Vae victis

Mir ist inzwischen klar geworden, dass ich mich damals wie die typische Jugend eines besiegten Landes verhalten hatte, so wie Millionen anderer auch, meiner Generation.

Natürlich war mir das damals nicht klar, ich fand halt alles was mit Amerika zu tun hatte cool und alles was mit Deutschland zu tun hatte langweilig und spießig, es war das Land in dem ich aufgewachsen war und es war mir nun zu eng und miefig. Ich liebte englische Ausdrücke, amerikanische Kultur, vor allem natürlich Gegenkultur (aber auch diese Gegenkultur ist ja auch nichts anderes als die Kultur des Siegerlandes selber!) Warum, war mir aber alles nicht so klar, ich dachte natürlich nicht groß darüber nach.

Heute sehe ich aber nun wie damals das Aufbruchsgefühl der Jugend Hand in Hand mit jenem grausamen Gesetz von Sieger und Verlierer in einem imperialistischen Konflikt ging, dass nämlich der Verlierer dann auch noch ohnmächtig zusehen muss, wie sich die eigene Jugend abwendet und auf Seiten des Siegers schlägt.

Heilbronn, die Stadt in der ich aufwuchs bis zum Abi, war amerikanisch besetzt, ich war nie etwas anderes gewöhnt, meine Tante lebte in Amerika, nachdem sie einen Ex-GI geheiratet hatte, meine zweite Stiefmutter (die meinen Vater nie heiraten wollte, damit sie nicht eines Tages für seine missratenen Kinder aufkommen müsse), war ständiges Mitglied im American Officers Club, eine nun wirklich widerwärtige Art ausgerechnet auch noch mit dem lokalen “top brass” der imperialistischen Siegermacht zu fraternisieren, auch diese Leute lernte ich teilweise persönlich kennen, auf dem einen oder anderen kleinen Empfang bei uns zu Hause oder dort selber. Ich spottete zwar heimlich darüber und sympathisierte eher mit dem “ordinary guy in the barracks”, aber für mich war das eben alles Teil eines Flairs, eines exotischen Bestandteils eines Deutschlands, das seine Besetzung ja eben auch verdient hatte, nicht wahr.

Natürlich sah ich sie als Besetzer und glaubte nicht ihre Propaganda, dass sie hier wären um uns vor den Kommunismus zu beschützen, aber das wahre Ausmaß war mir damals nicht klar, dass all diese Soldaten nur dazu da waren zu gewährleisten, Europa vom Einfluss des Kommunismus fernzuhalten, so dass die US-Oberschicht, über ihre Firmen, aber auch direkten Steuern und Abgaben für unser Land, uns weiter ungestört ausbeuten und plündern kann, dass mein Land, in dem ich naturgemäß meine Zukunftschancen wahrnehmen zu hätte, klein gehalten werden sollte und nutzbar.

Ich fand sie aber cool die GIs und bewunderte ihre kaugummikauende und sonnenbrillentragende Lässigkeit, wie “funkig” die schwarzen GIs drauf waren und verachtete auf eine Weise somit, zumindest indirekt, alles Deutsche. Als ich in Heibronn 2 Jahre Taxi fuhr, 1986/86, waren sie meine bevorzugte Kundschaft, ich kam ja gerade von einem längeren USA-Aufenthalt zurück, war insgesamt vier Monate in London und dem Nordosten der USA und noch zwei Wochen in Kanada gewesen, es war alles jivey und groovy sie zu fahren, ich stellte mich bevorzugt an die Kasernen und hatte somit wohl fast 50% meiner Fahrgäste in ihnen. “Hey, are you an American?” war mir natürlich Musik in den Ohren und Bestätigung dass ich damals schon recht akzentfreies US-Amerikanisch sprechen konnte, trotz meines zu der Zeit noch recht begrenzten Vokabulars.

Die Bewunderung alles Englischen führte mich später dann auch schlussendlich dazu eine Neuübersetzung von the hitch hikers guide to the galaxy (per Anhalter durch die Galaxis) zu machen, was mich etwa ein Jahr Arbeit kostete und mir bisher aber nur Ärger einbrachte, niemand wollte sie haben, die Verlage blieben lieber bei der schlechten Erstübersetzung. Auch der direkt darauf folgende von mir geschriebene sechste “h2g2″-Band, den ich auch noch selber übersetzte, um somit eine Rohfassung auf Englisch zu haben, die ich dem Verleger von Douglas Adams schicken konnte, 2005, brachte mir nichts als Ärger ein, besonders auf dem Fanforum DAC, Douglas Adams Contiuum, auf dem sogar “Größen” wie DAs eigenem Halbbruder und seine Witwe mitschrieben oder -lasen wurde ich überwiegend nur angegriffen.

