden, dass ich sage, das ist nicht nur „Blödsinn“, wie Sie es mir gestern einige Male um die Ohren gehauen haben, sondern das ist schon beinahe eine Unverschämtheit! Es ist nämlich genau das, was letztlich dazu führt, dass die Fahrer nicht mehr die Zeit haben sich um ihre eigene Omi oder alte Mutter zu kümmern, weil sie für 4000 Franken brutto statt 40 Stunden wie im Migros mindestens 50 Stunden arbeiten müssen! Fahren Sie mal, Herr Santi, nur drei Monate Taxi und leben Sie ausschließlich von diesem Verdienst – dann reden wir weiter über diesen Punkt.

 

Montag, 22.3.10

Brisant, brisant! Die neuste Demütigung Hannibal Ghaddafis! Weltexklusiv zu sehen bei Jochen Lembke, Europas taxifahrenden Schriftsteller!

Oben: Das Bild was um die Welt ging und die Krise zwischen der Schweiz und Libyen auslöste.

Hannibällchen

Hannibällchen

Hannibällchen

Mein bescheidener Beitrag dazu.

Fahre Genfer, der mich überhaupt nicht überzeugt. Es hat aber dort kein Tram und kein Busspuren, so dass der ÖV nicht so perfekt wie hier funktioniert. Für Genf schlecht, für Genfer Taxis gut.

Steh ich ’ne Stunde im Raum Enge am See, da kommt ne Parklady daher und scheucht mich und das erst nach diesem Taxi-Polizei-Überfall gestern. Vertreibt so etwas etwa meinen Zürichfrust?

Sonntag, 21.3.10

Nach 10 Stunden in einem beschissenen Job, indem ich nix verdiene und für alle nur der Arsch bin komm ich nach Hause um die letzten 4 Stunden Technoparty zu genießen und Leute, es ist wahnsinnig laut. Ich fange gleich an mich zu betrinken. Aber, Leute ich bin eben ein frustrierter Zeitgenosse und es wird seine Gründe haben, dass Günther Wallraff unseren Job nie gemacht hat, er hat viele beschissene Jobs gemacht und darüber geschrieben, unserer war ihm wahrscheinlich dann doch ne Ecke zu hart.

Heute komm ich doch in meine erste Taxikontrolle hier und Leute, ich werd noch mehr darüber schreiben, aber die Einhaltung dieser Bünzlitaxivorschriften werden auch auf Bünzliart durchgeführt und ich komm mir einmal mehr wieder mal vor wie in Ostberlin.

Heute habe ich meine letzte Besorgungsfahrt gemacht und das kam so: Ich bekomme eine ganze Latte Angaben auf den Bildschirm und muss ein paar Mal nachfragen, es ist alles sehr schwammig und auch Nachfrage kriege ich nur wenig Info dazu. Ich muss in drei Läden um das Zeug zu holen und habe 42.20 CHF auf der Uhr, nun muss ich noch den Hauseingang suchen. Dann verirre ich mich im Haus, sie sagt mir dann, viele machen das, obwohl sie der Zentrale genaue Anweisungen gibt, die kommen bei mir aber nicht an. Ich muss 77 Franken auslegen, wozu ich einfach nicht mehr bereit bin, zum einen. Dann ist ihr das Zeug natürlich nicht recht, ich muss mich ihr rum streiten. Dann sagt sie, sie gibt immer 20 Franken, ich habe nur 35 verlangt, aber mir fehlen dann vom Uhrpreis 22 Franken. Dann jammert sie solange rum, dass ich nur kleine Kaffeesahne gebracht habe, statt große, woher sollte ich das wissen? Wutentbrannt gehe ich nochmal welche holen, direkt gegenüber, nicht wo ich hin sollte, ist ein Laden, der auch Sonntag offen hat ja, sie sei ja krank, sie darf das Haus nicht verlassen. (Aber eine ganze Stange Zigaretten verqualmen.) Ich hole ihr die Kaffeesahne und sie gibt mir nicht noch was dazu. Für die ganze Stress-Aktion habe ich eine halbe Stunde verbraten und bekomme 20 Franken, Umsatz. Das war das letzte Mal, ich habe schon viel schlechte Erfahrungen mit Besorgungen gemacht und habe sie trotzdem gemacht, als ich noch auf Kilometer abgerechnet hatte, weil das noch etwas einbrachte, aber nun nicht mehr!

