Meine antichristliche Predigt zu Christi Himmelfahrt.

5.5.16

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Liebe Gemeinde, meine Predigt zu Christi Himmelfahrt.

Im Englischen heißt dieser Tag Ascension Day, von to ascend, aufsteigen. Jesus stieg also in den Himmel auf. Liebe Gemeinde, ich hoffe, er bleibt dort oben und wir sind verschont fürderhin auf Erden von all diesem Irrglauben. Glaube und Religion heute darf nur noch etwas sein, was auch auf den Erkenntnissen der heutigen Zeit beruht.

Wir wissen heute, es gibt ein unendliches Universum in Raum und Zeit und wenn es doch zeitlich begrenzt ist, so möglicherweise nur, weil die Zeit in sich gekrümmt ist so dass es letztlich doch unendlich ist, in dem Sinne wie ein Kalender, der, wenn abgerissen, sich magisch am letzen Tag erneuert hat und wieder auf dem allererstem Blatt steht, dem Deckblatt, noch vor dem 1ten Januar, des Jahres Null.

Wir wissen, dass dieses Universum so unendlich wunderbar, geheimnisvoll und jenseits aller menschlichen Vorstellungskraft ist, dass der Gott der Christen, der den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat (also demnach aussieht wie ein Mensch, ein höher entwickelter Affe also), der gerade mal Himmel und Erde geschaffen hat (also einen Himmel, der nicht mehr als eine Art besternte Decke über dem Mittelpunkt des, leeren, Alls, der Erde war, wohlgemerkt), und der im Stande war seinen eigenen Sohn töten zu lassen, um den Menschen ihre Sünden zu vergeben (anstatt als allmächtiger Gott locker einen kleinen Schritt zu machen, der Menschen oft sehr schwer fällt, nämlich die Sünden des Anderen zu verzeihen) – dass dieser Gott der Christen, also, ein kleiner, recht neurotischer, Popelgott, ein Nichts, dagegen ist, gegen das unendliche Weltall.

„Moderne, aufgeklärte Christen“ (oh, welch Widerspruch in sich, denn wenn sie modern und aufgeklärt wären so würden sie keinem modrigen, 2000 Jahre altem Totenkult anhängen), sind natürlich sehr eifrig dabei alles nur zur Metapher zu erklären und Gott habe eben das unendliche Universum geschaffen (und ja, selbst der Vatikan sagt das heute, wohl auch Aliens, also nicht nur den Menschen und die Tiere.)

Ich frage mich aber nur woher sie das wissen?

Wenn Gott das Universum schuf, wer schuf dann Gott? Das Universum?

Nein, lasst uns einfach glauben, das Universum hat sich möglicherweise selbst erschaffen, weil ein Absolutes Nichts möglicherweise noch unwahrscheinlicher ist als diese Welt voller Wunder und im Übrigen sagen, dass wir es nicht wissen, denn es ist immer noch besser zu sagen, wir wissen etwas nicht, als an etwas zu glauben, wovon wir nichts wissen. Oder?

Deshalb, Tradition ist gut und schön, aber lasst uns Tradition anschauen wie es ein Querdenker tut. Tradition schafft Geborgenheit und Heimat, aber ein Zuviel davon, ein Erstarren in Traditionen ist nicht gut.

Wenn ich, der Querdenker, unterwegs bin im Ländle, meiner Heimat, nun schon 80 Tage auf dem Fahrrad und mit dem Zelt, so freue ich mich die Geschichte und Traditionen meiner Heimat zu erfahren und es ärgert mich dann auf Schritt und Tritt diese bedroht zu sehen, durch negative Veränderungen, also eine Überfremdung und die Bildung von Parallelgesellschaften und eines Vielvölkerstaats, mit den Deutschen sehr bald in der Minderheit. Ich sehe aber auch Traditionen, in denen wir erstarren, also etwas Negatives, das einer positiven Veränderung im Wege steht, nämlich diese makaberen Leichen, überall, am Wegesrand zur Schau gestellt.

