11.6. – 19.7.2010 (der Umzug nach Fribourg)

Montag, 19.7.10

Hole Franzosen ab vom Flughafen, der jetzt hier vier Jahre verbringen wird und Deutsch lernt. Aber er ist so froh mit mir Französisch sprechen zu könne, dass er mich total zu labert, das „il faut parler lentement“ ignoriert er, ob ich das alles versteh ist ja auch nicht wichtig. Hauptsache, der Schritt in eine fremdes Land fällt etwas leichter. (Viel Spaß mit Schwiizerdütsch, mon garcon.)

Die Haltung der Geschäftswelt ist solange es genügend Taxis gibt ist es okay. Ob wir nur rumstehen ist deren Problem nicht. Fahre deutschen Bauarbeiter, er verdient in etwa das Doppelte von mir. Preise? Verpflegung unterwegs, heute: belegtes Brötchen und Vanillegipfeli und kleiner Kaffee zusammen 15 Franken. Kleine Cola light und kleiner Kaffee zusammen 8 Franken.

Sonntag, 18.7.10

Ich fühle mich großartig, Stolz und Selbstwertgefühl, seit langem unbekannt verzogen, melden zögernd Bereitschaft zu mir zurück zu kommen. Ich steh ja nun nicht mehr jeden Tag da, einfältig grinsend und lasse mir ins Gesicht spucken, ans Schienbein treten und ins Gesicht schlagen, das wegzusteckend, nur um am nächsten Tag wieder das selbe Programm zu kassieren. Das nun nicht mehr haben wollen, macht Synergieeffekte! Im Moment empfinde ich hauptsächlich Mitleid mit ihr. Ich habe immer bis zuletzt an Charakter bei ihr geglaubt, nun glaub ich das erst wieder, wenn sie mir das zeigt. Ich glaube schon noch an uns, aber es wird sehr, sehr viel bittere Selbsterkenntnis fordern, bei ihr. Im Moment hat sie die eben einfach noch lange nicht.

2017: Ich habe damals viel in diesem Stil geschrieben und kürze nicht alles weg, damit man meinen Weg sehen kann. Die Sache mit dieser Frau hat mir alles versaut was ich damals an Möglichkeiten hatte und ich wünschte mir heut nur noch dass dieser Kelch an mir vorübergegangen wäre.

Polanski lässt sich in Montreux blicken, medienumlagert. Vor einem Jahr wurde er dort kaum beachtet, ein sinkender Stern. Unsere perverse Welt provoziert ja die Skandale, die die Künstler liefern. Ich werde mir auch noch einen netten, kleinen einfallen lasen, keine Sorge. Sonst wär ich ja schön dumm.

Großer Bahnhof im Dolder, die ganze Straße war abgeriegelt, Scharfschützen postiert, dann Wagenkolonne, mit zwei Polizeimotorrädern vorne und zweien hinten. Die Chinesen kommen! Sie werden ja immer wichtiger. Aus dem Tagi lässt sich nix erfahren, wahrscheinlich waren es nur hochrangige Wirtschaftsbosse. Aber der Tagi schreibt ja eh nur von mir ab. 😉

Also, nachdem ich heute den wirklich größten Zürcher Abschaum bisher gefahren habe, von wegen ich kann ja froh sein in der Schweiz leben zu können und vom hohen Lohnniveau profitieren, „also, dann geh doch wieder nach Dresden zurück oder woher du kommst“, (!!!!), will ich nur noch mal eins klarstellen. Jeder Deutsche, der sich überlegt in Zürich Taxi zu fahren: LASS ES SEIN! ES LOHNT SICH NICHT!!!!!! OBWOHL DIE DEUTSCHSCHWEIZ SO LANGWEILIG DAHERKOMMT WIE EIN SÜDLICHSTES BUNDESLAND, SIE IST ES NICHT UND DU BIST EIN AUSLÄNDER HIER, FÜR VIELE SCHWEIZER EIN MENSCH ZWEITER KLASSE, BLITZABLEITER, SÜNDENBOCK UND WATSCHENMANN! DU VERDIENST HIER NETTO KEINEN CENT MEHR ALS DAHEIM! DIE MEISTEN DEUTSCHEN HIER WOHNEN IN EINEM LOCH! FÜR DIE SCHÖNE WOHNUNG, DIE DU VON DAHEIM GEWOHNT BIST KANNST DU HIER DAS DREI BIS VIERFACHE HINLEGEN! Ich hoffe, das ist so angekommen.

Samstag, 17.7.10

Fahre ich zwei und erzähle ihnen von den Asos und Junkies in Brighton, da steigen die beim Pfarrer Siebert aus! (Asos und Junkies) Fettnapf!

Das gab eine sehr zugkräftiges Video muss ich sagen, mit bisher 11.300 Aufrufen, eins meiner besten!

Aber in diesem Zusammenhang, der neue Mr. Schweiz (warum ist dieser Titel eigentlich so wichtig in der Schweiz?) ist auch ins Fettnäpfchen getreten, in dem er abfällig über die Leute beim Pfarrer Siebert geäußert hat, so nachdem dem Motto, ich bin doch auch jung, schön, reich und berühmt, Armut, Elend, Obdachlosigkeit und Suchtverhalten muss dann doch also etwas rein Selbstverschuldetes sein. Nein, so ist es nicht, zwanzig Jahre Taxifahren z.B. und schon kann das ein Einstieg in die Verelendung sein. Dann muss nur noch etwas Schlimmes dazu kommen und schon man steht in der Suppenschlange beim Siebert! So ische das bii eus in Züri.

2800 gemeldete Fälle von Hundebisse in der Schweiz pro Jahr, die meisten und die schwersten sind bei Kindern. Ich sage, Stockhiebe für die Halter!

Schon wieder knickrige Juden. Anscheinend kommt der Holocaust in Form unsympatischer Sonderlinge auf die Menschheit zurück. Ich wollte hier noch was Aktuelles aus dem Tagi zitieren über Palästinenserschikanen am Kontrollpunkt, „man behandelt uns wie Tiere“, aber das gilt im Grunde eigentlich für alles was Israel politisch unternimmt.

2017: ist das was ein unsympathisches Volk behauptet überhaupt ernst zu nehmen? Kleine Frage zum Nachdenken.

So läuft es im Taxigewerbe, erst eine schöne Ausflugsfahrt durch die ganze Stadt, weil er sich einfach mal ein wenig fahren hat lassen wollen, für 72 Franken.

Dann drei Stunden mit nur 10 Franken Umsatz. Erst eine Fahrt mit 10 Minuten Anfahrt wegen Stau Escher-Whyss-Platz, mit ebene jenen 10 Franken Umsatz, dann halbe Stunde warten und dann Fehlfahrt nach zehn Minuten Stau Escher-Whyss-Platz. Dann halbe Stunde Warten, dann zweite Fehlfahrt nach zehn Minuten Stau Escher-Whyss-Platz, es waren zwei Taxi bestellt, aber nur eins wurde benötigt, das hat der Kollege gekriegt, der einen Tick schneller war. Dann halbe Stunde warten und ausgebucht werden, weil man (als dritter im Raum!), nur mal 2 Minuten was einkauft, dann wieder eine halbe Stunde Warten als Erster, ohne Auftrag. Und die ganze Zeit pöbelnde und blockierende Autofahrer. Halbstarke, die einem aufs Auto hauen. Der Taxifahrer als Fußabtreter der Nation.

Die Krönung, dann macht mich noch eine Kollegin blöd an, weil ich mir erlaube in Bermudashorts rumzufahren, obwohl sie ein ärmelloses T-shirt anhat! Die Krönung der Krönung, Frauen dürfen das bei uns, Männer aber nicht. Sexismus pur! Wieder mal eine Extrawurst für das verwöhnte Geschlecht! Frauen ab zum Militär!

Gewitterbilder

Neustes Reichenspielzeug, vor meinen Augen fährt dieses Vehikel seine Stützräder aus

Süße Badenixlein

In einer Gruppe einem Trend nachzugehen ist für viele eine tolle Sache.

Pendlerglück (Und diesem Tag zehn Minuten Verspätung wegen Gleisdefekt)

Freitag, 16.7.10

Mein Leben ist unerträglich. Diese blauäugige Hexe bring mich noch ins Grab.

2017: diese elende FOTZE! Wär ich ihr bloß nie begegnet!

Mittwoch, 14.7.10

Die Fenster werden drüben glaub ich doch nicht gemacht, dafür haben wir die einzige Familie mit Kindern im Haus direkt über uns. Es rumst und schreit! Von der Hotelküche riecht es nach Tintenfisch. Ich glaube, Paul hat seinen Artgenossen einen Bärendienst erwiesen. So ist der Mensch eben, ich hab auch schon die ganze Zeit Lust auf Calamari.

Sechs Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti hat sich die Lage der Menschen zwar stabilisiert, die Not ist aber geblieben. Von Wiederaufbau ist wenig zu sehen. Was haben liebe Menschen nicht alles gespendet und was haben sich nicht Schweine-Menschen daran bereichert! Ich würde nie etwas spenden, das Geld kommt eben nicht an.

Laut «Financial Times» wird BP in den nächsten vier Jahren in Großbritannien und den USA vermutlich 10 Milliarden Dollar weniger Steuern zahlen. Dies, weil das Geld, das zum Stopfen der Quelle, zum Aufsammeln des Öls und für die Entschädigungszahlungen an die Anwohner ausgegeben wird, von der Steuer abgeschrieben werden kann. Kein weiterer Kommentar.

Der größte und einzige wirkliche Star dieser etwas seltsamen WM! Ein langes Leben, Paul, ob du nun ein paar Monate erst alt bist oder zwei Jahre. Keine Sorge, eine Goldmine wie dich behandelt ein Aquarium de luxe!

Wach ich aus dem ersten unruhigen Schlummer Sonntagnacht, den mir diese Stierquäler in ihrer Fiesta Mexicana endlich gönnen, seh ich Licht im Flur und es stehen mir zwei völlig fremde Menschen gegenüber und fragen mich erstaunt, ob mir der Ding denn nicht Bescheid gegeben hätte, sie seien auf der Durchreise von Montreux und würden nur eine Nacht bleiben. Nein, er hat mir nicht Bescheid gegeben und ich muss sagen, ich bin nicht gerade spießig, aber wenn ich davon ausgehe, dass die Wohnung in den nächsten Wochen nur von mir bewohnt wird, dann erschrecke ich mich da schon ein wenig. Grr!

Verbringe eine halbe Stunde in der Waschküche bis ich endlich weiß, wie die Maschinen hier bedient werden. (Zusatzkosten)

Die Freilassung Polanskis aus formaljuristischen Gründen lässt genauso wie seine Gefangennahme wider internationaler Praxis erneut die Frage offen, inwieweit er nur ein Bauernopfer auf dem Schachbrett Schweiz – USA war.

Ich fahre gestern auch jemanden, der gerade aus dem Knast entlassen wurde. Er saß drei Monate in U-Haft wegen einer Schlägerei um eine Frau. Ich erzähle ihm von meiner Fahrt ins Gefängnis in England, die sicher ein Highligt meiner internationalen Karriere ist. Ich hab den Leuten darauf auch erzählt, „I just got out of prison“.

Die Welt ist klein. Schon wieder ein Engländer, der aus Brighton & Hove kommt. Jedenfalls, ihm erzähle ich von den beiden amerikanischen Privatschnüfflern (zwei wohl der vielen amerikanischen Fahnder in Sachen Steuer, im Steuerbetrügerparadies Schweiz), denen ich wiederum von meinen GI-Erlebnissen erzählt habe – und der eine war doch tatsächlich als Soldat in Kornwestheim stationiert und der andere als Kind eines GI´s in Heilbronn dort ansässig! Wahrscheinlich im „Housing“ der Wharton-Barracks-Kaserne. Mein Gott, ruft das Erinnerungen zurück, wie oft habe ich mich da als Taxifahrer rumgetrieben! Was waren das für Erlebnisse für uns und was war das überhaupt ein Aufwachsen in einer amerikanischen Garnisonsstadt mit 10.000 Amerikanern, Soldaten, Offiziere und Familienangehörigen, drei Kasernen und einem Pershing-2-Depot auf der „Waldheide“ sowieso dem Nato-Tanklager. Amis in Uniform haben meine Kindheit und Jugend begleitet! Und Heilbronn war DER Topzielort auf der Liste sowjetischer Atomraketen. Ich fahre sie zu einer Adresse und der Mann ist nicht da! (Vielleicht zu seinem Besten.)