Natürlich, es gibt keine Zufälle fahre ich gleich erste Fahrt den, dem diese Technoparty quasi gilt, zum Hubertus, er hatte gestern Geburtstag.

Ich hole auch welche dort ab, drei junge Typen. Fahren wir am „Dollhouse“ (so’n Puff) vorbei, da kriegen sie Notgeilheit. Ich aber gleich mit dazu, sag ich also, sie können mich ja einladen. Na klar, aber dann muss ich sie dafür nach, wie heißt das noch mal, am Albis fahren. Das da drin, sag ich, und weise auf das Dollhouse, kostet sie aber mehr, sie sollten dann natürlich auch mitmachen. Aber es war ja alles nur ein wenig pubertäre Sprüche. Und ich hab auch ehrlich keinen Bock auf diese Ostnutten, hatte heute morgen erst eine gefahren und die war so dermaßen abtörnend, nicht vom Aussehen, sondern einfach wie sie drauf war.

Freitag, 19.3.10

Ist denn noch mal was normal in dieser Welt, jetzt wird es gleich wieder so warm. Jedenfalls, die Saison 2010 in Taxifahrers Lieblingssport „Mädel-watching“ ist wieder eröffnet.

Muss die Welt erfahren, wenn Max Frisch (1911-1991) über seine Impotenz schreibt? Fragt der Tagi scheinheilig und druckt entsprechende Auszüge aus. Ich sage, nein, Leute! Und: bei mir ist alles fit im Schritt! Na, also, wenn das mal keine Meldung wert ist.

Das Hubertus kam wieder vorbei mit einer Flasche Wein und Scheißfreundlichkeit. Es wird also wieder Ernst, Leute, die geilste Technoparty Zürichs, Leute, Interesse? Sie steigt am Sonntag 8-22.00 Uhr, drei Stockwerke unter mir. Mit Pillen zugedröhnte Tinnitusanwärter.

Es gibt in jeder Profession dumme Bärlis, habe heute einen geschiedenen Pfarrer gefahren, der kurz vor der Entlassung steht und mit Aussprüchen, „die können mich am Arsch lecken“ (am Telefon) auch sehr weltliche Züge hat. Dornenvögel gesehen? Man kann doch auch in der Kirche so schön Karriere machen, wenn man nicht ein dummes Bärli ist, das es soo lieb meint, sich aber soo sehr mit jedem anlegt. (Und einfach nicht die Klappe halten kann.)

Es sieht so aus, als könnte ich mit unserer Geschäftsführung einen Konsens für eine gemeinsame Stellungnahme finden, das wäre schon mal ein erster wichtiger Schritt. Wir wollen uns treffen und etwas ausarbeiten.

Der Futterneid unter Künstlern ist ganz schlimm. Ich glaube gerade andere Künstler interessiert das was ich mache nicht die Bohne. Es wird kurz geschaut, „ob der mir nützlich sein könnte“ und dann wird ganz schnell weg geblendet.

Mein Kaninchen scheint die Botschaft verstanden zu haben, Tiere tun das auch ohne Worte zu verstehen. Sie ist wieder ganz lieb zu mir.

Donnerstag, 18.3.10

Omi sülzt mich wieder wegen dem Krieg zu, da reagier ich aber sauer. Diese Jammergeneration der Selbstbemitleider! Erst dem Adolf hinterher rennen! Dann sich hinterher beschweren, dass das schief ging! Dann die Umwelt zerstören! Dann fünfzig geile Jahre genießen, fett die Berufschancen, lockerer Job, null Vergleich zu heute, fett abkassieren, dann fett die Luxusrente! He, und ich leb doch lieber nach ‚m Krieg als vor einem, oder?

„Es gibt keine Zufälle“, fahre drei Filmschaffende heute, über den Vormittag verstreut. Eigentlich auch drei Werbeschaffende, aber das ist ja weniger bedeutsam. Wobei eines davon wohl Filmstudenten waren, (hier auch der „rechtmäßig größte Womanizer Zürichs“, wohl aber nur eine Anspielung auf mein rechtmäßig berühmtester… und so weiter) die beiden anderen waren im Bereich Werbefilm.