Lasst uns eben einen Glauben haben, der eben nicht in Traditionen erstarrt, sondern, der sich positiven Veränderungen gegenüber öffnet, lasst uns die guten Seiten des Christentums behutsam von dem makaberen Totenkult lösen und lasst uns eine Religion haben, die jedermann auf der ganzen Welt teilen kann, ohne im Konflikt miteinander zu sein, denn es ist eine Religion, ein Glaube, auf der Grundlage moderner Erkenntnis.

Kein Astronom stieg je in den letzen Jahren aus seinem Fernrohrkuppel und sagte, er sah Christus oder Mohammed oder Krishna oder Vishnu oder sonstwen, sondern er sah Neutronenstern, Sternhaufen, Dunkelsterne, Sternenstaub, Galaxien und vielleicht das Ende des Universums. (Das ja ebenso wohl in sich gekrümmt ist, also weder Anfang noch Ende kennt.)

Denn, das sind Erkenntnisse, die kein Mensch jemals in Frage stellen kann und sie sollen die Grundlage eines neuen Glaubens sein, der die Welt vereinen kann und kein Mummenschanz, der aus Zeiten überliefert ist, wo die Menschen noch glaubten die Erde sei eine Scheibe und die Welt in sieben Tagen erschaffen worden.

Liebe Gemeinde, ein sehr intelligenter Facebookfreund teilte den Vergleich mit dem Schmetterling, der sich zur Raupe entwickelt und dessen erste Zellen in der Raupe von deren Immunsystem bekämpft werden. Einerseits ein sehr schöner Vergleich mit der derzeitigen Widerstandsbewegung, denn der Schmetterling siegt schließlich über die Raupe, indem sich seine Zellen zu Zellhaufen zusammenschließen, die nicht mehr zerstörbar sind – so wird auch der Widerstand über das derzeitige Drecks- und Schweinesystem letztlich triumphieren, indem wir uns alle soweit zusammenschließen und nicht mehr vereinzeln lassen. (Ein persönliches Beispiel: Man hat mich für fünf Tage in den Knast gesteckt und niemand hat protestiert, auch darum habe ich auch aufgehört mich für die Sache zu engagieren, hätte man aber protestiert und wäre dieser Protest jeden Tag lauter geworden, so hätte ich auch den nächsten Knastaufenthalt riskiert.)

Andererseits aber gibt das System Raupe/Schmetterling Anlass für tiefgründigere Überlegungen.

Liebe Gemeinde, wenn Jesus doch in den Himmel aufstieg – wie sieht denn dieser Himmel der Christen eigentlich aus? Beim Seelenfang der herrschenden Religionen geht es zu wie im Werbefernsehen, es werden immer irgendwelche Dinge versprochen, die Menschen gerne haben, nur dass Religionen immer zwecks Erfüllung auf das Jenseits vertrösten, von dem bisher noch keiner berichten konnte und wir aber zumindest die Produkthaftung für beworbene Produkte kennen. In jedem Fall, von den pädophilen Macho-Mohammeds kennt man ja die Sache mit den 70 Jungfrauen, aber vom Himmel der Christen kenne ich selber nur das Klischee mit den Wolken und den Harfenspielern, doch sah ich persönlich vom Flugzeug aus keine dort sitzen, so sehr ich auch schaute.

Die Raupe und der Schmetterling lehrt uns aber ein ganz anderes Bild der Natur und des Lebens. Denn, wenn wir diese Sache aus den verklärenden Augen der Christen betrachten, so meinen wir, ja, die Raupe verwandelt sich in den Schmetterling, es ist das Werk Gottes und seine Schöpfung und ist sie nicht schön und vollendet, wie doch der schöne Schmetterling aus der hässlichen Raupe entsteht?