Schon wieder eine Fahrtverweigerung, so bekomme ich es mit, nachdem ich mich mit einem (anderen) Ami austausche. Vom drei Sterne-Hotel-Adler habe ich noch nie eine gute Fahrt bekommen, sie brachte nur 10.40 zurück zum Bahnhof. Der Fahrer hat sich geweigert ihn von dort zu fahren! So ist das also in Zürich, alles beim alten, das Strohfeuer ist verloschen und der UNGLAUBLICHE SKANDAL, dass die überflüssigen 500 Lizenzen nicht vom Markt genommen werden können, geht weiter.

Die heikelsten Fahrgäste sind die von der Zürcher Oberschicht. Ich fahre sie auch gar nicht gerne. Von oben herab, ungeduldig, anspruchsvoll, oft geizig. Lieber die Omis! Und am liebsten englische und amerikanische Geschäftsleute.

Also, normalerweise gibt es hier nur wenig Boulevardthemen und spektakuläre Unfälle schon gar nicht, aber dieser schon, weil er einfach wie aus einem makabren Horrorstreifen anmutet. Zwei Fischer genießen die samstagmorgendliche Stille am Züricher Seeufer unterhalb der Straße am Bürkliplatz und werfen gerade ihre Angel aus – als wie aus dem Nichts von oben ein Luxus-BMW dahergeflogen kommt, sie gegen die Mauer wirft und dem einen ein Bein und dem anderen beide Beine abquetscht. Beide werden zudem von der Wucht des Aufpralls über die Mauer hinaus in den See befördert, halten sich aber verzweifelt fest, werden schließlich von Passanten, die in den See zur Hilfe springen wieder an Land befördert. Niemand jedoch wohl beherrscht die elementaren Kenntnisse in erster Hilfe und weiß was zu tun ist, in so einem Fall, nämlich in der Leiste sich die Hose greifen, sie raffen, ein paar Male fest drehen und den Zwickel zusammen mit der Faust gegen die Arteria Femoralis bzw. Iliaca zu pressen. Sie verbluten also beide in den Minuten bis Rettung kommt, der eine stirbt noch vor Ort, der andere, ein Familienvater, bald darauf im Krankenhaus. Der Fahrer des Autos, der wohl alkoholisiert war, ist ein Topbanker! Und noch dazu einer von den Ex-Lehman-brothers!!!!

Montag, 12.7.10

BANZAIII!!!!!

Seit Toni Schuhmacher wurde kein so schön lehrbuchmässiger geri (Fußtritt im Karatestil) mehr im Fußball ausgeführt! (Die rechte Hand sollte allerdings noch etwas mehr zum rechten Ohr und die linke Faust mehr zur linken Hüfte! (Ich habe ja schließlich den oranjen, äh, orangenen Gürtel in Karate)) Hajime (Ruf bei Kampfbeginn) Oranje!

Sonntag, 11.7.10

Die Uni Zürich, mit den genialen „Beschmierungen“, die ich schon lange mal aufnehmen wollte.

Zwei Typen boldern die Mauer entlang. Nur nicht chalken, sonst sieht das bald aus wie Taubenscheiße.

Das Problem heutzutage ist ja, dass wir in einer Dummokratie leben. Und meist entscheiden nicht einmal die Mehrheiten, sondern Minderheiten, die nur lautstark oder einflussreich genug sind. Es fehlt an weisen Menschen und die Durchsetzung derer Politik. Es ist wie in einer Gruppe, nicht die stillen Klugen setzen sich durch sondern die Lautstarken, die Schreier. Nun sind ja die Berner Bärenjungen Weltstars geworden und trotzdem droht ihnen die Einschläferung, wenn sie erwachsen sind, weil es weltweit ein Überangebot an Braunbären hat, ja, keiner weiß, wohin mit. Das Ende vom Lied wird aber sicher sein, dass sie aus Sentimentalitätsgründen für teures Geld um die halbe Welt verschippert werden, während hierzulande die Menschen zu arm sind, um sich Eier aus Freilandhaltung leisten zu können. Warum haben wir die einen Tiere zum Fressen gerne und die anderen fressen wir? Mit dem Fleisch eines Bären kommt ein ganzes Dorf durch den Winter. Herrgottnochmal, ich hab in Zürich in der Nähe vom Schlachthof gewohnt und oft genug die Transporte gesehen und wie dann eine Kuh oder Stier den Kopf rausstreckt. Jedem einigermaßen sensiblen Menschen ist dann zum Heulen genug und ich seh da keinen Unterschied, jedes Tier verdient die gleiche Achtung und Respekt.

Nun reist Doris Leuthardt also nach Singapur und sagt, na ja, tolles Land, aber den Schweizer Sprayer bitte nicht die drei Stockhiebe geben, wir wünschten uns ein anderes Rechtssystem hier. Dann kommt aber einer von dort in die Schweiz und sieht überall die Grafitti an den Zügen und die verkratzten Scheiben in jedem einzelnen Wagon, den Müll auf der Straße und die gleichzeitig überfüllten Gefängnisse, so dass die Leute ihrer Strafe gar nicht mehr zu geführt werden können und sagt tolles Land hier, aber das Rechtssystem bitte ändern. Jedem, der die Scheiben verkratzt ein paar Stockhiebe, die Hose bleibt ja an, so das die Haut nicht aufplatzt und so schlimm ist das nicht und die öffentlichen Kassen bleiben geschont und die Scheiben unverkratzt, denn diese Kratzer sind ja alles kleine Feiglinge, die sich im Leben nichts zutrauen.

Das Jungvolk am See, die Omis zu Haus, den Tag hätt ich mir schenken können. Aber drei Stunden täglich pendeln, ich kenne Leute, die machen das ihr Leben lang.

Die Juden in Zürich sind wirklich die geizigste Bevölkerungsgruppe! Das kann ich jetzt bestätigen, nachdem ich wieder so einen orthodoxen Geizkragen und Knitterkopf gefahren habe.

2017: ich will hervorheben dass ich wirklich keine Vorurteile hatte! sondern das waren einfach Erlebnisse wo ich zum Schluss sagen musste, ok, diese Leute sind unsympathisch und das sagen auch alle anderen Zürcher!

Französisch und Englisch sind ja sehr verwandt, es ist für mich sehr interessant zu sehen, welche Wörter wie verwendet werden. Das Wort handicapped für behindert ist nicht mehr politisch korrekt im Land des politisch Korrekten, es leitet sich aus der Zeit her, da die Behinderten die Hand oder eine Kappe aufhalten mussten um zu betteln und so heißt es also nun „disabled“. Im Fr. aber heißt es immer noch handicapé und auch noch im Italienischen leitet sich das Wort davon ab, da die eigentliche Bedeutung des Wortes dort nicht bekannt ist.

Vielleicht die gleiche Wanne stand zweimal mit mir zusammen am McWürg an, einmal vor mir, einmal nach mir.

Taxifahrer können improvisieren, hier lag ich heute im Schatten auf zwei Zeitungen, bis ein Auftrag rein kam.

Zürichs Fuchtelmänchen, sie fuchteln und fuchteln, wie ein batteriebetriebener Spielzeugroboter. Bei einem war die Batterie aber alle heute, er liegt im Schatten und die Sanitäter fuchteln, äh, fächeln ihm Luft zu.

Zürisee und die Flussbäder, es gibt nur noch Stehplätze!

Schrecksekunde kurz vor Feierabend, viele Keller sind vollgelaufen in Zürich gestern Nacht und die Tiefgarage war feucht und dementsprechend rutschig vom Reifenabrieb, beinahe wär ich an die Wand gekracht.

http://dasmagazin.ch/index.php/mein-jahr-in-genf/ Interessanter Artikel über Deutschschweizer in Genf. Romands und Alémaniques im Nationalrat, die sich auf Englisch verständigen! Zieh sich das mal einer ein!

Samstag, 10.7.10

Der junge Herr und die Dame scheinen es sich ja recht bequem gemacht zu haben.

Nach Möglichkeit aber bei dem heißen Wetter und vielleicht ja auch Flirt cool bleiben. Und ja nicht nervös herumrutschen.

Es hat über Nacht nicht abgekühlt und es gab auch keinen Durchzug. Affenhitze in der Wohnung. Nach zwei vollen Arbeitstagen mit je 3 Stunden Zugfahren gönne ich mir heute jedoch einen Ruhetag.

Was hilft gegen ständiges MP3-Playergequäke im Zug? Seinen ein wenig höher drehen!

Dies Haus hab ich schon oft beim Abbiegen bewundert.

Tröstlich zu wissen, beim Spontansex, Kondom vergessen? Veloblitz „kommt, bevor du kommst“. Na ja, garantiert Werbegag für Veloblitz, wenig praktischer Nutzen, oder? (Leisten sie eigentlich auch noch Hilfe beim Überstreifen?)

Italienisches Taxi gesichtet, vor dem HB Zürich! Lucky fuck!

Donnerstag, 8.7.10

Also, das Projekt sei für die Dame vom DRS 1 „immer noch aktuell“, wie sie in einer Email bestätigt hat. Gut, ich habe sie also noch nicht ganz verschreckt, warten wir es also ab.

Also, diese spanischen Stierquäler wollen Kraken Paul retten, damit er nicht in den Topf kommt. Was wäre denn nun gewesen, wenn D. nicht nur drei gute und drei schlechte, sondern vier gute Spiele abgeliefert hätte? Paella, hm? Naja, Weltmeister im Machotum und im Krachmachen sind sie ja schon. Hier versammelt sich ja alles zum Blöd-rumhupen auf dem Boulevard de Pérolles und das ist sehr wohl in Hörweite. Ich werde eine Landse für Hollandse brechen, die ticken wenigstens nicht gleich so mediterran aus. (Und sind außerdem wesentlich weniger zahlenmäßig hier in der Schweiz.)

Die Deutschen überschätzen sich immer gerne, wann immer mal eine d. Mannschaft ein gutes Spiel liefert, dann wird sie gleich in alle Wolken gejubelt. Das was sie aber gestern abgeliefert hat war aber so grausam und erbärmlich und so dermaßen unter aller Kanone, das man einfach sagen muss, England und Argentinien sind noch viel schlechtere Mannschaften gewesen als bisher angenommen. Aber die Mannschaft ist jung, ein wenig hochmütig zwar noch, aber das wird sich schon noch legen. Gestern nun hat sie ihre Lektion in Demut bekommen. Lahm wird nun aber erst mal eine Runde ohne Ball, aber mit -ack humpeln, er hat sich ja auch ganz schön „den Knöchel verknackst“. Sie sollen mal Taxi fahren, die Edelkicker, dann lernen sie Demut schnell. Stand ich heute ohne eine Fahrt 1.5 Stunden in sengender Sonne!

Heute morgen schon schneidet sicher so ein Spanier mit Restalkohol vor mir die Kurve und legt mich mit dem Fahrrad flach, was ihn null kümmert, wahrscheinlich hat er mich einfach nicht gesehen. Ich schrieb seine Nummer auf, es gibt eine Anzeige! (2011: hab´s nicht gemacht, weil ich nicht dazu kam. Die meisten Anzeigen erfolgen aus Langeweile. )

Mittwoch, 7.7.10

21.00 Uhr. Mein Gott, was ist das für ein blindes Geholze. Da ich kein Fan der Spanier bin schalte ich ab, das spare ich mir. Was doch ein frühes Tor (gegen Argentinien ausmachen kann! Wie kann Lahm aber auch so blöd sein und eine unnötige Diskussion über den Kapitänsposten anzetteln, wenn noch nicht mehr als das Halbfinale erreicht worden ist? Dritter ist D. auch mit Ballack geworden! Fehlende Reife, Herr Lahm. Gut Nacht, ich geh pennen.