Letztere war auch mein unverschämtester Fahrgast, heute. Muss ich schon eine Stunde aufs Klo, da will sie anstatt zu einem klar definiertem Fahrziel mit Klo in der Nähe, Flughafen z.B (letzteres würde ich auch noch was dabei verdienen), zur größten Buchhandlung in der Nähe, die ich aber nicht kenne, ich meine, ich bin doch nur ein unbelesener Taxifahrer. „Der Taxifahrer neulich, der hat das aber gleich gewusst!“ Ach nee, warum weiß sie dann aber nichts genaueres, jetzt? Ich muss also Zentrale fragen, wo die nicht so optimal sind mit Nachfragen, das ist immer etwas schwierig. Diese ganzen Wirren überstehe ich nicht mit voller Blase, ach ja, ich könnt ja bei der Filmfirma auf’s Klo, ich soll dort klingeln. Gut, mach ich, klingel zweimal, macht niemand auf. Sauer latsch ich zurück. „Dann haben Sie aber nicht bei den richtigen geklingelt!“ Das find ich jetzt schon mal ziemlich unverschämt, denn das hab ich sehr wohl. Ich frage Zentrale, es zieht sich alles, der Fahrgast wird ungeduldig, obwohl weder die Uhr läuft, noch sie auf’s Klo muss. „Fahren wir doch einfach mal los“ und „ich versteh sowieso nicht, warum Sie nicht einfach irgendwo in einer Kneipe aufs Klo gehen.“ Ich mach das prinzipiell nicht, weil das niemand gerne hat, es kommt jemand von der Straße und will nur aufs Klo, kann ich auch verstehen. Die Zentrale gibt uns jetzt die Adresse durch. Ich versuch mich ein wenig zu unterhalten, komme aber bei meinem Fahrgast nicht durch und bin eh genervt, weil ich seit einer Stunde auf’s Klo muss und nicht kann. „Ich finde, Sie sind ein ziemlich negativer Mensch“, sagt sie da, und fängt an zu summen. Ab diesem Moment hat sich nämlich ihre Laune wieder gebessert, zufällig. Ich könnte das Luder umbringen!

Zürich lebt vom Geld, lebt fürs Geld und zeigt es gerne.

Mein dominantes Kaninchenweibchen ist immer sauer auf mich. Sie ist ein lebender Vorwurf, dass ich mich zu wenig um sie kümmere. Sie hat diese Ansprüche weil ich mit ihr ein viertel Jahr alleine war und sie immer schon verwöhnt habe. Dann habe ich aber die anderen Kaninchen dazu genommen und zwar ausschließlich wegen ihr. Sie dankt es mir aber nicht, dass undankbare Vieh. Sie möchte auf meinen Schoss und den ganzen Tag beschmust werden. Ich habe sie jetzt beschmust und es ihr genau erklärt, dass ich die anderen für sie angeschafft habe, dass ich ohnehin nie Zeit habe, dass sie flust und dass sie stinkt und dass es mir gerade auch nicht so dolle geht und dass ich lieber ein Schnufftier auf meinem Schoss hätte. Ich hoffe, sie hat es verstanden.

Missbrauch ist gerade ein absolutes Modethema. Ständig haben neue Missbrauchsopfer ihr coming out und alle haben sie ja sooo gelitten darunter. Das ganze Leben hat es ihnen verpfuscht. Wäre das nicht, wären sie ja jetzt alle schon Filmstars oder erfolgreiche Autoren. Da ist es doch vielleicht an der Zeit, dass auch mal Leute ihr coming out haben und sagen, nein, sie sind nicht missbraucht worden, aber sie haben trotzdem das Gefühl, ihre Kindheit hat es ihnen das halbe Leben verpfuscht. Einmal, mit 12, hat mir einer sein Ding gezeigt und einmal, mit 17, wollt mir einer mal seine Pornosammlung zeigen und beide Male habe ich, huch, sehr weiblich reagiert und mich verdrückt. Und meine Stiefmutter hat da so subtile Geschichten gebracht… Aber niemand hat mich missbraucht. Und doch – ich bin sehr verklemmt aufgewachsen, bei uns war Sexualität nie ein Thema und ich habe mich auch lange nicht getraut auf Mädchen zuzugehen – vielleicht hätte ich mir manchmal sogar gewünscht missbraucht zu werden, das hätte mir ja am Ende sogar geholfen ein wenig mutiger zu sein.