Was natürlich auch daran lag, dass ich mir mittlerweile nach all den Fehlschlägen damit eine recht trotzig-überhebliche Haltung angewöhnt hatte, die aber sicher auch ihre Berechtigung darin hatte, dass meine Version hervorragend war, jedenfalls um Klassen besser als die, letztlich dann, autorisierte. Ein Autor wurde bevorzugt, der natürlich einerseits die Vorteile mitbrachte, schon selber Millionen von Büchern verkauft zu haben und Englisch als Muttersprache, aber anderseits eben auch dem, zumindest randweise und verachtet, angloamerikanischem Weltreich anzugehören, er ist Ire. Auf der anderen Seite ist er eben Kinderbuchautor und es war letztlich eine wahre Beleidigung der Fans, was er brachte und für mich ein rabenschwarzer Tag als ich davon erfuhr.

Als ich jedoch sagte ich sei Deutscher und warum benachteiligt mich der Verleger, ein amerikanischer Jude aus der Bronx, wurde mir von deutschen Fans selber gesagt, ich solle diese Anspielungen lassen, damit hätte es nichts zu tun – damals glaubte ich ihnen noch.

Nichts desto trotz, meine Sympathie für angloamerikanische Kultur war ungebrochen und mein Glauben daran auch als Deutscher seinen Weg machen zu können. Ich nannte mich nun “Europe´s cab-driving writer” (Europas taxifahrender Schriftsteller) und ging nach England, um das was ich vorher gemacht hatte, Taxi zu fahren und darüber zu schreiben (was mir immerhin eine Adelung von dem sehr belesenen Ex-Taxifahrer Joschka Fischer einbrachte, über die ich mich, zumindest damals sehr gefreut hatte (heute würde ich wohl eher gerne meine Drohung von damals wahr machen und ihm eine Biographie schreiben, aber eine, die sicher nicht autorisiert werden würde!)) nun auf eine europäische Ebene zu stellen, England war natürlich mein erstes Ziel.

Es war nun auch eine recht glückliche Zeit als ich dort den Schein machte und anschließend neun Monate lang fuhr und darüber bloggte, meiner Begeisterung tat es keinen Abbruch, dass die Stadt, die ich wählte zufällig gerade den wohl relativ schwersten Taxischein der Welt verlangte, in keiner Stadt auf der ganzen Welt wird pro Fläche ein intensiveres Wissen verlangt (man muss letztlich 1700 Straßen so im Kopf haben, dass man einen Prüfer, neben sich, 2,5 Stunden durch die gesamte Stadt fahren und diese Ziele auf direkten Weg finden kann.) Ich sah es als Herausforderung und hatte Spaß dabei, wenn es natürlich auch einiges abverlangte von mir.

Das erste Mal nun als mein Enthusiasmus so langsam zu kippen begann war, als ich, nach einer Zwischenstation in der Schweiz, nun wieder zurück nach England wollte, mein Französisch war und ist nach wie vor zu schlecht, der Schein aber inzwischen verfallen und ich somit gezwungen wäre ihn neu zu machen, trotz all meiner Schulden, die ich als unbekannter deutschsprachiger Autor, zudem nach einem von amerikanischen Banken-Gangstern zur eigene Proftimaximierung kriminell herbeigeführtem Bankencrash erworben hatte.

Ich muss zugeben, ich fing nun das erste Mal an, nicht nur mich als Autor im angloamerikanischen Kulturimperialismus benachteiligt zu fühlen, sondern verspürte so langsam eine direkte Aufsässigkeit. Ich beschloss es nicht zu akzeptieren diesen Schein aufs Neue zu machen, sondern dagegen zu protestieren und aus diesem Protest eine politische Aktion zu machen, was bis heute, nicht die einzigste, aber wohl eines der profiliertesten Protestaktionen ist, die ich gemacht habe, der entsprechende Thread auf Taxi driver online….

http://www.taxi-driver.co.uk/phpBB2/viewtopic.php?f=5&t=17526

….ist ziemlich lange und spiegelt diese bisherige Zeit recht gut wieder und hat bis heute 17.000 Aufrufe und es wird sehr wahrscheinlich noch eine ziemliche Sache daraus, die vielleicht großen Nachhall finden wird, da ich nun beschlossen habe in meinem zivilen Ungehorsam gegen dieses Unrecht lieber den gesamten Stadtplan mit vielleicht 2500 Straßen und Sträßchen (und bei Bedarf auch schließlich alle 3.500 insgesamt) aus dem Kopf auswendig zeichnen zu können und dabei laut alle Straßen, die ich gerade zeichne, auswendig aufsagen – als nachzugeben und den Schein aufs Neue zu machen.

Als ich nun aber schlussendlich auch noch herausfand, dass 9/11 eine false flag Aktion war und mich im Zuge dessen über so einiges noch nachbildete, über das wahre Ausmass des angloamerikanischen Imperialismus und seiner Weltagenda, die vor nichts und wirklich vor keinem Verbrechen und Schurkerei zurückschreckt um diese voranzutreiben, auf Kosten des Rests der Welt und Deutschlands im Besonderen, da fing ich nun endlich an eine richtige Wut auf diese zu bekommen und wenn ich mich zurückerinnere an das eine Mal vor der “Wharton Barracks”-Kaserne in Heilbronn als mich ein guard zum Wegfahren bewegte (es war Taxifahrern nicht erlaubt, sich direkt vor dem Kasernentor aufzuhalten, was diese aber gerne machten, weil sie so Fahrgäste abstauben konnten) da kommt nun erst recht eine richtige Wut auf – was hat mir ein Amerikaner in meinem eigenen Land zu sagen, frage ich mich? Warum hat er die Macht mich unfreundlich wegzuscheuchen? Warum wäre das Ende vom Lied, wenn ich mich geweigert hätte, eine Sanktion von deutschen Behörden, via amerikanischem Besatzungsrecht, gewesen?