Ce matin, j´ai réussi d´obtenir une formulaire pour devenir chauffeur de taxi á Fribourg. J´ai allé aux „services des taxis“, située Grande Rue 37, et parlé avec le monsieur en personne, qu´il m´a donné le „demande d´autorisation de conduire un taxi“. Bonne chose, hein? Also, die Besonderheit in Fribourg ist, dass man erst einen Arbeitsvertrag abschließt, bevor man überhaupt erst den Antrag abgibt und dann den Schein nach 2 Monaten macht. Solange fährt man eben provisorisch, wobei ich noch nicht weiß, wie viel man dann verdient oder überhaupt etwas. (In Brüssel gibt es ja auch so ein Modell, da muss man dann einem Tutor etwas abgeben.) Die Prüfung selber soll nicht so schwer sein und ist nur theoretisch. Eine Französischprüfung gib es nicht! Wenn die nämlich so schwer prüfen würden wie die Englischprüfung in England gewesen war, müsste ich nämlich noch ganz schön büffeln. Es war kein Problem in England für mich, aber eine vergleichbare Prüfung in Französisch, o lala! Ich meine, ich lerne, wann immer ich ein wenig Zeit habe, morgens meistens, aber…

Dienstag, 6.7.10

Es ist fraglich, ob mein Buch der Dame vom DRS 1 gefallen hat. Es ist und ich bin halt sehr kritisch und kompromisslos. Ich habe ihr heute noch mal eine Email geschickt, aber keine Antwort erhalten, anrufen werde ich sie nicht. Ich bin jetzt soweit fortgeschritten mit meinen Sachen, dass ich das nicht mehr mache. Ich mach einfach mein Ding und irgendwann werden sie alle kommen.

Auch eine neue Hochglanzbroschüre von Taxi 444 ist herausgekommen, ohne mich zu erwähnen, (dafür ist jemand mit drin, so ein Typ, der überall auf Schritt und Tritt nützliche Kontakte knüpft. Und zwar ausschließlich nützliche, von anderen will er nichts wissen. Ich KANN solche Leute nicht ab, das ist mir so was von zuwider, das kann ich gar nicht sagen.) Jedenfalls, Remo Santi und ich sind nicht miteinander übereingekommen und ich halte ihn leider auch für einen der Hauptverantwortlichen der Züricher Taximisere, einfach, weil er seit langer Zeit sehr dick und fett in den Gremien drinsitzt und sich auf den Erfolgen vergangener Jahre ausruht. Tut mir leid, Herr Santi, keine Zusammenarbeit bezüglich Öffentlichkeitsarbeit zwischen Taxi 444 und mir, bis auf Weiteres. Aber es ist ja bald ein neuer Geschäftsführer da.

Fribourg ist wirklich sehr putzig und gibt ungemein was her für den Fotografen, eben gerade wegen der 3-Dimensionalität der Stadt. Hier sind mal ein paar erste Bilder (auf Galerie)

Hier im Haus werden die Fenster ausgetauscht, was Gott sei dank bald abgeschlossen ist. Eine gigantische Lärmoffensive!!!!

Was das ist? Och, bloß unser gesamtes Universum, gesehen von der Erde aus. Nix Besonderes.

BP wird wohl pleite gehen, die Tiefseebohrungen, da nicht mehr versicherbar, eingestellt, die Ölvorkommen sind damit praktisch erschöpft.

Nach 2 Tagen Arbeiten und jeweils 3 Stunden Zugfahrt bin ich ziemlich kaputt, aber es ist realisierbar. Habe jetzt 2 Tage frei.

Ein tropischer Regenguss beendet das Zürifescht.

Lembke hockt im Bock, bei tropischer Hitze und dem ersten Ferientag und ist entsprechend genervt.

Da kommt dann eine Fahrt in die Zürcher Voralpen gerade recht. Meine drittbeste Fahrt!

„Atzmännig“, wo der Gras-Skiweltcup dieses Jahr stattfinden wird.

Wenn man dann noch Wartezeit hat, während sich die arabische Familie mit den Liften und Rodelbahnen amüsieren geht kann man sich auch mal eine Mahlzeit gönnen, während die Uhr läuft. (Der Wartetarif richtet sich immer auch nach dem Durchschnittsumsatz, den man in dieser Zeit machen könnte. War er in New York beispielsweise zu niedrig, ist er in Zürich relativ zu hoch. In einer 11-Stunden Schicht mit einstündiger Pause kann man heute keine 690 Franken machen, wie noch vor ein paar Jahren, sondern durchschnittlich nur noch 400. Bezahlte Wartezeit ist also immer gut.)

Wir kommen aber bei der Fahrt an zwei totgefahrenen Igeln vorbei, die nur 10 Meter auseinander liegen. (So etwas habe ich Gott sei Dank noch nie gesehen.) Ebenfalls kommen wir an zwei havarierten Züribussen vorbei! Nun habe ich zwar schon so manchen havarierten Züribus gesehen, aber zwei hintereinander, nur einen Kilometer von einander entfernt, das gab´s auch noch nie. Was soll das also bedeuten, frage ich mich?

Antiwerbeaufkleber in der Westschweiz.

Sonntag, 4.7.10

In Zürich hat es wie aus Kannen geregnet, 150 Kilometer weg in Fribourg keinen Tropfen.

Das ist nicht die WM der Absahner, titelt der Tagi und listet knapp 20 „Scheißmillionäre“ mit Jahresgehalt von 10 – 30 MILLIONEN EURO auf, die ausgeschieden sind oder völlig untergegangen oder beides.

Komme ich heute morgen vom Bahnhof an der Langstrasse mit dem Fahrrad vorbeigefahren, da stehen da so fünf, sechs Burschen vor einem ebenerdigen Fenster, in dem sich ein Girl im Negligé zeigt. Sie verhandeln mit ihr. Nicht faul macht sich einer davon die Hose auf und wedelt auf offener Straße, am hellichten Tag mit seinem Ding in ihre Richtung, vielleicht aus Ungeduld, vielleicht auch als Verhandlungsangebot. Tja. Das sind dann schon die Momente, wo ich mich frage ob ich denn das Richtige machen. Seit Jahr und Tag müh ich mich ab, lese, lerne und studiere, habe eine Allgemeinbildung, die Seinesgleichen sucht, mache mir Gedanken über die Welt, das Leben und was man vielleicht besser machen kann auf diesem Planeten, präsentiere mich bescheiden, bemühe mich ein aufrechter Kerl zu sein, allen wohl und keinem wehe, bastel seit 8 Jahren an meiner Karriere, laufe seit 3 1/2 einer Frau hinterher, die – anstatt das zu würdigen – mich wie Dreck behandelt, da steh ich nun, ich armer Tor… und da steht der Kerl, nun, und wichst vor der Nutte satt an seinem Schwanz. Zum Gejohle seiner Kumpels. Was dann vielleicht alles gleich stante pede sodann zum Rudelfick übergeht. Er hat Hauptschule, ´ne Lehre gemacht und immer genügend Geld im Sack und macht sich den Teufel Gedanken um diese Welt. Wer macht es richtig, er oder ich?

Die größte Stadt der Schweiz bestreitet natürlich auch das größte Fest der Schweiz, 2 Mio Besucher zog das „Zürifescht“ an, das alle drei Jahre einmal stattfindet. So auch einen völlig entnervten internationalen Taxifahrer, der mehr Stress und trotzdem weniger verdient hatte als sonst. ALLES abgesperrt, die GESAMTE Stadt und trotzdem nervig lange Anfahrtswege, Stau, STAU, STAU… 2 Mio kamen, feierten, fraßen, soffen und liebten sich an den Seeufern und hinterließen EINEN BERG von Glassplittern, Plastikbechern, Tüten, Papptellern, benutzten Kondomen und Kotzseen- und verstreuten dies so gleichmäßig, als wäre das alles aus der Luft abgeregnet. Eine Schande! Ein Europäer wurde jüngst in Singapur zu Stockschlägen verurteilt wegen Schmierereien, teilt auch hier ein paar aus, vielleicht nehmen sie dann den Abfall wieder mit das nächste Mal.

Samstag, 3.7.10

Ein Tagi-Journalist begibt sich auf die Spuren Jack Kerouacs „on the road“, dem Kultroman, dessen Originalschrift bei Versteigerungen mehr eingebracht hat als der selber in seinem Leben verdient (und wieder versoffen hatte). Dieses manisch übersteigerte Protokoll Besessen-Lebenshungriger war auch eine meiner ersten Lektüren in englischer Sprache, ich hatte, sie, stilvoll, bei meiner einzigen Interrailreise ´84 dabei, die mich über Wien nach Athen führte und über Paris schließlich nach London, wo ich dann anschließend zwei Monate blieb und in einem Studentenheim lebte, neben einem sexuell sehr aktiven Pärchen und nur einer Sperrholzwand dazwischen, wirklich stilecht, alles. Kerouac blieb Zeit seines Lebens ein Getriebener auf der Suche nach Sinn und Identität, er, als der große Vertreter und Porträtist der Beat-Generation Ausdruck der Sinnfindung einer ganzen Gesellschaft, die über den langen Weg der Beatniks und Flower-Power schließlich und endlich wieder da angekommen ist, wo sie aufbrach, im Spießertum, nämlich.

„Wer soll diese deutsche Mannschaft stoppen?“ fragt der Schweizer Fernsehkommentator und mit unverhohlener Begeisterung. Und, mein Gott, wie oft, wie oft schon hat sich eine schlechte deutsche Mannschaft doch noch irgendwie ins Halbfinale gezittert und es hieß, „sie sind halt eine Turniermannschaft“ – wann gab es jemals so eine beeindruckende Demonstration wahrhaftig schon weltmeisterlicher Spielkunst einer DFB-Elf, frage ich mich?

Jogi Löw, auch wenn ich nie eine Antwort bekommen habe, auf mein Buch, was ich ihm mit Widmung geschenkt hatte, vielleicht, vielleicht, vielleicht, war es doch die richtige Lektüre zum richtigen Zeitpunkt damals, großes Kompliment, Herr Löw, ich nehme alles zurück, was ich bisher Negatives über Sie habe verlauten lassen. Souverän, eiskalt, technisch hervorragend… ich komm aus dem Schwärmen nicht mehr raus, die bis dahin beste Mannschaft des Turniers, die Argentinier, vorgeführt wie einen Sparringspartner! Erst England deklassiert, nun Argentinien! Die Hand Gottes – nun ist sie von Gott verlassen worden.

Hupkonzerte in der französischen Schweiz! Wie wohl nur, dass ich in der Schweiz lebe, nicht in D. ist alles was ich meiner empfindlichen Ohren wegen noch sagen kann. Das wird ein Nächtchen dort werden!

Also, der Claude, der hier normalerweise auch wohnt, zusammen mit noch einem weiterem Deutsch-Schweizer und jetzt mir eben, hat noch mal bestätigt, dass die Hoteldisco normalerweise nicht so zu hören sei. Wollen´s hoffen. Man kriegt ja auch schon den Rollerhass hier, wenn man ihn nicht schon hat wie ich, weil das Haus am Hang zwischen Serpentinen liegt und der Roller, üblicherweise immer mit Rennbirne oder sonstwie schadhaftem Topf, umkreist das Haus dann also im 360 Grad-Winkel.

Jetzt habe ich einiges erledigt und werde mir Bertis Buben, halt nein, Jogis Jungs gegen Maradonas Machos reinziehen. Das erste Spiel, das ich dieses Jahr im Fernsehen sehr, weil ich keinen hatte und bei interessanten Spielen der Server im Online-tv ja eh knickt.

Ekelhaft heiß in der Wohnung. Gestern Nacht war wieder ACTION angesagt in der Hoteldisco und wenn die die Fenster offen haben oder sogar die grölenden Leute auf dem Balkon davor sitzen – ich muss das Fenster ja auch auf haben bei diesen Temperaturen! Fies ist das Leben eben. Was werden sich die Gauchos wieder an fiesen Tricks einfallen lassen heute Abend? Nicht vergessen, die Hand Gottes trainiert sie ja!

Rappen heißt hier, was? Also, Franken heißt natürlich einfach Francs, wie der französische, ehemals. Also….? Ganz einfach, Centime, natürlich! Hab aber erst mal grinsen müssen. Nicht so beim Busfahren, die lange Strecke kostet hier zwar nur 2.70 anstatt 4.00 wie in Zürich, aber der Automat gibt kein Rückgeld! Merde.

Freitag, 2.7.10

Ich bin sehr lieb zu meinen Hasen, jeder Umzug ist stressig für sie. Ich glaube, Kaninchen leben sehr ortsgebunden in der freien Natur. Und anderen Menschen gegenüber sind sie eher scheu, sie sind schon halt sehr auf ihren Papa fixiert. Der weiß halt auch am Besten wie man mit ihnen umgeht.