Mittwoch, 17.3.10

Bin tierisch genervt, weil der Nachtfahrer unbedingt noch eine Flughafenfahrt hat annehmen müssen, obwohl er doch weiß, dass er zurück ein Stunde im Stau steht. Was will er ohnehin noch bis morgens ums 7.30 Uhr? Er soll nachts fahren.

Die Romandie ist französisch gepolt, schlechte Nachrichten wegen Genf, man kann den Schein auch dort nur einmal im Jahr machen, zum 11. Mai, wie auch in Frankreich. Ich fasse es nicht.

Ich finde Avatar einen wunderbaren Film. Kommerziell, aber wunderbar. Ein wunderschönes Märchen über Liebe, Frieden und Toleranz, eine Absage an Habgier und Aggression. Etwas, was unsere Zeit dringend braucht, mehr denn je als in den letzten 65 Jahren. Umso bedauerlicherweise finde ich es, das ihm der Oskar verwehrt wurde und zwar wohl nicht nur, weil in der Jury wohl viele Frauen sitzen, die schon einmal wegen einer Jüngeren sitzen gelassen wurden und das nun Cameron zu spüren geben, zugunsten seiner Exfrau stimmten. Sondern richtig schlimm finde ich, dass ein Kriegsfilm bevorzugt wurde. Und zwar einer der ganz schlimmen Sorte, einer, der den Krieg als Erhöhung des Daseins anpreist, als einen Einsatz, den man doch gerne wagt, winken Ruhm und Ehre. Klar, es ist geil in den Krieg zu ziehen. Schon immer sind Männer in den Krieg gezogen, wenn er Beute versprach, und neuerdings auch Frauen, und zwar je lieber je höher sie war, aber auch vor allem, je weniger sie zu verlieren hatten. Und schon immer waren es die jungen Heißsporne, die vorne weg marschierten – aber auch die älteren Desperados. Männer mit Familie, Heim und Hof, glückliche Männer, waren dagegen nicht so gerne dabei. Die Rüstungsausgaben sind weltweit um ein Fünftel gestiegen in den letzten fünf Jahren, aber leider vor allem auch die innere Aufrüstung und Gewaltbereitschaft der Menschen hat alarmierend zugenommen, es scheint die Menschen hängen nicht mehr so am Leben, heute, oder achten es nicht mehr. Noch nie in den letzten Jahrzehnten, mit Ausnahme von 1961 vielleicht, scheint ein globaler Krieg greifbarer als heute. Viele Menschen können mit dem Alltagsfrust bald nicht mehr umgehen, schon sehe ich unsere Welt geradewegs auf den Abgrund zu marschieren. Hollywood rührt dabei die Trommel und stimmt uns darauf ein.

Dienstag, 16.3.10

Eine Promi-Frau mit teurem Anwalt, die heimlich nackt gefilmt wurde bringt den Spanner in den Knast, der Todesfahrer von Emmen, der alkoholisiert 4 Menschen totgefahren hat, vier weitere verletzt und den Selbstmord der Frau eines Getöteten auf dem Gewissen hat muss dagegen nicht in´s Gefängnis, weil er psychisch krank ist – diese Welt ist e i n f a c h verrückt. Ihr glaubt mir das nicht? Gut. Wie wär´s damit: Immer noch liegen 4,6 Mio Diktatorenkohle von Haitis Duvalier gesperrt auf UBS Konten, während das haitianische Volk Not leidet.