Und ich beginne nun endlich ganz zu begreifen was es heißt, auch für die Nachkommen eines Landes, einen imperialistischen Krieg verloren zu haben und dass das Ende des Krieges für uns alles andere als eine Befreiung war, sondern der Beginn einer brutalen Versklavung, dass es mehr als fraglich ist, dass es für die Welt je schlimmer gewesen wäre, wenn Hitler gewonnen hätte und nicht die US-Faschisten und dass ich tatsächlich Gedanken für einen kurzen Moment in meinem Kopf auftauchen habe, was für eine Genugtuung es doch wäre für einen Moment in einer grauen Uniform zu stecken und diesen arroganten son of a bitch, nein, Hurensohn, mit drei Schüssen in die Brust aus einer Walther P38 niederzustrecken – natürlich ist das nur eine kurze böse Fantasie, mehr nicht.

Ich begann endlich zu sehen wie zwar begreiflich für einen jungen Menschen mein damaliges Verhalten war, aber auch wie gleichzeitig unsolidarisch und undankbar gegenüber dem Land, das mich hervorgebracht hat.

Nein, ich bleibe weiter Kriegsgegner, ich bleibe weiter Friedensfreund und weiter Internationalist und auch meine kritische Liebe zu England und Amerika wird keinen Schaden nehmen – aber ich möchte nun selbstbewusst und auch selbstbewusst als Deutscher gegenüber den angloamerikanisch-faschistischen Weltbeherrschern auftreten und meinen Protest in der individuellen Benachteiligung dieses Systems auch eine nationale Note geben, es diesen Brüdern klar machen, dass die stille Akzeptanz einer solchen imperialistischen Weltbeherrschung nun zu Ende ist, werde weiter für Englisch als Weltsprache eintreten, aber klar machen, dass dies einen hohen Preis fordern muss, den diese Brüder auch zu zahlen haben!

Ich will nun als geschichtlich interessierter Autor schon sehr lange eine eigene Hitlerbiographie schreiben, da er eines der faszinierendsten Persönlichkeiten der Geschichte ist, und natürlich hätte ich ihn vielleicht ein wenig neutraler geschildert als die offizielle alliierte Geschichtsschreibung und ihre Apologeten, nun aber wird das noch einiges anders.

Kein Zweifel, Hitler war ein Verbrecher und ein Psychopath. Aber das ist nichts anderes als eine Umschreibung für das Wort “bedeutender Staatsmann”, denn alle bedeutende Staatsmänner waren solche, die Geschichte der imperialistischen Staaten ist eine von Machtmissbrauch und von Raub und Plünderung, ersonnen und durchgeführt von psychopathischen Gehirnen, die nicht im Frieden miteinander leben können. Aber es war keiner besser damals und ich lasse es mir nun nicht mehr länger gefallen, wenn die alliierte/zionistische Geschichtsschreibung Hitler verteufelt und die eigenen Verbrecher und Verbrechen dagegen verherrlicht, Hitler war sicher ein Schurke und Schuft, aber war dabei um Klassen besser als die Schurken und Schufte Churchill, Roosevelt und Stalin, er war ein Schurke und Schuft vom Format eines Napoleons, der Machtpolitik betrieb und Menschen skrupellos dafür opferte um im Nachhinein als “groß” verehrt zu werden – aber er war eben ein Kind der Zeit, in der jeder so dachte und, bei Gott, auch leider heute noch, nur dass der Faschismus von heute nicht mehr so genannt wird, sondern im Orwellschen Neusprech freedom and democracy, “Freie Welt und Demokratie”.

Und das Buch über ihn werde ich ganz im Geiste dieser Erkenntnis schreiben, zu der ich so langsam aber endlich gekommen bin, vae victis, wehe den Besiegten und die Geschichte wird von den Siegern geschrieben – es wird Zeit, dass sich das ändert. Wenn Deutschland etwas für die internationale Gemeinschaft tun soll, dann muss es vorher erst aus der Versklavung entlassen werden und dazu gehört auch, dass das dritte Reich nicht mehr verteufelt wird, sondern dass alle Aussagen über dies, von Seiten der Alliierten und Zionisten, mit großer Vorsicht genossen werden müssen!

 

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2 Antworten zu Vae victis

  1. spic schreibt:

    Selten soviel Schwachsinn gelesen

    • Jochen Lembke schreibt:

      Da kommt also so ein mieser kleiner Pisser und will mich anonym beschimpfen! Nur zu, du Scheißhaufen eines kranken Kamels, mögen Hunde dereinst deine Gebeine ausbuddeln!

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