Indes, betrachtet man diesen Vorgang mit den nüchtern Augen des Wissenschaftlers so ergibt sich ein ganz anderes Bild. Wir wissen ja zunächst noch nicht einmal ob denn Raupe und Schmetterling wirklich ein und dieselbe Art sind. Es gibt ja Schlupfwespen, die legen ihre Eier in Raupen hinein und es entwickeln sich die Larven der Schlupfwespe parasitär in der Raupe. Doch – ist die Metamorphose zum Schmetterling denn je etwas anderes? Ganz augenscheinlich, wenn das Immunsystem der Raupe die Schmetterlingszellen angreift, dann ist der Prozess der Metamorphose etwas ganz anderes als es zunächst scheint, es ist kein erklärter Wille der Raupe zum Schmetterling zu werden, sondern im Gegenteil ein Abwehrkampf, die Raupe wehrt sich verzweifelt dagegen von den Schmetterlingzellen in sich aufgefressen zu werden, die Raupe stirbt einen grässlichen Tod (wobei man eben nur hoffen kann, dass der Zustand der Metamorphose, also die Verpuppung einem sanften Einschlafen gleichkommt und keinem Todeskampf).

Warum also soll man ausschließen, dass der Schmetterling parasitär lebt und seine Gene so in das Genom der Raupe inkorporiert hat, dass diese irgendwann Schmetterlingszellen produziert so dass der Vorgang des Anstechens und Eierlegens, welche die Schlupfwespe noch nötig hat, sich nun für den Schmetterling erübrigen kann? Alles was er machen muss ist schön auszusehen, herumzuflattern, zu balzen, sich zu paaren und schließlich Eier legen, aus denen dann wieder sein Wirt, die Raupe wird. Die dann muss fressen und fressen, bis sie selber gefressen wird und darf nicht schön herumflattern.

Was lehrt uns das über das Leben selber? Nun, das Leben ist nicht fair, denn fair sein sind menschliche Qualitäten. Menschen bilden Gemeinschaften und können und sollen so fair sein, denn das erleichtert das menschliche Zusammenleben ungemein, alle parasitären Dreckschweine, die auf Kosten anderer leben müssen als Schädlinge identifiziert werden und eliminiert, sind die Menschen aber zu dumm dazu so leben die Parasiten recht wohl. So wie es der heutige Zustand ist, in dem ein Prozent der Weltbevölkerung parasitär auf Kosten aller anderer lebt und aus der Portokasse Leute dafür bezahlt die daherlügen, dass es ja anders sei, dass diese Menschen im Gegenteil sehr wichtige und angesehene Persönlichkeiten sein, die man respektieren muss. Anstatt Geschmeiß, das zertreten gehört.

Unser Universum aber ist so aufgebaut, dass das Leben selber, als höchste Differenzierung in ihm, „heilig“ ist. Die Erhaltung der Art geht der Natur stets vor, die Erhaltung des Individuums zählt nicht so sehr, es bekommt nur eine Chance zu leben, keine Garantie. Erst in einer erneuten Höherdifferenzierung des Lebens gilt es nun, dass das Individuum selber einen besonderen Anspruch an das Leben stellt, der sich über den Erhalt der Art stellt.

Aber es gibt kein ewiges Leben (wenn wir auch nicht wissen was die Zukunft und die Wissenschaft hierzu bringt und bringen wird), es gibt kein Leben nach dem Tode, sondern das Leben selber zählt und ist heilig, egal in welcher Stufe oder Phase.

So wie das System Schmetterling und Raupe geht das Leben der jeweiligen Individuen nahtlos ineinander über, die Raupe verwandelt sich, zu hundertprozent, in den Schmetterling und so auch verwandeln wir uns wieder in etwas Neues, unsere körperlichen Bestandteile im Friedhof werden von den Würmer gefressen oder verwandeln sich sonstwie in Biomasse und daraus entstehen dann wieder Tiere, die von Tieren gefressen werden und vielleicht pickt ja ein Huhn einen Wurm auf, der an unseren Eltern oder Großeltern gefressen hat, es legt ein Ei und wir essen es und so werden unsere Vorfahren vielleicht Bestandteil unseres Körpers. So schließt sich der Kreis, der ewige Kreislauf der Natur vom Werden und Vergehen

Niemals aber kennt unsere Welt (noch) ewiges Leben oder gar ein Leben nach dem Tode. Das sind reine Hirngespinste von betrügerischen Sklavenhalter-Religionen, die auf ein Leben im Jenseits vertrösten – und per Komplizenschaft helfen uns im Diesseits zu beklauen.

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Über Jochen Lembke

Europe's cab-driving writer
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