So sehe ich das Tram am Liebsten, irgendwo aus meinem Weg

Also, treff ich den dude, wie gesagt. Das war so: Ich werde in eine Apotheke geschickt zum etwas abholen für einen „Andi“ (Name erfunden). Ich sei also das Taxi und wie sei der Name fragen die mich, sag ich, ich hab den ganzen Namen nicht, nur einen Andi. (Was ja darauf schließen lässt, dass es sich um einen Kollegen handelt). Okay, sagen sie, geben mir ein kleines Tütchen, bring ich das ein paar Straßen weiter, zu der Adresse. Da schreibt gerade die Politesse auf, ob ich denn kurz abstellen darf, ja, kein Problem, ich sei ja Anliefern. An der Adresse steht kein Namensschild. Super, ich geh zurück, der Auftrag ist aber schon weg auf dem Display, da ich die Uhr ausgeschaltet hab. Super. Ich fluch, wohl so laut, dass man mich bemerkt, es steht also jemand oben am Fenster. Geh ich hin, da stöhnt der irgendwie so komisch und zuckt so rum, holt der sich gerade einen runter, am offenen Fenster? Ich mach unwillkürlich einen Schritt zurück. Nein, es ist der Kunde und er hebt schließlich etwas in der Hand, etwas Riesiges, nein, nicht sein Ding, sondern einen Schlüsselbund. Er macht Anstalten ihn runterzuwerfen und brabbelt dazu etwas auf Schwiizerdütsch, was aber wegen dem Hintergrundlärm leider völlig unverständlich ist. Bevor ich noch rufen kann, er soll den Bund nicht runter werfen, das wird ganz schön wehtun beim Auffangen und wenn er auf den Boden fällt, dann bricht sicher irgendwas, hat er den Bund schon geworfen und ich muss ihn auffangen. Es tut weh. Ich soll also die Haustüre aufschließen, nun solche Aktionen kenne ich, ich bin schon mit einem Schlüsselbund geschickt worden, weil sich einer eingeschlossen hatte und musste den befreien. Ich such den richtigen Schlüssel, mir wird klar, das Unverständlich-auf-Schwiizerdütsch-Gebrabbelte war die Erklärung welcher Schlüssel wo schließt. Meine lange praktische Erfahrung mit vielen Dingen dieser Welt lässt mich das Schloss dann aber auf Anhieb öffnen. Ich geh hoch, wo wohnt er nun? Na, er hat ja sicher die Wohnungstür offen. Im Erdgeschoss ist ein Puff, das ist er sicher nicht. Im ersten Stock ist nix offen. Soll ich denn auch noch die Wohnungstür aufschließen? Wo ist er denn nun, keine Namensschilder, kein nix, ich nehme also einen Schlüssel und probiere aufzuschließen. Was ist denn nun, wenn ich die falsche Wohnung aufschließe? Nein, geht ja nicht, der Schlüssel würde nicht passen. Aber es käme nicht gut, wenn ich da an der falschen Türe rumstocher. So gehe ich noch mal runter, mich vergewissern, welcher Stock das ist, ja, es ist der erste. Ich geh also noch mal hoch, da ist er inzwischen an der Türe. Aber sie ist noch zu. Offensichtlich kann er sie nicht von innen öffnen, ich muss es also tatsächlich machen, so viele Schlüssel am Bund, aber auch. Er bruddelt etwas auf Schwiizerdütsch dazu, ich übersetze „der middä Boohrigge“ in „der mit den Bohrungen“, was es leider aber auch nicht klarer macht, es haben alle Bohrungen, mehr oder weniger. Schließlich krieg ich der Tür auf, steht da der dude! Oder, „Duderofswki“ oder „el Duderino“. Das heißt, er sieht haargenauso aus, wie Jeff Bridges in der Film „the big Lebowski“. Jedenfalls, er steht auf Krücken vor mir, was also der Grund ist, das er mich nicht unten an der Türe empfangen hat und als er sich umdreht, seh ich unter einem gammeligen, zu kurzen, heraushängenden Hemd eine Bandscheiben-OP-Narbe, den Grund also für das unartikulierte Stöhnen am Anfang. Offensichtlich hat er Schmerzen und das ist wohl auch der Grund für diese Medikamentenlieferung. Ich soll ins Zimmer mitkommen, wo er wohl das Geld hat und er humpelt von hinnen, zwischen rein immer wieder unbeherrscht aufschreiend vor Schmerzen. Im Zimmer läuft die Glotze und alles ist versifft und durcheinander. Er lässt sich (schreiend vor Schmerzen) auf dem Bett nieder und wühlt in dem Durcheinander. Ja, sagt er doch noch zwischen rein, trocken und mit leicht ironischen Ton, es würde sich halt doch lohnen Schwiizerdütsch zu lernen, „der middä Boohrigge“ hätte er doch gesagt. Ja, sag ich, kein Problem, ich hab das schon verstanden, Bohrungen… und spare mir weiteres. Er sucht weiter, schiebt ein Pornoheft, vom dem hier einige rum liegen, auf die Seite, findet aber kein Geld. Er brabbelt die ganze Zeit etwas auf Schwiizerdütsch, aber der Fernseher läuft und ich bin grad soo müde und versteh kein Wort. Er sorgt sich um seinen Geldbeutel und vor allem natürlich um die ganzen Sozialkarten, die darin seien und die allen dudes dieser Welt ihr Lotterleben finanzieren. Endlich, unter keinem der zur Seite geschobenen Pornoheften und dreckigen Unterhosen findet sich der Geldbeutel, er bedeutet mir eine Vase vom Regal zu holen, da ist jeder Menge kleiner Schotter drin. Er expediert genügend Münzen in meine Hand, weil die seinen so zittern, kein leichtes Unterfangen. Er gibt mir etwas mehr, ob ich ihm beim Abwaschen helfe? Ein Scherz nehme ich an, ich verschwinde – und überlasse den dude sich selbst. Ich fahre ein paar Meter weiter, wo man besser stehen kann, um den nächsten Auftrag abzuwarten. Ich sehe wie eine Frau einer anderen einen Schlüsselbund ablässt, in einem gehäkelten Beutelchen an einer Schnur. Ich glaub, es ist schon Jahre her, dass ich so etwas das letzte Mal gesehen habe. Es gibt keine Zufälle, denke ich, einmal mehr.

