Prof. Dr. Schirrmeister, Meister der Endontologie

Ein wahrer Meister seiner Kunst kann nur jemand sein, der auch menschlich überzeugend ist und Persönlichkeit hat und das kann ich ihm gerne bestätigen!

Das ist er und das hat er!

Unser Gespräch heute hat ergeben, dass er bereit ist mir die 700 Euro Behandlungskosten zu erlassen, da ich kein Geld habe, aber auch da ich nichts von der Behandlung hatte – der Zahn wurde nie beschwerdefrei und fing schließlich auseinanderzubröseln so dass er gezogen werden musste. Wie man unten sehen kann war er schließlich so spröde, dass er brach, wo auch immer mein geplagter Hauszahnarzt den Hebel ansetzte. Er musste bis auf die Wurzelspitzen schneiden und die Zahnreste praktisch herausoperieren.

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Die Endontologie, die Zahnwurzelheilkunde ist dann gefragt, wenn der Zahn bis auf die Wurzeln krank ist und es lohnt sich fast immer eine Wurzelbehandlung machen, anstatt den Zahn ziehen zu lassen, denn Zahnersatz ist teuer und mit etwas Glück hält so ein wurzelbehandelter Zahn sehr lange, ich habe mehrere, die schon sehr lange hielten, so einen Backenzahn, der schon 30 Jahre wurzelbehandelt ist, inzwischen eine Vollkrone hat und zwischenzeitlich eine erneute Nachbehandlung an der Wurzel erforderte, aber er hält!

Bei diesem Zahn nun war aber das Problem, dass er extrem gebogene Wurzeln hatte, die auch noch anastomisiert waren, also unten, im Kiefer, ineinander verwachsen und anscheinend auch noch mit dem Kiefer selber verschmolzen waren, also nicht wie normal durch den Zahnhalteapparat getrennt.

Natürlich war auch schon die Erstbehandlung äußerst schwierig gewesen, zuerst nahm sie der Assistent meines Hauszahnarztes vor und der führte den Klopftest nicht richtig durch und zudem war das ganze durch ein zeitgleich auftretendes Herpes-Geschehen verkompliziert so dass ich ein Vierteljahr höllische Schmerzen hatte ohne dass der Zahn überhaupt behandelt wurde.

Als dann schließlich eine Wurzelbehandlung vom Assistenten durchgeführt wurde, gingen die Schmerzen auch nicht zurück so dass eine erneute Behandlung, diesmal vom Chef selber, vorgenommen wurde (möglicherweise sogar nach einer zweiten Behandlung durch den Assi, ich weiß es gerade nicht). Leider führte aber auch die zu keinem Ergebnis, außer mich endlos weiter zu quälen, so dass mir eben der Gang zum Wurzelspezialisten empfohlen wurde, wohin mein Hauszahnarzt all diejenigen hinschickt, bei denen er selber nicht weiter kommt.

Der Endontologe hat nun eine Reihe von Spezialgeräten, wie etwa ein Gerät zur Wurzeltiefenmessung, mit dem man genauestens vorgehen kann, so wie natürlich auch das Fachwissen und die Erfahrung bei dieser Art von Spezialbehandlung.

(Leider wird dies aber zum größten Teil nicht mehr von der Kasse gedeckt, die auch längst nicht mehr alle Kosten für eine solche Behandlung beim Hauszahnarzt deckt, je nach dem muss auch da bereits zugezahlt werden.)

Prof. Schirrmeister führte nun die Behandlung sehr sachgerecht durch, nach dem er anhand des Befunds und seinem Röntgenbild zu dem Schluss kam, dass sie sich für den Zahn lohnen würde. Er nahm auch eine zweite Behandlung vor, nachdem die Schmerzen immer noch nicht besser wurden.

Nun ist es aber so, dass neben der Qualen, die ich zu erleiden hatte, durch die ständigen Schmerzen über den langen Zeitraum, und leider auch ständigen erfolglosen Behandlungen, auch der Zahn selber natürlich immer mehr zu leiden hatte.

Gerade habe ich nicht mehr präsent ob der Zahn schon früher wurzelbehandelt gewesen war, aber selbst wenn nicht und der Assi nur eine Behandlung vornahm, so hatte der Zahn doch nun insgesamt mindestens fünf Wurzelbehandlungen zu ertragen gehabt.

Nun war natürlich das Problem ohnehin gewesen, dass diese Teilkrone schadhaft gewesen war so dass Bakterien eindringen konnten, ich hätte also eine neue anfertigen lassen müssen. Nur wollte ich eben abwarten, da ich dem Zahn ohnehin nicht mehr traute und eine Teilkrone eben wieder mit erheblichen Kosten verbunden gewesen wäre.

Ob nun das oder die vielen Bohrungen oder die komplizierte Wurzelsituation oder ob es die lange Zeit geschuldet war in der die Bakterien wühlen konnten, ich bin kein Zahnarzt, aber der Zahn erholte sich nicht mehr, blieb weiter schmerzhaft, wenn auch nur leicht und er brach schließlich unter der Teilkrone weg.

Unter diesen Umständen eben hat Prof. Schirrmeister auf sein Honorar verzichtet und dass er einen Anwalt eingeschaltet hatte, war natürlich auch meine Schuld, da ich schon im Sommer mit ihm hätte sprechen sollen und nicht darauf bauen, dass er es von alleine auf sich beruhen lassen würde.

Natürlich hatte ich jedoch auch Gründe dazu, da ich ihm ja bereits eingehend geschildert hatte, dass ich kein Geld habe und dass auch sonst niemand bereit war die Kosten zu übernehmen, weder Kasse, noch AlG2, noch sogar eine Stiftung, bei der wir nachfragten, was alles auch ein erheblicher Aufwand für mich gewesen war.

Aber letztlich hatte er sogar Verständnis für meine politische Botschaft, da es ihm natürlich erheblich mehr Behandlungen einbringen würde, wenn wir alle etwa ein Grundgehalt von 2000 Euro hätten, anstatt dass wir einen aufgeblähten Verwaltungsapparat bezahlen müssen bei dem am Ende 400 Euro zum Leben für einen Hartz4-Empfänger übrig bleiben.

Breite Schichten der deutschen Bevölkerung haben einfach keine Kohle mehr und wir sind schlicht gezwungen die Zahlungen zu verweigern und wir müssen das öffentlich machen so weit es nur irgendwie geht, sonst wird sich daran nichts ändern!

Außerdem ist es an der Zeit, dass sich die Honorare der Ärzte ändern so dass sie für erfolgreiche Behandlungen eine Prämie bekommen so dass sie für erfolglose Behandlungen kein Honorar mehr verlangen müssen.

Das verträgt sich nicht mit dem Ethos eines Berufsstands, der den Eid des Hippokrates ablegt, dass er gezwungen ist aufgrund dieser falschen und überlebten Honorarkalkulationen Geld zu fordern für erfolglose Behandlungen!

Umso höher ist es Prof. Schirrmeister anzurechnen, dass er freiwillig auf dieses Honorar verzichtet!

Er ist also ein wahrer Meister seines Faches, nicht nur engagiert und geschickt in der Behandlung seiner Patienten, sondern auch eben mit menschlichen Qualitäten gesegnet!

Möge sein Beispiel Schule machen!

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Über Jochen Lembke

Europe's cab-driving writer
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