Mit der offiziellen Zweisprachigkeit in Fribourg/Freiburg ist es nicht weit her. Entweder dein Französisch, „ca marche“ oder du bist am A…

Ein Gefühl der Fremde beschleicht mich, in Zürich war ich doch schon recht heimisch zum Schluss. Hier muss ich wieder alles neu suchen und finden. Aber die Stadt ist wirklich total schön, landschaftlich und von den Bauten her, wirklich alles noch sehr mittelalterlich im Kern. Und alles in 3D hier, wenn man irgendwo hin will, muss man beachten, dass es sehr steil bergab und dann auch wieder bergauf gehen kann!

Ich war jetzt schon in einem Rieseneinkaufscenter, dass Zürich gut anstehen würde und im Hotel de ville (Rathaus) – wo man mich erst mal zur Ausländerpolizei schickt, kein Schweizer Pass. Und die ist am Stadtrand, vous devez prendre l´autobus numero un. Also, Abmelden geht sehr schnell, aber das Anmelden geht etwas länger.

Nun war ich auch beim Migrationsamt. Natürlich kriege ich bei der Schweizer Bürokratie einen ganzen neuen Ausländerausweis. Ich brauche also nochmal zwei Passfotos. Mir das zu sagen waren die auf dem hotel de ville nicht in der Lage. Der Beamte auf dem Migrationsamt aber war immerhin „Deutscher“.

Also, vielleicht war das nur eine Ausnahme, heute waren die Fenster der Hoteldiskothek jedenfalls zu und man hat nix gehört, sieht nur die bunten Lichtlein.

Donnerstag, 1.7.10

War das ein Nächtchen heute, kaum gepennt. Liebe Millionen Fans, ich bin vom Regen in die Traufe gekommen, der sehr schöne Ausblick auf Fribourg vor meinem Fenster wird leider ein wenig verdorben durch den Ausblick auf die FUCKING HOTELDISCO gerade gegenüber: Weissauchnich, irgendwie hat sich jemand gegen mich verschworen.

Bald wird Lembke mit sarkastischen Bemerkungen übers Zugfahren kommen! Ich habe jedenfalls jetzt eine Monatskarte, aber das eine kann ich jetzt schon sagen, ich läge lieber mit einer Frau im Bett, als dass ich die Strecke Fribourg – Zürich u.z. täglich abpendel. Sogar wenn wir beide nur sittsam die Hände über der Bettdecke falten würden!

Apropos holde Triebe, definitiv, definitiv ist jetzt Taxifahrers Mädelwatchsaison 2010 eröffnet!!!!

Peinliche Zwangslage manchmal, übrigens, wenn man gerade ein holdes Exemplar DER SEXY BUSEN DES JAHRES vor sich hat und – das Mädel lächelt einen an! Herrgott, was tun!? Interessenkonflikt, der Anblick eines so üppigen Busens schüttet jede Menge Hormone aus, die Männer ja wohlbekanntlich zu willenlosen Werkzeugen ihres verlängerten Rückenmarks machen, was ihnen recht prägnant das Verhaltensschema „Starr, sabber, lechz“ vorschreibt – während dann doch die gute Erziehung wiederum vorschreibt, dass ein Lächeln einer holden Dame nicht unbeantwortet bleiben sollte – nur weil man den Blick nicht von ihrem Busen nehmen kann. Das hat sie sich genau überlegt, das perfide Weibsstück! (Verzeih, lieber Leser, ich bin doch nur ein armer, triebgesteuerter männlicher Taxifahrer, der, ob nun durch eigenes Verschulden oder nun durch das einer manchmal ein wenig zu Grausamkeiten neigenden schönsten Frau der Welt mit indianischen Wangenknochen, noch dazu ein mönchisch anmutendes Dasein fristet.)

Zwei Schweizer Snowboarder nach Kanada zum Gletscherski! Sie erzählen mir auch, dass in Moskau beinah nur illegale Taxis unterwegs sein – auch eine Lösung, ein Volk, das anderes zu tun hat als hysterisch zu sein, nimmt einfach das nächstbeste Auto, dass dieselbe Richtung fährt und gibt ihm etwas für die Fahrt. Der Osten macht es uns vor, wenn Not ist, dann wird eben improvisiert! Oder, die meisten Probleme machen wir uns selber. bzw., die die uns vorgesetzt sind, wie etwa unfähige Politiker. Oder, z.b. auch in Fribourg, fallen ständig Ampeln aus, aber es gibt keine Fuchtelmännchen wie in Zürich, die alles nur verlangsamen und verkomplizieren.

2017: will ich noch mal hervorheben! Das Taxigewerbe ist vollkommen überflüssig, jeder der Bock hat sollte Leute mitnehmen die sich wiederum revanchieren, einfach Daumen raus!

Ist das nicht der Hammer, der Verkehrsunfall der Zukunft findet in der Luft statt! Wesentlich schneller als ich dachte kommt das Flugauto – und die werden einen Weg finden, das Ding von der Autobahn aus starten und landen zu lassen, das wird nicht so allzu lange auf sich warten lassen, schließlich sind da alle Reichen und Einflussreichen dabei und dann geht das sehr schnell, wie wir alle wissen, sehr, sehr schnell. Wie schnell, ja, werden die Berlusconis und Blatters dieser Welt in diesen Kisten hocken und die Staus der Minderverdiener überbrausen! In fast jedem zweitklassigen Zukunftsfilm kommen sie vor: fliegende Autos. Nun könnten sie früher Realität werden, als gedacht. Der amerikanische Fahrzeugbauer Terrafugia will die ersten fliegenden Autos – oder fahrenden Flugzeuge – schon im kommenden Jahr ausliefern. Maximal 110 Kilometer pro Stunde wird das Auto auf der Strasse fahren können. Muss es schnell gehen, lassen sich in dreissig Sekunden die Flügel ausklappen, der Frontpropeller anwerfen und schon kann es in die Lüfte gehen. Dort schafft der Zweisitzer eine Höchstgeschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde. Von Auto zu Flugzeug in 30 Sekunden Gemäss Angaben der Firma haben schon über 70 Interessierte den Transition vorbestellt. Diese sind sich offenbar ziemlich sicher, dass sie schon bald flexibel zwischen Luft und Strasse wählen können, mussten sie doch alle eine Kaution von 11’000 Franken hinterlegen. Das Fahrzeug selber soll etwa 200’000 Franken kosten. Die Zulassung des fliegenden Autos ist für Terrafugia ein überraschender Durchbruch. Lange hat sich die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) dagegen gesträubt. Der Transition ist immer wieder an den strengen Bestimmungen der FAA gescheitert. Dank einer Sonderbewilligung kann das fliegende Auto nun doch in Serienproduktion gehen. Könnten auch in der Schweiz bald Autos durch die Lüfte fliegen? «Es wäre grundsätzlich möglich, dass das fliegende Auto in der Schweiz bewilligt wird», sagt Daniel Göring, Mediensprecher beim Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl. Auch Eigenbauflugzeuge würden in der Schweiz ja regelmässig zugelassen, sofern sie sicher betrieben werden können. Dazu seien jedoch zwei Hauptvoraussetzungen zu erfüllen: Es müsse nachgewiesen werden, dass das Auto flugtauglich und sicher sei.

Mittwoch, 30.6.10

Wer verrichtet auch den Hauptteil des Umzugs am heißesten Tag des Jahres? Na ja, jetzt bin ich heil in der neuen Wohnung angekommen und genieße die relative Stille. Mein Gott, was hab ich ertragen in der alten Wohnung! Alles ist besser als das!

Blatter hat den Schweizer Schiedsrichter heimgeschickt, der beim Südafrikaspiel hart aber fair eine Notbremse der Südafrikaner bestraft hat. Große Empörung hier in der Schweiz und ich stelle mich auf ihre Seite! Hier Zivilcourage, dort Vetterleswirtschaft und Pöschtleschieberei. Wer Blatters Stiefel leckt, wird befördert, alle andere kriegen Steine in den Weg gelegt.

Ziehe nie einem Italiener gegenüber über Berlusconi her, er ist ihr gewählter und amtierender Präsident und ist er auch im Ausland unbeliebt, in Italien ist er es nicht! Er ist der netteste und charmanteste Mafiosi, den das Land jeh hatte!

Dienstag, 29.6.10

Ich habe mich heute erstmalig in der Schweiz beim Kreisbüro umgemeldet, es funktioniert genauso wie in D., man meldet sich bei der einen Gemeinde ab und bei der nächsten, zusammen mit der Abmeldebestätigung, wieder an. (In England gibt es kein Meldegesetz, übrigens.)

Es ist also mal wieder eine FLAGGENPARADE fällig!

Wappen von Zürich, wird eingeholt

(Bitte sich geistig vorstellen): große melodramatische Musik, zuerst aus dem Hintergrund, leise,

dann anschwellend, Fahnen, große Gefühle!!!!!

(Nächstens verlange ich aber wirklich Eintritt hier (oder gleich n´ Oscar)

Wappen von Freiburg/Fribourg (Stadt) wird gehisst!

Ich lach mir´n Ast, der Loddar ist doch bekanntlich in D. nie sein Image als fränkisch-flachhirniger Vielsprech losgeworden, aber im Ausland werden eben oftmals die Karten neu gemischt! Find ich aber irgendwie trotz alledem gut, er hat halt eben auch ein wenig dumme-Bärli-Züge, schnell mal was rausplappern und sich damit in die Nesseln setzen und somit sind wir ja verwandt. Der Prophet gilt im eigenen Land bekanntlich nichts. Das trifft auch auf Deutschlands Rekordinternationalen Lothar Matthäus zu. Jetzt feiert der 150-fache Nationalspieler im Ausland als TV-Experte große Erfolge.

Montag, 28.6.10

So entstanden früher die Reliquien! Oder: Was die Leute um Jackson können, das kann ich schon längst!

Dieser Handschuh von Michael Jackson, dem King of Pop wurde nun für zirka 100.000 Dollar versteigert!

Nun der Versteigerungsartikel von Jochen Lembke, dem King of Taxi!

Gebote für SEINE KULTISCH ABGETRAGENEN SANDALEN, bitte!!!!! Mindestgebot 1000 Dollar!!!!

(In zehn Jahren): Zum Leben seiner Heiligkeit: der King of Taxi führte früher ein Leben in bitterster Armut und voller Entbehrungen.

Morgen noch packen und putzen und dann am 30ten die letzte Fuhre nach Fribourg. Und dann heißt es von dort aus dann mindestens einen Monat nach Zürich pendeln, der „Pendelino“ bin ich dann! 2 1/2 Stunden mit dem Zug arbeitstäglich!

Unsere tägliche Schweinerei gib uns heute. Warum, oh Herr, hast du mich Intelligenz, Moral, Verantwortungsgefühl und der Fähigkeit zu Schreiben gestraft? Warum bin ich nicht wie Berlusconi und die anderen Schweine? Zehn Tage nach seiner Ernennung zum Minister erklärte Brancher, er wolle von einem kürzlich verabschiedeten Gesetz profitieren, das Regierungsmitgliedern in Italien Schutz vor Prozessen gewährt. Demnach müssen Berlusconi und die Minister seines Kabinetts nicht vor Gericht erscheinen, wenn die Abwesenheit mit der Ausübung ihres Amtes gerechtfertigt werden kann. Zurzeit läuft gegen den 67- jährigen Minister ein Prozess wegen Hehlerei in Zusammenhang mit einem Skandal um die Bank Antonveneta. Brancher hätte am vergangenen Samstag vor Gericht erscheinen müssen. Seine Anwälte stellten jedoch einen Antrag auf Terminverschiebung und bezogen sich auf die Amtsverpflichtungen des neuen Ministers. Er müsse sich in sein neues Amt einarbeiten und habe deshalb keine Zeit für die Gerichtsverhandlung. Das sorgte in den Reihen der Opposition für helle Empörung. Auch Staatspräsident Giorgio Napolitano äusserte sich über Branchers Verhalten kritisch. Nach heftigem Protest auch in seinem eigenen Lager musste der Föderalismus-Minister einen Rückzieher machen und zustimmen, weiterhin vor Gericht zu erscheinen. Brancher erklärte sich zum Opfer einer Medienkampagne. Regierungschef Berlusconi versuchte, die Polemik herunterzuspielen: Es handle sich nur um ein kleines Problem. Brancher hatte wegen seiner Verwicklung in die durch eine Anti-Korruptionsoffensive aufgedeckten Skandale Anfang der 90er Jahre einige Monate in U-Haft verbracht. Wegen Verjährung wurde er dann vom Vorwurf freigesprochen, Schmiergelder angenommen zu haben. Er ist seit Jahren ein Verbündeter Berlusconis.