Montag, 15.3.10

Den Film The Big Lebowski gesehen? (Mit Jeff Bridges, der jetzt einen Oskar gewonnen hat?) Der „Dude“ lebt und zwar mitten in Zürich! Ich habe ihn getroffen, mehr dazu demnächst.

Wenn ich aus meinen Aufzeichnungen hier einen autobiographischen Roman verfassen werde, mache ich dann mal schnell mit den Tagiauszügen einen „Helene Hegemann“, verwurschte sie also irgendwie und gebe sie als meine eigene Weisheit aus. Machen ja alle so, nicht wahr?

Soso, der Dalai Lama wird nicht offiziell empfangen im Land vom Weggli und dem Foiver. Brächte er doch auch kein Blutgeld und Diktatorenkohle mit – wo doch schon 60 Mia deutsche Schwarzkohle abgezogen wurde und das Geld dringend benötigt würde. Und schwafelt der Mann auch noch von Religion und dass man mit den Faschoregime in China keine Geschäfte machen soll! Also, das stört doch nun wirklich beim neuen Ankurbeln der Kultur. Die Banker leiden, lieber Dalai, also bleib mal schön in Tibet, hätte ich beinahe gesagt, und nerv nich immer nur rum.

Sonntag, 14.3.10

Nach Genf und zurück mit Halbtax kostet es nur so 50-60 CHF und der Fahrplan ist recht dicht. Pro Weg so zwei Stunden dreiviertel. Gute Nachrichten, ein halbes Jahr Hochnebel in der Krämerstadt tötet jede Lebensfreude.

Ein Deutscher überquert den Röschtigraben, bald.

Ich find das Poster so beinhart, dass ich es hier auflade. So dermaßen zynisch, aber auch schonungslos ehrlich drückt es aus, wo’s langgeht bei uns. Vor Lottogewinn: Fuffzigjähriger Malocher mit Schlabberbauch und hässlicher Alter daheim schafft sich einen ab, für die Rente und den Staat. Nach Lottogewinn: auf einmal sind die süßen jungen Schnecken da!

Leider unscharf, aber es ist ein kleines Tor in einem Pissbecken, wo man animiert wird den Ball im Tor zu halten (Sinn ist einfach das Nicht-daneben-pinkeln.) Zum Schreien!