Korruption und Geldwäsche in Afghanistan gehen einem US-Pressebericht zufolge in die Milliarden. Ein ranghoher Beamter schildert, wie das Geld außer Landes geflogen wird.

Vom Gebrüll der drei Löwen ist nun nur noch ein klägliches Miauen übrig, „drei Löwen von den Deutschen zerrissen“, schreibt die Sun nun. Glückwünsche, deutsches Team, hatte ich gar nicht mehr damit gerechnet, dass noch soviel in der Mannschaft steckt, nach den mühsamen Spielen gegen Serbien und Ghana. Aber schade um das „Wembleytor“, ärgerlich, wenn eine tolle Leistung dadurch ins Zwielicht gerät. In Wembley war das Tor spielentscheidend, hier nicht!

Sonntag, 27.6.10

15.15 Uhr Mediales Warmlaufen vor dem Klassiker D. – E. «Berliner Morgenpost» «Gegen derlei Raubauze stehen geradezu provozierend wohlerzogene deutsche Spieler, vielleicht nicht alle genial, aber halbwegs diszipliniert. Gegen die Ungezügelten wirken Schweini, Poldi und die anderen wie deutsche Studienräte, die über Mallorcas Hügel wandern, während unten in Magaluf die Kampftrinker marodieren», sieht die Berliner Postille die Rollen klar verteilt. Ich habe sie kennengelernt, die Rooney-Fans der Insel, das Pack im weißen Lieferwagen, linke Hand an der Hupe und rechte zum Stinkefinger verlängert aus dem Fenster gestreckt! Nicht zu fassen, der zarte und sensible Özil gegen diesen eisenfüßigen Dummbatz? Ich kriege Beschützerinstinkte für den Jungen, er wird ihn niederwalzen! Er wird ihm die Beine brechen! Herrgott, kann da nicht einer dazwischen gehen…

Hier schreibt Schleck, das schwarzweiße Kaninchen vom Bild oben: Mensch soll nicht glauben, dass ich nicht weiß, wie man diese Klappertasten von seinem Schreibgerät bedient, mit dem er sich da immer wichtig macht. Er überschätzt sich sowieso immer, wir brauchen ihn gar nicht unbedingt, das bisschen Futter was er uns immer gibt, das können wir uns auch selber besorgen, wir wissen ja wo diese Tüten stehen. Also, Mensch tut gerade wieder furchtbar beschäftig und ist ständig am Rumkramen. Ich weiß, wohin das führt! Er wird uns wieder alle packen und in einen kleinen Käfig pferchen und dann wird wieder durch die Gegend karjolt. Weiß auch nicht was der denn immer so furchtbar Wichtiges vorhat, dass er das ständig macht. Also, für uns ist ein Ort immer wie der andere!

Samstag, 26.6.10

Wie kommt mein neuer Röstigrabenbeitrag an, mit kleiner Provokation, vor allem? Wieder mal „frech, witzig, gut“, hm? Ich bin v.a. völlig verblüfft von dem 3D Effekt, liegt wohl daran, dass das Foto eigentlich ungewollt unscharf ist und außerdem sich die Dose ja wölbt und somit auch der Schriftzug auf ihr. Ein Eigenlob ist fällig! (Sonst macht es ja eh keiner, grummel, grummel…) Ich habe nur ein klein wenig geschummelt, weil ich in Fribourg ja erst wohne, ab Donnerstag, und noch nicht Taxi fahre. Aber ich gebe es ja zu und Schummeln, was man zugibt, gilt als die Wahrheit. Oder nicht?

Seh ich heut wie da einer mitten an einer befahrenen Straße total strippt und sich dann auf dem Asphalt niederlässt, als wär´s ein nettes Plätzchen am FKK-Strand. Na, die Droge haut aber rein!

Tja, ein Team, das nur hinten reinsteht wird sich schwerlich internationale Sympathien erspielen, das machen Länder mit erfrischendem Offensivfussball. So ist es nicht verwunderlich, dass die Weltpresse der Schweiz keine Träne hinterher weint. Ich hätte ihr schon ein Weiterkommen gegönnt. Aber dann diese Hupkonzerte… das wäre wohl bis morgens früh gegangen. Deshalb… na ja, Schwamm drüber.

Könnte man eine Wut kriegen über diese G-20 Scharade. Staatshaushalte könnte man sanieren mit den Kosten und die Banken übernehmen sie noch nicht mal direkt, sie machen es eben immer diskret wie schon immer. Die Bankenabgabe ist vom Tisch! Alles weiter wie bisher. Dennoch, in Dougans Haut möchte ich nicht stecken. Seine ganze 70 Millionen kann er nun für Security ausgeben, er, die Symbolfigur eines grotesk entarteten Systems. Die Sicherheitskosten für den G-20-Gipfel in Toronto kamen auf mehr als eine Milliarde Dollar zu stehen. Ein echtes kleines Heer von 19’000 Polizisten verfolgte alles, was Verdacht erregte. Sie versagten alle. Denn sie verhafteten keinen einzigen Staatschef. Dabei war das Ergebnis des Gipfels der 20 mächtigsten Industrieländer ein Verbrechen. Zum ersten in Sachen Bankenregulierung. Vor zwei Jahren hatten die grössten Banken der Welt das Finanzsystem des Planeten praktisch zum Absturz gebracht. Resultat war die schärfste Wirtschaftskrise seit über 70 Jahren. Die Rettungsmassnahmen kosteten über 2000 Milliarden Dollar. Doch der G-20-Gipfel traf nur zwei Beschlüsse: Er lehnte eine weltweite Bankensteuer zwecks Sicherheitsrücklagen ebenso ab wie eine Finanztransaktionssteuer zur Erschwerung der Spekulation. Und die einzige verbliebene Massnahme, eine Erhöhung der Eigenkapitalvorschriften, verschoben die Politiker auf Herbst. Als Zweites skizzierte der Gipfel noch, wer für das Bankendesaster zahlt: ihre Wähler. Die 20 Staaten gaben ein Versprechen ab, ihr Defizit bis 2013 zu halbieren. Das heisst in einem Satz: Die Banken bleiben bis auf Weiteres unbehelligt. Bestraft wird aber, wer nicht gross und schnell genug ist. Denn gespart wird nur dort werden können, wo es kostet: bei Infrastruktur und Sozialsystemen.

Freitag, 25.6.10

Die Schweiz ist ausgeschieden, auch hier zeigt sich die Schweiz zu wenig risikofreudig. Wenn man mit zwei Toren Differenz gewinnen muss oder ausscheidet, muss man von Anfang an mehr tun und volles Risiko spielen!

Paradiesische Ruhe auf den Straßen Zürichs. Nur die Fernseher aus dem Hubertus unten dröhnen noch unzumutbar laut. Indes, noch 5 Tage und sie alle dort können mich am Arsch lecken. Nach einem dreiviertel Jahr Quälerei – ich habe es überstanden, ich bin diese Bagage endlich los. Gottseidank!

Habe die erste Fuhre Zeug nach Fribourg gefahren und dort eingestellt. Also, mit dem Auto zieht sich der Weg ganz schön. Und fahren die Schweizer schon in Zürich schlimm genug, auf der Autobahn ist´s ganz unerträglich. Die schleichen auf der linken Spur und stören sich noch nicht mal, wenn man entnervt rechts überholt, nehmen sie vielleicht gar nicht wahr, in ihrem Tran, fahren noch kilometerweit auf der linken Spur weiter, obwohl rechts alles frei ist. Umgekehrt wird aber nötigend links aufgefahren, worauf der andere rechts einen aber nicht rein lässt! Und die Krönung, sobald der dann links überholt hat, zieht er dann über zwei Spuren quer vor einem her in die Abbiegespur rechts. So etwas habe ich nie erlebt!!!!

Fribourg scheint einen besonders großen Anteil Portugiesen zu haben, ich war froh heil als der Stadt rauszukommen um 18.30 Uhr. Autokorso und allgemeines Ausgeflippe. Wie die kleinen Kinder, Hauptsache Krach machen. Das hat doch mit Freude nichts mehr zu tun, mal ungestraft Dampf ablassen trifft das eher.

Ich kann mich ein wenig mehr einbringen auf dem englischen Taxiforum durch das Spiel am Sonntag. Selbstverständlich ist das dort ein Thema und nun haben sie ja nun einen Deutschen im Forum. Beckenbauer kann natürlich sein Wembley `66 Trauma nicht vergessen und so gibt das alles genügend Gesprächsstoff in den Medien.

Ich bin nach 8 Monaten Taxifahren wieder schwach wie ein Baby und habe zarte Künstlerhände. Vor einem Jahr waren doch da meine Schwimmrekorde und das Überhangklettern und nun habe ich Mühe beim Umziehen. Aber ich werde jetzt wieder aktiv!

Frankreich hat Spanien eine Liste mit 3000 geheimen Schweizer Konten übergeben. Nach Medienangaben befinden sich auf den Konten sechs Milliarden Euro. Sechs Milliarden durch 3000 macht 3000 Konten mit je 2 Millionen. 3000 Millionären, die es offiziell gar nicht gibt.

„Italien ist raus, Ätsch!“ titelt die Bildzeitung. Ich würde das anders formulieren. „Die Squadra Mafiosa ist raus, Ätsch!“

Donnerstag, 24.6.10

Freuen wir uns auf den Klassiker D. – England am Sonntag. Die Sun spricht schon wieder von „it´s Germ Warfare“, dem Krieg gegen die (deutschen) Bazillen. Ich hoffe auf ein Elfmeterschießen! Wie aber hat sich das Land doch verändert – 1974 Namen wie: Maier, Müller, Breitner, Netzer und 2010: Boateng, Khedira, Cacau, Özil…

Ich nehme alles zurück, deutlicher Torjubel beim 1:0 gestern im Hubertus! Man – gerührt schneuz – liebt uns doch hier und pinkelt der kleine Bruder dem großen schon mal gerne ans Bein – was sich liebt, das neckt sich eben!

Tatsächlich auch zwei, drei hupende Wahnsinnige, gestern spät abend… äh, fröhlich mittels Autokorso feiernde deutsche Fans, meine ich. (Na, das wahr ja wohl dann ein Hupkonzertchen in D., hm…?)

Mittwoch, 23.6.10

Ein Hühnerstall auf dem Egotrip titelt der Tagi und meint den Schweizer Bundesrat, der sich wirklich viel Vertrauen verspielt hat in der letzten Zeit. Und sicher ist das auch eine Anspielung auf die zahlenmäßig gut besetzte Damenriege dort.

Verliert D. will Löw zurücktreten. Ja, die können es sich ja bequem machen, mit solchen Pensionen. Das ist mehr als die allermeisten Berufstätigen zum Leben haben.

Jaja, „allez, les bleus“, heisst es doch immer so schön in Frankreich. „Venez-y, les bleus“, sagt man heute. Ihr Blauen, geht nach Hause! Auweia, geht die französische Presse hart mit den „Frühheimkehrern“ ins Gericht, ein Haufen trauriger Trottel „bande des zozos tristes“, der zwar nicht Weltmeister geworden ist, aber dafür wenigstens nun das Gespött der Welt ist, „la risée du monde entier“, von dem man sich wünschen würde, dass sie nie mehr aus Südafrika zurückkommen würden…

Dienstag, 22.6.10

37′ Tor! 0:2 MPHELA! Die französische Abwehr kann nach einem Querpass nicht klären und der Stürmer von den Mamelodi Sundowns scheisst ein. Tolle Sache, dieser Liveticker vom Tagi, immer brandaktuell. Auch wenn dort jemanden in der Hitze des Gefechts schon mal kleine Schreibfehler unterlaufen…

Die Idee eines SVP-Nationalrats, die Schweiz mit Baden-Württemberg, Elsass oder Vorarlberg zu vergrössern, stösst im Ausland auf lebhaftes Interesse. Umfragen von Zeitungen zeigen überraschende Resultate. 387 (!) Tagi-Kommentare, für etwas was sich wie eine Schnapsidee anhört – aber tatsächlich eben auf lebhaftes Interesse stößt! Viele Jahrhunderte Geschichte klingen da an und all die angesprochenen Gebiete sind in der Tat der Schweiz näher als den jeweiligen Zentralregionen, von denen sie tatsächlich viele Jahrhunderte unterdrückt wurden. Auch ich sage, nachdem ich in Schwaben aufgewachsen bin und 25 Jahre in Südbaden gelebt habe, ich fühle mich in der Schweiz heimischer als etwa in Berlin, wo ich auch schon gewohnt habe. Nieder also mit Preußens Vorherrschaft! Naja, natürlich wollen dann aber die Badner wieder nicht mit den Schwaben in einen Topf, von denen sie sich auch wieder unterdrückt fühlen – also am Besten lassen wir doch diese dumpfe Geschichtsklitterung, diesen regionalen Mief gleich wieder und wehren uns eben gegen ein Europa der Konzerne und Banken, ob sie nun ihren Sitz in Brüssel oder Zürich haben. Gegen ein Europa der Bosse und Banken, der Konzerne und Kartelle – für ein Europa der Herzen!!!!