Freitag, 12.3.10

Diese kanadische junge Dame ist zur begehrenswertesten Frau des Planeten gewählt worden.

Eine Frau erzählt mir heute, sie wäre in NYC in ein Taxi eingestiegen, auf einmal Tatütata und sie werden angehalten, da war das ein illegales. Eine andere erzählt, sie würden gerade in NYC versuchen eine Art Sammeltaxi durchzudrücken, das nur 3 Bucks kosten soll. Kein Wunder, dass die Fahrer darob austicken, man verdient eh nicht allzuviel dort und muss ständig fahren. Am meisten kassiert immer noch der Lizenzinhaber und der arme Arbeitsemigrantenarsch kann schuften.

Dieser verschnarchte Kantonist und mutmaßliche SVP-Wähler hat erst einen Kilometer den Blinker stehen und dann bremst er vor einer grünen Ampel noch extra ab, weil ich ein wenig dicht auffahre, da ich es leid bin, das Schleicher immer noch eben durchkommen und ich dann als nächstes Fahrzeug nicht mehr.

Wer im Westen nix Neues gelesen hat weiß, dass vor einer gegnerischen Offensive immer Tage vorher Material angefahren wurde. Das Hubertus kriegt wieder eine Weinlieferung und dieser Typ da mit seinem 500SL-Mercedes-Coupe schaut wieder nach dem Laden, der ja „keinen Profit abwirft“, wie man immer wieder betont.

Donnerstag, 11.3.10

Bin mit den Gedanken schon nicht mehr hier. Frag die Leute schon gar nicht mehr groß was sie machen und hab auch keine Lust mehr so viel zu schreiben über die Deutsch-Schweiz. Mein Französischlehrbuch, Band 2, und der Stadtplan von Genf ist stets parat.

Das längste Wohngebäude Europas steht in…? Genf! Und sieht auch auf dem Stadtplan beeindruckend aus.

So ungemütlich ist es allerdings gerade am Genfer See, die arktischen Winde fegen über einen See, der größer als das „schwäbische Meer“ ist.

Mittwoch, 10.3.10

Ja, auch mir geht dieser Winter auf den Sack. Alle Fahrten die kurz vor Feierabend zum Flugi oder Küsnacht gehen kann man knicken. Vierzig Minuten heute leer von Küsnacht nach Hause!

Dienstag, 9.3.10

Diese Entscheidung gibt mir Auftrieb, ich kann es kaum erwarten, die nächste Zeit wird allein dadurch interessanter als sie bisher war. Nun fällt das Französischlernen leichter und auch das Kartenstudium steht wieder an!

Nachtrag, am Sonntagmittag hab ich zwei junge Leutchen zum „Pillenholen“ gefahren. Offensichtlich sind die Afterhourpartys nur damit durchzustehen. Sie wirkten aufgedreht, aber irgendwie auch trotzig-aggressiv, rochen schlecht und das Mädchen hatte rote Mäuseaugen. Wir unterhielten uns ein wenig und sie sagte spontan, ich täte ihr irgendwie schon Leid, wahrscheinlich meinte sie den Job, sie weiß da offensichtlich gut Bescheid. Klar, sagte ich, ich tu mir ja selber leid und wahrlich, ist diese Seite hier nicht die Klage eines dummen, alten Bärlis, das soo lieb ist, aber nie etwas zurückbekommt? Und es hat doch schon so viele Bücher geschrieben und noch immer ist es nicht weltberühmt!? Nein, aber im Ernst, ihr tut mir noch mehr Leid. Eure Generation tut mir leid, ich finde diese Zeiten in denen wir leben sehr schlimm und es muss schlimm sein in ihnen jung zu sein. Wir hatten damals (neben alten Nazis) noch linke Lehrer, ihr habt Lehrer, die ein Handynotrufsystem brauchen, das sie vor Amokläufern warnt. Wir hatten damals noch nicht den Gruppenzwang das ganze Wochenende über Freizeitstress zu haben, mit Hilfe von Pillen, und wir hatten noch was, an das man glauben konnte. Sind mir viele Ideale auch abhanden gekommen, eine Jugend ohne jeden Idealismus muss schon schlimm sein. Nein, ich brauch dir nicht leid zu tun, ich hatte trotz, dass es vielen besser ging, eine sehr schöne Jugend, so sehe ich das zumindest heute – du tust mir Leid.