2017 seh ich heute genau umgekehrt

Hitzfeld raus! Mein Gott, kippt die Stimmung aber schnell hier in der Schweiz. Mal „gebt ihm den Pass“ und nun gebt ihm den Laufpass. Man meint wirklich, es leben hier eine Million Trainer, wenn man sich v.a. die Kommentare im Tagi anschaut. Tatsache ist, dass die Schweiz nun mal leider keinen ansehnlichen Offensivfussball spielt und auch gegen Spanien sehr viel Glück hatte. Ob sie nun nicht nur mauern, sondern auch 2 Tore schießen kann, muss sie nun gegen Honduras beweisen. Wie Frei aber den alten Fuchs Hitzfeld überzeugen hat können, dass er fit ist, obwohl er es offensichtlich nicht ist – das bleibt ein Rätsel.

Es gibt jetzt sehr viel zu tun in der Wohnung, es sieht aus, als ob hier ein Künstler gehaust hätte, außerdem habe ich sehr viel Sachen, die eigentlich nur in den Keller gehören, ich nehme mir jetzt solange frei, bis alles so weit ok ist.

Wie sich die Bilder gleichen, Schweiz/Chile und D./Serbien. Aber dennoch, auch wenn man in Unterzahl verloren hat, heißt das nicht gleich, dass man mit 11 Mann gewonnen hätte! Vielleicht hätte man dann sogar 0:2 verloren.

Der exzentrische Londoner Schriftsteller und Künstler Sebastian Horsley ist tot. Der 47-Jährige starb wahrscheinlich an einer Überdosis Heroin. Horsley wurde durch provokante Kunstaktionen bekannt. Für eine Performance ließ er sich ans Kreuz nageln und dabei filmen. Auf Deutsch erschienen seine Memoiren «Dandy in der Unterwelt». In seinen Werken schilderte Horsley seine Drogen- und Sexsucht, seine kaputte Familie und seinen Umgang mit Prostituierten. Ach, wie gut, dass ich nicht bin wie jener Zöllner. Für mich ein absolutes Negativbeispiel, bei aller Exzentrizität, die auch ich bisweilen mitbringe, habe ich immer noch eine Spur Bodenhaftung.

Befreiungsaktion für die libyschen Geiseln: Lieber Schweizer Bundesrat, hier meine Frage: are you fucking mad? So etwas wurde anscheinend richtig durchgeplant, keineswegs nur in Schnapslaune erörtert und gleich wieder verworfen. Nicht auszudenken, was da hätte passieren können! Ich dachte, Schweizer wären bedächtig? Aber seit dem WM-Spiel gegen Spanien, wo mir Engländer gesagt haben, sie hätten sich nicht vorstellen können, das Schweizer jeh so ausflippen können – es steckt in jedem von uns ein Rambo, der bisweilen rauswill.

SVP schlägt Luxusspur auf Autobahn vor. Künftig soll auf dreispurigen Autobahnen die dritte Spur für jene reserviert sein, die sich eine teure VIP-Vignette leisten – und damit am Stau vorbei brausen dürfen. Darauf läuft ein Vorstoss der SVP hinaus, der letzte Woche eingereicht wurde. 24 Parteikolleginnen und Parteikollegen haben die Interpellation des Obwaldner SVP-Nationalrats Christoph von Rotz unterschrieben – darunter auch Parteipräsident Toni Brunner und Verkehrsexperte Ulrich Giezendanner. «Wer mehr zahlt, soll dafür einen Mehrwert erhalten», findet von Rotz. Lieber Herr von Rotz, nu` ziehen Sie mal die Nase hoch und reden Sie nicht so einen von Scheiß! Ich dachte es heißt Schweizerische Volkspartei und nicht Schweizerische Partei für Von und Zu´s, hochwohlgeboren. Zeigt sich mal wieder wo die ihre Spenden herkriegen.

Sie leben seit über 50 Jahren in der Schweiz, sprechen aber kaum ein Wort Deutsch – und fühlen sich in Altersheimen völlig isoliert. Jetzt ertönt immer lauter die Forderung nach Italo-Spezialabteilungen. Was für eine Tragik! Eine ganze verlorene Generation, sie kommen ins Land und wollen in zehn Jahren ihr Häuschen verdient haben und mit ihren Kindern wieder im Heimatland leben. Sie schuften und schuften, nehmen sich nicht die Zeit die Sprache des Gastlandes zu lernen damit sie nur schnell wieder wegkommen – und landen schließlich in dem Land in dem sie nie Fuß gefasst haben, sie aber wegen ihrer Kinder nicht mehr verlassen können, im Altersheim und können sich nicht nicht mit dem Personal verständigen. Mamma mia. Ich hatte auch neulich eine vielleicht 70-jährige Frau, zum Spital, die Italienisch und Spanisch sprach, aber kein Wort Deutsch.

Jeder vierte in der Schweiz hat einen ausländischen Pass! Wer also von Schweizer Ausländerfeindlichkeit redet hat sie nicht mehr alle.

Montag, 21.6.10

Schade, Schweiz, dass es heute nicht geklappt hat. Aber, himmlische Ruhe natürlich auch! Ansonsten, wie gehabt, Deutschland/Serbien!

Habe heute sehr herzhaft mit Chinesen lachen können wie sie Lufthansa ausgesprochen haben, absolut unverständlich. Und das ist das schöne an dem Volk, sie fühlen sich nicht ausgelacht, sondern freuen sich, dass sie jemanden zum Lachen bringen, sehr sympathischer Zug! Ich kann sehr ansteckend lachen und wir lachen alle herzlich und sie geben mir die Hand zum Abschied.

Und den Zug, ja den habe ich heute wieder bestiegen und in Fribourg alles klargemacht. Am 1.7.2010 – ein Deutscher hat den Röschtigraben überquert, ich werde ab dann in der französischen Schweiz leben!!!! Ich bin sehr glücklich.

Eines Tages häng ich da auch, George und mach Werbung für irgend´nen Scheiss!

Ein Porsche hat einen Kratzer!

Ich habe sie bisher mit am Häufigsten gefahren, die Chefin vom äthiopischen Restaurant Abyssinia in der Austrasse

Lügen lernen mit BP: Anfangs hatte es geheißen, es strömten wohl bis zu 59’000 Liter Öl pro Tag ins Meer, kurz darauf war von bis zu 795’000 Litern die Rede. Die Zahl hielt sich bis fast Ende Mai, dann sprach die Regierung von bis zu 3 Millionen Litern. Ab Mitte Juni gingen US-Experten von bis zu 6,4 Millionen Litern aus, zuletzt war dann von 9,5 Millionen Litern die Rede.

Sonntag, 20.6.10

Heute: Französisch lernen mit Anelka! va: 2te person singular von venir: Geh te: Du, dich faire: machen, tun enculer: jemanden „in den Arsch ficken“ aber: „va te faire enculer“ auch: Du kannst mich „am Arsch lecken“! sale: schmutzig, du schmutziger le fils: der Sohn de: von, einer la pute: Nutte, „fils de pute: Hurensohn Übung: wir übersetzen den ganzen Satz! Hausaufgabe: wir lernen den Satz auswendig! Praxisbezug: gleich beim nächsten Frankreichurlaub ausprobieren und ihm dem nächsten Franzosen fröhlich ins Gesicht schmettern! (PS. „sale boche“ heisst: dreckiger Deutscher! Nicht wundern, wenn das dann zurückkommt.)

Oder aber man kann sich an meinem Spam probieren, ich kriege ja jetzt auch so langsam Spam in mehreren Sprachen: Cher utilisateur Orange: L’equipe orange vous informe qu’ils peuvent pas traiter votre paiement recent de facture. Nous vous invitons a confirmer et mettre a jour votre information de facturation aujourd’hui en cliquant sur le lien ci-dessous

Heute kotzt mich wieder alles selten an! Ich bin in sehr mieser Stimmung! Ja, ich gebe es zu, ich hab damals den Fehler gemacht und von dem Interesse, dem Respekt oder gar Begeisterung, die die Leute gezeigt haben als ich erzählt habe ich hätte ein Buch über´s Taxifahren geschrieben auf etwas hochextrapoliert, was so einfach nicht eingetroffen ist. Das ist eine Milchmädchenrechnung, sehr naiv, zu sagen, ja wenn die Leute wegen einem Buch so viel Interesse zeigen, so müssen sie doch nun, nachdem ich schon so viel mehr in der Richtung gemacht habe, so viel mehr Interesse zeigen! Das hat ja denn schon nicht mehr gestimmt, als ich anstatt einem auf einmal vier Bücher geschrieben hatte, keineswegs war das Interesse da das Vierfache, sondern kaum mehr! Und nun habe ich etwa 10 Bücher geschrieben und übersetzt, nun bin ich nach England gegangen und habe dort den Schein gemacht, ich bin dann anschließend 9 Monate dort gefahren und habe ein sehr umfangreiches Blog darüber geführt, dann bin ich in die Schweiz gegangen und habe dort den Schein gemacht, ich bin dann anschließend 9 Monate dort gefahren und habe ein sehr umfangreiches Blog darüber geführt – ja, und immer noch haben die Leute kaum mehr Interesse als damals als ich das allererste Buch geschrieben hatte! Ja, als ich von England zurückkommen bin war ich enttäuscht darüber und als ich hier angefangen habe zu fahren und erzählen konnte, das ist jetzt schon das dritte Land, war ich noch mehr enttäuscht, dass die Leute immer noch nicht ausflippen. Tja, aber Menschen sind Menschen, die raffen das dann oftmal gar nicht, die sind einfach überfordert und überreizt und ein Buch, das ist etwas was sie sehr schnell bildlich aufnehmen können, mit all dem anderen kommen sie ja so behende gar nicht mit. So schnell geht das dann also doch nicht mit dem Weltruhm, Herr Lembke!

Windows life ist so langsam genauso hoffnungslos zugespamt wie MySpam äh, MySpace. Ich kriege ständig friend requests wie unten. Hello. My name is Isabella I have some sexy undies. i’m dying to show off. u interested? check me out at www yourfreealbum com My username on this website is hotflower069 Warum soll ich mit so einem Scheiss abgeben, wenn es im Internet Titten im Überfluss gibt? Und alles frei. Alles frei und möglich und im Überfluss – außer mit der Frau, die man liebt Kinder haben zu können.

BP-Vorstandschef Tony Hayward gönnt sich nach seinem vielbescholtenen Krisenmanagement zur Bewältigung der Ölpest im Golf von Mexiko eine Erholungspause. Am Samstag besuchte er eine Jachtregatta vor der Isle of Wight in England, an der auch sein extravagantes, 700’000 Dollar teures Segelschiff «Bob» teilnahm. Also, ich weiß auch nich, als ob der Typ es darauf angelegt hätte sich unbeliebt zu machen. Während andere nun versuchen das Loch zu stopfen, geht er segeln. Und alleine die Vorstellung, die große, weiße Luxusjacht, sie durchpflügt den schäumenden Ozean, Sonne, die salzige Brise umflattert die Segel, Gischt umzischt, das muntere Lärmen der Seevögel… Das macht mich einfach krank. Nehmt das Schwein und setzt ihn ohne Wasser in einem Schlauchboot aus – im Golf von Mexiko, direkt über dem Leck! „I want my life back!“ (Tony Hayward) Das sagen sicher auch die Meeresvögel!

Samstag, 19.6.10

Was für ein schöner Tag heute, ich besaufe mich gemächlich mit Marsala, einem gutem und billigen Portwein aus dem Denner und schaue mir „Vermächtnis der Tempelritter“ an, natürlich auf Englisch, einer der besten Actionfilme, die ich je sah, mit tollen Schauspielern dazu. Hicks, und schönen Tag für alle meine Millionen Fans!

Ich habe die ersten sechs editierten Kapitel von meiner Anhalterversion bei fanfiction.net aufgeladen. Mal sehen, ob da Reaktionen kommen.

Nun heißt es langsam packen und umziehen und meine Grippe ist erst so langsam am Abklingen. Mein Leben ist immer noch nicht gerade leicht im Moment.

Auch bei der d. Mannschaft sind die Träume zerplatzt. Zu jung, zu unerfahren, ohne Ballack geht es doch nicht… sollten sie je weiterkommen werden sie das Halbfinale nicht erreichen. Podolski zu sehr unter Druck, Klose zu unbeherrscht und Löw zu arrogant ihn dann eben auszuwechseln, wenn er schon Gelb hat. Eine ganz krasse Trainerfehlentscheidung, denn Klose gilt wohl kaum als besonders beherrscht und als reiner Mannschaftsspieler.

Freitag, 18.6.10

Oh jeh, was ist mit der d. Mannschaft los? Was soll das noch werden in D., wenn selbst mit dem Fußball nix mehr rundläuft?

Aber, was soll ich sagen, mir hat es eh geschwant, dass so ein sympathisches und tolles Land Australien auch ist, selbst die Schweiz spielt besser. Und Serbien hat einige Profis in der Bundesliga und ist somit der erste ernstzunehmende Gegner und schon ist der deutsche Spielfluss gestoppt? Na, dann, aufhören, Herr Löw, Sie sind mir seit unserer Begegnung in Freiburg, in der Sie Gast in meinem Taxi waren, nicht sympathischer geworden! Leben Sie fortan von Ihrer fürstlichen Pension und gehen Sie Golf spielen. Hören Sie die Balkanesen hupen vor meinem Fenster? Das hätte ich mir gerne erspart!

Scheißtag heute, viel Stress wenig Verdienst.

Zürich boomt und baut.

Endlich mal wieder interessante Fahrt heute, einen deutschen Privatjetpiloten zu seiner Maschine, der sich noch ein wenig mit mir austauscht. Er könnte auch Bücher schreiben, aber seine Kunden lieben eben Diskretion! Selbstverständlich, wenn man z.B. einen der reichsten Männer Griechenlands nach Zürich fliegt ist der Verdacht groß, dass das auch ein Verbrecher ist. (Interessant war auch, dass sie ihren Sprit verzollen müssen, wenn sie zu lange stehen, bzw. einen Leerflug zwischen rein haben!)

Irgendwelche bezahlten Medienfuzzis haben in der letzten Zeit immer wieder groß hervorgehoben, dass auch die Reichen in der Krise ihr Geld verloren haben. Wie beruhigend, dass viele immer noch genügend davon haben, um Flüge mit solchen Maschinen bezahlen können.

2017: Typisch Lügenmedien, denn Geld verschwindet nicht, gerade in einer Krise nicht. Es wechselt nur seine Besitzer.

Donnerstag, 17.6.10

Die Schweiz tickt total aus! Stundenlanges Dauerhupen, Tränengas in der Langstrasse, Schweizer Fahnen aus Polizeiautos wehend! (Aber mal unter uns, es sind halt schon viele Südländer in Züri… man freut sich auch gerne für´s Gastland, so ist es nicht)

Mittwoch, 16.6.10

Welch ein schöner Tag für alle Schweizer und Deutschen in der Schweiz! Otmar Hitzfeld, ein Deutscher hat die Nati zu einem WM-Sieg gegen den Favoriten Spanien geführt! Fleiß, Disziplin, Teamgeist, das alles trägt die Handschrift Hitzfelds, bei allem Respekt für die Schweizer Spieler, übrigens auch nur ein Haufen zusammengewürfelter Secondos, Schweizer ausländischer Abstammung. Für die Deutschen gesprochen, das Land hier hat die besten von dort bekommen und sie, die Zuwanderer haben geholfen den Wohlstand der Schweiz zu bewahren, wer heute noch gegen die Zuwanderung rasst, dem gehört eins aufs Maul geschlagen – werden heute auch viele Schweizer sagen! Und ich rede jetzt ganz konkret nicht von der Zuwanderung, die D. in den letzten Jahrzehnten hat ertragen müssen, wo auf einen Arbeitsfähigen 10 hilfsbedürftige Verwandte kamen, sondern von der von Deutschen in die Schweiz. Jung, meist alleinstehend, gut ausgebildet, sprechen die Landessprache allesamt besser als die Einheimischen – die Schweiz hat im besonders hohen Masse von der deutschen Zuwanderung profitiert!

Legt mir der Chef heute eine Deutschlandflagge aufs Auto, im Scherz! Hat er mir geschenkt! Da hab ich ihn aber enttäuschen müssen, ich fahr doch nicht mit so´m Ding rum!

Da führt doch grad die Schweiz gegen Spanien und trifft auch noch den Pfosten! Hopp Schwiiz, ich drück die Daumen! Halbe Stunde später… äh, ich weiß nicht, ob das ein gute Idee war, draußen sind Hupkonzerte, als hätte die Schweiz bereits schon das Finale geschafft! Aber dennoch, gegen den Europameister Spanien und Titelfavorit 1:0 gewonnen…!!!! Stunde später: Bin ziemlich mürbe, nach über einer Stunde Dauerhupkonzert an der Kreuzung unter meinem Fenster. Aufhören, danke, es reicht! Pssst: eurer Trainer ist Deutscher!

Dienstag, 15.6.10

In jedem Fall, ich kann stolz verkünden, in nur zwei Wochen habe ich es gemacht, wovon ich schon so eine Weile spreche, den Röstigraben überquert, ich werde dann in Fribourg wohnen!!!! Dann werde ich von dort aus eine Weile nach Zürich pendeln, aber es ist anscheinend nicht sehr schwer in Fribourg taximässig Fuss zu fassen, ich habe nochmal angerufen heute, alles en francais natürlich „weil Deutsch spricht nämlich keiner dort“ und man kann anscheinend schon mit einer provisorischen Genehmigung fahren und hat dann zwei Monate Zeit eine Prüfung zu machen. Aber bei nur 40 Taxis – ich habe besser Zürich noch in der Reserve und bin es Schnuffbär natürlich noch schuldig ein wenig hier zu fahren. (2011: Das hat er mir schön belohnt, dieser Abzocker!) Wir werden sehen, bin ich erst mal eine Weile in der Romandie gefahren, werden mir „les Alémaniques“ oder les „bourbines“ sicher wieder fehlen und ich kann ja wieder ä chli weng in Züri fahre.

Montag, 14.6.10

Das Wahlergebnis in Belgien wird in der Schweiz sehr genau analysiert, sind doch beide Länder sehr ähnlich in der politischen Struktur. Der Tenor ist schon der für den Zusammenhalt, aber es gibt auch stimmen die sagen, Belgien ist kein organisches Gebilde, sondern eine Konstrukt zum Wohle der Monarchie damals und wenn die Teile nicht miteinander können sollen sie sich doch trennen. Ich denke auch es kann nicht gut gehen wenn ein Teil so sehr auf Kosten des anderen lebt, das gibt es in der Schweiz nicht. Auch das Beispiel Tschechoslowakei zeigt, dass das nicht auf Dauer gut geht.

Ich habe alle Kapitel meiner „per Anhalter durch die Galaxis, Band 6, Version wieder runter genommen, bis auf die ersten Sechs! Der Grund ist, dass ich schließlich und endlich bezweifle, dass es irgendwo da draußen auch nur eine einzige ernstzunehmende Version gibt. Warum, ganz einfach, weil ich bisher keine gefunden habe und mir bisher keiner davon erzählt hat. Alles wovon ich weiß, ist was mir dieser Lozlan auf DAC erzählt hat, aber er hat ja selber gesagt, dass er diese Version mehr für sich geschrieben hat und eine weitere Version habe ich gefunden auf Fanfic.net, die aber weder ernstzunehmen, noch überhaupt fertig geschrieben ist. Und wie wir alle wissen ist Colfer´s Version eine Kinderbuchversion und daher ist meine die einzige richtig gute auf dem ganzen Planeten und ich werde sie anerkannt bekommen! Ich werde sie hier nicht mehr anpreisen wie Sauerbier, sondern solange unveröffentlicht lassen, bis ich mir einen Namen erarbeitet habe und dann wird sich auch Penguin oder PanMcMillans derer annehmen. Das habe ich auf DAC dazu geschrieben: Meine und Colfers Versionen sind die einzigen Versionen die es gibt! That is to say, versions that exist and are worth mentioning. Why is that so? Because, besides this obnoxious little punk “Lozlan” I didn´t get ANY response from whom whatsoever about a version for more than a year now, plus I didn´t find any on fanfiction.net, where, so I have been told, there are oh so many fan-fic-versions. Yet, in fact, there are none. Out of 561 posts of fan-fic to H2G2, there are hardly any that extend 10.000 words and there is not a single sequel-version that is finished and now let me tell you something about the average sci-fi-fan! The average sci-fi-fan is very quick at hand, when it comes to writing little insulting posts on a forum, very, very quick, but very slow when it comes to write whole books. And whoever writes whole books or even earns money with wouldn’t be so stupid as to write an unauthorised sequel, if he´s not such a stubborn German bastard, like I am. And even that obnoxious little punk Lozlan admitted that his version is not worth to be considered. Moreover he couldn´t be more wrong about that 99% of all the fans doesn´t want a sequel, for, we all know that the Colfer-version sold FECKING well enough as I have FECKING well enough predicted it. So, I was right about this, yet wrong about the rest all the time. Which does not change a thing yet, for I very well know that no version whatsoever will get authorised unless it is likely to sell and that leaves me with the plain knowledge that no campaign of mine will ever lead to anything, whether it be addressing the media or chaining myself to Penguins revolving door, unless I myself have a name which is likely to sell. And rest assured I would have chained myself to Penguins revolving door and thus have forced them to call the cops to unchain me and throw my butt into jail which is sadly enough (!) in our sick world a safe enough method to get some attention– if there wouldn´t be even a safer and surer way to make me world-famous in a few years and that is the thing I am doing now! I have been a cab-driver now in three countries writing about it and if the stress or envious people (or the many people I have, erm, insulted) won´t kill me, I will carry on doing this, expanding it to four, five or six countries – and then I am world-famous or else money back! So, once I am, my version will sell and therefore get authorised as an additional version and I will not care about what little shit will still throw himself in my way. So this is why I actually don’t do any campaigning now and this is why I have removed my version again from my website, except the first six chapters, just so you know.

Der gestrige Sonntag dürfte ganz nach dem Geschmack von Silvio Berlusconi verlaufen sein. Der begnadete Selbstdarsteller, der sich gerne als internationaler Friedensstifter rühmt, reiste nach Tripolis, als höchste Vertreter der Schweiz, Libyen und EU um ein Abkommen rangen. Am liebsten hätte Berlusconi Max Göldi persönlich aus dem Land geführt. Dieser Triumph blieb ihm aber versagt. Göldi kehrte ohne Berlusconi in die Schweiz zurück. Es gibt nicht einmal Fotos, die Berlusconi und Göldi gemeinsam zeigen. Dennoch haben der Cavaliere und sein Umfeld dafür gesorgt, dass er in der Öffentlichkeit als Befreier des ABB-Angestellten aus der Schweiz dasteht. Und dass er vor allem eine einflussreiche Figur auf dem internationalen Politparkett ist. In italienischen Medien, die dem Ministerpräsidenten wohlgesonnen sind, kommen hochrangige Personen zu Wort, die Berlusconis «wertvollen Beitrag» zur Einigung zwischen der Schweiz und Libyen betonen. So sagte der libysche Premier Bagdadi Ali al-Mahmoudi: «Berlusconi war entscheidend für die Lösung im Konflikt zwischen Libyen und der Schweiz. Der libysche Staat dankt Italien für seine Anstrengungen.» Noch vor seiner Abreise nach Tripolis hatte Berlusconi geschickt PR in eigener Sache gemacht. Von Journalisten auf die Aussage einer italienischen Staatssekretärin angesprochen («Sie werden ihm Göldi anvertrauen») , sagte Berlusconi sibyllinisch: «Ihr werdet sehen.» Italiens Regierungschef, der am Sonntagvormittag noch in Sofia gewesen war, beteiligte sich an den Spitzengesprächen in Tripolis und besuchte seinen Freund Muammar Ghadhafi in dessen Zelt. Aber: Welche Rolle Berlusconi genau spielte, ist nicht klar. Zumindest gibt es von neutraler Seite keine gesicherten Informationen. Laut italienischen Medien löste der umtriebige Politiker in Tripolis ein weiteres Problem. «Auf Anfrage des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi» haben die libyschen Behörden am Sonntagabend drei Fischerboote aus Mazara del Vallo (Sizilien) wieder freigegeben. Die libysche Marine hatte vor drei Tagen die Boote beschlagnahmt, weil diese in libyschen Gewässern auf Fischfang gewesen waren. Berlusconi ist seit rund zwei Jahren ein gern gesehener Gast in Tripolis. Nachdem Italien und Libyen den Neubeginn der bilateralen Beziehungen besiegelt haben, inszenieren sich Berlusconi und Ghadhafi als dicke Freunde. Italien lässt sich die neue Freundschaft etwas kosten: In den nächsten 20 Jahren sollen fünf Milliarden Dollar als Entschädigung in die frühere Kolonie fliessen. Da erstaunt es nicht, dass der italienische Ministerpräsident beim libyschen Diktator Gehör findet. 