Montag, 8.3.10

Les jeux sont faits, ich gehe nach Genf!!! Schnuffbär sagte mir, sie würden immer wieder Fahrer suchen und auf meine Frage ob sie mir ein Zimmer hätten, sagten sie, ob ich denn auch immer ein Frühstück serviert bekommen möchte? Leute, das ist der Humor, der mir liegt und deshalb, je vais venir a Geneve! (Mein Scheißcompi kann keinen accent grave) Es wird furchtbar, es wird grauenhaft, aber ich werde es machen, ich kann es nicht erwarten, dass das Taxi, hinter dem ich Jahrhunderte steh, mein Leben verschwende und Sehnsucht nach meinem Schnufftier habe ein Nummernschild hat, dass mit GE anfängt anstatt ZH. Ich habe mir schon einen Stadtplan gekauft und den gilt es zu lernen, d’accord! (Ich fange schon wieder an mich mit französischem Landwein zu besaufen, deshalb, seid nachgiebig mit mir, Leute)

Ich hab mir eine Flasche Roten aus der Romandie gekauft und bereite mich auf eine Schalloffensive vom Hubertus vor, sie fangen gerade mit dem Soundcheck an. Leider habe ich keinen Korkenzieher und muss daher die Flasche mit der Bohrmaschine öffnen!

Sonntag, 7.3.10

Schon zwei junge hübsche Mädels gefahren, heute morgen, die sogar vorne saßen und nach eigenem Bekunden sogar auf Deutsche stehen, was für eine Einladung brauche ich denn noch. Aber, nein, ich bin zu schüchtern um nach einem Date zu fragen, ich bin ja „soo müde“.

 

Freitag, 5.3.10

Ich bin ziemlich genervt. Schnuffbär ist in Genf und er will dort auch fragen, ob sie mir Job und Wohnung haben. Ich habe heute zwei Banker zum Flug nach Genf gefahren. So sparen sie eine Stunde und wir am Boden kriegen ihren Dreck ab.

Mittwoch, 3.3.10

Ich sage, das Taxigewerbe ist das blödste Idiotengewerbe der Welt. Einen größeren Haufen hohlköpfiger Dummköpfe auf einem Fleck versammelt gibt es nicht. Und ich glaube, Zürich ist sicher ganz oben in der Rangfolge, was das anbelangt, im internationalen Vergleich. Genauso wie der Portier die Hand aufhebt für eine gute Fahrt, tut es ja auch das Hotel selber. Über die genaue Höhe habe ich Stillschweigen vereinbart, aber so wie eine ganze Reihe von Hotels von uns ganz offiziell geschmiert werden, damit wir dort einen Stand haben und deren Kunden fahren dürfen, so auch ein bestimmtes, das nun ein Angebot von einer Taxikonkurrenzfirma bekommen hat, in dreifacher Höhe von dem Schmiergeld, was wir bisher gezahlt haben. Ich fasse es nicht! Dieses Schmiergeld wird schließlich von armen Fuhrknechten erfront, damit es letztlich die Millionenerben der internationalen Hotelketten wider verludern können!!!! Und wir lassen uns das gefallen!!!! Warum? Weil wir einen ruinösen Wettbewerb unterhalten, von vielen einzelnen Firmen, deren Inhaber zu dumm oder unfähig sind zusammenzuarbeiten und eine Großzentrale zu schaffen und zu bewahren!!!! Zusammen gehen sollten und gemeinsam diesen Arschlöchern sagen: Aber klar, selbstverständlich fahren wir eure Hotelgäste, wenn ihr bei uns anruft, gerne! Aber klar, selbstverständlich stellen wir uns auch vors Hotel, wenn ihr uns kostenlos einen Platz zur Verfügung stellt, gerne! Aber wenn ihr Geld dafür wollt, so müssen die Kunden eben warten, bis wir von anderswo angefahren kommen.

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Über Jochen Lembke

Europe's cab-driving writer
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