„Wir tröten alle weg“, Respekt, Bildzeitung, ich verstehe selber ein wenig was vom Schreiben und das ist wirklich eine griffige Phrase, die ankommt. So auch beim Tagi, der neidlos anerkennt, das Bild wieder einmal es verstanden hat, alles in eine Schlagzeile zu packen, was da ist. Aber, „die Teutonen tanzen“, auch die Schweizer Medien kleckern nicht, sondern klotzen gerne. Nun, der einzige Lärm, der vom Hubertus gestern kam, war wohl Australiens beste Torchance und so wünsche ich mir tatsächlich, dass D. ins Finale kommt, einfach weil dann garantiert am meisten Ruhe auf den Straßen hier ist. Italien wünsche ich ohnehin ein frühes Ausscheiden, diese blaue Squadra Mafiosa und Spielverhinderer haben den letzten Titel ohnehin nicht verdient und nicht auszudenken, was die 40.000 Italiener hier in Zürich für einen Lärm veranstalten könnten, im Erfolgsfall. Mein Traumfinale ist also Deutschland – England und die Entscheidung natürlich dann im Elfmeterschießen!

Sonntag, 13.6.10

Was die Schweiz aus der Libyen-Affäre, die ja mit dem Landen Göldis heute Nacht nur 6 Kilometer entfernt von mir endlich geendet hat lernen sollte, wäre zunächst mal die Erkenntnis, dass Neutralität nicht nur den Vorteil hat, dass man an beide Seiten Waffen verkaufen und das Geld beider Seiten verwalten kann, sondern vor allem auch eines mit sich bringt, nämlich Isolierung! Wie dieser Affe Gaddafi und sein Macholümmelsohn die Schweiz hat vorführen können ist einfach nur peinlich und demütigend. Über eine so lange Zeit konnten die Geisel rechtswidrig festgehalten werden, hochrangige Schweizer Politiker mussten in Tripolis sich erniedrigen und verspotten lassen und es floss wohl anscheinend noch eine große Summe Bakschisch zum Schluss – das wäre einem noch so kleinen EU-Mitglied nicht passiert. Leute vom Schlage des Libyers respektieren keine Schweizer Werte, Neutralität und humanitäre Ziele, da spucken sie nur drauf, sondern nur Stärke. Und weil die Schweiz politisch so schwach und isoliert ist, deshalb hat man es mit ihr machen können.

2017: seh ich heut äh chli weng anderscht. wie sagte Gaddafi, die Schweiz sei die Mafia der Welt? In punkto Banken stimmt das!

Die amerikanische Garmin verlegt ihren Standort nach Schaffhausen – aus Steuergründen, wie sie offen zugibt. Ach nee, und ich dacht´ wegen Schweizer Schokolade und dem Matterhörnli!!

Samstag, 12.6.10

Trambauer startet Charmeoffensive Der Technologiekonzern Bombardier umwirbt die Zürcher Trampassagiere. An der Linie 11, wo das Flexity-Tram getestet wird, sollen Plakate für einen Sympathiebonus sorgen. Mehr… Von Christoph Landolt. Aktualisiert um 18:11 Uhr Jetzt schreibt schon der Tagi von mir ab, nicht mehr umgekehrt!

Was aber ist denn mit meinem zweiten Heimatland los? Den „lads“ (Jungs) versagen regelmäßig bei großen Turnieren die Nerven, anders als den Deutschen, die den Druck brauchen.

Rund 100 Personen zogen durch die Stadt, um ihre Unterstützung für zwei junge Franzosen zu zeigen. Plötzlich kam es zu wüsten Szenen. Ein Polizist wurde schwer verletzt. Mehr… Kaum bin ich in Freiburg kommt es da zu Randale! Jaja, die Franzosen, schnell brennen in den Straßburg die Autos…

Tja, was machen kleine Kinder, wenn sie auf sich aufmerksam machen wollen und es nicht anders können? Richtig, Krach. Ob der Machodauerhuper im Straßenverkehr oder der Vuvuzuelatröter im Stadium, Krach machen macht Spaß und baut Frustrationen ab. Ich hatte mal als Kind eine Spielzeugtröte, mit der ich immer Krach gemacht habe, bis mein Vater genervt kurzerhand die Metalllippe daran umbog und dem Tröten so ein Ende setzte. Geht durch die Stadien und konfisziert diesen Scheiß, dann ist wieder Ruhe! Die Vuvuzelas werden auch Tröten genannt. «Ihr trötet uns den letzten Nerv!», mit dieser Schlagzeile traf die Zeitung «Bild» den Nagel auf den Kopf. Dieser ohrenbetäubende Lärm soll während eines Monats der Sound dieser WM sein. Der nervige Dauerton der Plastik-Trompeten erinnert an gewaltige Bienenschwärme, ein Zustand, der für viele Fans unerträglich ist. Aber was ist eine Vuvuzela? Die ersten waren aus Blech und bis zu einem Meter lang. Mittlerweile werden sie aus Plastik angefertigt und sind meist kürzer. In Europa ist sie ab fünf Euro zu haben. In Südafrika sind die Preise zuletzt stark gestiegen – auf acht bis zehn Euro. Der Begriff Vuvuzela stammt möglicherweise aus der Bantusprache Zulu und heisst übersetzt «Krach machen. » Die TV-Sender können das Geräusch nicht einfach herausfiltern. Alle TV-Sender bekommen den fertig abgemischten Ton vom internationalen Broadcaster HBS. Sie können aber versuchen, die Mikrofone ihrer Kommentatoren besser abzuschirmen. ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz ist bereits aktiv geworden. «Nach der Erfahrung des Eröffnungsspiels werden wir uns mit den ARD-Kollegen kurzschliessen und besprechen, wie man mit der Kulisse am besten umgeht.» Im Übrigen sind die Vuvuzelas für die Gesundheit gefährlich. Nach einer Studie des Hörgeräte-Herstellers Phonak kann die Tröte schwere Hörschäden verursachen. Messungen haben bis zu 123,9 Dezibel ergeben. Das ist lauter als eine Kettensäge (120) oder ein Schlagzeug (122). Deshalb schützen sich viele Fans im Stadion mit Ohrstöpsel. Auch die Verkäufer solcher Schalldämpfer haben Hochkonjunktur.

Freitag, 11.6.10

Übrigens, Günther Netzer, der „sich selber nicht mehr hören kann“, lebt auch in Zürich, wieder mal eins dieser „Zufälle“ in meinem Leben, habe ich doch hier schon sein Double gefahren!

Ein weiterer Zürcher entlarvt den Rütlischwur als Schweizer Mythos und mir fällt jetzt auf, dass ja jetzt all diese bunten Fahnen wehen – aber keine deutschen! Ja… es ist nicht so ratsam in Zürich das Deutschtum rauszuhängen, was mich wiederum dazu bringt, Mensch, ihr Zürcher, eigentlich habt ihr ja nur die angenehme Sorte Deutsche am Hals, Leute mit Initiative, gut ausgebildet, motiviert, wartet mal bis noch die ganzen Prolls „rübamachen, wa“, dann geht´s aber erst hier ab! Ruck zuck ist die Fresse dick, lieber Schweizer, legst du dich an mit dem Durchschnittsrasso aus dem Pott.

Ja, selbst Lembke, der ewige Nörgler und Miesmacher, sagt, ein Hauch von Sonne und Samba liegt in der Luft, König Fußball ist da! Und ist es nicht allen zu gönnen, nach all den schlechten Nachrichten, die letzten vier Jahre? Aber ja, doch, sage ich, also feiert wieder, Leute! (Aber vielleicht nicht mehr ganz so laute Hupkonzerte ab 22.00 Uhr, wenn´s geht, dann will ich nämlich pennen.) Schade, dass es wohl nicht zu einer Begegnung D. – CH. kommen wird, da die Schweiz ja wohl schon der ersten Runde rausfliegen wird. Aber wünschen wir den Schweizern, dass sie dann dafür wenigstens die deutsche Mannschaft bis ins Finale ausbuhen können. (Naja, und heimlich mitfiebern, natürlich )

„Also, Sie müssen schon verstehen, ich bin Schriftsteller und das ist für mich schon eine neue Schweiz-Episode“, sag ich zur Postangestellten. Nun kam dieser dämliche Zahlschein auch noch zurück, weil mein Vorname nicht darauf ausgeschrieben war! Aber der Vordruck mit der Reklamation kam schon im Briefkasten an! Und dann hatte ich die Kopie nicht dabei und habe würkli den Deutschen raushängen mönd, damit ich dann trotzdem meinen neuen Zahlschein ausgefüllt abgeben konnte und nicht wieder nochmal nach Hause rennen müssen, dafür!!! Gottfriedstutz, no ömal!

(Auch ich – bin ein Zürcher. Die Stadt hatt es geschafft, nachdem ich sie so lang verflucht hab, ist sie mir ans Herz gewachsen, in ihrer lästigen Weise.)

Ja, so läuft das mit der direkten Demokratie, auch sie ist manipulierbar. Nun können die Zürcher für´s neue Tram stimmen, da werden sie auch umworben! Und das Tram aus Dütschland, daas wo do graade ummefoahrt ist ja Bombardier – nix als ein Zürcher!

Souvant des accidents a Zurich

Die umstrittene Kündigung einer deutsche Kassiererin wegen Pfandbons im Wert von 1.30 Euro ist vom Bundesarbeitsgericht in Erfurt aufgehoben worden. Bei der Verhandlung am Donnerstag ging es darum, ob die fristlose Entlassung der als «Emmely» bekanntgewordenen Berlinerin verhältnismäßig war. Sie soll zwei liegengebliebene Pfandmarken im Wert von 48 und 82 Cent eingelöst haben. Im konkreten Fall würden besondere Umstände für «Emmely» sprechen, erklärten die Bundesrichter. Sie habe sich mit 31-jähriger Betriebszugehörigkeit einen großen Vorrat an Vertrauen erarbeitet, der mit einer einmaligen Verfehlung nicht völlig aufgezehrt werde. Eine Abmahnung hätte in diesem Fall ausgereicht. Das Bundesarbeitsgericht bleibt jedoch bei seiner Rechtsprechung, wonach Bagatelldelikte auch weiterhin ein Kündigungsgrund sein können. Es sprach sich bei Kündigungen wegen Kleindiebstählen auch gegen so genannte Bagatellgrenzen aus. Glückwünsche, Emmely, du hast für deine Rechte tapfer und erfolgreich gekämpft, mit dem Mut der berechtigten Empörung! „Das Bundesarbeitsgericht bleibt jedoch bei seiner Rechtsprechung, wonach Bagatelldelikte auch weiterhin ein Kündigungsgrund sein können“. Deutschland, quo vadis? Kapitalismus, quo vadis? Die Lehmannbanker, welche die Weltwirtschaft ins Chaos gestürzt haben bekommen Millionenboni nachträglich noch dafür und eine Kassiererin wird wegen einem Bagatellvergehen fristlos entlassen, nachdem sie 30 Jahre schon für einen Bagatelllohn geknechtet hat. Seit den Tagen des Mittelalters, als man für den Diebstahls eines Brotes gehängt wurde, während Fürsten und Bischöfe das Land nach Gutdünken plünderten und ihre Diebesbeute verhurt und verprasst haben, hat sich in der Relation nichts geändert. Man wird nun nicht mehr gehängt, sondern nur noch entlassen. Doch die himmelschreiende Ungerechtigkeit, die blieb.

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Über Jochen Lembke

Europe's cab-driving writer
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